23. Dezember 2014

Edelmetalle Physische Nachfrage weiterhin hoch

Aber nicht nur Profitstreben

von Markus Blaschzok

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Indien kaufte von Januar bis Oktober 2014 597 Tonnen Gold und davon 109 Tonnen im Oktober, nachdem die Goldimportbeschränkungen aufgehoben wurden. Hier ist in den kommenden Monaten mit einem deutlichen Nachholbedarf und massiver physischer Nachfrage zu rechnen, die jene aus China toppen dürfte. Koos Jansen hat nach den offiziellen Statistiken die bisherige chinesische Goldnachfrage in diesem Jahr auf 1.212 Tonnen Gold berechnet und erwartet, dass die Importe gar 1.700 Tonnen bis Jahresende erreichen könnten. Damit hätten alleine China und Indien wieder in etwa 80 Prozent der weltweiten Goldförderung konsumiert im Jahr 2014. Im Oktober importierte China über Hongkong 77,6 Tonnen Gold, wobei die Importe in den letzten drei Monaten mit den nochmals gesunkenen Preisen deutlich anstiegen. Man sieht, dass unabhängige Länder die aktuell niedrigen Preise nicht an sich vorbeiziehen lassen, sondern die Chance ergreifen und kaufen, um deren Devisenreserven weiter zu diversifizieren.

Dass die COMEX die Marginanforderungen nach den starken Schwankungen der Vorwoche erhöhte, dürfte den Preisanstieg kaum beeinflussen. Wenn, dann sorgt es dafür, dass die Short-Spekulanten schneller aus dem Markt gequetscht werden und der Preis eher steigt als ohne Anhebung – negativ ist es in der aktuellen Marktlage jedoch nicht. Interessant ist, dass die COMEX-Lagerhausbestände für Gold seit August einhergehend mit dem Preisrückgang im Gold um 2,2 Millionen Unzen gefallen sind.

Dass die COMEX-Lagerbestände und die ETFs für Silber entgegen der Entwicklung bei Gold konstant bleiben und weiter ansteigen, weist auf ein deutliches Überangebot im Markt für Silber hin. Meine Annahme ist, dass man sich hier einen Puffer für künftige Zeiten schafft, wenn Silber im Verhältnis zu Gold wieder hoch bepreist sein wird. Auf der einen Seite kann man den Preis später so drücken und auf der anderen Seite einen dicken Gewinn verbuchen, wenn man jetzt billig kauft und später teuer abgibt. Diese Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Bestände im Gold und im Silber ist jedoch ein deutlicher Hinweis darauf, dass es nicht nur gewinnmaximierende Absichten dabei gibt.

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