18. Januar 2020

„Umweltsau“-Skandal Hass, Heuchelei und „Haltung“

Der Staatsfunk muss weg

von Dushan Wegner

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Bildquelle: shutterstock „Umweltsau“-Lied: Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt

Was die Welt im Innersten zusammenhält, das fand Faust zuletzt dann doch nicht heraus. Was dagegen Wasser zusammenhält, das wissen wir – es sind die Molekularkräfte, und die äußern sich an der Oberfläche als Oberflächenspannung. Die kleinsten Teilchen des Wassers ziehen einander an, bis die Oberfläche immer so klein wie möglich ist – außer die Schwerkraft oder andere Kräfte sind stärker. Wasser im freien Fall sieht nur im Moment, da es sich etwa von einem Löffel löst, wie ein Tropfen aus, danach wird es ganz rund. Wer je sein Brot im Stillen aß, mit nichts als Wasser dazu, und wer sich dennoch sein Glas aus der Wasserflasche füllte, bis das Glas ganz voll war, und wer dann noch einen Tropfen dazu goss, und noch einen Tropfen, der konnte beobachten, wie sich das Wasser hoch über den Rand des Glases wölbte. Jedoch, es gibt eine Grenze, wie hoch sich das Wasser wölben kann. Ein Tropfen zu viel, und die dünne Oberfläche des Wassers reißt, und dann läuft das Glas über, und zwar um viel mehr als nur um den einen Tropfen. So eine Beobachtung ruft geradezu danach, in einer Redensart verewigt zu werden. „Der Tropfen, der die Oberflächenspannung zum Reißen bringt, weil die Schwerkraft stärker als die Molekularkräfte wirkte“, das klingt etwas umständlich, also sagen wir einfacher: „Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.“

Topfschlagen ohne Topf

Kurz vorm Jahreswechsel erlebte unser Heiliges Virtuelles Reich multikultureller Nation etwas, das zunächst wie einer von vielen kleinen „Shitstorms“ roch (zu Deutsch heißt das: „Fäkalsturm“), der sich dann doch bis zur großen Schlagzeile in einer bekannten Boulevardzeitung ausweitete („Rentner entsetzt über WDR-Schmäh-Lied“). Das Nachspiel wird im WDR noch immer gespielt, so hört man. Staatsfunkern, die an gesellschaftlicher Realität scheitern, beim Verhandeln ihrer eigenen Krisenlage zuzuschauen, das ist wie einem ganz besonderen Topfschlagen-Spiel zuzuschauen: Alle haben die Augen verbunden, und sie schlagen auch alle blind in die Luft, doch im Raum ist gar kein Topf und gewiss kein Schatz, also schlagen sie frustriert einander grün und blau (vor allem grün, eher weniger blau).

Beim Umweltsau-Skandälchen ging es natürlich nicht nur um ein hasserfülltes Hetzlied, das Gesellschaft und Generationen gegeneinander aufbringt! Es ging um mehr, es wurde mehr verletzt, es wurde mehr zerbrochen. Ja, es ist ein Problem, wenn der Staatsfunk kleine Mädchen instrumentalisiert, um arme Rentner zu verhöhnen, doch es wurde mehr berührt und angegriffen als „nur“ der Zusammenhalt von Generationen, und deshalb hallt es auch noch immer nach!

Karriere haben sie gemacht

Es schwelt ein Streit, ein Konflikt von Interessen, ein Auseinandergehen von Welt- und Selbstbildern. Ich will versuchen, die Interessensparteien zu skizzieren: Millionen von Bürgern haben das Gefühl satt, von Regierung und Staatsfunk beschimpft zu werden, bedroht, belogen, bevormundet und beleidigt. Der politisch-mediale Komplex hat sich in den Jahrzehnten vor dem Aufkommen von Internet und sozialen Medien daran gewöhnt, dass Medien ohne demokratische Legitimation als „vierte Macht“ mitregieren, dass Journalisten festlegen, was Bürger für wahr und gut zu halten haben – nun sind sie sehr irritiert, wenn der „Pöbel“, der sie teils bezahlen muss, ihnen zu widersprechen und sie zu hinterfragen wagt. (Ja, dieses Modell ist grob, wie jedes Modell gröber als sein Vorbild sein muss, da es ja ansonsten ein zweites Original wäre. Zu den weggelassenen Details dieses Konflikts zählen etwa jene, die weder „es satt haben“ noch selbst als News-Aktivisten tätig sind, manchmal „Propaganda-Opfer“ genannt.)

Wir haben es satt

Als 2015 die Grenzen offen gehalten wurden, während Merkel für Selfies grinste und so die Welt nach Deutschland einlud, schienen Staatsfunk und große Medienhäuser fest die Reihen zu schließen gegen jeden, der auf die Gefahren und mögliche Verstöße gegen Gesetze hinwies. „Keine Verbindung zwischen Terror und Flüchtlingen“, wurde etwa 2015 der Peinlichminister Maas zitiert. Heute wird wie selbstverständlich und fast schon nebenbei von mutmaßlichen IS-Terroristen berichtet, die als „Flüchtlinge“ nach Deutschland kamen. Und die Leute, die uns das eingebrockt haben? Die Journalisten, die als Agitatoren gegen Kritiker hetzten, die jeden als „Nazi“ diffamierten, der ihnen zu widersprechen wagte? Die Staatsfunk- und Haltungs-Journalisten, die das Unrecht von 2015 befeuerten? Die Gutmenschen, an deren Händen das unabwaschbare Blut der Opfer klebt? Sind sie entlassen? Wurden sie zumindest moralisch zur Verantwortung gezogen? Nichts dergleichen. Karriere haben sie gemacht. Geld haben sie verdient. Wir haben es satt.

Wer uns heute das Geld aus der Tasche ziehen will, ohne uns einen greifbaren positiven Gegenwert zu liefern, ja sogar während er uns schadet, der tut es oft im Namen der Moral. Es ergibt keinen Sinn, als kleines Deutschland das Sozialamt Afrikas spielen zu wollen, doch kurzfristig ist es ein Business. Was haben die afrikanische Schleppermafia und gewisse Hilfsorganisationen gemeinsam? Sie verdienen Geld daran, dass das deutsche Sozialsystem als Produkt nach Afrika verkauft wird – sie kassieren, Deutschland zahlt, bis es nicht mehr kann. Wir lesen von Wohlfahrts-Funktionären, bei denen sich mit den „Flüchtlingsmillionen“ die finanziellen „Schleusen“ öffneten. Wir lesen von Hinweisen auf „Korruption im UN-Flüchtlingshilfswerk“. Via „Resettlement“ kommen Menschen nach Deutschland, um im „Bestfall“ lebenslang inklusive Familie gratis Kost und Logis zu erhalten – UN-Mitarbeiter sollen, so die Berichte, die notwendigen ärztlichen Papiere für je etwa 2.500 US-Dollar verkauft haben. Es ist ein gutes Geschäft (für die). Es ist ungerecht (für uns). Es ist dumm (für Deutschland). Es ist Amoralität im Namen der Moral. Es wäre ohne Staatsfunk kaum so weit gekommen. Wir haben es satt, so satt. Überhaupt ist es ein Trend: Je moralischer sich die Leute geben, desto kritischer sollte man hinschauen. Der mit dem Land Niedersachsen fest verbundene Volkswagen-Konzern hatte diesen unschön duftenden Diesel-Skandal. Also brauchte es moralisches Gegengewicht, so eine rein fiktive Probe-These. Wie bekommt man heute besonders leicht Unterstützung von Staatsfunkern und Haltungsjournalismus? Indem man gegen die Opposition wettert und auf dramatische Weise „ein Zeichen setzt“. Es ist fast, als ob Volkswagen mit solchen moralinbesoffenen und fragwürdigen Aktionen von etwas anderem ablenken wollte. Wovon, außer Diesel-Skandal? Vielleicht von so etwas wie den „China Cables“ und der Frage, warum man ausgerechnet in Xinjiang ein Werk betreibt, also dort, wo chinesische Internierungslager stehen – sogar der deutsche Staatsfunk erwähnt es, wenn auch nicht wirklich „above the line“, und das muss man erst mal hinbekommen; tagesschau.de, 06.12.2019: „VW überließ chinesischer Polizei Autos“. Gegen deutsche Opposition zu agieren, während man mit wenig demokratischen Leuten in Übersee kuschelt, und Journalisten, die das voll super finden? Wir haben solche Heuchelei satt. Ja, die Wut über den WDR-Umweltsau-Chor (oder wie auch immer der heißt) ist auch eine Wut über die Heuchelei „derer da oben“.

Ich habe, und damit sind wir wieder beim Staatsfunk, es so satt, dass eben dieser Staatsfunk es zum „neuen Normal“ gemacht hat, dass ein Land sich von einer hysterischen Panik zur nächsten hangelt. Ich habe es satt, dass „Faktennazi“ buchstäblich gemeint ist (wer Fakten in die Debatte bringt und damit das linke Weltbild stört, der gilt als „Nazi“).

Ich habe es satt, dass ein zwangsweise finanzierter Apparat, dessen Weltbild sich in Teilen von der Realität abgekoppelt zu haben scheint und der doch Zugriff auf noch immer zu viele müde, gutgläubige Zuschauer hat, seine moralisch fragwürdige Macht nutzt, um das Land zu spalten.

Mehrere Tonnen Kohlendioxid

Das Weltbild von Linken ist so falsch wie Goethes Farbenlehre. Der Unterschied ist, dass Goethe niemanden zwang, sie ihm zu finanzieren, dass er damit keinen vergleichbaren Schaden anrichtete, dass er kein Land damit spaltete, dass er sie nicht als Vorwand nutzte, um Hass und Missgunst in Land und Familien zu schüren. Seit nun schon Jahren berichten Menschen, wie die dumpfen, ideologischen Slogans die Familien spalten. Gerade junge Menschen sind anfällig für die einfachen Wahrheiten, die sie von Staatsfunk und Schulen vermittelt bekommen. Das Umweltsau-Lied verkörpert mehr als eine Dimension dessen, was in Deutschland falsch läuft, was so viele von uns so gründlich satt haben. (Das Lied verkörpert übrigens auch die für Linke so typische Heuchelei. Derselbe Kinderchor unternimmt schon mal eine Reise nach Korea – woher kommt eigentlich das Geld und wie ist man gereist? Doch nicht etwa mit dem Flugzeug, was mehrere Tonnen Kohlendioxid pro singendem Menschlein produzieren würde!)

Zuerst: Das Umweltsau-Lied war eine hasserfüllte Umdichtung des Liedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“. Der große Unterschied zwischen Original und Hass-Kopie: Das Original ist eine Hommage an die Großmutter als „coolste“ Person der Welt, wie man heute sagen würde (damals hieß es „patente“). Die Hass-Kopie des WDR ist gesungene Verachtung, aus „patente Frau“ wird „Umweltsau“. Die Beziehung der Großeltern zu ihren Kindern ist auf gewisse Weise intensiver als die der Eltern: Die Kinder sind die letzte Chance der Großeltern, einen Einfluss darauf zu nehmen, was „von ihnen bleibt“. Und andersherum: Kinder erleben ihre eigenen Eltern oft als gestresste Dauer-Krisen-Manager (ich als Vater bin da wahrlich keine Ausnahme), die Großeltern allerdings haben „das alles schon mal erlebt“ und können Lehren und Weisheit weitergeben. Ich verstehe, dass linke Aktivisten sich an „den Alten“ stören. Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Aufgrund ihrer Lebenserfahrung kann es „den Alten“ leichter fallen, die linken Slogan-Plapperer zu durchschauen. Statt Leben, Lebensleistung und Weisheit der älteren Generation zu würdigen, schwappt ihnen von Journalisten mit dem geistigen Horizont einer Kaffeetasse seit Jahren blöder Hass und nicht nur heimliche Verachtung entgegen. Als „Abgehängte“ werden sie/Sie beschimpft, wenn sie alles für Land und Kinder gegeben haben, und als „Wutbürger“, wenn sie/Sie dann ihre Sorgen auszusprechen wagen.

Der Strohhalm

Das englische Äquivalent zum Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, lautet: „the straw that broke the camel‘s back“ – „der Strohhalm, der dem Kamel den Rücken brach“. Kamele sind die Lastentiere der Wüste. Sie sind freundlich und genügsam, klug und doch geduldig. Auch mancher älterer Mensch fühlt sich als Kamel, und zwar sowohl im positiven als auch im negativen Sinne, also wie in Europa etwa, wo man Kamele nicht kennt und schon mal „du dummes Kamel“ sagt. Man hat geduldig und genügsam das Land auf seinem Rücken getragen, es dahin gebracht, wo es ist – und als „Lohn“ erhält man von Staatsfunkern und manchen manipulierten Kindern wenig mehr als fanatischen Hass oder einfach kalte Verachtung zurück.

Natürlich ging und geht es beim Umweltsau-Skandal nicht („nur“) um ein Hass-Lied und für Ideologie instrumentalisierte Kinder. Es ging und geht darum, dass wir es gründlich satt haben, was ideologisch verblendete Aktivisten mit Presseausweisen unserem Land und unseren Familien antun.

Organ der gesellschaftlichen Spaltung

Wir haben es satt, dass Ideologen und zynische GEZ-Profiteure mit Unterstützung der Politik ihren Hass in Familien und Gesellschaft tragen. Bürger haben es satt, dass ihnen unter Androhung von Knast diese verfluchten Zwangsgebühren abgepresst werden, nur damit gegen sie gehetzt wird, wenn sie aufzumucken wagen. Wir haben es satt, dass im Namen einer als „Haltung“ verkleideten geistigen Gleichschaltung unser Land erst verdummt und dann verscherbelt wird. Wir haben den Hass, die Hetze und die „Haltung“ satt. Wir haben den Staatsfunk satt. Wir haben die Manipulation und den geistigen Gleichschritt satt. Vor allem haben wir es satt – und es schmerzt! –‍, zuzusehen und selbst zu erleben, wie Ideologen wieder einmal die Schwächsten der Gesellschaft instrumentalisieren und gegeneinander aufhetzen.

Nein, es ging nicht nur um ein Liedchen. Dass dumme Hass-Liedchen „Umweltsau“ steht und stand für mehr, und zwar für das, was uns kaputtmacht – für Ideologie und Heuchelei und Spaltung der Familien. Wir haben es satt, dass Staatsfunk und Politik schleichend die Botschaft und die Werte des Grundgesetzes aushöhlen, sei es die Familie (Artikel 6), die praktisch lebbare Meinungsfreiheit (Artikel 5) oder die Würde des Menschen (Artikel 1).

Der Staatsfunk spaltet die Gesellschaft. Der Staatsfunk treibt seinen Keil zwischen die Menschen, bis tief in die Familien hinein. Es gibt nicht viel, was wir gegen die Übermacht des Staatsfunks tun können (man kann diese Gestalten aber vielleicht ärgern). Die meisten Parteien scheinen ja Angst vor denen zu haben, als wären sie alle Politiker von des Staatsfunks Gnaden. Doch wir können denen immerhin widersprechen. Wir können ihre Fehler und ihre Unanständigkeiten benennen. Wieder und wieder. Die haben eine dünne Haut. Die leben im Wahn, ihnen zu widersprechen, sei Blasphemie, ein Sakrileg. Eher wird ein Staatsfunker es dulden, dass der Islam kritisiert wird, als dass er sich seine Mängel benennen lässt.

Ich habe den deutschen Staatsfunk satt, weil er Hass verbreitet, weil er ein primitives Denken in Freunden und Feinden salonfähig macht, weil er gegen Andersdenkende hetzt und die Gesellschaft spaltet. Seit ich schreibe, war und ist es mir ein Anliegen, den großen Graben zu überwinden, der uns trennt. Staatsfunk, Propaganda und linke Ideologie spalten Land und Familien. Deshalb sei mein ceterum censeo: Der Staatsfunk muss weg!

Der Staatsfunk ist Goliath, wir sind tausend freche Davids. Der Staatsfunk hat Ideologie, Geld und Macht, wir haben unsere Sehnsucht nach Wahrheit und unsere Unfähigkeit, uns den Philistern zu unterwerfen.

Der Staatsfunk muss weg. Doch solange der Staatsfunk nicht weg ist, solange er das Land dumm und zerstritten macht: Lasst uns denen täglich widersprechen!

Lasst uns denen widersprechen, wenn sie falsch liegen, wenn sie böse Dinge tun und sagen, lasst uns denen widersprechen – weiter, immer weiter – und immer, immer lauter!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dushanwegner.com.

Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. In seinem Buch „Relevante Strukturen“ erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht.


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