31. Januar 2019

Kritik an der Wahl Rainer Meyers zum Jurymitglied des Bundestags-Journalistenpreises Ausgerechnet Claudia!

„Don Alphonso“ wird ausgegrenzt

von Vera Lengsfeld

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com Diskriminiert kritische Blogger: Claudia Roth

Claudia Roth, die schon auf Deutschland-du-mieses-Stück-Scheiße-Demonstrationen mitgelaufen ist, empört sich über die Wahl des Bloggers Rainer Meyer, besser bekannt als „Don Alphonso“, zum Jurymitglied des Bundestags-Journalistenpreises: „Für mich hat die Meinungsfreiheit dann Grenzen, wenn sie zur Verhetzung führt, wenn Hass gepredigt wird und wenn soziale Gruppen ausgegrenzt und verhetzt werden. Das passiert regelmäßig, wenn er Geflüchtete pauschal abwerten will, wenn er – Zitat – von der ‚Gaudi-Migration‘ spricht.“

Wer die Äußerungen von Roth kennt, weiß, dass sie mit der Ausgrenzung sozialer Gruppen keinerlei Probleme hat, wenn es um Andersdenkende geht, seien es Skeptiker der Energiewende, der Einwanderungspolitik oder der Euro-Rettung. Mit ihrem Einspruch betreibt sie übrigens die Ausgrenzung Meyers, das scheint ihr schon gar nicht mehr aufzufallen.

Im Deutschlandfunk verkündete Roth, sie sei nicht die Einzige. „Seit der Bekanntgabe der sieben Jury-Mitglieder vor gut drei Monaten hätten zahlreiche Anfragen ihr Büro erreicht: ‚Warum, um alles in der Welt, so jemand in eine so renommierte Jury entsandt wird?‘“

Wieso brauchte es drei Monate, um „zahlreiche Anfragen“ zu generieren? Musste der Skandal erst mühsam aufgebaut werden? Warum lanciert der Deutschlandfunk nach drei Monaten so ein Stück? Im Weiteren wird eingeräumt, dass sich mehrere angefragte Journalisten nicht zur Wahl Meyers äußern wollen, andere geben nur anonyme Statements ab. Nur der außerhalb seiner Peergroup weitgehend unbekannte Publizist Michael Seemann zieht ordentlich vom Leder. Meyer sei mehr als ein Provokateur: „Es gibt immer eine Handvoll Menschen, Einzelpersonen, die er gerade als sein Feindbild etabliert hat, und dann schreibt er wirklich einen Artikel nach dem anderen, macht hier einen Seitenhieb, macht da einen Seitenhieb.“

Seemann beschreibt hier ein Verhalten, das wir von den Qualitätsmedien bestens kennen. Wenn die sich eine Zielperson vornehmen, die ihnen nicht passt, kommt Seitenhieb auf Seitenhieb, bis das Ziel erreicht ist. Das erlebt heutzutage jeder, der von der Mainstream-Meinung abweicht. Man wird so lange als „bekennende Rechtsaußenpolitikerin“, Rechte, Rechtspopulistin, AfD-Sympathisantin tituliert, bis das Etikett festklebt.

Seemanns Kollege Tilo Jung vom „Nordkurier“ hat gestern ein Beispiel geliefert, wie Qualitätsjournalismus funktioniert. Er twitterte: „Als Journalisten haben wir gelernt, Leugner des menschengemachten Klimawandels medial zu ignorieren, sie lächerlich zu machen und ihnen keine (gleichberechtigte) Plattform zu bieten. Das müssen wir auch bei den Feinstaubbelastungsleugnern schaffen!“ Kein Kommentar.

Meyer habe „Relotiusmedien“ und „Systemredakteure“ gesagt, echauffiert sich Seemann. Damit hat dieser allerdings nur die Realität beschrieben. Wenn Medien vergessen, dass sie Nachrichtenübermittler und nicht Meinungsmacher sind, wenn sie ihre demokratische Aufgabe, die Regierung zu kontrollieren, nicht wahrnehmen und sich stattdessen zum Regierungssprecher machen, müssen sie sich über solche Einordnungen nicht wundern.

Dann kommt noch ein fieser Seitenhieb auf Meyer. Er sei Blogger geworden, weil er zu faul sei, zu recherchieren. Wer Don Alphonso kennt, weiß, wie sorgfältig recherchiert seine Beiträge sind.

Seemann hat damit ein Beispiel geliefert, dass alles, was Don Alphonso jemals über Journalisten wie ihn geschrieben hat, wahr ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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