12. September 2018

Alexander Gauland und Martin Schulz im Deutschen Bundestag Im Schutz der Herde

Sprache des Faschismus?

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: NordStock / Shutterstock.com Ein bisschen verwirrt: Martin Schulz

Bemerkenswerte Szene im Bundestag. Alexander Gauland, AfD, erklärt in seiner Rede, Hitlergrüße seien „unappetitlich und strafbar“. Martin Schulz, SPD, interveniert im Anschluss und erklärt, bebend wie eine Teilzeit-Hure beim Simulieren des Orgasmus, Gauland habe Hitlergrüße als „unappetitlich“ verharmlost, aber sie seien strafbar. Ist unser Würselener Verwirrter womöglich rückfällig geworden?

In seiner von den Atlanten und Karyatiden des Parlamentarismus zur Linken ständig unterbrochenen Rede sagte Gauland außerdem, gerichtet an die Adresse der anderen Parteien, die „Blockparteien“ zu nennen sich ein redlicher Mensch mit Zonenpedigree nicht versagen mag: „Sie versuchen, die Opposition zu kriminalisieren, indem Sie eine Art Volksfront gegen die AfD aufbauen. Sie tun so, als hätten wir nur die Wahl zwischen Multikulturalismus und Faschismus.“ Worauf der besagte SPD-Tunichtgut erklärte, man habe in der Gauland-Rede die „Sprache des Faschismus“ gehört, die „schon einmal in diesem Hause gesprochen wurde“ (tatsächlich haben nie Faschisten im Reichstag geredet, es waren stets sturheil nationale Sozialisten). Und die Rot-Rot-Grünen, wohl auch Teile von Schwarz, erhoben sich zu volksfrontartigen Ovationen, manche darunter johlend, als ob gerade die Band Feine Sahne Fischfilet einen ihrer großen Hits gespielt hätte. Wenn autoritäre Charaktere im Schutz der Herde Pluralismus und Demokratie zu verteidigen fingieren: Das ist auch unappetitlich. Aber nicht strafbar.

Rede von Alexander Gauland am 12.09.2018 im Deutschen Bundestag

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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