08. Juli 2020

US-Wahl 2020: Joe Biden gegen Donald Trump Deutscher Professor: Trump gewinnt Wahl im November

Sein Modell lag schon 2016 richtig

von Michael Klein

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Bildquelle: kovop58 / Shutterstock.com Präsidentschaftswahl: Helmut Norpoth sieht Trump ganz vorne

Gewinnt Donald Trump die Präsidentschaftswahl im November?

Wir wetten darauf.

Indes: Derzeit sehen die Vorhersagen, die in den USA so notorisch danebenliegen (mit einer Ausnahme) wie in den meisten anderen Ländern, in denen ein System mit Wahlmännern vorhanden ist, Biden in weiter Führung. Sleepy Joe, wie der Mann, der im Keller seines Hauses auf das Ende der SARS-CoV-2-Epidemie in den USA wartet, liebevoll genannt wird, führt in den Vorhersagemodellen z. B. der „Financial Times“ oder des „Economist“.

Der Abstand zwischen Biden und Trump entspricht in etwa dem Abstand zwischen Clinton und Trump im Jahre 2016. Der Ausgang der Wahl 2016 ist bekannt.

Bei den Bookies steht Trump derzeit bei 6/4, das heißt, wer zehn Pfund auf Trump wettet, kann, wenn Trump gewinnt, mit einer Auszahlung von 15 Pfund plus seines Einsatzes, also mit 25 Pfund rechnen.

Wer wettet auf Trump?

Nun, wir wetten auf Trump, und zwar auf der Grundlage des sogenannten Primary Models, das auf Helmut Norpoth zurückgeht. Norpoth, ein Student der Politikwissenschaft aus Deutschland, ist der Generation, zu der wir gehören, bestens bekannt. Norpoth hat in Berlin studiert, in Köln gelehrt, ist dann nach Texas gegangen und schließlich seit 1985 an der Stony Brook University in New York tätig. Heute ist er 76 Jahre alt und, soweit wir das beurteilen können, bei bester Gesundheit und sagt, wie er das bereits 2016 getan hat, einen überwältigenden Erfolg für Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2020 voraus, wie er das bereits 2016 getan hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump gegen Biden gewinnt, liegt nach der Berechnung von Norpoth bei 91 Prozent. Trump gewinne 362 Wahlmänner, Biden 176.

Das Ergebnis basiert nicht auf der Befragung von Wählern.

Es basiert nicht auf elaboriert-aberwitzigen Gewichtungsverfahren.

Es beruht auf Beobachtungswissen und ist geradezu geizig, was die Daten angeht, denn Norpoth benutzt nur Daten für Primaries in New Hampshire und North Carolina, und er verwendet den politischen Wahlzyklus, also den Zeitpunkt, an dem eine Wahl stattfindet. Außerdem spielt es eine Rolle, ob es sich um eine Wiederwahl handelt oder zwei neue Kandidaten gegeneinander antreten. Die Akkuratheit der Vorhersage ist geradezu verblüffend. So hat Norpoth nicht nur als Einziger die Wahl von Donald Trump 2016 prophezeit, sondern kann auch mit seinem Modell von den insgesamt 28 Präsidentschaftswahlen seit 1912 26 richtig vorhersagen. Seit 1996, dem Jahr, an dem er das Modell veröffentlicht hat, hat er mit Ausnahme der Wahl von George W. Bush (2000) jede Wahl korrekt prognostiziert.

Wem glauben unsere Leser? Den Demoskopen, die auf geheimen Wegen und auf Grundlage von maximal 2.000 befragten US-Amerikanern unter (für jede Form der Manipulation anfälliger) Gewichtung der Daten vorhersagen, dass Joe Biden die Wahl im November gewinnt, oder Helmut Norpoth, dem aus Deutschland stammenden Politikwissenschaftler?

The Primary Model

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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