22. Februar 2018

Angriffstruppe bittet um milde Gaben Ohne Knete keine Fete

Blitzdingsens kostet!

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Monster: Kriegsstaat

Hallo und herzlich willkommen bei unser Spielshow „Machtelite sucht dümmsten Bauern“. Gewohnheitsgemäß haben wir zwar in regelmäßigen Abständen die Anforderungen zur Teilnahme an der Spielshow für Steuerplantagensklaven gesenkt, möchten dies aber noch steigern beziehungsweise unterbieten und offerieren Ihnen hiermit über unsere Propagandapresse die nächstdümmere Aufforderung zu selbstverständlich rein freiwilligen Spenden, um uns teils frei erfundener, teils selbstgeschaffener internationaler Bedrohungen besser erwehren zu können.

Leider fehlt uns zum Blitzdingsens das Geld. Nachdem wir nun 17 Jahre lang Teil einer großangelegten Kampagne zur Niederringung von sieben Ländern waren, wodurch endloses Leid, Zerstörung, Verlust vieler Leben sowie Hab und Gut Hunderttausender Menschen entstand, wird‘s bei uns wohl etwas knapp. Aber das ist nicht der einzige Grund. Denn wer zur Abwechslung mal richtig produktive, vernünftige und intelligente Lösungen für altbekannte Probleme finden willl, sollte kräftig aufrüsten – so wie eh und je, damit sich die Menschheit endlich fortentwickelt.

Deshalb bombardieren wir Sie schon seit geraumer Zeit mit lustigen Horrormeldungen über den sich stets verschlechternden Zustand unserer Armee zur „Verteidigung“ der westlichen Wertegemeinheit: Panzer putt, Schiffe putt, Gewehre putt, Helikopter putt, Flugzeuge putt, und nun fehlt es auch noch an Dosensuppen, essbaren, leicht verdaulichen NATO-Keksen, frisch gebügelten Unterhosen, winterfesten Socken für das angedachte Reboot des Feldzuges gen Stalingrad, die Kugelschreiberminen laufen ständig aus, es mangelt an stabilen Klobürsten, Mörsergranaten platzen beim Aufschlag mit einem kichernden „Ätsch, reingefallen!“, und dann hätten wir da noch die Torpedos unserer U-Boote, die, statt Feindschiffe zu versenken, lieber mit Buckel- oder Narwal-Nachwuchs Verstecken in Unterseegebirgen spielen.

Also seien Sie doch bitte so lieb und, es sei noch einmal wiederholt, spenden Sie uns auf rein freiwilliger Basis – irgendwie müssen wir Ihnen steigende „Verteidigungs“-Ausgaben ja schmackhaft machen. Denn wissen Sie, wir gehen davon aus, dass Sie als typischer Steuerwollepflücker ein verdammter Vollidiot sind und deshalb natürlich auch noch die dämlichsten allwöchentlich erscheinenden Meldungen über die mangelhafte „Verteidigungs“-Fähigkeit der Truppe unbesehen und unkritisch schlucken und in eisige Angststarre verfallen, damit wir ihre Ehemänner, -frauen und Kinder in völlig unnötige, verlogene Kriege abkommandieren können, damit sie dort in Erfüllung unserer Kriegsprofiterwartungen an der Pflicht krepieren, was für uns, ihre sich darob schief und scheckig lachende Machtelite, die ihre eigenen Kinder natürlich nie eine berufliche Laufbahn beim Heer einschlagen lassen würde (wir sind schließlich nicht bescheuert, sondern Elite, nee nee, unser Nachwuchs besucht Managerschulen in der Schweiz oder Internate für zukünftige Irreführungskräfte im Politrick), sowohl in privater familiärer als auch geschäftlicher Hinsicht von größtem Vorteil ist.

Denn das Verrecken in Kriegen, hahaha, so was überlässt man doch denjenigen armen, begriffsstutzigen Schweinchen, die mit ihren Steuergeldern beim Aufbau einer, hahaha, „Verteidigungs“-Armee helfen, um Kriege führen zu können, in denen ihre eigenen Kinder dann auch noch ihr Leben verlieren. Als kleines Dankeschön – wenn es überhaupt eins gibt, hahaha – bekommen sie dafür dann vom Bundespräsidenten einen warmen Händedruck und ein paar tröstende Worte: „Ihr Sohn erfüllte seine vermeintliche Pflicht, indem er die Werte mit dem Schießgewehr ‚verteidigte‘, die der verlogene Dreckskrieg, in dem er draufging, von Anfang an mit Füßen trat, hahaha!“

Freilich würden die üblichen feigen Schwätzer und Flachbirnen aus den Reihen der Strammsteher und Armheber der leitjournalistischen Kriegsgeilheit mir für diese Worte vorwerfen, ich böte „einfache Antworten in einer stets komplexer werdenden Welt“ oder artverwandten Müll in der Artikeltüte zum Dauerrecycling rausbringen.

Aber das ist mir pupsegal. Ich hab‘s satt. Ich habe die Lügen satt, ich ertrage die Heucheleien nicht mehr, ich kann – in Anlehnung an Rothbard – diesen ganzen kranken, abartigen kriegsfahrtsstaatlichen Fleischwolf nicht mehr sehen. Er ist böse und kalt. Er ist ein Monster, ein Ungeheuer, und er muss und wird zerschlagen werden. Je früher, desto besser.


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