04. September 2018

Medien zu Chemnitz und anderen Fällen Und weiter mit dem immergleichen Sermon!

Sie pfeifen auf dem letzten Loch

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: shutterstock Pfeift auf dem letzten Loch: Lügenpresse

Und weiter mit dem immergleichen Sermon! Die von Tag zu Tag schrilleren Parolen, dreisteren Lügen, gefinkelteren Euphemismen und abgefeimteren Verdrehungen, mit denen aus den Politik- und Medienlaboren „gegen rechts“ geteufelt wird, klingen in meinen Ohren wie Äolsharfen: „Sie pfeifen auf dem letzten Loch“ (Lance Armstrong). Vor unseren Augen und Ohren bricht eine Mentalitätsherrschaft zusammen, die bleierne Zeit geht zu Ende.

„Das alte Geschlecht der Heuchelei
Verschwindet, Gott sei Dank, heut,
Es sinkt allmählich ins Grab, es stirbt
An seiner Lügenkrankheit.“
(Heine, „Wintermärchen“, Caput XXVII)

Genießen wir ihre Verrenkungen und Veitstänzlein.

„Wer die AfD wählt, wählt Nazis“: Mit dieser Zeile begann „Spiegel Online“ gegen 0:00 Uhr etwas verfrüht mit der Wahlwerbung für die Rechtspopulisten, denn es ist nicht sicher, ob die AfD nächstes Jahr schon die stärkste Partei im sympathischsten aller Bundesländer wird – die sächsischen Schüler schneiden zwar in den Bildungstests seit acht Jahren am besten ab, aber die sind ja noch nicht alle wahlberechtigt. Geschrieben hat den „Leitartikel“ eine Maid, die ihr Maulwerk beim Kinder-„Stürmer“ aus Berlin-Kreuzberg gelernt hat und sich in Hamburg noch nach vorne grölen muss; deshalb der schrille Ton. Vielen Dank.

Ich weiß freilich nicht, ob es wirklich dermaßen viele Nazis in Deutschland gibt, dass noch eine erwähnenswerte Zahl bei der AfD Platz findet, nachdem sie schon so zahlreich in den Medien und bei den Linksparteien untergekrochen sind.

In der Anmoderation der „Tagesthemen“ spricht der Moderator Zamperoni – „Zapperoni“ wäre auch nicht schlecht, aber Helmut Markwort hat immer gesagt: Keine Namenswitze! – von einer „Messerstecherei“, die zu Chemnitz stattgefunden habe und nun wunderlicherweise die Gemüter errege. Wahrscheinlich haben auch in der Redaktion von „Charlie Hebdo“ oder im Bataclan „Schießereien“ stattgefunden.

PS: Ich möchte allen Lesern die grundsätzliche, aber gar nicht sonderlich lange Rede ans Herz statt Hetze legen, die Alexander Gauland am Wochenende beim Bürgerdialog in Mainz vorgetragen hat. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die politischen Mitbewerber der Schwefelbuben auf diesem Sachlichkeits- und Reflexionslevel ankämen.

PPS: Daniel Zabel, der couragierte Whistleblower, der den Haftbefehl gegen den bislang letzten Messerstecher von Chemnitz der Öffentlichkeit zugänglich machte und damit der Propaganda schweren Schaden zufügte, hat als Justizbeamter logischerweise ausgedient, nahm seine Entlassung aber bewusst in Kauf, was sehr ehrenwert und unterstützenswürdig ist. Vera Lengsfeld hat einen Spendenaufruf für Zabel gestartet, um den Mann bei der Bewältigung der beruflichen und juristischen Folgen seiner zwar edlen, aber sanktionierten Tat zu unterstützen. Ich gehe jetzt überweisen.

Alexander Gauland: „Sind wir Populisten?“

Vera Lengsfeld: „Spenden für Daniel Zabel!“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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