19. Juni 2018

„Europäische Lösung“ der Asylkrise Merkel-Schmelze auf dem Blocksberg

Die Migrationsfrage ist die Schicksalsfrage Europas

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: shutterstock Hinter der Maske der Humanität: Angela Merkel

Die Merkel-Schmelze schreitet fort, und der Nero-Befehl ist erteilt. Diese Frau will vollendete Tatsachen schaffen, bevor sie in irgendein Exil geht (oder glaubt jemand ernsthaft, dass sie ihr schmachvolles Leben dereinst in jenem Deutschland beschließen wird, dem sie all jene Lasten aufgebürdet hat, die Jahr für Jahr sichtbarer werden, vom Merkel-Lego über die tägliche Frauenleiche bis hin zum ersten Blackout, wenn die Atomkraftwerke vom Netz gegangen sind?). Wie alle politischen Großgaunereien dieser protestantisch eingesalzenen und im sozialistischen Sud gegarten Baba Jago (sic!) geschieht auch der letzte Zerstörungsakt im Gestus der Menschenfreundlichkeit, mangels eigener Nächster Fernstenliebe simulierend, begleitet von den Violinen des Humanitarismus, den Posaunen des europäischen Gedankens und den gewohnten, freilich allmählich etwas heiser klingenden medialen Schmeichlerchören. Wenn die böse Kanzlerin von der Weltbühne abtritt, will sie die Tür hinter sich zuschlagen, dass zumindest Deutschland erzittert.

Was meint diese nachkommenlose, rachsüchtige, dem eigenen Land in Zerstörungsfuror verbundene Person, wenn sie von einer „europäischen Lösung“ der Völkerwanderungsfrage spricht, aber um etwas Zeit – „Zeit gewonnen, alles gewonnen“ (Kleist, „Lehrbuch der französischen Journalistik“) – dafür bittet?

Das Papier, auf das Merkel wartet, hat das sogenannte EU-Parlament bereits passiert, in wenigen Tagen wird es den EU-Regierungschefs als Beschlussvorlage zur Unterschrift präsentiert. Wenn der EU-Rat Ende Juni zustimmt, werden Änderungen an der „Dublin-III-Verordnung“ rechtskräftig. Danach ist nicht mehr das Ersteintrittsland für das Asylverfahren zuständig, sondern das EU-Land, das sich der jeweilige Zugvogel als künftigen Nist- und Brutplatz wünscht. Er – meistens ist es ein „er“ – muss dafür nur „Ankerpersonen“ in diesem Land haben oder es behaupten. Dann müssen sie an der Grenze nicht mehr „Asyl“ und nicht einmal mehr „Syrer“ sagen, sondern: „Da und dort lebt ein Bruder meines Nachbarn aus meinem Dorf“, das genügt, liebe Leserinnen und Leser, um an Ihrem Steuergeld, Ihrer Altersvorsorge und Ihrer Heimat zu partizipieren. Heimat ist ohnehin nur ein Konstrukt! Einen Arbeitsplatz brauchen die Deutschland-Debütanten nicht, denn die Kartoffeln arbeiten ja bald bis 69, und wenn die Sozialsysteme eines postmerkelschen Tages kollabieren sollten, werden die meisten Gastgeber alt genug sein, dass sie sich in ihren Häusern und Wohnungen widerstandslos alles Überflüssige wegnehmen lassen. Jeder kann sich ausrechnen, wie viele fidele Afrikaner und fromme Orientalen plötzlich Angehörige in Deutschland haben werden – die haben ja wenigstens noch Angehörige, und mit jedem, der sich hier niederlässt, werden es mehr –, die Parallelgesellschaften werden blühen und gedeihen, die Clans werden mächtiger, die Moscheen prächtiger, die Kriminalität wird um ein lächerlich Geringes steigen, jedoch in den äußerlich monochromen, aber innerlich bunten Parallelgesellschaften nahezu völlig verschwinden, immer mehr Weiber werden die Kurve kriegen und im Hausfrauendasein ihr Glück finden, immer mehr Grüne und Rote werden beten lernen, die Zahl der Geschlechter wird auf den Vorkriegsstand zurücksinken, die Mülltrennung ihr Ende finden, im Kleinen Eckladen werden der Koran und die besten Arten der Frauenhaltung diskutiert, die Lehrpläne werden züchtiger, wie auch wir vergeben unseren Zuchtmeistern, weil sie als achtbare Musulmanen sich immerhin eines nicht bieten lassen werden, nämlich öffentliche Auftritte von Troll*innen wie C. Roth oder K. Göring-Eckardt... – ich schweife allzu sehr ab.

Wenn die EU-Regierungschefs dieses Papier absegnen, wird der Migrationsstrom nach Deutschland nicht mehr verebben, und er wird das Land stärker verändern als der Zweite Weltkrieg. Da es sich fast ausnahmslos um ungebildete, zu großen Teilen tribalistisch erzogene, bis zur Arbeitsunlust fromme Personen handelt, deren Beitrag zum Bruttosozialprodukt sich umgekehrt reziprok zu ihrem Anteil am Aufbau innerer Spannungen... – geneigter Leser, das kennen Sie ja alles schon. Die Migrationsfrage ist die Schicksalsfrage Europas, dieses Thema lässt sich gar nicht überbewerten. Aus einer Währungsunion kann man austreten, ein zerstörtes Land wieder aufbauen, eine Energiewende umkehren, aber ein Bevölkerungsaustausch solchen Tempos und in dieser Größenordnung – als Messstationen kommen einzig die Schulen und Kindergärten in Frage, nur dort sieht man die Zukunft – ist irreversibel. Merkel, deren Gene aussterben werden, was vielleicht das Beste ist, das sich über sie sagen lässt, muss sich um das Schicksal ihrer Lieben nicht sorgen und kann sich zugleich als Humanistin feiern lassen dafür, dass sie eine Zivilisation auf mittlere Sicht dem Abgeräumtwerden preisgegeben hat, und die dumpfdeutschen Siegheilbrüller umschwärmen sie trotzdem; ein wahrhaft teuflisches Schauspiel, geeignet für jede Art Blocksberg.

Teuflisch ist auch der Mechanismus, der die anderen EU-Staaten, von denen keiner am deutschen Hexensabbat teilzunehmen gedenkt (auch Merkels letzter verbliebener Incubus Macron lässt an Frankreichs Südgrenze massenhaft Migranten abweisen), trotzdem zur Unterschrift treibt, ausgenommen vielleicht die als Völkerwanderungszielländer unwilligen Osteuropäer, die künftigen Exile der christlichen Europäer. Zumindest werden die Regierungschefs aus Italien, Spanien und Griechenland zustimmen, denn wenn die deutsche Vettel der Welt die Beine öffnet, bleiben ihre Länder vom Liebesdienst verschont. Am Ende werden womöglich sogar die osteuropäischen Staatschefs die Sache abnicken, um Sanktionen zu entgehen; da sie kaum Migranten aufgenommen haben, leben dort auch kaum „Ankerpersonen“... Auch hier gibt es eine Hoffnung, nämlich die Ratspräsidentschaft Österreichs, die am 1. Juli beginnt. Vielleicht zerschlägt ja der achtbare Herr Kurz Merkels Pläne, vielleicht lässt er das Papier neu diskutieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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