14. August 2019

Die „Neue Post“ über die Ehekrise Angela Merkels Erst Deutschland ruinieren, dann zur Selbstfindung nach Lateinamerika?

Der Letzte wird kein Licht mehr ausmachen müssen

von Vera Lengsfeld

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com Krise vor dem Blackout: Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer

Die „Neue Post“, eine der zahllosen Frauenzeitschriften unseres Landes, kannte ich bisher nicht. Gestern bemerkte ich beim Einkaufen am Zeitungsstand die reißerische Überschrift: „Dramatische Szenen – Angela Merkel – Ehekrise! – Jetzt ist nichts mehr zu retten…“

Schon seit Jahren berichten ähnliche Frauenzeitschriften immer mal wieder vom Krach im Merkel-Haus. Mal wird die große Sorge von Merkels Mutter thematisiert, die das Wohl ihrer Tochter wegen Eheproblemen gefährdet sieht, mal wird angekündigt, dass die Ehe von Merkel endgültig am Ende sei. Als Ehemann Joachim Sauer letztes Jahr mit seinem Sohn aus erster Ehe statt mit seiner Frau in Urlaub fuhr, war das sogar den Haltungsmedien eine Meldung wert.

Dass Merkel und Sauer nicht mehr viel verbindet, war den Urlaubsfotos seit Jahren anzusehen. Merkel lief in der Regel mehrere Schritte vor ihrem Mann, zwischen ihm und ihr die begleitenden Bodyguards.

Auf den Fluren des Bundestages erzählen sich die gut Informierten, wann Sauer wieder mal aus der ehelichen Wohnung ausgezogen ist und wann er wieder zurückkehrte. Offenbar lässt sich der Mann immer wieder einfangen. Das zehrt anscheinend an seinen Nerven. Die „Neue Post“ berichtete in Wort und Bild von einem Wutausbruch Sauers zu Beginn der Bayreuther Festspiele.

Merkel, die sich Claudia Roth auch optisch immer mehr annähert, lief diesmal im quietschbunten Roth-Look vor ihrem Mann her, als der Wutausbruch erfolgte. Die „Neue Post“: „Sie hat es doch schon so schwer in diesen Tagen! Die Last der Macht, der Stress des Amtes, die Verantwortung für das Land. Und dann die schlimmen Zitterattacken, die sie kaum unter die Kontrolle bekommt.“ Und nun die Ehekrise. „Wie viel Leid kann die kranke Kanzlerin noch ertragen?“ Es folgen noch ein paar Einzelheiten zum dramatischen Geschehen in der Wagner-Stadt. Wir erfahren noch, dass Sauer und Merkel anschließend nach Sulden in Südtirol fuhren, wo sie getrennte Zimmer bezogen und Merkel ohne Sauer wanderte.

Was soll uns mit diesem Beitrag gesagt werden? Wenn es sich um eine Eigeninitiative des Blattes handelte, wäre der Chefredakteur seinen Posten bereits los, möchte man annehmen.

Richtig merkwürdig ist der Schluss des Artikels: „Selten hat man ein prominentes Paar erlebt, das seinen Zwist so offen austrägt. Und das ist kein gutes Zeichen. Denn damit rückt auch der Geheimplan, dass Merkel in Amerika ein neues Leben anfangen und nach 13 Jahren als Kanzlerin endlich zu sich selbst finden könnte, wieder in weite Ferne.“

Merkel, die schlechteste Kanzlerin seit Bestehen der Bundesrepublik, die das Land zum Abstiegskandidaten auf allen relevanten Ebenen gemacht hat, was nur durch den Umstand verdeckt wird, dass die Wirtschaft von den noch nicht vollständig rückgängig gemachten Reformen der Regierung Schröder profitiert, muss erst zu sich selbst finden? Weil die Farm in Paraguay, die sich angeblich in der Nachbarschaft des Anwesens von George Bush befinden soll, anscheinend ihrem Ehemann Sauer gehört, kann Merkel das nun nicht? Wird uns mit diesem Artikel die Verlängerung ihrer bereits viel zu langen Kanzlerschaft angedroht?

Übrigens haben etliche Politiker und Meinungsmacher unseres Landes ähnliche „Geheimpläne“, sich nach Lateinamerika, Kanada oder anderswohin abzusetzen, wenn ihre Politik die zu befürchtenden verheerenden Folgen haben wird. Es ist kein Trost dabei zu wissen, dass es die Blackouts, die uns noch bevorstehen, in Lateinamerika bereits gibt.

In der DDR gab es das bittere Sprichwort, dass der Letzte das Licht ausmachen würde. Im Blackout werden die Letzten in unserem Land diese kleine Mühe nicht mehr haben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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