30. Januar 2020

Vorzeigeprojekt in Schleswig-Holstein Lübecker ohne Klima

Aber was ist, „wenn der Markt das Projekt nicht annimmt“?

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: shutterstock Kriegt bald Klima: Lübeck

Der Lateiner sagt mit Juvenal: „Difficile est satiram non scribere.“ Es fällt schwer, eine Satire nicht zu schreiben. Zumal dann, wenn die Vorkommnisse an sich schon selbst Satire zu sein scheinen, also eine Satire zur Satire schreiben zu wollen eine besondere Herausforderung darstellt. Man glaubt, seinen Augen nicht zu trauen, wenn man vernimmt: Die Stadt Lübeck plant ein „Klima-Wohngebiet“. Der erste Gedanke, der einem beim Lesen dieser Überschrift durch den Kopf schießt, ist der: Gibt es in Lübeck Wohngebiete ohne Klima? Da Lübeck über „Klima-Wohngebiete“ bisher offenbar nicht verfügt, kann das nur zu dem schrecklichen Befund führen, dass alle Lübecker bis jetzt klimalos leben: ohne Temperatur, ohne Regen, ohne Wind, also ganz ohne Wetter – und bis auf weiteres klimalos leben müssen, denn es soll ja nur ein einziges Klima-Wohngebiet entstehen, jedenfalls vorerst. Wird sich nun in Lübeck panische Angst ausbreiten? Nein, so doof sind die Lübecker nun doch nicht. Aus langjähriger Erfahrung und ihrer Stadtchronik wissen sie: Sind wir an unserer Klimalosigkeit schon bislang nicht zugrunde gegangen, werden wir an ihr auch künftig nicht zugrunde gehen. Brauchen sie also ein Klima-Wohngebiet überhaupt?

Ein Vorzeigeprojekt soll es werden

Sie brauchen es nicht. Natürlich nicht. Das Klima-Wohngebiet ist nur wieder eine Ausgeburt des Klimaschutzwahns, der Fanatiker und der zahlreichen Profiteure, die ihn allen anderen aufzwingen wollen und es damit schon viel zu weit gebracht haben. Lübeck nun will ein ehemaliges Kleingartengelände zu einem Quartier mit 320 Wohnungen herrichten. Es soll, so die „Lübecker Nachrichten“ ein Vorzeigeprojekt in Sachen Klimaschutz werden: „Für die Energieversorgung der bestens gedämmten Häuser sollen Sonneneinstrahlung, die Wärme von Abwasser und Erdwärme genutzt werden. Strom kommt aus Solaranlagen.“ – „Die Stadt will Carsharing und Lastenräder anbieten. Die Quartiersgarage soll auch als Postdepot dienen. Bewohner können Waren im Internet bestellen und dann im Postdepot abholen.“ Klingt doch alles sehr vernünftig, oder?

Aber was ist, „wenn der Markt das Projekt nicht annimmt“?

Die Grünen in der Hansestadt sind begeistert. Die extremen Fridays-for-Future-Bewegten eigentlich ebenfalls, sie befürworten aber das Projekt nur „generell“; ihnen sind die geplanten 320 Autostellplätze zu viele. Doch was ist, wenn „der Markt das Projekt nicht annimmt“? Diese Frage vorsichtig anklingen lässt Dirk Gerdes. Er ist der Geschäftsführer der städtischen Planungs- und Entwicklungsgesellschaft KWL GmbH. Er baut vor: Man solle an „hehren Zielen“ nicht sklavisch festhalten.

Dem Spuk ein Ende machen

Das Kleingartengebiet wäre besser geblieben, was es war. Gärten immerhin schützen die Umwelt, Klimaschutz- und Energiepolitik tun es nicht. Im Gegenteil, sie schädigen sie ziemlich nachhaltig. Aber die verquere, kranke Phantasie der Klimaschützer ist unerschöpflich. Wir werden immer mehr davon erleben, wenn die Mehrheit der Bürger nicht endlich aufwacht und dem Spuk ein Ende macht. Satire? Nein, Satire ist das schon lange nicht mehr. Hinter der Klimaschutzpolitik steckt mehr. Es wird an einer neuen Gesellschaft gebaut.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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