22. März 2019

Vorschlag der österreichischen Sozialministerin Beate Hartinger-Klein zu Gegenleistungen von Asylanten Arbeitspflicht und Sklaverei

Die wahren Sklaven sind die Steuerzahler

von Andreas Tögel

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Bildquelle: shutterstock Sollen fürs Geld arbeiten: Asylanten in Österreich

Mehr hat die österreichische Sozialministerin Beate Hartinger-Klein nicht gebraucht: Kaum hatte sie ihre Idee präsentiert, Asylanten und „subsidiär Schutzberechtigte“ in die Pflicht nehmen zu wollen und für die von ihnen aus den Händen ungefragter Nettosteuerzahler empfangenen Wohltaten eine Gegenleistung einzufordern, sahen sich die progressiven Kräfte des Landes – allen voran die üblichen Verdächtigen von den „liberalen“ NEOS – schon wieder an die finstersten Zeiten des Landes erinnert. Prompt wurde von ihnen das Bild erneut durchs Land ziehender brauner Kolonnen gezeichnet. Der Pawlowsche Reflex, bei jeder noch so unpassenden Gelegenheit den Nationalsozialismus wiederauferstehen zu lassen, ist offenbar nicht umzubringen.

Es würde den dauerempörten Damen und Herren gut anstehen, den Ball etwas flacher zu halten. Anstatt mit größtem Furor gegen die angeblich geplante „Zwangsarbeit“ für Asylanten vom Leder zu ziehen, sollten sie einmal darüber nachdenken, wie es ganz gewöhnlichen Bürgern und Steuerzahlern im Land der Hämmer ergeht und was mit deren Einkommen geschieht.

Ein von der Wiener Denkfabrik Agenda Austria entwickelter „Bruttomat“ gibt Auskunft über die grausame Wahrheit, die auf den monatlich ausgehändigten Lohnzetteln der Arbeitnehmer nicht in ihrem vollen Ausmaß abgebildet wird. Ein Beispiel: Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Herrn und Frau Österreicher liegt bei jährlich 31.804 Euro. Das entspricht 2.272 Euro monatlich. Bei diesem Bruttobezug kassiert der Staat 9.580 Euro, die gar nicht erst auf dem Lohnzettel erscheinen. Dabei handelt es sich um die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und zum Familienlastenausgleichsfonds sowie um Kommunalsteuern. Die dem Dienstgeber erwachsenden und vom Arbeitnehmer natürlich zu erwirtschaftenden Kosten belaufen sich somit auf 41.388 Euro. Davon bleiben dem unselbständig Erwerbstätigen ganze 23.105 Euro – das sind gerade einmal 55,83 Prozent.

Damit endet der staatliche Raubzug aufs Einkommen aber noch längst nicht, denn es sind ja schließlich auch noch Tribute in Form von Verbrauchssteuern abzuführen, die sich beim Großteil der Waren auf 20 Prozent belaufen. Kraftfahrzeuge, Treibstoffe und Tabakwaren sind erheblich höher, Lebensmittel und verschiedene Dienstleistungen dafür mit „ermäßigten Steuersätzen“ von zehn oder 13 Prozent belastet. Unter der Annahme, dass das Einkommen vollständig verkonsumiert wird und der Normalsteuersatz zur Anwendung kommt – jeder an der Kasse bezahlte Betrag enthält somit 16,7 Prozent Mehrwertsteuer –, kassiert der Staat vom verbleibenden Nettolohn nochmals saftige 3.858 Euro.

Am Ende bleiben dem Werktätigen 19.246 Euro übrig – das sind magere 46,5 Prozent. Der Löwenanteil landet indes beim Leviathan. Bei „Besserverdienern“ mit 4.500 Euro monatlichem Bruttogehalt fällt die Bilanz noch wesentlich ungünstiger aus: Bei einem Jahresnetto von 39.894 Euro liefern diese bedauernswerten Individuen 42.080 Euro an direkten Steuern und Abgaben beim Fiskus ab. Dazu addieren sich dann noch die Konsumsteuern. Das bedeutet, dass der Staat von seinen „besserverdienenden“ Insassen schlanke zwei Drittel ihres Einkommens kassiert, um damit so wunderbare Dinge wie etwa das Studium von Genderwissenschaften zu ermöglichen, märchenhafte Politikergehälter und ‑pensionen auszuschütten oder Zehntausende „Flüchtlinge“ gründlich zu verwöhnen.

Wenn aber schon der Durchschnittsverdiener weniger als die Hälfte des von ihm erwirtschafteten Einkommens behalten darf, muss die Feststellung erlaubt sein, dass es keinesfalls unbillig ist, von rundumbetreuten Immigranten ein Minimum an Gegenleistung einzufordern.

Wer weniger als die Hälfte oder gar nur ein Drittel seines Verdienstes behalten darf, fristet ein Leben in einer etwas gemilderten Form der Sklaverei. Dass die Sozialisten in allen Parteien das toll finden, verwundert nicht wirklich. Dass dieser Skandal auch die „Liberalen“ nicht im Geringsten zu kümmern scheint, ist allerdings bemerkenswert.

„Bruttomat“ der Agenda Austria


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