14. November 2019

Rhetorische Frage zu Schlagzeilen über Greta Thunberg und Kohlendioxid Frisst die Klimarevolution ihren Kindern die letzten verbliebenen Hirnzellen weg?

Hirnweichschlagzeilen mit Propagandawidersprüchen

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: lev radin / Shutterstock.com Segelt kohlendioxidfrei um die Welt: Greta Thunberg

Sehr geehrte Leserschaft: Es darf erleichtert auf- beziehungsweise ausgeatmet werden. Zumindest ein bisschen. Sonst zersetzen Sie das Weltklima. Also seufzen Sie nicht zu viel! Doch jetzt zu den doppelplusguten Nachrichten: Greta Thunberg hat endlich eine Mitfahrgelegenheit gefunden, um zur Weltklimakonferenz gelangen zu können. Eine „CO2-freie“ zudem, wie es in der „Welt“ vom 13. November im Jahre des an allzu augenfälligen Propagandawidersprüchen verzweifelnden Herrn 2019 hieß. Doch dazu gleich mehr (Sarkasmus).

Behalten Sie diese Hirnweichschlagzeile bitte im Hinterkopf: „Greta Thunberg findet CO2-freie Mitfahrgelegenheit nach Europa“. Auch der „Focus“ berichtete am selben Tag darüber. Endlich klimaneutral über die Weltmeere segeln! Vorbildlich.

Doch bei wem fand sie diese emissionsfreie Mitfahrgelegenheit? Bei einem Youtuber-Paar. Auch das wollen wir mal eben abspeichern: Bei einem Youtuber-Paar.

So, und nun spulen wir ein wenig zurück und lassen drei diesbezüglich exemplarische Hirnweichschlagzeilen der letzten Monate und Jahre an unserem lachtränenden Auge vorbeiziehen. Vorhang auf für das Drama einer untergehenden Pressekultur: „Das Internet ist der wahre Klimakiller“, 22.09.2007, „Die Welt“. „Netflix, Pornhub, Youtube: So klimaschädlich sind Online-Videodienste“, 16.07.2019, „Augsburger Allgemeine“. „CO2-Ausstoß durch Youtube: Datenvolumen in den Netzen verringern“, 01.06.2019, „Deutschlandfunk“.

Auf Wiedersehen, (Qualitäts‑) Rinder.

Übrigens: Einen ähnlich schief gelagerten Widerspruch im veröffentlichten Meinensollen gab es erst neulich zu bewundern, ebenfalls in der „Welt“. In einem Artikel hieß es, insgesamt könnten rezessionsbedingt etwas über 300.000 Arbeitsplätze wegfallen. Direkt daneben (oder darunter) flötete ein anderes Elaborat, die Volksrepublik Merkelkorea benötige circa 400.000 qualifizierte Zuwanderer.

Das stimmt sogar. Denn da Schland offensichtlich keine qualifizierten Journalisten mehr hervorzubringen imstande ist, die wenigstens hin und wieder ihre eigenen krassen Widersprüche bemerken, müssen die dann ja wohl zuwandern.

Tschö.


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