04. August 2016

RezensionChristian Hoffmann / Pierre Bessard (Hrsg.): Das Ende der Armut

Chancen einer globalen Marktwirtschaft

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Kaum etwas ist so verhasst wie die Globalisierung. Dabei stimmen jegliche Schulen ökonomischen Denkens darin überein, dass die Masse der Menschen von ihr stark profitiert. Handel ist immer und überall im beidseitigen Interesse, sonst würde er nicht stattfinden. Er erhöht nicht nur unseren Lebensstandard, sondern vor allem auch den der Menschen in ärmeren Ländern. Die weltweite Marktöffnung hat sich wie ein radikales Armutssenkungsprogramm ausgewirkt. Entwicklungshilfe bleibt vor diesem Hintergrund ein schädlicher Irrglaube. Sie beseitigt keine Armut, sondern erhöht im Gegenteil die Ineffizienz, stärkt korrupte Regime und schwächt innovatives Unternehmertum. In zwölf Aufsätzen erörtern die verschiedenen Autoren die Möglichkeiten und Vorteile einer globalen Marktwirtschaft, zeigen Probleme und Verbesserungsvorschläge auf. Sie veranschaulichen die Problematik der Entwicklungshilfe und widerlegen den Mythos, dass der Westen ein Verlierer der Globalisierung sei. Die weit verbreiteten Agrarsubventionen werden kritisiert und es wird erklärt, wie und warum der Wohlstand im Westen entstanden ist. Besonders beeindruckend ist das Kapitel über den Erfolg privater Bildungsunternehmer in Drittweltländern. Der verarmte Slum Makoko im afrikanischen Nigeria ist vermutlich der letzte Ort, an dem man eine Bildungsrevolution erwarten würde. Doch genau dort verlassen die Eltern in Scharen das staatliche Bildungssystem. Die privaten Schulen erzielen erheblich bessere Resultate und sind trotzdem billiger. Selbst die ärmsten Familien können sich die vier Dollar pro Monat leisten, um ihr Kind dorthin zu schicken. Über zwei Drittel der Kinder in Makoko gehen auf eine Privatschule. Waisenkinder werden sogar umsonst unterrichtet – niemand schickt sie einfach weg. In der Dritten Welt ist der innovative Trend zu privater Bildung bereits stark im Gange. Vielleicht schwappt er bald in den Westen über.


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