14. September 2018

Rücktrittsforderung der „Welt“ gegenüber Hans-Georg Maaßen Wie Ulf Poschardt sich selber endgültig diskreditierte...

... zusammen mit dem Rest der niederschreibenden und -schreienden Zunft

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: Bundesministerium des Innern/Sandy Thieme (CC BY-SA 3.0 DE)/Wikimedia Commons Bauernopfer: Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen

Wie heißt es doch so schön? Immer wenn man denkt, es gehe nicht noch niederträchtiger, verkommener, unmoralischer, rückgratloser, verlogener, heuchlerischer, schäbiger, gewissenloser, intriganter, abgefeimter und bösartiger, stellt irgendein Winkelschmierant neue Tiefenrekorde auf.

Keine Sorge. Ich meine damit nicht Ulf Poschardt, den nicht etwa wegen seiner Eignung, wegen Sachkenntnis und Kompetenz, sondern aufgrund Bückdienlichkeit, Flauschigkeit als Bettvorleger und Fähnchenschwenker für jeweils herrschende Machteliten, Mitläufer, Abnicker und – beabsichtigter Wortwitz – Menschenjäger zum Chefredakteur der „Welt“ aufgestiegenen Hofsänger des Merkel-Regimes.

Denn was Poschardt sich hier – im Konzert mit anderen Hetzjägern – herausnimmt, nun, das könnte man sarkastischerweise auch als „Chemnitz 2.0“ bezeichnen. Mit dem feinen, aber wichtigen Unterschied allerdings, dass für die momentan stattfindende Hetzjagd auf den Verfassungsschutzpräsidenten wenigstens belastbare Beweise vorliegen – die von diversen Winkelschmieranten gleich selber zuhauf geliefert werden. Wie immer, übrigens.

„Die Aufgabe eines Spitzenbeamten“, schießt Poschardt sich ein Eigentor, doch dazu gleich mehr, „ist es nicht, ein taumelndes Staatswesen zu erschüttern durch Obstruktion, Irritation oder Intrigantentum. Wer politische Fehler bekämpfen will, gehört in die Politik – nicht an die Spitze einer Behörde.“

Gleich im nächsten Satz legt er dann vollmundig – und selbstzerstörerisch – nach: „Dass eine durchschnittlich intrigante Figur wie Hans-Georg Maaßen das Zeug dazu hat, eine einst große Koalition einstiger Volksparteien zu sprengen, verdeutlicht, wie dünn das Band innenpolitischer Stabilität geworden ist. Wie viele politische Entwicklungen ist der Umgang mit dem Fall Maaßen ein Beleg für eine antiautoritäre Führungskultur im Kabinett.“

Manche behaupten ja, der sogenannte „häßliche Deutsche“ sei nie wirklich weg gewesen. Stimmt leider. Denn was er hier ganz unverhohlen wohl herbeizuschreiben gedenkt, daran lässt obiger Auszug ja keinen Zweifel, die Folgerung ist klar genug, ist zum einen eine autoritärere oder etwas milder formuliert: „straffere“ Führungskultur. Na hoppla. Das soll mir mal einer erklären. Ich dachte bislang immer, Autokraten und Autoritäre gebe es nur in Russland, nicht in Teutonien, wo die Führerin der Bundesgeschäfte der Volksrepublik Merkel-Korea maßgeblich mitverantwortlich war für einen Masseneinlass von Leuten über die Köpfe der Regierten hinweg – mit allen damit verbundenen, sattsam aus den zahllosen Tagesmeldungen von Lokalzeitungen bekannten Folgen. Seltsamerweise hat Poschardt ihr deshalb aber noch keinen Rücktritt nahegelegt. Auch kein anderer Kapaun.

Im Gegenteil sogar: Gerade in der „Welt“ flossen und fließen – siehe den Fall Kubicki – regelmäßig die Krokodilstränchen, sollte jemand die 99,9 Prozent Zustimmung der unfehlbaren Staatsratsvorsitzenden einmal in Frage stellen. Das nennt sich dann „Merkel-Bashing“ und geht natürlich gar nicht.

Stattdessen kühlt das Rudel jetzt sein Minimütchen an Maaßen, weil der gerade ohnehin unter Beschuss steht – zu Unrecht übrigens, denn er beging ja kein Kapitalverbrechen, sondern äußerte lediglich völlig legitime Zweifel –, und es ist bekanntlich viel bequemer, angenehmer und einfacher, mit der Meute zu heulen, als dort eine eigenständige Position zu beziehen und auch zu verteidigen, wo es wirklich drauf ankäme.

Damit wäre ich bei der langweiligen und längst beantworteten Frage, warum eigentlich niemand der feinen Herrschaften schon viel früher auf die Idee kam, „Rückgrat“ zu zeigen und sich zu empören, beispielsweise bei der fälschlich sogenannten „Euro-Rettung“; warum niemand der aufrechten Alleswisser, Tugendpächter und Zeigefingeristen sich ein Herz fasste, als es um dringendst nötigen Widerstand gegen gewisse Angriffskriege im Ausland ging, die ich in früheren Artikeln ja schon zur Genüge abgegrast habe, weshalb ich das hier nicht wiederholen werde; warum, um doch noch kurz bei dieser gewissermaßen dunkeldeutschen Thematik zu verweilen, ganz aktuell mal wieder für den lange ersehnten Krieg in Syrien getrommelt und dabei auf die altbekannten Methoden von F wie „Fake News“ über P wie „Propaganda“ bis S wie „Schweigespirale“ zurückgegriffen wird, um Leser und Zuschauer nicht mit unnötigen Fakten zu den wahren Hintergründen dieser radikalbellizistischen Dauer-Menschenjagd seit nunmehr 17 Jahren mit Zwischenstopp Syrien auf dem Weg zum Iran zu verstören (der in den letzten Monaten bekanntlich auch schon von der hiesigen, willfährigen Kriegspropaganda präemptiv angeschossen wurde und auch weiter wird, so viel ist sicher); und warum schließlich natürlich auch die real existierenden politischen Absichten hinter der Massenimmigration nicht etwa, wie es sich für wahre Qualidaid geziemen würde, offen und ehrlich diskutiert werden, sondern Aufklärung in dieser Sache in gewohnter Manier unter anderem auch von einem Poschardt, seines Zeichens „Doktor“ der „DJ-Kultur“, dadurch obstruiert wird, alle Informationen jenseits des antirealistischen Schutzwalls des veröffentlichten Meinensollens im journalistischen Minengürtel rund ums Bundeskanzler*in*widdewidde-Amt verenden zu lassen.

Nun denn: Dass eine weit unterdurchschnittlich wahrheitsbegabte Figur wie Poschardt, der sich nicht zu schade war, unleugbar guten Kriegstreibern mit postfaktischen Schlagzeilen wie „Putin treibt Merkel und die Türkei vor sich her“ zu sekundieren (obendrein so amateurhaft, dass ganze Hühnerställe unters Sauerstoffzelt mussten), Probleme beim Buchstabieren von „Anstand“ und „Ethik“ hat, ist ja nicht alleine sein Charakterfehler, sondern ein allen Alpha-Journocchios der hiesigen Nato-Werbewurfsendungen („Zeitungen“) gemeinsamer Defekt.

Dass aber – um eine diesem Verhalten angemessene Ausdrucksweise zu bemühen – ausgerechnet solche Typen mal wieder das Maul aufreißen wie ein gähnendes Nilpferd und sich als „Hüter“ eines angeblichen „Rechtsstaates“ gerieren, der Recht schon seit langer Zeit regelmäßig mit Füßen tritt, ist nur noch grotesk.

Sollten sie gehen? Zu spät. Denn das hätte schon längst passieren müssen. In jedem anderen Beruf müsste man bei fortwährenden Verstößen gegen dessen Grundregeln irgendwann seinen Hut nehmen. Doch für Journocchios gelten andere Regeln – nämlich offenbar gar keine mehr.

Zuletzt eindrucksvoll zu beobachten am „Fall Skripal“, der immer noch seiner Aufklärung harrt. Egal: Der Schuldige wird durch suggestives, manipulatives Geschmiere sogleich fixiert und verbal bombardiert. Und wie war das noch mit Flug MH370 über der Ukraine? Ups. Auch da gibt es bis heute nichts Bissfestes, zumindest nicht, was Moskaus angebliche Alleinschuld betrifft. Irgendwann verschwand das Thema einfach still und leise aus den Fischröckchen und wurde durch neue Märchen ersetzt. Die Liste ist lang...

Stellt sich die Frage, was genau eigentlich durch die Hetzjagd auf Maaßen bezweckt werden soll. Wieso wird hier künstlich eine „Staatskrise“ herbeigefuchtelt? Warum „droht“ die Groko an dieser Nichtigkeit zu „zerbrechen“? Wieso diese maßlose, aber gewiss nicht ohne politische Hintergedanken aufgekochte Übertreibung?

Aber vielleicht ist die Antwort ja denkbar einfach: Sollen hier womöglich wieder einmal nur viel größere, strafrechtlich lohnenswertere Vergehen der Politkaste durch Fokussierung auf eine Banalität und konzertieren Einschuss auf ein „Bauernopfer“ aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt werden?

Was auch immer hinter dieser Farce stecken mag: Wer sich so verhält, gehört vielleicht in die Mafia, aber nicht an die Spitze von „Qualitätszeitungen“.

„Die Welt“: „Herr Maaßen, Sie sollten gehen!“


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