24. April 2019

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Durchwink-Verfahren auf dem Weg der Transformation zur multikulturellen Menschenrechtsgesellschaft

Einzigartiges Experiment

von Michael Klonovsky

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Multikulturelle Transformation: Deutschland

Wie aus einer Anfang August 2018 erteilten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD hervorgeht, lebten ausweislich des Ausländerzentralregisters Ende Juni 689.970 Personen in Deutschland, „deren Asylantrag rechts- oder bestandskräftig abgelehnt wurde“. Ebenfalls geht aus der Antwort hervor, dass allmonatlich etwa 100 Personen nach Deutschland einreisen, obwohl sie mit einer Wiedereinreisesperre belegt sind. Nach Angaben des Ausländerzentralregisters hielten sich Ende Juni 6.723 Personen in Deutschland auf, obwohl eine Wiedereinreisesperre gegen sie bestand. Zudem lebten hierzulande 34.089 Ausländer, die – nachdem ihr Asylantrag rechtskräftig abgelehnt worden war – die Bundesrepublik verlassen hatten, dann seit dem 1. Januar 2015 aber wieder nach Deutschland eingereist waren.

An dieser, wie man es bis vor kurzem in allgemeinem Unverstand noch nannte, Herrschaft des Unrechts hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erheblichen Anteil, und nicht nur die legendäre Bremer Zweigstelle, dieses Fort Laramie der Willkommensjunta, dessen illegales Treiben längst von den Genossen der Gesinnungspresse und den Linksscheitlern der Wikipedia in die Kategorie Legalität überführt wurde, wie es die Kanzlerin gebot. Erinnern wir uns: Nachdem am 17. September 2015 der BAMF-Präsident Manfred Schmidt in einem verantwortungslosen Akt der Willkommenskraftzersetzung zurückgetreten war, nobilitierte der Chef des Bundeskanzleramtes, ein kühner Mann namens Peter Altmaier, gleich tags darauf den Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, als vorübergehenden Leiter des BAMF (die „Seebrücke“ samt ihrem erstklassigen Personal existierte weiland noch nicht). Auf „Publico“ konnte man damals und kann man skandalöserweise bis heute lesen, wie es fortging: „Weises erste und eigentliche Handlung bestand darin, zum einen meist gering qualifizierte neue Mitarbeiter mit Teilzeitverträgen in das BAMF zu holen und zum anderen die Neuorganisation der Behörde praktisch an die Beratungsfirma McKinsey zu übertragen. Auf der Personalversammlung der BAMF-Mitarbeiter am 12. Dezember 2015 fragte der Vorsitzende des Örtlichen Personalrats Gernot Hüter rhetorisch: ‚Bevorzugt man im Bundesamt vielleicht neuerdings die Personalgewinnung von Betriebswirtschaftlern und Controllern, weil man das Asylverfahren perspektivisch mehr nach betriebswirtschaftlichen Gründen denn rechtlichen Normen ausrichten will?‘ Genau so kam es: Für ein Honorar von 42,6 Millionen Euro strukturierten die McKinsey-Leute das Amt völlig um. Im Mittelpunkt stand nicht mehr die Prüfung von Identitäten und Asylbegründungen, sondern die schnelle Abarbeitung der Fälle durch positive Bescheide – also per Durchwink-Verfahren. Als beste Abteilungen und Außenstellen im BAMF galten nun diejenigen, die am effizientesten Anerkennungen erteilten.“

Daran mitzuwirken, dass dieser Bruch des alten, diskriminierenden, deutschtümelnden, das Grundgesetz für sakrosankt erklärenden Unrechts auf Dauer gestellt und Deutschland von einem monoethnischen, monokulturellen Unrechtsstaat in eine multiethnische, multikulturelle Menschenrechtsgesellschaft umgewandelt wird – wobei bis zum Abschluss der Transformation die Führerin das Recht schützt, danach braucht es eh keiner mehr –‌, die Teilnahme an diesem einzigartigen Experiment ist seitdem die eigentliche Aufgabe des BAMF.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Asylkrise

Mehr von Michael Klonovsky

Über Michael Klonovsky

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige