14. August 2018

Klimapropaganda Diese lange Hitze

Nichts gegen 1540

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: shutterstock Sommer 2018: Bestimmt menschengemacht

Ein beherrschendes Thema war in den letzten Wochen und Tagen das so lange schöne Wetter mit ungewöhnlicher Hitze. Sonne, Sonne, Sonne – des einen Freud, des anderen Leid: Urlauber jubelten, Landwirte klagten. In vielen Medien, auch in der „FAZ“, las man: „Ist das der Klimawandel?“ Aber ob er das nun ist oder nicht, in dem Ausdruck „der Klimawandel“ schwingt die Vorstellung mit, es sei der angekündigte, der angedrohte Klimawandel, nämlich ein menschengemachter (anthropogener) Klimawandel als Folge der Emissionen von Kohlendioxid (CO2) durch das Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas für elektrischen Strom, für industrielle Prozesse, fürs Heizen, fürs Autofahren, fürs Fliegen und durch Viehhaltung und Brandrodung. Dieses Gas heize wie in einem Treibhaus die uns umgebende Luft und damit das Klima auf, sei also ein „Klimakillergas“. Wer diese Seite gelegentlich oder häufig liest, wird mitbekommen haben, dass dies Unfug ist, bedarf also der folgenden Wiederholung eigentlich nicht. Aber er kann es weiterreichen an jene, die immer noch daran glauben, was ihnen über den Klimaschutz und die Rolle des CO2 vorgelogen wird. Außerdem muss man, was Tatsache ist, immer wiederholen, weil auch die Lüge ständig wiederholt wird – bis die Lügerei überwunden ist.

Für signifikanten Klima-Einfluss des CO2 gibt es keinen einzigen Beweis

Dafür, dass höhere CO2-Gehalte – welcher Herkunft auch immer – einen signifikanten Einfluss auf das Klima haben, gibt es nicht einen einzigen wissenschaftlichen Beweis. Der Wärme-Effekt von CO2 (nicht Treibhauseffekt) ist bereits bei niedrigen CO2-Gehalten praktisch abgeschlossen. Höhere CO2-Anteile haben keine Wärmewirkung mehr. Entscheidend für das Erdklima ist die Sonne. Aber die Sonneneinstrahlung schwankt. Auch der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre schwankt. Das hat er schon immer getan, ganz ohne menschliches Zutun. Von allem, was global an CO2 freigesetzt wird, kommen rund 95 bis 97 Prozent aus der Natur (Ozeane, Verwitterung von Karbonaten, Atmung von Lebewesen, Verwesung, Vulkanismus) und nur rund drei bis fünf Prozent aus menschlicher Tätigkeit.

Anthropogener CO2-Anteil an der Atmosphäre nur 0,0019 Prozent

Am Volumen der sogenannten reinen Atmosphäre (also ohne den sehr variablen Wasserdampf) hat das gesamte Kohlendioxid einen Anteil von nur 0,03 bis 0,038 Prozent. Das meiste in der Atmosphäre besteht aus Stickstoff (rund 78 Prozent) und Sauerstoff (rund 21 Prozent). Aber von den ohnehin sehr wenigen 0,03 bis 0,038 Prozent des gesamten CO2 sind 95 bis 97 Prozent naturbedingt und nur drei bis fünf Prozent menschlichen Ursprungs, also anthropogenes CO2. Das heißt, diese drei bis fünf Prozent anthropogenes CO2 haben an der Atmosphäre nur einen verschwindend geringen Anteil von 0,0011 bis 0,0019 Prozent. Wer also weismachen will, mit diesen winzigen Mengen werde durch frevelnde Menschenhand das ganze globale Klima beeinflusst, der könnte ebenso gut versuchen, den Menschen einzureden, die Erde sei eine Scheibe – was vor langer Zeit immerhin auch schon einmal geglaubt worden ist.

Die Bedeutung der Meere für den CO2-Anteil

Nicht jeder weiß, dass in den Meeren der Erde 60 Mal so viel CO2 gelöst ist, wie es die Atmosphäre enthält. Aber jedermann weiß, dass die Ozeane den größten Teil der Erdoberfläche bedecken. Wird das Meer wärmer, wird CO2 an die Atmosphäre abgegeben (Entgasung). Wird es kälter, wird wieder mehr CO2 im Meer gelöst, also dort gebunden und gespeichert. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre folgt also der Erd- und Meerestemperatur. Er selbst jedoch verursacht – bis auf den minimalen Wärmeeffekt – keine Temperaturänderungen.

CO2-Anstieg nicht Ursache, sondern Folge wärmeren Klimas

In der Erdgeschichte hat der CO2-Anstieg immer erst nach den Klimaerwärmungen stattgefunden, er war nicht Ursache, sondern Folge der Erwärmung. Selbst dann, wenn Klimaschutzkonferenzen das Verbrennen fossiler Energieträger gänzlich unterbänden, würde das einen CO2-Zuwachs in der Atmosphäre nicht aufhalten können: Wird das Klima wärmer, tritt der Zuwachs ein. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben und das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung haben ebenfalls gezeigt, dass in der Erdgeschichte der CO2-Anstieg zeitlich immer erst nach den Klimaerwärmungen stattfand, also nicht Ursache, sondern Folge war.

Die Priester der CO2-Sekte verzückt in Hochstimmung

Gleichwohl, die Klimaschutzbetrüger und ihre Gläubigen geben so schnell nicht auf. Diese politisch und medial starke Truppe bejubelt die lange Hitzewelle verzückt als Steilvorlage, wie es bei Crash-News.com zu lesen ist: „Die Priester der CO2-Sekte sind in Hochstimmung. Endlich können sie ihr Lügenmärchen wieder von morgens bis abends runterbeten, die Menschheit alarmieren und die Politik unter Druck setzen. Nachdem sich über Jahre hinweg nichts getan hat in Sachen Erderwärmung, instrumentalisieren sie diesen seltenen Supersommer und spielen sich als mutmaßliche Weltretter auf.“ – „Schon ein paar Detailbetrachtungen der Fakten durch die gleichgeschalteten Medien offenbaren die Lügen von Latif, Schellnhuber und Co: ‚Wegen der Trockenheit führt die Elbe extrem wenig Wasser. An der Magdeburger Strombrücke liegt der Pegel wenige Zentimeter über dem historischen Tiefstwert: 1934 wurden 48 Zentimeter gemessen.‘ – ‚Der Juli wird als einer der heißesten Monate seit Beginn der Messungen in die deutsche Wettergeschichte eingehen. Außerdem war er vermutlich nach 2006 der zweitsonnigste seit 1951.‘ Aha, es war also vor 67 beziehungsweise 84 Jahren schon einmal so sonnig und trocken wie heute? Nanu, wie kann das sein? 1934 lag die CO2-Konzentration der Luft noch bei circa 0,031 Prozent, heute hingegen zwischen 0,038 und 0,04 Prozent. Wobei es außerdem ziemlich fraglich ist, ob zur damaligen Zeit solche Messungen überhaupt gemacht wurden und wie genau sie waren.“ – „Doch der behauptete Zusammenhang zwischen anthropogenem CO2 und dieser Entwicklung ist eine frei erfundene und dreiste Lüge, welche auf eine globalistische Energie- und ‚Emissions‘-Diktatur abzielt, in der die Menschen brutal abgezockt und unterdrückt werden.“

Die Erklärung für das Phänomen der langen Hitze laut „FAZ“: „Die Ur­sa­che für das an­hal­tend schö­ne Som­mer­wet­ter in Eu­ro­pa ist über dem Nord­at­lan­tik und Skandinavi­en zu finden. Dort hat sich seit Wo­chen ein Hoch­druck­ge­biet fest­ge­setzt, wel­ches das aktuel­le Wet­ter be­stimmt. Die Hoch­druck­wet­ter­la­ge blo­ckiert die Tiefdruck­ge­bie­te, die von Wes­ten her nor­ma­ler­wei­se feuch­te, küh­le­re At­lan­ti­k­luft heran­schaf­fen und es da­durch auch in den Som­mer­mo­na­ten län­ger reg­nen las­sen. Die Tiefs wer­den jetzt in Rich­tung Nor­den ab­ge­drängt und kön­nen so nicht ost­wärts über Eu­ro­pa hin­weg­zie­hen. Der er­sehn­te Re­gen bleibt al­so aus, oder er be­schränkt sich auf lo­ka­le Er­eig­nis­se mit Stark­re­gen und Ha­gel. Ähn­lich wie Eu­ro­pa ste­cken derzeit vie­le Re­gio­nen der Nord­halb­ku­gel un­ter ei­ner Hit­zeg­lo­cke. Auch sie ste­hen un­ter sta­bi­lem Hoch­druck­ein­fluss; Me­teo­ro­lo­gen spre­chen von ei­ner Ome­ga-La­ge. Tief­druck­ge­bie­te ha­ben da kaum Chan­cen, die Wet­ter­re­gie zu über­neh­men. Sol­che Groß­wet­ter­la­gen sind ei­gent­lich nicht un­ge­wöhn­lich. Sie tre­ten, auf das Jahr ver­teilt, im­mer wie­der auf und sind in un­se­ren Brei­ten un­ter an­de­rem der Grund für den Altwei­ber­som­mer. Dass Eu­ro­pa jetzt schon so lan­ge un­ter Hoch­druck­ein­fluss steht, ist für die Me­teo­ro­lo­gen und Kli­ma­for­scher aber schon sehr über­ra­schend.“ (Aus: „Ist dieser Sommer noch normal?“ von Man­fred Lin­din­ger, „FAZ“ vom 28. Juli 2018, Seite 1.) Das ist in der „FAZ“ ein bemerkenswert nüchtern-sachlicher Beitrag. Der Autor greift zwar auch das Stichwort „Klimawandel“ auf, vermeidet es aber auffällig und zu Recht, ihn mit „menschengemacht“ in Verbindung zu setzen: „Ist der Som­mer 2018 noch ein nor­ma­ler Som­mer, wie ihn sich vie­le wün­schen, oder ist er schon ein Ausweis für den Kli­ma­wan­del? Die Mei­nun­gen der Fach­leu­te ge­hen hier auseinander. Die ei­nen spre­chen von Wet­ter­ka­prio­len, die an­de­ren wol­len schon klare Zei­chen er­ken­nen, dass das Kli­ma kippt. Frei­lich ist der Kli­ma­wan­del ein viel zu kom­ple­xes Phä­no­men, als dass man aus ei­ni­gen war­men und hei­ßen Wo­chen eindeu­ti­ge Schlüs­se zie­hen könn­te.“

Anders dagegen sieben Tage später im gleichen Blatt Joachim Müller-Jung (Leiter des Ressorts „Natur und Wissenschaft“) in seinem Leitartikel „Das Klima im ideologischen Hexenkessel“: „Der menschengemachte Klimawandel hat den Risiken, die Mensch und Natur seit Urzeiten durch die natürlich waltenden Kräfte drohen, eine neue und gefährliche Dimension verliehen. Und das Rad dreht sich immer schneller.“ Oder an anderer Stelle: „Der menschengemachte Klimawandel ist eine Systemkrankheit des Planeten, die behandelt werden muss.“ („FAZ“ vom 4. August, Seite 1). Für Müller-Jung steht unverrückbar fest: Wir erleben einen Klimawandel, der menschengemacht ist. Wer das anders sieht, den urteilt er ab als Populisten.

Immerhin hat die „FAZ“ (im Wirtschaftsteil!) auch einen ganzseitigen Beitrag über den Jahr­tau­send­som­mer des Jahres 1540 („Die Dürre des Jahrtausends“) gebracht, den man als Beleg dafür nehmen darf, dass diese noch längere (elf Monate währende) Hitzeperiode als jetzt 2018 mit „menschengemacht“ nichts zu tun hat und der ebenfalls zeigt, dass die Natur ganz von sich solche Wetter-Anomalien zustandebringt. In diesem „FAZ“-Beitrag liest man: „Die sonst rau­en Be­zir­ke am Fichtel­ge­bir­ge wa­ren ge­drückt von afri­ka­ni­scher Hit­ze. Vie­le Mo­na­te fiel kein Regentrop­fen. Mit un­er­träg­li­cher Glut spiel­te die Son­ne am stets wol­ken­lo­sen Himmel. Die Bäu­me senk­ten ihr Laub matt und welk zur Er­de. Gär­ten und Au­en, verbrannt von der Son­nen­hit­ze, ge­währ­ten ei­nen wi­der­li­chen An­blick.“ – „Meteorologen spre­chen heu­te von blo­ckie­ren­den Hoch­druck­la­gen. Die gibt es auch im Au­gust 2018 wie­der, und dies schon seit März. Wet­ter­pro­gno­sen hat­te man 1540 nicht. Ei­gent­lich be­fand sich das Kli­ma in die­sen Jahr­zehn­ten in ei­ner Pha­se der Abküh­lung. Im 14. Jahr­hun­dert noch war selbst Grön­land im Sü­den grün und eis­frei ge­we­sen, doch im 16. Jahr­hun­dert soll­ten die Som­mer ei­gent­lich im­mer küh­ler werden, die Ve­ge­ta­ti­ons­pe­ri­oden kür­zer, ei­ne ‚klei­ne Eis­zeit‘ be­gin­nen, die erst im Zeit­al­ter der In­dus­tria­li­sie­rung, im frü­hen 19. Jahr­hun­dert, en­den wür­de. Doch 1540 war das Jahr, das als das tro­ckens­te al­ler Zei­ten in die Ge­schichts­bü­cher ein­ge­hen soll­te.“ (Jan Grossarth in der „FAZ“ vom 3. August, Seite 16.)

Crash-news.com: „Weltuntergang voraus: Alarmisten der Klima-Sekte in völliger Sommerverzückung“

„Frankfurter Allgemeine“: „Ist dieser Sommer noch normal?“

„Frankfurter Allgemeine“: „Das Klima im ideologischen Hexenkessel“

„Frankfurter Allgemeine“: „Der schlimmste Sommer aller Zeiten“

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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