14. Oktober 2020

„Leitmedium“ Wikipedia Grundmanns krude Thesen: Warum nicht gleich mit Fix & Foxi, Clever & Smart oder Bibi Blocksberg durch die „Corona-Krise“?

Eine schockierte Erwiderung auf einen Gastbeitrag von Prof. Dr. Thomas Grundmann in der „FAZ“

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: Casimiro PT / Shutterstock.com Wikipedia: Informationsquelle oder Wahrheitsministerium?

Philosophie, so viel dürfte allgemein bekannt sein, bedeutet „Liebe zur Weisheit“. Im Falle des Philosophen Prof. Dr. Thomas Grundmann von der Universität Köln scheint es sich aber eher um schüchternes Petting à la „Bravo“-Fotostory zu handeln. Bevor sich jetzt irgendjemand wieder unnötig aufregt: Ich habe selbst Philosophie studiert und weiß daher aus einschlägiger Erfahrung, dass sich gerade in diesem Fachbereich auch viele Leute tummeln, die man ungefähr so ernst nehmen kann wie einen Christian Drosten als „unabhängigen“ Mediziner oder gar den „einflussreichsten Arzt“ Deutschlands, wie die Synchronschwimmer-Presse dieses Landes in die Köpfe zu trommeln nicht müde wurde. War das zu unverschämt? Keinesfalls.

Was Grundmann in einem Gastbeitrag für die „FAZ“ vom 9. Oktober 2020 auf drei Webseiten ausbreitet, ist schlicht erschütternd. Es hat mich erschreckt – aufgrund seiner offenkundigen Naivität und fachlichen Unkenntnis, wenn es ums Internet, die „Mainstream“- beziehungsweise „Qualitäts“- oder „Leitmedien“ geht (vor allem ihre Funktion als „Gatekeeper“, als Regulatoren des veröffentlichten Meinensollens, die sie ja nachweislich ausüben – wozu übrigens wissenschaftliche Untersuchungen existieren), den in unserer Zeit leider weit verbreiteten Irrglauben daran, allein die schiere Zahl derjenigen, die eine bestimmte Ansicht vertreten, verleihe ihr besondere Richtigkeit oder Gültigkeit – und erst recht um Wissenschaftsphilosophie. Noch erschütternder ist für mich, dass Grundmann tatsächlich „Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie“ lehrt. Zuerst dachte ich, es handele sich dabei um einen Scherz. Doch nun der Titel seines Beitrags, der schlagartig klar machen dürfte, warum mir die Spucke wegblieb: „Mit Wikipedia durch die Corona-Kontroversen“.

Nein. Sie haben sich nicht verlesen. Und ja: Er meint das ernst. Mit Wikipedia. Einer Plattform, die in der jüngeren Vergangenheit immer und immer wieder überführt wurde, bestimmte Meinungen dann totzuschweigen, zu zensieren oder gar zu diffamieren, wenn sie nicht politisch-massenmedial erwünschten und transportierten Narrativen entspricht. Ein Portal, dem mehrfach nachgewiesen wurde, gerade in politischen Fragen „biased“ zu sein, wie man im Englischen sagen würde, also: voreingenommen. Ich durfte selbst als Augenzeuge erleben, wie Leute, die alles andere als „rechts“ waren, nur deshalb, weil sie nicht links genug sind, als „Rechtsextremisten“ verleumdet und angeschwärzt wurden. Ich durfte bei meinen eigenen Recherchen im Verlauf eines Zeitraums von circa zehn Jahren außerdem begutachten (was ich durch Screenshots belegen kann), wie Informationen, die nicht der konventionellen Schulweisheit folgen, ohne Zögern und in gewohnter Manier sogleich als „Verschwörungstheorie“ abgewunken wurden; wie einzelne Sätze oder Passagen kommentarlos gestrichen wurden, weil sie wohl ein „Zuviel“ an ehrlicher Information enthielten, die, sagen wir mal, „die Bürger verschrecken“ könnten. Ein wirklich seriöses Portal sieht anders aus. Offenbar sind sämtliche dieser Kontroversen um Wikipedia, die auf Tatsachen beruhen, an Grundmann vollständig vorübergegangen.

Ein promovierter und habilierter Mensch, der offenbar nicht mitbekommen hat, dass viele Universitäten ihren Studenten –zu Recht! – androhen, ihre Arbeiten nicht zu akzeptieren, wenn sie Wikipedia zitieren – nein. Einfach nein. Es tut mir leid: Wo lebt dieser Mann? Und so ein Portal soll durch die „Corona-Krise“ helfen?

Damit soll natürlich nicht gesagt sein, Wikipedia sei völlig unbrauchbar. Im Gegenteil. In manchen – manchen! – Fachgebieten ist es eine gute und zuverlässige Informationsquelle. Noch mal: in manchen.

Ich durfte ferner erleben, dass kritische Kommentare, die bestimmte Artikelinhalte auf Wikipedia wegen fachlicher Mängel kritisierten oder aufgrund eben erwähnter politischer Voreingenommenheit, einfach gelöscht wurden (!). Und zwar ohne jede Begründung, kommentarlos – nur weil sie „unerwünscht“ waren, nicht deshalb, weil sie falsch gewesen wären. Es toben dort mitunter regelrechte „Revierkämpfe“, es gibt dort zuweilen ein Hauen und Stechen um die ideologische „Lufthoheit“ über den Leserköpfen.

Entschuldigung, aber ist Grundmanns Artikel ein Scherzbeitrag? Ich fasse mir immer noch an den Kopf. Ein Philosoph – ein Geisteswissenschaftler (!) –, der Lesern tatsächlich empfiehlt, ein solches Portal nicht nur als „zuverlässige Quelle“ für Meinungsbildung zu benutzen, sondern als Anlaufstelle Nummer eins; ein „Erkenntnis-" und "Wissenschaftstheoretiker“, der nicht etwa im Rahmen eines misslungenen Satireversuchs, sondern völlig ernst behauptet, man könne ein solches Portal zur Konsensbildung in wissenschaftlichen Fragen heranziehen? Nun gut: Man kann Wikipedia ja gerne auch hinzuziehen, um sich eine Meinung zu bilden. Aber bitte nicht nur. Um Himmels willen. Stattdessen sollte man die dort präsentierten Informationen lieber mit anderen Quellen abgleichen.

Wie oberflächlich und lückenhaft Grundmann argumentiert, kann an einem einzigen Zitat verdeutlicht werden:

„Einer der Autoren des ‚Spiegel‘-Bestsellers ‚Corona Fehlalarm?‘ ist der bereits erwähnte, im Ruhestand befindliche ehemalige Mainzer Virologe Sucharit Bhakdi. In dem Buch werden die besondere Gefährlichkeit des Coronavirus bestritten und viele der geltenden Schutzmaßnahmen als unwirksam und überzogen kritisiert. Auf Wikipedia ist vorbildlich dokumentiert, dass sich Wissenschaftler und sogar ganze Wissenschaftsinstitutionen wie die Kieler Universität scharenweise von der wissenschaftlichen Seriosität des Buches distanziert haben.“

Und das allein soll Bhakdis Behauptungen bereits widerlegt haben? Weil manche sich davon „distanzieren“? Aber was ist mit den mittlerweile weltweit in die Tausende gehenden Wissenschaftlern, Ärzten, Virologen und Epidemiologen, die der „Corona-Politik“ ebenfalls widersprechen – und zwar basierend auf ihrem Fachwissen, das Grundmann als unabdingbare Grundvoraussetzung für die Glaubwürdigkeit einer Meinung ansieht? Hat Grundmann von all diesen Wissenschaftlern noch nie etwas gehört? Lebt er etwa in einer dieser berühmten „Filterblasen“? Was ist zum Beispiel mit der „American Association of Physicians and Surgeons“, also der „Amerikanischen Vereinigung von Ärzten und Chirurgen“, die sogar schon einen offenen Brief an den US-Vizepräsidenten Mike Pence verfassten, in dem sie auf eine sofortige Aufhebung aller Lockdowns beziehungsweise Sperrmaßnahmen drängten? Mal ganz profan gefragt: Sind die alle doof? Sind die alle nicht würdig, von Wikipedia Glaubwürdigkeit attestiert zu bekommen? Oder was ist mit einem anderen offenen Brief belgischer Ärzte an die belgische Regierung sowie die Massenmedien dieses Landes? Was ist mit den unzähligen Artikeln von seriösen, hochdekorierten und renommierten Wissenschaftlern, die die Corona-Politik scharf angehen – sind sie weniger seriös, wird ihre Glaubwürdigkeit beeinträchtigt, sind sie alle nur deshalb nicht ernst zu nehmen, weil sie, wie Grundmann ja argumentiert, nicht der „Mehrheitsmeinung“ folgen? Ich muss mich noch mal entschuldigen, aber hat Grundmann zu viele Richard David Prechts gefrühstückt?

Gerade ein Philosoph, gerade ein wahrer Geisteswissenschaftler sollte fähig sein, über den „Tellerrand“ der Zeit zu schauen, in der er lebt. So jemand sollte gerade nicht der „Herde“ folgen, erst recht nicht dann, wenn die Kriterien der von Grundmann postulierten „Konsensbildung“ – wie es beim Thema Corona bzw. SARS-CoV-2 oder Covid-19 ja der Fall ist – auf wackeligen Füßen stehen und die Wissenschaft sich hier eben nicht „einig“ ist, was er ja impliziert, wenn er schreibt: „In dem Buch werden die besondere Gefährlichkeit des Coronavirus bestritten und viele der geltenden Schutzmaßnahmen als unwirksam und überzogen kritisiert.“

Wie bereits erwähnt, ist Bhakdi aber beileibe nicht der Einzige, der das offizielle, also politisch erwünschte Narrativ infrage stellt. Ich entschuldige mich ein drittes Mal: Kann ein Prof. Dr. der Philosophie etwa nicht recherchieren? Kriegt er das alles nicht mit? Weiß er wirklich nicht um die – und zwar weltweit, in aller Herren Länder – wachsende Zahl der Stimmen aus Wissenschaft und Forschung, die sich gegen die Erzählung von der „tödlichen Pandemie“ wenden, derentwegen man angeblich ganze Volkswirtschaften vor die Wand fahren und zahllose menschliche Existenzen regelrecht vernichten muss?

Und gleich weiter zum nächsten und letzten Kritikpunkt: Die Liste derjenigen Wissenschaftler, die aufgrund ihrer Theorien zu einem bestimmten Zeitpunkt von der „Mehrheit“ ihrer Fachkollegen verlacht, gering geschätzt und teilweise sogar aus ihren Anstellungen gemobbt wurden, ist ziemlich lang. Problem dabei: Nicht wenige dieser Theorien stellten sich später als richtig heraus, wurden experimentell bestätigt.

Ich erinnere mich an einen kruden Verschwörungsphysiker namens Albert Einstein, auch bekannt als „Alu-Albert“, dessen Theoreme teilweise sogar heute noch (!) überprüft werden – viele Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen, wobei sich zuweilen herausstellt, dass viele davon, die damals für ungläubiges Staunen sorgten und die Fachwelt vor den Kopf stießen, richtig waren. Wie ist das nur möglich? Es war doch gar nicht die Mehrheitsmeinung ...

Mich dünkt, als lebten wir im Zeitalter von Legion: Allein die Zahl ist entscheidend. Ist jemand in der „Unterzahl“, gehört er einer Minderheit an: Ätsch, verloren. Ein Bick in die Schundheftchen der „Qualitätspresse“ genügt: Von „FAZ“ bis „Welt“ wurde in den letzten Wochen immer und immer wieder argumentiert, die „Mehrheit“ oder „Mehrheitsgesellschaft“ halte sich an die Regeln und „nur“ eine „Minderheit“ stelle sich dagegen. Als hätte das auch nur irgendeinen Aussagewert. Als beweise das irgendetwas. Oder in zwei Worten: nichts begriffen. Womit ich nicht die „renitente“ Minderheit meinte.

Doch immer nur meckern ist nicht produktiv. Ich bin deshalb selbstverständlich gerne bereit, Herrn Grundmann bei seiner Meinungsbildung aus unterschiedlichen Quellen zu helfen, und empfehle ihm deshalb die Lektüre folgender Artikel, einige davon Fachtexte, die ich ins Deutsche übersetzt und auf meiner Website online gestellt habe – Texte, die in der deutschen Presse und der derzeitigen Corona-Hysterie sowie dem Propaganda-Psychoterror aus politischen Gründen leider untergehen. Statt Wikipedia.

Für den Anfang soll eine bescheidene Auswahl genügen:

„Angriffe auf die Wissenschaft in Namen der Wissenschaft: Die Erforschung der Coronavirus-Krise von 2020“

„SARS-CoV-2 ist eine uneingeschränkt einsetzbare Biowaffe: Eine Wahrheit, die durch die Aufdeckung eines groß angelegten, organisierten Wissenschaftsbetrugs bewiesen wird“ (Wissenschaftliche Arbeit)

„Chefwissenschaftler von Pfizer sagt: ‚Zweite Welle‘ mittels falsch-positiver Covid-Tests gefälscht, ‚Pandemie ist vorbei‘“

„Wie Impfstoffhersteller gelernt haben, Pseudo-Epidemien wie Covid-19 zu schaffen und warum es nie enden wird“

„Die Entwicklung der Covid-19-Propaganda: 1. Die wiederholte Verwendung irreführender Bilder, 2. Nachrichtenmanagement und 3. Lügen über den Wert von PCR-Testkits“

„Das Covid-19-Zahlenspiel: Die ‚Zweite Welle‘ basiert auf gefälschten Statistiken

„Covid-19: Was bedeutet ein positiver PCR-Test?“ (Artikel der „American Association of Physicians and Surgeons“

„Warum Gesichtsmasken nicht funktionieren: Ein aufschlussreicher Rückblick

„Wie die Regierung Angst zur Kontrolle einsetzt

„Offener Brief von Ärzten und Gesundheitsfachleuten an alle Behörden in Belgien und die belgischen Medien

„Die ‚Wissenschaft‘ von Lockdowns, Masken und Impfstoffen bröckelt

„Die Beweise häufen sich weiter an: Lockdowns funktionieren nicht“

„Der ‚Neustart der Welt‘ durch die Globalisten und ihre Pläne für die Menschheit


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