23. Februar 2018

Propaganda von Holger Zschäpitz in der „Welt“ zu Trumps Wirtschaftspolitik Sprachlos machende Geschichtsvergessenheit

In anderen Berufen läge längst das Kündigungsschreiben auf dem Tisch

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: Willrow Hood / Shutterstock.com Donald Trump: An allem schuld?

„Experten“, mit diesem dank des Federal-Reserve-Kreditbetrugssystems ähnlich dem Dollar weitestgehend entwerteten Totschlagwort beginnt Wirtschafts-„Fach“-Redakteur Holger Zschäpitz von der „Welt“ einen Artikel über Trumps Wirtschaftspolitik, befürchteten, „die expansive Haushaltspolitik von US-Präsident Trump könne sich als größter Fehler der modernen Wirtschaftspolitik herausstellen. Er selbst wandelt unbeeindruckt auf den Spuren von Ronald Reagan.“

Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber nun ist es tatsächlich passiert: Ich kann doch noch staunen wie ein Kind unterm Weihnachtsbaum angesichts solcher Sätze, die – da kann ich nur spekulieren – entweder mit Absicht verfasst werden oder schlicht aus sprachlos machender Inkompetenz resultieren. Von der aus ihnen sprechenden stupenden Geschichtsvergessenheit noch gar nicht zu reden. Nun saß ich also da und fragte mich ganz ernsthaft, wie ein angeblicher „Fach“-Redakteur für Wirtschaft sich überhaupt zu so was hinreißen lassen kann.

Vergessen sind die Schuldenorgien unter Bush und Obama, die kriegsfahrtsstaatlichen Ausgabenexzesse zu Lasten amerikanischer Steuerwollepflücker und die ebenfalls auf Kosten der Steuerplantagensklaven „geretteten“ Großbanken dank eines korporatistischen Nepotismus vom Allerfeinsten. Vor allem unter dem Blender, Täuscher und notorischen Lügner Obama stieg das US-Haushaltsdefizit noch einmal stark an – nämlich um mehrere Billionen (!) Dollar.

Vergessen ist das euphemistisch sogenannte „Quantitative Easing“, die „Quantitative Lockerung“ durch die Blütenbank Fed, die mächtigste finanzielle Massenvernichtungswaffe der Geschichte, die mit diesem Falschgeld Märkte und Finanzsystem „belebte“ und dadurch eine der größten Blasen der Geschichte aufblähte. Vergessen ist die Tatsache – die Tatsache –, dass natürlich nicht Trumps Wirtschaftspolitik der – meinen Zschäpitz oder die von ihm zitierten „Experten“ das eigentlich ernst? – „größte Fehler“ der Geschichte war, sondern eben die Gründung jener Zentralbank, die Amerikanern über die Weihnachtsfeiertage im Jahre 1913 höchst ärgerlicherweise im Kongress aufgeflunkert wurde, seitdem zu einer der größten Geldentwertungsorgien der Geschichte führte und ihren Eigentümern, also den völlig übergeschnappten, größenwahnsinnigen „Gottesbankern“, in Verbindung mit der unseligerweise erfolgten Kopplung vieler anderer Landeswährungen an den Dollar als „Reserve“-Währung ein finanzielles Machtinstrument von historisch beispielloser Gewalt an die Hand gab.

Auf europäischer Seite wiederum konnte die Gründung der Fed-„Schwester“ EZB leider nicht verhindert werden – mit allen bekannten Folgen zum Beispiel durch die „Staatsanleihenkäufe“ (lies: Verpfändung der zukünftigen Arbeitskraft noch Ungeborener an eben jene von Omnipotenzphantasien fiebergeschüttelten Gottesbanker durch Aufnahme neuer Schulden).

Aber wen kümmern schon solche lächerlichen Details.

Bei allem Respekt – nein, streichen Sie das, vergessen Sie das, denn ich habe keinen Respekt mehr vor solchen Leuten, von denen man aufgrund ihrer Selbsteinschätzung als „Experten“ oder Redakteure vom „Fach“ nicht nur sehr viel mehr erwarten darf, sondern muss, das sollte man einfach stillschweigend voraussetzen, Punkt, basta: Was in deutschen Schundblättchen heute teilweise als „Wirtschaftsjournalismus“ durchgeht, ohne dass gegenlesenden (?) Kollegen vor Schreck (oder Verzweiflung) die Kaffeetasse vom Tisch in den klirrenden Freitod springt, liegt schon weit jenseits jeder Toleranzgrenze.

Nun überrascht es mich aber keine Sekunde, noch nicht mal eine Millisekunde, ach, Nanosekunde, dass nun ausgerechnet und ungeachtet des finanzgeschichtlichen Vorlaufes der natürlich völlig falsche Eindruck erweckt werden soll, Trump sei der größte Defizitspender der „modernen Wirtschaftspolitik“. Ich hatte in meinem vorletzten Kolumnenbeitrag erklärt, wohin diese Reise gehen soll: Niemand anderes darf jetzt Schuld an den in naher Zukunft möglichen ökonomischen Krisen und Verwerfungen haben als der „Nationalist, Protektionist und Populist“ Trump. Es soll bloß niemand dem selbstverständlich völlig berechtigten Gedanken verfallen, Trumps derzeitige Wirtschaftspolitik sei ohne diejenige seiner (globalistisch ausgerichteten) Vorgänger ja gar nicht möglich gewesen. Das ist wie gesagt zwar vollkommen korrekt, doch geht es ja gerade darum, einen einzelnen Sündenbock präsentieren zu können, der mit der bis zu seinem Amtsantritt vermeintlich heilen, in Wahrheit jedoch nur durch endlose Fiatflatulenzen gestützten (und aufgeblasenen) bestehenden „internationalen Finanzordnung“ konfligiert. Es ist einfach nicht zu fassen: Als hätte es die wohl- und kriegsfahrtsstaatlichen Exzesse der letzten Jahrzehnte nicht gegeben, wird diese Vorgeschichte kurzerhand abgeschnitten und kein Wort mehr darüber verloren. Für wie ungebildet, für wie kurzsichtig, wie miserabel informiert und gedächtnislöchrig hält man die Leser eigentlich?

Noch offensichtlicher kann und wird es nicht werden. Denn die Antwort wird, wie unlängst auf der Münchner Unsicherheitskonferenz abermals medienwirksam propagiert, in mehr „Globalismus“ bestehen – und in einem ersten Schritt natürlich in „mehr Europa“, also mehr EUdSSR inklusive höherer, von den Steuerbitches berappten „Verteidigungs“-Ausgaben zur Bekämpfung „internationaler Bedrohungen“, die es ohne die endlosen Angriffskriege der letzten 17 Jahre (also lange vor Trumps Amtsantritt) und den megalomanischen Weltgenesungs-Anspruch des „Globalismus“ zur „Befriedung“ des Planeten ja gar nicht gäbe.

„Die Welt“: „Trump riskiert den Kollaps des US-Finanzsystems“


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