24. Juli 2019

Brief an Greta und Co Liebe Klima-Anbeter

Ein bisschen Wohlstandsverlust gibt es nicht

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Nach dem Zusammenbruch: Immer noch am Klima interessiert?

Liebe Klima-Anbeter,

dass Ihr den Wunsch hegt, Euch als unbekannt und bedrohlich Präsentiertes durch lautstarke Bekenntnisse und konsequenzfreie Riten zu bannen um dadurch „Glück“ und „Sinn“ herbeizuführen, sei Euch gelassen. Dass Ihr dabei nicht auf beweisbare Verknüpfungen von Ursache und Wirkung oder gar kritische Diskussion angewiesen seid – geschenkt. Ihr seid beileibe nicht die Ersten, die ihr Leben nach einem Aberglauben ausrichten und das auch von anderen fordern. Auch dass Ihr, um selber nicht vom Glauben abzufallen und motiviert zu bleiben, darauf angewiesen seid, dass ein Klerus aus Politik, NGOs und Medien ein perverses Belohnungs- und Bestrafungssystem installiert, um Häme‑, Angst- und Selbstgerechtigkeits-Pegel oben zu halten, hat nichts Neues oder Revolutionäres an sich.

Was ich Euch nicht nachsehen kann, ist das komplette Desinteresse für und die Ablehnung der allem zugrundeliegenden Tatsache, dass Euer schmerzfreies „Aufbegehren“ nur einem einzigen Faktor zu verdanken ist und dass sämtliche Eurer Forderungen darauf hinauslaufen, diesen zu zerstören: Wohlstand.

Denn das Problem ist: Mit der Zerstörung von Wohlstand durch Rückbau der Industrie, durch Verwässerung des Geldes und durch Vernichtung von wirtschaftlicher und persönlicher Freiheit ist es – allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz – wie mit der Inflation (bitte googeln): Sie hält nicht auf Kommando inne. Ein bisschen Wohlstandsverlust gibt es nicht. Ja – vielleicht würdet Ihr Eure Kinder auch dann zur Klimademo gehen lassen, wenn sie zu Fuß hinpilgern müssten. Vielleicht würdet Ihr auch rebellieren, wenn Eure „Revolution“ nicht medial unterstützt würde und nicht auf sozialen Netzwerken ausgeschlachtet werden könnte. Aber dabei wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bleiben. Und dann stellen sich ganz andere Fragen.

Wird Euch der möglicherweise sterbende Baum auch dann noch die Nerven kitzeln, wenn Ihr oder Eure Kinder Hunger habt? Würdet Ihr auch dann noch das Plastik verteufeln, wenn das einzige Brot im Laden in solches eingewickelt ist? Würdet Ihr auch dann noch die Flugzeuge und Containerschiffe verfluchen, wenn sie als Einzige bezahlbare Nahrung liefern? Und würden Euch Wetterphänomene, die Ihr auch heute nicht versteht, überhaupt noch kümmern, wenn Ihr arbeitslos seid, die Wohnung unbezahlbar, der Strom längst abgestellt ist?

Die Antwort ist nein (bitte „Maslow“ und „Bedürfnispyramide“ googeln). Und zwar nicht, weil Ihr schlechte Menschen seid oder dumm: Sondern weil Ihr Euch entschieden habt, dem Suchen nach Wissen die diktierte Illusion von Wissen vorzuziehen. Der persönlichen Verantwortung und dem freiwilligen Verzicht den obrigkeitlichen Befehl. Der Freiheit des Einzelnen die Diktatur des richtigen Glaubens.

Frohes Lagerleben!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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