16. August 2017

Europäische Sicherheitsmaßnahmen für Afrika Terrorbekämpfung im Sahel

Spenden aus Saudi-Arabien fördern die Verbreitung des intoleranten Islamismus

von Volker Seitz

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Bildquelle: shutterstock Dringt in Afrika vor: Islamistischer Terror

Seit Februar 2014 kooperieren unter dem Namen „G 5 Sahel“ französische Streitkräfte („Barkhane“) mit den wichtigsten Ländern der Region: Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Burkina Faso, um Terrorbedrohungen gemeinsam grenzübergreifend zu bekämpfen. Barkhane besteht aus circa 3.000 Soldaten, 20 Hubschaubern, 200 Transportfahrzeugen, 200 gepanzerten Fahrzeugen, sechs Jagdflugzeugen, drei Drohnen und zehn Transportflugzeugen. Sie sind an zwei festen Standorten in Gao (Mali) und in N’Djamena (Tschad) stationiert und je nach Bedrohungsszenario mit lokalen Militärs flexibel in der Region einsetzbar. Zu den Erfolgen zählt die Neutralisierung von Terroristen, die Beschlagnahmung von 200 Tonnen Waffen und Munition sowie von 20 Tonnen Ammoniumnitrat zur Herstellung von improvisierten Minen.

Auf einem Gipfeltreffen der G5-Länder mit dem französischen Präsidenten in Bamako im Juli 2017 wurde beschlossen, dass eine neue afrikanische Eingreiftruppe von 5.000 Mann rasch geschaffen werden soll. Sie soll bis September einsatzbereit sein. Sie soll vor allem in den Grenzgebieten operieren. Die EU hat 50 Millionen Euro für die Truppe zugesagt, die G5-Staaten tragen jeweils zehn Millionen Euro bei. Zusätzlich hat Frankreichs Präsident Macron acht Millionen Euro und weiteres Militärgerät versprochen. Nach den Worten Macrons gewährt sein Land der Sahel-Region für die nächsten fünf Jahre 200 Millionen Euro Entwicklungshilfe.

Die Bundeswehr hat im Rahmen der UN-Einsätze Minusma und EUTM rund 1.150 Soldaten in Mali stationiert. In Mali unterhalten die Vereinten Nationen eine 12.000 Soldaten starke Friedenstruppe.

Der Terroranschlag in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, am 13. August 2017 zeigt die Dringlichkeit der Aufstellung der afrikanischen Eingreiftruppe.

Bilanz der terroristischen Attentate in der Sahel-Region (gegen Ausländer) seit 2015:

Bamako/Mali

7. März 2015 5 Tote

20. November 2015 20 Tote

18. Juni 2017 5 Tote

Sévaré/Mali

7. August 2015 13 Tote

Grand-Bassam/Elfenbeinküste

13. März 2016 19 Tote

Ouagadougou/Burkina Faso

15. Januar 2016 30 Tote

13. August 2017 18 Tote

Für das Vordringen des radikalen Islamismus machen afrikanische Medien auch großzügige Spenden aus reichen islamischen Staaten wie Katar und Saudi-Arabien verantwortlich. Saudi-Arabien folgt einer rigiden Form des Islam, dem sogenannten Wahhabismus. Die Lehre fußt auf einer besonders strengen Auslegung des Koran. Durch Spenden, die Finanzierung von Moscheebauten und Wohltätigkeitseinrichtungen wird diese Form des Islam auch nach Afrika exportiert. Bis vor etwa zehn Jahren war der Islam in diesen Ländern unter dem Einfluss afrikanischer Traditionen anders entwickelt als im Nahen Osten. Ich habe noch einen Islam erlebt, der von Toleranz, Gewaltlosigkeit und Respekt der Religionen miteinander geprägt war.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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