02. Januar 2020

Debatte über Kinderchor-Video „Oma, die alte Umweltsau“ Was WDRt ihr dann? Mao-am! Mao-am!

Die Kinderschänder vom Indoktrinationsfunk haben wieder zugeschlagen

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Wollen Mao-am: Missbrauchte Kinder

Musste das wirklich sein? War es wirklich nötig, ausgerechnet in einer Zeit, in der viele Menschen sich, wie man heutzutage gerne sagt, entschleunigen, ihre Ruhe haben und sich von den Toxinen des Politrickbetrugs mal ein wenig entschlacken und entgiften wollen, besonders viel davon zu verspritzen? Tat es wirklich not, dabei gleich vollends über die Stränge zu schlagen und Mao zu exhumieren, um ihn als Untoten durch die Nacht der totalitären, menschenverachtenden Ungeister dieser zunehmend verstandesverlustigen Zeit (Wortspiel beabsichtigt, doch dazu gleich mehr) reiten zu lassen? Ist das jetzt schon die „Zombie-Apokalypse“, oder wie muss ich das verstehen?

Wie dem auch sei, so hat sich der... naja... „West“‍(?)‍-Deutsche Rundfunk keinen Gefallen damit getan, sondern fiel kopfüber in eine giftige Brühe aus volksgerichtshöfischer Ökopädagogik, der zufolge „Oma ‘ne alte Umweltsau“ sein soll. Die Kinderschänder des veröffentlichten Meinensollens schreckten dabei auch nicht davor zurück, in gewohnt politpädophiler Manier (siehe Kika schon seit Jahren, insofern nix Neues bei den Veröffentlicht-Unsäglichen) die lieben Kleinen zu... naja... „Schulungszwecken“... zwecks Gesundung und Hygiene der Volkspsyche einzuspannen. Da war die Aufregung natürlich groß. Zu Recht. Ja hamwer denn scho wieder Weihnachten 1949? Für alle, die mit diesem Jahr nix anfangen können: Der 7. Oktober 1949 gilt als Gründungsdatum der DDR, von daher. Ich hätte freilich auch Weihnachten 1933 nennen können, oder von mir aus den 30. Dezember 1922 (UdSSR) oder den 1. Oktober 1949 („Volks“-Republik China).

In der Sache sind die Vorwürfe natürlich – auf gut Deutsch – schlicht ganz großer Schwachsinn, worauf – Danke dafür! – ein Artikel der dem clubgemacht-römischen, ökonomischen Prekarisierungs- und Deindustrialisierungswandel ansonsten leider kadavertreu hinterherpudelnden „Welt“ dankbarerweise hinwies: „Dass Oma im WDR-Lied eine ‚Umweltsau‘ sein soll, hat für Empörung gesorgt. Dabei war das Leben der älteren Generation weitgehend durch regionale Produkte und umweltfreundliche Wiederverwertung geprägt“ („Was heute als nachhaltig gilt, war bei Oma selbstverständlich“, 29.12.2019). So ist es. Weshalb umso dreister und vor allem dümmer erscheinen muss, ausgerechnet einer Generation, die es bei weitem nicht so gut und wohlstandswohlig hatte wie die, die heute mit unter zuweilen übrigens recht fragwürdigen Bedingungen hergestellten Smartphones (wenigstens sind die Telefone klug) zur nächsten Klimademo lädt, quasi rücksichtsloses Verhalten in Sachen Umwelterhaltung vorzuwerfen.

Unnötig zu erwähnen, dass auch der unvermeidliche Böhmermann natürlich gleich seinen systemmedialen Senf dazuschmierte, der sich seine Beschimpfungen unter anderem auch von eben der beschimpften Generation qua Zwangsabgabenabzwackung finanzieren lässt. Aber so läuft das nun mal im Totalitarismus.

Mit der Generation, von der ich eben sprach, wollte ich übrigens nicht die Kinder gemeint haben, die hier durch den Menschenfleischwolf einer unerbittlichen, mit eigentlich schon kriminellen Methoden operierenden, irgendwie nostalgisch gefärbten Emissionsendsieg-Propagandamaschine gedreht wurden, sondern die... naja... „erwachsenen“... Verantwortlichen dieser neomaoistischen Riesensauerei. Wusste man doch schon in der „Kulturrevolution“ Kinder und Jugendliche politisch zielstrebig und ideologisch verhetzt gegen die Älteren aufzubringen.

Der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten: Ein gewisser Danny Hollek, ebenfalls „West“-Deutscher Rundfunk, der laut eigener Aussage irgendwas gegen rechts „studierte“, trat schnell nach, indem er den Umweltsäuen attestierte, auch gleich Nazisäue zu sein. Ironisch: So was kommt dann ausgerechnet von nützlichen Idioten des galoppierenden „Klimafaschismus“, wie ihn manche nennen, wohingegen andere von „Klimakommunismus“ sprechen. Wohl wissend, dass Faschismus und Kommunismus lediglich zwei Seiten derselben Medaille sind, bevorzuge ich hingegen „Klimatotalitarismus“. Die in dieser Hinsicht höchst beflissene „Zeit“ sekundierte sogleich: „Wie man hören konnte, hat kürzlich ein Kinderchor im Westdeutschen Rundfunk ein im Wesentlichen harmloses Klamauklied gesungen.“ – „Mit Opa hat Deutschland eine, freundlich gesagt, schwierigere Geschichte“ („WDR: Nationalheiligtum Deutsche Oma“, David Hugendick auf „Zeit Online“, 29.12.2019).

Eindeutiger Tenor: Opa war halt Nazi. Was mich fast zur Frotzelei verleitet, naja, eigentlich gäbe es hier keinen Traditionsbruch, sozusagen, ist man bei der „Zeit“ heute doch ganz auf internationalsozialistischer Linie, wenn es um den globaltechnokratischen Emissionsendsieg geht.

Doch das reichte natürlich immer noch nicht, also fuhr Hugendick postfaktisch fort: „So wie man die Ursprungsversion als eine allgemeine Ehrerbietung an die fröhliche Durchgeknalltheit der Wohlstandsoma an sich verstehen konnte, so muss man die neue Version als Kritik an der klimapolitischen Durchgeknalltheit der Wohlstandsrentnergeneration verstehen, die kaum zu leugnen ist.“ Siehe oben: Es kann nicht die Rede davon sein, die „Alten“ hätten stets über ihre „Klimaverhältnisse“ gelebt und sich umweltsäuisch aufgeführt. Obendrein wäre zu fragen beziehungsweise mal etwas genauer zu durchleuchten, ob Hugendick tatsächlich ein ganz klimaneutrales Leben führt. Wer‘s glaubt.

Doch wie gesagt, sonderlich überraschend kommt das alles eigentlich nicht. Schließlich kam doch schon der Club of Rome, in dem der ganze Klimakokolores ja im Wesentlichen ausbaldowert wurde, zu dem Schluss, die Erde habe Krebs, „und dieser Krebs ist der Mensch“. Original. Bei so viel Misanthropie der ideologischen Blaupause darf man sich über die „nur“ folgerichtigen Konsequenzen nun wirklich nicht wundern.


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