08. Mai 2013

Geld Feuerwerk durch Brandstiftung

Wie in Schilda

Immer wieder kreiseln jene Milieus, welche die deutsche Oberhoheit über die eigenen Finanzen gerne vollständig nach Brüssel auslagern beziehungsweise abgeben wollen und somit den deutschen Steuerzahler zum Ausgleichsbeschaffer degradieren, nicht aber als selbständig Handelnden sehen möchten, um angebliche ökonomische Probleme, die bei einer Aufwertung einer eventuellen separaten Währung entstehen könnten. Dabei überwiegen allgemeine politische Argumente, die stets der Disziplinierung dienen und ohne Unterlass eine tägliche Vergangenheitsbewältigung anmahnen, welche am besten mit einer finanziellen Dauerbußleistung abgegolten werden könne. Ökonomische Argumente werden in jenen Wind geschlagen, den sie selbst als Dauersturm gegen jedwede Eigenständigkeit über das Land jagen.

Grotesk die Behauptung derer, die ansonsten für Steuererhöhung und Lebensverteuerung auf allen Gebieten sorgen, die Deutschen würden durch einen Turn unzumutbar Geld verlieren. Geradezu infam, wenn sie, die angebliche oder tatsächliche Spekulationen der Banken brandmarken, nun für ein Kursfeuerwerk der Spekulation an der Börse sorgen, das durch ihre Lieblingsmaßnahme erst entstehen konnte, nämlich die beliebte Zinssenkung, die für mehr Kredite und somit für eine Aufblähung der Geldmenge sorgt. Ihre Prinzipien stiften den Brand, als deren Löscher sie sich anbiedern.

Den Preis dafür zahlt seit Jahren der Sparer, der nichts mehr für sein angelegtes Geld erhält, der Lebensversicherte, dessen Marge jährlich schrumpft, der Autofahrer, der den explodierenden Benzinpreis bei gleichzeitig schwächer werdender Währung bezahlen muss, und so weiter. Man wähnt sich in Schilda, dort, wo alle Gesetze außer Kraft sind, wenn es die verquere Logik der Handelnden zeitweilig so will. Das Erstaunen folgt auf dem Fuß, aber in der Regel zu spät.

Geld sei nicht alles, die Moral hingegen mehr wert. Diese Mehrwerttheorie hätte Marx verspottet, aber die heutigen Linken sind ja auch keine Marxisten und hören nur, wenn man „Ökonomie“ sagt, „Ökumene“. Doch die Inhalte korrespondieren. „Hoch-Die-Internationale-Solidarität“ gellt über den Erdteil, als wäre es ein Naturgesetz. Es ist das Gegenteil davon. Und wird auch nirgendwo sonst beachtet.


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Tanja Krienen

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