14. Oktober 2019

Extinction Rebellion Warum uns die weltweite Umsturzbewegung Sorge bereiten sollte

Von einem britischen Hedgefonds-Milliardär mitfinanziert

von Ramin Peymani

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Bildquelle: Jimj0will / Shutterstock.com Würden auch Tote in Kauf nehmen: Extinction Rebellion

Eine kleine Gruppe lautstarker Aktivisten bestimmt derzeit die Schlagzeilen. Auf gerade einmal etwas mehr als 5.000 Mitglieder wird die Größe von „Extinction Rebellion“ („XR“) in Deutschland geschätzt. Vor diesem Hintergrund fällt die mediale Berichterstattung völlig unverhältnismäßig aus. Wenige Tausend Unterstützer sind nicht viel, wenn man bedenkt, wie einfach es ist, sich der Bewegung anzuschließen. Keine Mitgliedsbeiträge, keine Aufnahmeverfahren, keine Barrieren. Da müssen sich Interessenten für Vereine und Parteien schon stärker ins Zeug legen. Selbst manche Bürgerinitiative verlangt mehr von ihren Mitgliedern. Weltweit sollen es angeblich 100.000 „Aktivisten“ sein. Zum Vergleich: Lions und Rotary, zwei Nichtregierungsorganisationen, die tatsächlich Gutes tun, statt lediglich destruktiv zu sein, verfügen jeweils über weit mehr als eine Million Mitglieder – und das bei hohen Aufnahme- und Mitgliedsbeiträgen sowie erheblichen Einstiegshürden. Doch wer Geld hat und diskret hilft, ist für die Journaille uninteressant. Viel lieber berichten die Redaktionen über ihre linken Seelenverwandten, die mit Apokalypsephantasien das Material für Schlagzeilen liefern. In Kürze feiern die in Großbritannien gegründeten „Rebellen“ ihr einjähriges Bestehen. Grund genug, sich die Gruppierung einmal genauer anzusehen, die nach eigener Darstellung in mehr als 70 Ländern aktiv ist. Inzwischen sollen es auch hierzulande fast 100 Ortsgruppen sein, von denen über die Hälfte als „aktiv“ eingestuft werden. Hinter den Städteblockierern steht die britische Firma Compassionate Revolution Limited, was so viel bedeutet wie „mitfühlende Revolution“. Mitfühlend sind die XR-Rebellen allerdings ganz und gar nicht. Ihnen ist es völlig egal, dass sie Millionen in Beugehaft nehmen, um ihre Ideologie durchzusetzen.

Durchaus bereit, Tote in Kauf zu nehmen

In ihrem radikalen Kampf gegen alle Normalbürger, die sie zur Bedrohung des Planeten erklärt haben, beschränken sich die Störer bislang auf zivilen Ungehorsam. Noch veranstalten sie keine Hetzjagden auf Andersdenkende, noch beschränkt sich ihre Gewaltbereitschaft auf Sachbeschädigung, Nötigung und Freiheitsverletzung, noch haben Großstadtblockaden und Infrastrukturbekämpfungen keine Opfer gefordert. Dass man aber durchaus bereit ist, Tote in Kauf zu nehmen, hat Roger Hallam, einer der XR-Mitbegründer, unlängst klargemacht. Nicht ohne Grund warnt selbst die Ökolinke Jutta Ditfurth vor der Gruppierung, allerdings mit dem Hinweis, XR sei anschlussfähig nach rechts, was ziemlich absurd anmutet, erhalten die Linksanarchisten doch keinerlei Zuspruch aus dem rechten Lager. Die britische Polizei stuft XR unterdessen als „internationale Rebellion“ ein und nahm bei den jüngsten Protesten in London mehr als 1.200 Personen fest. Der frühere Leiter der Terrorismusabwehr von Scotland Yard, Richard Walton, fordert daher auch ein kompromissloses Vorgehen gegen die Organisation, die sich seiner Einschätzung nach aus der Mitwirkung politischer Extremisten und Anarchisten speist und den Klimaschutz als Tarnung missbraucht. Gerade in ihrem Mutterland bläst den Extinction-„Aktivisten“ inzwischen erheblicher Gegenwind ins Gesicht. Und auch immer mehr Blockadeteilnehmer murren. Öffentlich beklagen sie, dass ihnen die Konsequenzen ihrer Ordnungswidrigkeiten und Straftaten von den Organisatoren viel zu spät aufgezeigt worden seien. Mancher Happening-Teilnehmer schien nicht verstanden zu haben, worauf er sich einließ, als er sich den straff organisierten Störtrupps anschloss.

Von einem britischen Hedgefonds-Milliardär mitfinanzierte Drahtzieher der Weltrebellion

Zu verlockend war wohl die Aussicht auf eine Alimentierung des eigenen Lebensentwurfs. Immerhin loben die Hintermänner des linksanarchistischen Netzwerks umgerechnet bis zu 450 Euro pro Woche für jeden aus, der ihrer Umsturzbewegung zum Erfolg verhelfen will und nachweist, dass er seine Lebenshaltungskosten nicht selbst tragen kann. Allein zwischen März und September 2019 gab die Organisation dafür über 400.000 Euro aus. Das Geld fließt reichlich, denn hinter dem Netzwerk stehen potente Finanziers, deren Motive allerdings mitunter undurchsichtig scheinen. Es ist alles andere als eine Randnotiz, dass die von einem britischen Hedgefonds-Milliardär mitfinanzierten Drahtzieher der Weltrebellion durch ihre monatlichen Beihilfen zum Lebensunterhalt ungeniert „Aktivisten“ anwerben. Sie dürften auch die aufkeimende interne Unruhe schnell in den Griff bekommen, denn es ist mehr als genug Geld da, um eventuelle Kostenerstattungsansprüche Tausender zu Schadensersatz verurteilter Blockierer zu begleichen. Weit unangenehmer ist da schon die aktuelle Rassismusdebatte, der sich Exctinction Rebellion in Großbritannien gegenübersieht. Die Aufforderung an die Justiz, sich lieber um die täglichen Messerattacken in der britischen Hauptstadt zu kümmern, als friedliche Demonstranten zu verfolgen, werten andere Aktivisten aufgrund der hohen Betroffenheit schwarzer Jugendlicher als rassistisch.

Fast ist man dankbar für den absurden Argumentationswettbewerb der NGOs. Das Ganze ist allerdings bitterer Ernst. Von der derzeit noch überschaubaren Mitgliederzahl sollte man sich nicht täuschen lassen. Eine gefährliche Umsturzbewegung könnte schon bald außer Kontrolle geraten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Liberale Warte“.


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