02. März 2019

Maria Fiedler im „Tagesspiegel“ über „Klimaleugner“ Von der Lücken- zur Lügenpresse

Die Diffamierungskampagnen erreichen das Gegenteil des Beabsichtigten

von Michael Limburg

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Bildquelle: shutterstock Durch Leugner in Gefahr: Klimaschutz

Als konzertierte mediale Begleitung zur Veröffentlichung einer Studie des ominösen Polit-Thinktanks Adelphi erschien in fast allen Medien, zeitgleich, ein Bericht über sie. Und wurde damit eine gewaltige mediale Kampagne. Der Gedanke nach Gleichschaltung drängt sich auf. Der Berliner „Tagesspiegel“, ehemals Flaggschiff der liberalen Berliner Intelligenz, wollte dabei nicht fehlen. Man ist ja schließlich Hauptstadtpresse! Eine Maria Fiedler durfte zu der Studie – Thema „Rechtspopulisten“ und „Klimaschutz“ in Europa – auch etwas schreiben.

Landauf, landab berichteten so gut wie alle Medien, zeit‑ und oft auch so gut wie wortgleich, über die offensichtlich unerhörte Studie des ominösen Berliner Polit-Thinktanks Adelphi über das so faszinierende Thema „Rechtspopulisten“ in Europa und Klimakirche (okay, sie nennen es anders).

Eine kurze Suchanfrage bei Google mit den Suchworten „Adelphi“ und „Populisten“ liefert dazu eine Unmenge von Treffern. Angefangen bei den noch großen Meinungsmachern wie „Süddeutsche Zeitung“ und „Welt über das „ARD-Mittagsmagazin“ und n-tv bis hin zur eher marginalen „taz“ oder lokalen Medien wie der „Leipziger Volkszeitung“, der „Hannoverschen Allgemeinen“, der „Märkischen Zeitung“, oder bei Standesblättern wie dem „Vorwärts“, um nur einige zu nennen, bis hin zu den eher marginalen Onlineplattformen, wie dem unbedeutenden „Klimareporter“.

Sie alle berichten in empörter Aufgeregtheit über dieses unerhörte Sakrileg. Wem drängt sich da nicht der Gedanke von Gleichschaltung auf? Besonders deswegen, weil sich zumindest einige von ihnen die Arbeit machten, sich inhaltlich vorzubereiten. Sei es per Filmsequenzen, die ausgesucht, beschafft und zusammengeschnitten werden mussten, sei es mit passenden Interviews des einen oder anderen Beteiligten. So wie es beispielsweise der Berliner „Tagesspiegel“ für richtig und erforderlich hielt. Das kostet Planung und Zeit im Vorfeld. Muss also organisiert werden.

Unter anderem der „Tagesspiegel“ machte dann mit dem besorgten Titel auf: „Europäische Populisten könnten Klimaschutz torpedieren!“, der wie bei allen anderen Medien als mediale Begleitung gedacht (Warum machen die das? Wer bezahlt die dafür?) und zeitlich präzise auf die parallele Veröffentlichung der Adelphi-Studie abgestimmt war, mit dem irreführenden Titel: „Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe“ („Bequeme Wahrheiten – Darstellung der Klima-Agenden rechtspopulistischer Parteien in Europa“). Er beschäftigt sich auch mit der Arbeit der AfD zu Klimafragen im Deutschen Bundestag und den wissenschaftlichen Argumenten, die diese unter anderem vom Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE), und nicht exklusiv, bezieht.

Bereits die Wortwahl des „Tagesspiegel“-Titels zeigt dem geneigten Leser, wohin die Reise gehen soll. Denn nur „Populisten“ können nach Meinung der Autorin Maria Fiedler (beim „Tagesspiegel“ sonst zuständig für AfD, Netzpolitik und „Sicherheit“) den „Klimaschutz“ torpedieren. Also kriegerisch dieses schöne, für viele so profitable, Schatzschiff namens „Klimaschutz“ zu versenken versuchen. Und das tun die sogar, entrüstet sich Frau Fiedler, indem sie „Anträge“ stellen. Unerhört, wer hätte das gedacht, dass eine Fraktion im Bundestag so frech ist, Anträge zu stellen? Oder gar bei Anhörungen zu klimarelevanten Themen Experten benennen, die viel von Klimawissenschaft verstehen, ja sogar selber forschen, wie jüngst die Professoren Nir Shaviv und Horst-Joachim Lüdecke.

Und es hat eine ganz eigene, wohl unfreiwillige Komik, wenn auch noch die gelernte Theaterwissenschaftlerin, grüne Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses Sylvia Kotting-Uhl zu den Anhörungen mit den Worten zitiert wird: „Das sind abstruse Scheindebatten. Die AfD stiehlt uns unsere Zeit.“ Komisch nur, dass der Autorin gar nicht auffällt, welch merkwürdiges Wissenschafts‑‍, aber vor allem Demokratieverständnis der GrünIn sich ihr damit offenbart. Nein, auf dem Ohr hat man taub zu sein. Und auch wer Populist ist, also die Stimme des Populus (lateinisch für „Volk“) spricht, bestimmt Fiedler. Das sind die Leute von EIKE und natürlich die AfD! Doch der Reihe nach.

Wenige Tage zuvor erhielt ich einen Anruf von Fiedler. Sie fragte mich sehr höflich, ob ich denn für einen Artikel, den sie gerade schreibe, zu einem Telefoninterview bereit wäre. Ich sagte, dass ich selbstverständlich dazu bereit wäre, allerdings unter einer Bedingung. Sie müsse einverstanden sein, dass ich das Gespräch aufzeichne und gegebenenfalls auch veröffentlichen würde, falls ich mich falsch und/oder unzureichend zitiert fände. Und begründete das mit meiner ausgesprochen schlechten Erfahrung. Da musste sie erst mal schlucken und meinte, das sei ja noch nie von ihr verlangt worden. Sie müsse das erst klären und würde sich noch mal melden. Kurze Zeit später tat sie das und sagte, nein, mit einer Aufzeichnung wäre sie nicht einverstanden, aber ob ich einverstanden sei, dass sie mir ihre Fragen schriftlich stelle und ich diese auch schriftlich beantworte. Das wiederum hielt ich für vernünftig, denn auch diese Fragen und Antworten werden ja schließlich aufgezeichnet und könnten dann von beiden Seiten wie vorher besprochen verwendet werden. Also stimmte ich zu und beantwortete ihre Fragen.

Natürlich wusste ich vorher, dass sie nichts unversucht lassen würde, aus meinen Antworten den Honig zu saugen, den sie und/oder ihre Auftraggeber von mir erwarteten. Ich war nur neugierig, wie sie das anstellen würde. Und es kam, wie es kommen musste. Da sie in meinen Antworten nichts Verwertbares, ja vielleicht sogar nur Kontraproduktives zu ihrer Absicht fand, nämlich mich und EIKE als rechte Populisten und als von Big-Öl bezahlte „Klimaleugner“ darzustellen, aber auf keinen Fall Fakten zu benennen, verlegte sie sich auf die bewährte Methode des Weglassens unbequemer Tatsachen und auch darauf, nur vermutete Beziehungen wortreich zu verkleistern.

Ein kurzer Vergleich zwischen ihren Fragen und meinen Antworten zeigt, wie sie vorging. Im Interview fragte sie: „Wie sah Ihre Zusammenarbeit mit der AfD für das Parteiprogramm aus?“ – Limburg: „EIKE arbeitet mit jeder Partei zusammen, die auf dem Boden unseres Grundgesetzes steht, sich für unsere Themen interessiert und bei uns um Rat anfragt oder um Klärung von Sachfragen nachsucht. Darüber hinaus sind eine Reihe von Mitgliedern – das wird bei Aufnahme aber nicht abgefragt – oder Unterstützern Mitglieder bei Parteien wie CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne und Linke, und seit Bestehen der AfD auch bei dieser Partei. Das trifft auch auf mich zu, der ich als Privatperson, in Ausübung meiner Rechte als deutscher Bürger, Mitglied einer demokratischen Partei, in diesem Falle der AfD, bin. In dieser Eigenschaft habe ich meinen Sachverstand in die Programmarbeit der AfD eingebracht, neben vielen anderen, sehr kompetenten Leuten.“

Daraus wird in Fiedlers „Tagesspiegel“-Artikel: „Dabei stützen sich die deutschen Rechtspopulisten gerne auf Argumente, wie sie vom Klimaskeptiker-Verein Eike vorgebracht werden. Und der Vizepräsident von Eike, Michael Limburg, hat sogar am Programm der AfD mitgearbeitet. Darin wird zum Beispiel behauptet, die deutsche Regierung unterschlage die ‚positive Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum und damit auf die Welternährung‘. Limburg sitzt im Bundesfachausschuss Energie der AfD, arbeitet auf einer Viertelstelle im Bundestagsbüro des Abgeordneten Hilse.“ Nicht richtig falsch, aber eindeutig so verdreht, dass jeder Leser, der sich nicht ständig mit dieser Thematik beschäftigt, zur Überzeugung kommen muss, EIKE arbeite im Auftrag der AfD! Was zwar völlig falsch ist, aber genau so sollte es rüberkommen.

Im Interview fragte sie dann auch: „Wie ist EIKE international mit anderen Vereinen/Instituten vernetzt, die eine ähnliche Ausrichtung haben?“ Limburg: „Wir sind gut international vernetzt. Einige der mit uns lose verbündeten Institutionen sind Heartland Institute und Cfact. Beide USA. Ebenso bestehen lose auf persönlicher Basis funktionierende Beziehungen zu Personen und/oder Institutionen in Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Schweiz, Italien, Frankreich Belgien und den Niederlanden.“ Fiedler: „Welche Verbindung hat EIKE zum Committee for a Constructive Tomorrow? Und Sie persönlich?“ Limburg: „Siehe oben. Wir kennen uns persönlich und schätzen uns. Und das seit vielen Jahren.“

Daraus wird in Fiedlers „Tagesspiegel“-Artikel: „Sein Verein ist in der internationalen Szene der Leugner des menschengemachten Klimawandels gut vernetzt. ‚Lose verbündet‘, sagt Limburg, sei man beispielsweise mit US-Institutionen wie dem Heartland Institute und dem Committee for a Constructive Tomorrow. Beide wurden von der Ölindustrie gesponsert. So kommt es, dass die Argumente dieser Industrie schließlich bei der AfD landen. Klimaforscher Rahmstorf sagt etwa, die AfD habe im Bundestagswahlkampf ‚uralte Argumente von Exxon Mobile aus den 80er Jahren recycelt, die längst widerlegt sind‘. Dabei ging es um den Anteil des menschengemachten CO2 am gesamten Kohlendioxid-Aufkommen.“ Um ihre unbelegte Unterstellung, dass beide und damit, wenn auch indirekt, EIKE von der „Ölindustrie“ gesponsert werden, nicht zu angreifbar zu machen, wechselt Fiedler in die Vergangenheit, unterlässt es aber, hinzuzufügen, dass diese Gelder damals von Exxon nach dem Gießkannenprinzip auch an sogenannte Umweltschutzorganisationen verteilt und seit 2008, also seit über zehn Jahren, beispielsweise vom Committee for a Constructive Tomorrow nicht mehr akzeptiert wurden. Und dieses Faktum ist ganz unabhängig von der Frage, warum Sachargumente von Exxon falscher sein sollten als solche von zum Beispiel Stefan Rahmstorf, dessen Institut seit Jahrzehnten mit Steuergeldern und Mitteln grün-linker Stiftungen regelrecht zugeschmissen wird.

Und auch diese Frage an mich und meine Antwort darauf blieben unveröffentlicht: Fiedler: „Wie sehen Sie den Vorwurf der intransparenten Finanzierung, der EIKE gemacht wird?“ Limburg: „Dieser Vorwurf ist heuchlerisch, weil er besonders von denen kommt, die ungeniert und in großen Mengen überwiegend vom Steuerzahler bereitgestellte Mittel abgreifen, und das in Größenordnungen, die oft um ein Vielfaches über dem liegen, was uns unsere Spender zukommen lassen. Es ist ein bewährter Trick von denen, nach dem Motto: „Haltet den Dieb“, schrie der Dieb. Wir sind eine sehr kleine Organisation, ihre Hauptakteure arbeiten alle ehrenamtlich, was man von denen, die uns diesen Vorwurf machen, in der Hoffnung, uns damit zu diffamieren, nicht behaupten kann. Wer bezahlt diese Leute und warum? Cui bono?“

Cui bono, wem nützt es? Das herauszufinden, wäre doch mal eine Aufgabe für Sie, Frau Fiedler, oder?

Der Rest des Artikels beschäftigt sich mit der allzu berechtigten Sorge der Hauptprofiteure der Chimäre vom menschgemachten Klimawandel, dass diese Quelle steten und steigenden Einkommens durch Ablasshandel der Klimakirche mehr und mehr bedroht ist. Um dazu wieder Fiedler zu zitieren: „Auch der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold sagt: ‚Es steht viel auf dem Spiel.‘“ So ist es! Wo Giegold mal recht hat, hat er recht!

Und als Sahnehäubchen obendrauf, sozusagen als Schmankerl, hier noch eine Kostprobe dessen, auf welch hohem sprachlichen Niveau einer der Autoren der Studie, ein Alexander Carius, Diplom-Politikwissenschaftler, formuliert. Der findet nämlich: „Das Ambitionsniveau europäischer Klimapolitik droht daher deutlich zu sinken.“ Also, wenn wenigstens das Ambitionsniveau der europäischen Klimapolitik dank unserer Arbeit etwas – vielleicht sogar auf ein erträgliches Maß und für die richtigen Ziele – gesenkt würde, kann die ja so falsch nicht sein. Bedroht wird es aber nicht nur durch die Erkenntnisse der ehrlichen Klimawissenschaft selber, die Leute wie Rahmstorf und Co deshalb auch ständig zu diffamieren versuchen, sondern weil konservative und auch liberal-konservative Parteien deren Argumente aufgreifen und damit punkten können. Und auch deswegen immer stärker werden.

Da hilft dann auch kein relotionieren mehr, also erfundenes Menscheln im Artikel unterzubringen, ohne dass man dabei war oder ohne genau zu wissen, worum es sich handelt, wie es Journo-Großmeister Relotius im „Spiegel“ so gut vormachte. Beispielsweise wenn Fiedler schreibt: „Womit sie es in dieser Auseinandersetzung zu tun bekommen, lässt sich gut an der AfD sehen. Treffen in der Bundestags-Cafeteria mit dem klimapolitischen Sprecher der AfD-Fraktion. Karsten Hilse, von Beruf eigentlich Polizist, trägt Anzug und einen kleinen AfD-Anstecker am Revers.“

Als ich Karsten Hilse zur nämlichen Zeit am Mittwoch letzter Woche sah, trug der zwar wirklich einen Anstecker – ohne AfD, aber mit der Aufschrift: „Free Billy Six“. Hätte Fiedler nur mal kurz ihre Vorurteilsbrille abgesetzt, dann wäre ihr das vielleicht aufgefallen. Vielleicht hätte sie sich sogar diese Aufforderung zu eigen gemacht und auch für sich und ihren „Tagesspiegel“ aufgegriffen und entsprechend gehandelt. Wer weiß?

Fazit: Es bleibt für mich nur die Erkenntnis, dass diese Leute immer noch nicht begriffen haben, dass sie mit ihren Diffamierungskampagnen nicht nur nicht weiterkommen, sondern sogar das exakte Gegenteil erreichen. Und das nicht nur wegen der Klarheit und Wahrhaftigkeit unserer Argumente, sondern weil immer mehr Menschen in diesem Land nicht mehr gewillt sind, sich von der ständigen Wahrheitsverdrehung, durch Weglassen oder sogar teilweise dreiste Lügen, ein X für ein U vormachen zu lassen. Von einer Maria Fiedler oder anderen Gesinnungsgenossen, die Journalismus nicht als Information, sondern als reinen Propagandaauftrag verstehen, schon mal gar nicht. Aber vielleicht dürfen die gar nicht mehr anders, selbst wenn sie es wollten? Wer weiß?

Erfreulicherweise gilt aber auch heute noch das weise Wort des erfahrenen und wirklich großen Politikers Abraham Lincoln: „Man kann einige Menschen die ganze Zeit und alle Menschen eine Zeitlang zum Narren halten; aber man kann nicht alle Menschen allezeit zum Narren halten.“

„Der Tagesspiegel“: „Das Netzwerk der Klimaleugner“

Fragen von Maria Fiedler an Michael Limburg

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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