17. September 2019

Überfall auf eine Party in Leipzig Handfeste Demokratieförderung

Die Nazi-Mentalität hat sich längst von der NS-Weltanschauung abgekoppelt

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: Jim Lambert / Shutterstock.com Von der NS-Weltanschauung abgekoppelt: Verfolgertypus

Während die Bundesregierung ein „Demokratieförderungsgesetz“ plant, das sie ermächtigen soll, die Opposition genüsslich zu strangulieren – Parole: „Mehr Demokratieförderung wagen!“ beziehungsweise „Krieg ist Frieden!“ –‍, während der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs sich sorgt, seine Partei könne noch schneller verschwinden, als er ein AfD-Verbot durchgesetzt hat, während Niklas Frank, wohlgeratener Sohn des NS-­Juristen und Generalgouverneurs von Polen Hans Frank, welch letzterer bekanntlich 1946 zu Nürnberg durch den Strang vom Leben zum Tode befördert worden ist, wohingegen sein bestürzend kregeler Filius seit nunmehr schon Jahrzehnten damit hausiert, Nachkomme eines nationalsozialistischen Großverbrechers zu sein, darüber mehrere Bücher schrieb, in denen er über das „Knacken“ des väterlichen Genicks in der Schlinge des Henkers frohlockte und schilderte, wie er als Jugendlicher onaniert habe, derweil er sich die Hinrichtung seines Erzeugers vorstellte – es ist fraglich, ob der Mann nicht eher ein Fall für den Psychiater als für die moralisch­e Abenderbauung ist, aber immerhin macht er das selbstvermarktungsmäßig Beste aus seiner verkorksten familiären Situation –‍, während Niklas Frank heute wieder respektive immer noch die Stimme seines Vaters zu hören vorgibt, nämlich aus dem Munde von AfD-Politikern, und der „Spiegel“ generös genug ist, diese hilfsbedürftige Person der öffentlichen Selbstbloßstellung preiszugeben, während all dieser zwar wohlmeinenden, aber eben nicht wirklich handfesten Aktivitäten gegen „rechts“ haben mitten in Dunkeldeutschland ein paar Burschen gezeigt, wie es richtig geht:

Ein Trupp Beherzter prügelte in Leipzig die Gäste einer Party halbwegs krankenhausreif, nachdem sich die Reihen der Letzteren so sehr gelichtet hatten, dass ein für jeden Angriff nötiges Kräfteverhältnis von drei zu eins zugunsten der Angreifer (vergleiche Unternehmen „Barbarossa“) hergestellt war: „Acht bis zehn Leute wurden von 20 bis 30 Angreifern, dunkel gekleidet und vermummt, verfolgt, geschlagen und getreten.“ – „Die Täter setzten Pfefferspray, Schlagstöcke und Quarzhandschuhe ein.“ Die Aktivisten sollen dabei „Scheiß Faschisten! Scheiß Nazis!“ gerufen haben, weshalb die Polizei über ihr Motiv durchaus rätselt. Der AfD-Stadtrat Marius Beyer, aus dessen Umfeld die Partygäste stammten, versucht jetzt, den Zwischenfall gegen die Demokratieförderung zu benutzen, aber die freie Presse lässt sich nicht von ihm instrumentalisieren. Kein Medium außer der „Leipziger Tätervolkszeitung“ hat darüber berichtet (und die hinter der Bezahlschranke), dass ein 18-Jähriger, der eben erst AfD-Mitglied geworden war (18!), bei dem Angriff einen Bruch des Handgelenks und zahlreiche blutende Wunden davongetragen haben soll, während zwei Frauen mehrere Meter eine Böschung hinabstürzten und sich an den dornigen Sträuchern dortselbst Verletzungen mit womöglich dauerhaften Narben zuzogen. Wollen wir uns ausmalen, was in der Wahrheitspresse los wäre, wenn sächsische Skinheads eine Grünen-Party aufgemischt hätten?

Vielleicht switcht unser verwirrter Nazifilius Frank in seiner onanistischen Vorstellungswelt auf antifaschistische Aktionen wie den Leipziger Böschungssturz um, sofern da überhaupt noch was geht bei ihm, vom knackenden Genickbruch des Papas auf normale blutige, inzestuös unverdächtige Weiberhaut? Ein später Schritt gen Normalität? Der Kahrs kann sich ja anschließen, indem er sich den zusammengeschlagenen 18-Jährigen vorstellt...

PS: Nein, Kahrs ist kein Nazi, unser sozialdemokratisches Polterwürstchen benimmt sich bloß wie einer. Die Nazi-Mentalität hat sich längst von der NS-Weltanschauung abgekoppelt. Der Büttel- und Verfolgertypus ist in deutschen Parteien, Redaktionen und Kulturstätten so heimisch wie der Hausschwamm im Sozialismus.

„Leipziger Volkszeitung“ via „Pressreader“: „Überfall auf Party in Leipzig: Staatsschutz übernimmt Ermittlungen“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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