Mario Fleischmann

Mario Fleischmann, Jahrgang 1990, studiert Ressortjournalismus in Ansbach, erstellte die Internetseite Mises-media.de und arbeitet derzeit als Praktikant für eigentümlich frei.

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EU-Frauenquote: Antifeminismus

von Mario Fleischmann

Warum der starke Staat kein Freund der Frau ist

15. November 2012

Es gibt zwei Arten des Feminismus. Ziel des einen ist Freiheit, rechtliche Gleichheit und eine Nichtdiskriminierung der Frau. Ziel des anderen - etatistischen Feminismus, ist rechtliche Überlegenheit der Frau. Die Ziele lassen sich nicht vereinbaren – Frauenquoten sind eine rechtliche Bevorzugung und zerstören die rechtliche Gleichheit. Aber auch dem Ziel der Nichtdiskriminierung stehen sie entgegen. Der etatistische Feminismus ist seit den 60er Jahren klar der dominante. Der Schrei nach der Befreiung ging stets einher mit dem Schrei nach dem großen Staat. Gleichzeitig nimmt der Respekt vor Frauen immer weiter ab. Mitte des letzten Jahrhunderts war es die Tugend eines jeden Gentleman, Frauen gut zu behandeln. Bei Freunden konnte man nicht damit punkten, dass man ein Mädchen fast bis zur Bewusstlosigkeit abgefüllt und anschließend „flachgelegt“ hatte. Nicht, dass damals alles gut gewesen wäre. Aber Verachtung, nicht Ruhm wäre die Folge gewesen. Heute geht das.

Rechtlich gesehen sind Frauen in den letzten 100 Jahren sehr weit gekommen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie noch als „Eigentum“ von Vater oder Ehemann angesehen. Sie durften  weder wählen gehen noch Verträge unterschreiben oder andere vor Gericht anklagen. Heute sind sie im Selbstbesitz und können ihre eigenen Entscheidungen treffen.

Doch warum gibt es heute einen solchen Werteverfall, der mit Sexismus gegenüber Frauen einhergeht? Werte werden vor allem in der Kindheit durch die Familie vermittelt. Es war der etatistische Feminismus, der einen Keil zwischen die Eltern trieb. Lag die Scheidungsrate 1960 noch bei acht Prozent, ist sie seitdem immer weiter angestiegen und liegt heute nach seinem Siegeszug bei etwa 50 Prozent. Einen großen Teil dazu hat auch der Sozialstaat beigetragen. Wer arm war, musste sich früher ordentlich benehmen. Nur dann bekam er eine Arbeit, die ihn ernähren konnte. Der Sozialstaat fängt ohne Bedingungen jedermann auf und subventioniert so schlechtes Benehmen, indem er die Notwendigkeit nimmt, einer Arbeit nachzugehen. Natürlich sind nicht alle Arbeitslosen von schlechtem Benehmen gekennzeichnet und nicht jeder, der arbeitet, benimmt sich anständig. Aber eine gewisse Sozialisation und ein Verantwortungsbewusstsein fehlen im „Von-der-Wiege-bis-ins-Grab“-Nanny-Staat eben. Man muss sich keine Gedanken über richtig oder falsch machen oder langfristig planen. Geschweige denn einen Bekanntenkreis pflegen, der einem wohlgesonnen ist und im Notfall hilft. Es gibt immer ein bedingungsloses Netz und doppelten Boden. Daher wundert es nicht, wenn Frauen gerade im sozial schwachen Bereich wie bloße Objekte behandelt werden.

Ein Drittel der Kleinkinder wird heute in die Kita gesteckt. Nicht mehr die Eltern, der Staat erzieht. Doch nur die Eltern können wirklich liebevoll mit ihren Kindern umgehen und damit Werte vermitteln, wie der Psychologe Dr. Stuart Shanker herausgefunden hat. Das Kind braucht laut ihm in den ersten drei Lebensjahren die Mutter als „externes Gehirn“, damit eine gesunde Entwicklung des Kindes ermöglicht wird. Ansonsten kommt es zu sozialen Störungen und einem Mangel an Empathie. Kein Wunder also, wenn ein Werteverfall eintritt. Etatistische Feministen befürworten aber gerade die Umverteilung, um all das zu ermöglichen. Der Staat ist mit seinem Zwang jedoch der falsche Freund der Frau. Gleiche Eigentumsrechte für Frauen haben es ermöglicht, dass sie eigenständig und unabhängig leben und arbeiten können. Männer können ihre Partnerin seitdem nicht mehr ohne weiteres dauerhaft schlecht behandeln. Frauen sind finanziell nicht vom Mann abhängig. Jederzeit können sie gehen und sich selbst versorgen. Der Markt hat, so banal das auch klingen mag, mit der Erfindung und Verbreitung von Haushaltsgeräten mehr zur Befreiung der Frau beigetragen als alle etatistischen Frauenbewegungen zusammen. Erst dadurch wurde die Grundlage für den Feminismus geschaffen.

Vor diesem Hintergrund muss die von der EU geplante Frauenquote in Aufsichtsräten von 40 Prozent gesehen werden. Bis 2020 müssen alle börsennotierten Unternehmen eine derartige Quote vorweisen, wenn es nach der Kommission geht. Frauen würden dann immer zu hören bekommen, dass sie ihren Posten über die Quote bekommen haben und nicht deshalb, weil sie es verdient haben. Die gesamte Grundlage, als gleichwertig angesehen zu werden, geht verloren. Das Ziel der Quote ist auch nicht wie behauptet, „Chancengleichheit zu schaffen“. Wenn alle talentierten Frauen wirklich unverdient in schlechten Jobs arbeiten, wo sind dann die Unternehmen, die ihnen bessere Stellen geben und ihre Konkurrenz schlagen? Wäre das wirklich der Fall, hätte längst jemand eine reine Frauen-Firma gegründet, um von der Diskriminierung zu profitieren. Frauen treffen andere Entscheidungen. Die wenigsten wollen von früh bis spät in einem Aufsichtsrat sitzen. Diskriminierung spielt nur eine untergeordnete Rolle, weil sie in einem Wettbewerbsmarkt sehr teuer ist. Zugegeben – im heutigen Staatskapitalismus sind die Unternehmensstrukturen sehr verkrustet und die großen Konzerne nutzen den Staat, um Wettbewerb zu unterdrücken. Aber das wäre nur ein weiteres Argument für weniger Markteingriffe. Der Etatismus steht dem eigentlichen Ziel des Feminismus diametral entgegen und muss verschwinden, wenn der Sexismus gegenüber Frauen jemals der Vergangenheit angehören soll.

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