07. Dezember 2020

ef 209 Editorial

Das verflixte Corona-Jahr 2020 geht zu Ende, wir wechseln wenig euphorisch ins Wirtschaftskrisenjahr 2021

von André F. Lichtschlag

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Bildquelle: Twitter / Polizei Mittelfranken Sah früher anders aus: Der Polizeihauptwachtmeister mit Schupo-Käfer

Das verflixte Corona-Jahr 2020 geht zu Ende. Wir wechseln wenig euphorisch ins Wirtschaftskrisenjahr 2021 mit ungeheuren kommenden Verwerfungen. Bürger und Staat haben mit den Vorbereitungen längst begonnen. 

Nachdem die Bundeswehr im Einsatz nach außen gendersensibel kriegsunfähig gemacht wurde, rüstet der Staat im Kampf gegen die eigenen Bürger fleißig nach. Im letzten Monat erkundigte ich mich an dieser Stelle: „Ist Ihnen schon aufgefallen, dass überall auf der Welt Polizisten jetzt so ganz anders aussehen, bekleidet und bewaffnet sind als noch vor einigen Jahrzehnten?“ Sie agieren jetzt auch gewissermaßen „alternativ“, man frage nur einen beliebigen Querdenker-Demonstranten aus Berlin nach seinen Erfahrungen mit jenen Schergen, die sich professionell eingeprobt stets martialisch zu fünft oder sechst auf einen einzigen friedlichen Demonstranten stürzen, ihm die Arme verdrehen und schmerzhaft abführen – so ganz anders, als dieselbe Truppe mit den freischaffend brandschatzenden linksextremen Kollegen regelmäßig am 1. Mai in Kreuzberg umgeht: „deeskalierend“. In Frankreich konnten wir den immer offener geführten Einsatz gegen die eigenen Bürger bereits vor einem Jahr im Kampf gegen die Gelbwesten-Protestler in zahlreichen „Front“-Videos beschauen. Dort hat Macron zuletzt ein Gesetz verabschieden lassen, das es verbieten soll, Polizisten bei solchem Tun weiterhin zu filmen. In Deutschland berichtet die „Bild“ am 1. Dezember beiläufig: „Das ist Bayerns neuer Super-Panzer.“ Es geht nicht um die Bundeswehr. Tatsächlich sieht das abgebildete Polizeifahrzeug „ENOK 6.2“ mit aufmontiertem Maschinengewehr immer noch gewöhnungsbedürftig aus mit Rückblick auf den Schupo-Käfer vergangener Epochen. Und auch der im „Bild“-Bild gezeigte Polizeihauptwachtmeister erinnert optisch weit mehr an einen amerikanischen Elitesoldaten im Irak-Einsatz. Schöne neue Welt? 

Die Bürger spüren instinktiv, was droht. Goldhändler und Aktienbroker berichten seit Monaten von einem nie gesehenen Ansturm neuer Kunden, die ihr von Wertzerfall bedrohtes Geld in mobile Sachwerte wechseln. Hundezüchter sprechen von einer zuweilen verzehnfachten Nachfrage nach dem besten Freund des Menschen, der ablenkt und tröstet, wenn es traurig werden könnte, und der beschützt, wo Gefahren drohen. In Amerika haben die Menschen aus demselben Grund 2020 so viele Waffen und Munition gekauft wie nie zuvor. Störte der Vierbeiner die urlaubsfreudigen Deutschen vor Corona im Zweifel noch bei der Fernreiseplanung, rechnet für die nächsten Jahre – für ein Hundeleben – schon niemand mehr damit. Die Schwarmintelligenz menschlichen Handelns ist bemerkenswert, wo doch über all den Unbill in den Mainstream-Medien gar nicht aufgeklärt wird. Aber die bestellen immer mehr einstige Konsumenten ab, ihre Auflagen sinken von Rekordtief zu Rekordtief, sie werden als Propagandaorgane längst vom Staat statt vom Leser finanziert – auch so ein beispielhaft vernünftiges Handeln der unpolitischen Vielen in diesen historischen Tagen, Wochen und Monaten. 

Heute Morgen rief mich ein langjähriger Autor aufgebracht an. Er wurde von der Antifa bei seinem Arbeitgeber als „Rechtsextremist“ denunziert, weil er für die vorliegende libertäre Zeitschrift schreibt. So weit sind wir gekommen Ende 2020 in diesem Land. Um es klar zu sagen: Der Sozialismus ist nur metaphysisch als das abgrundtief Böse wirklich zu verstehen, das er ist – ein Krebsgeschwür, das wuchert und immer weiter wuchert, Salamischeibe für Salamischeibe, zerstörte Freiheit für zerstörte Freiheit. Versagt haben die klassisch Liberalen und klassisch Konservativen (und auch die klassisch Grün-Alternativen), die nie verstanden haben, mit welcher Bestie sie es hier zu tun haben, die viel zu lange glaubten, dass es sie selbst nichts angehe, wenn gerade ein neuer „Nazi“ markiert, aussortiert und systematisch mundtot gemacht wurde. 2010 waren es die wirtschaftlich vernünftigen Kritiker der Euro-Rettung (liberale Nazis und Anti-Europäer), 2015 die sozial vernünftigen Kritiker der Massenmigration (konservative Nazis und Ausländerfeinde), 2020 die epidemiologisch vernünftigen Kritiker der Corona-Maßnahmen (grün-alternative Nazis und Verschwörungstheoretiker). Bald wird niemand mehr da sein, der Claudia Roth und Karl Lauterbach, Angela Merkel und Markus Söder vor den Geistern schützt, die sie riefen, wenn mal wieder die Revolution ihre Väter und Mütter frisst. Schöne neue Welt? 

Schauen wir lieber nach Amerika, im Themenschwerpunkt dieses Heftes, bei dessen Lektüre ich Ihnen, verehrte Leser, wie immer viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn wünsche. Noch einmal erinnern möchte ich Sie an die siebte große ef-Konferenz, die vom 24. bis 26. September 2021 auf der Insel Usedom stattfinden wird. Wir öffnen ein kurzes zeitliches Bestellfenster zur Anmeldung im März oder April, mehr dazu im neuen Jahr an dieser Stelle. 

Vor allem aber wünsche ich Ihnen allen ein trotz alledem frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Übergang und viel Gesundheit und Kraft im neuen Jahr. Sie wissen es: kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Wir sehen uns. Jetzt erst recht.

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 11. Dezember erscheinenden Jan.-Feb.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 209.


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