17. Februar 2018

Bericht zur Lage des „Klimaschutzes“ Dumm gelaufen...

Die neue Koalition macht einfach weiter so

von Michael Limburg

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Bildquelle: shutterstock Deutschland: Unter die Windräder und Solarpaneele geraten

Keines der „Klimaziele“ wurde erreicht. Produktion und Verbrauch fossiler Brennstoffe boomen weltweit. Investitionen in „Erneuerbare“ stagnieren. Das deutsche „Klimaziel“ 2020 wird um 30 Prozent verfehlt und deshalb aufgegeben. Fazit: Dumm gelaufen!

Seit fast drei Jahrzehnten hat sich die Welt der Klimarettung mittels „Klimaschutz“ verschrieben. Das Mittel dazu sollte die Umstellung der Energienutzung von fossilen Energieträgern auf sogenannte Erneuerbare sein. Heute verwendet man dafür den wissenschaftlich klingenden Begriff „Dekarbonisierung“.

Deutschland, als der ewig auf Vergebung der Sünden seiner Vorväter hoffende Musterknabe, wollte unbedingt „Vorreiter“ dieser Bewegung sein. Dazu führte die rot-grüne Regierung im Jahre 2000 das sogenannte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie eine Fülle von Vorschriften, Gesetzen und Subventionen – heute euphemistisch „Anreize“ genannt – ein, die auch auf den wichtigen Feldern wie Heizung und Transport zu einer Verminderung des Verbrauchs dieser – so wurde und wird behauptet – für das „Weltklima“ so wichtigen CO2-Emittenten, also fossiler Energieträger, führen sollten. Denn eines war allen klar: Je mehr davon verbraucht wird, desto mehr CO2 entsteht, und, auch das ist wahr, je besser die Verbrennung, also je effizienter die chemische Energie in Wärme oder Bewegungsenergie umgewandelt wird, desto mehr CO2 entsteht.

Nun, nach fast 20 Jahren Wirksamkeit dieses EEG, der sogenannten Wärmedämmverordnung EnEV und Hunderter anderer kostspieliger Gesetze, Verordnungen und Subventionen wie beispielsweise der zwanghaften Beimischung von Biosprit in den Kraftstoff, und nach fast 30 Jahren intensiver weltweiter Klimadiplomatie, ist es an der Zeit, sich mal anzuschauen, wie die Welt auf diese teuerste Rettungsaktion, die es je gab, eines rein statistischen Konstrukts namens Weltklima reagiert hat. Drei Meldungen aus jüngster Zeit sollten uns genügen, um eine erste Schlussfolgerung (siehe ganz unten) zu ziehen.

Erstens: Das Wachstum des Verbrauchs fossiler Brennstoffe hält unvermindert an. Mit durchgängig 1,6 Prozent Anstieg im Jahr. Die Bemühungen der Grünen aller Parteien zur Reduktion fossiler Treibstoffe sind ohne jede Auswirkung und damit völlig erfolglos geblieben. Mit der Zunahme des Verbrauchs fossiler Treibstoffe um 57 Prozent seit 1992 waren ihre gesamten Bemühungen umsonst. Und noch schlimmer aus Sicht der Klimaalarmisten muss sein, dass auch das bis etwa 2010 gern gebrauchte Hilfsargument vom „baldigen Ende“ dieser Ressource nicht mehr zieht, weil immer mehr Anbieter von Öl, Kohle und Gas auf den Weltmarkt drängen und die Preise ins Rutschen brachten, aber auch die Versorgungssicherheit drastisch verbessern.

Zweitens: Die US-Ölproduktion erreicht einen historischen Meilenstein – zehn Millionen Barrel pro Tag. Die USA schicken sich an, Saudi-Arabien als weltgrößten Erdölproduzenten abzulösen. „Bloomberg“ titelt: „Der Ölpreis-Alptraum der OPEC wird wahr“ und schreibt: „In nur wenigen Jahren sind die USA in der Lage, Saudi-Arabien als zweitgrößten Ölproduzenten der Welt zu überholen. Analysten gehen davon aus, dass die US-Ölproduktion nächstes Jahr elf Millionen Barrel pro Tag übersteigen könnte. Die saudische Produktion liegt derzeit bei 10,6 Millionen Barrel pro Tag. ‚Die USA könnten ihre Förderung bis Ende 2019 noch um mehr als zweiMillionen Barrel pro Tag steigern, von dem Niveau aus, wo wir heute sind‘, sagte (Ökonom Daniel) Yergin.“

Drittens: Globale Investitionen in erneuerbare Energien sind ins Stocken geraten. Offensichtlich haben auch die Investoren die Zeichen der Zeit erkannt, denn sie fahren ihre hohen Investitionen in „Erneuerbare“ merklich zurück. Vielleicht auch weil sie merken, dass die Verbraucher nicht mehr lange gewillt sein werden, die irrsinnig hohen Kosten der Flatterstromerzeugung zu bezahlen.

Fazit

Dem „Weltklima“ hat diese künstlich angeheizte Investitionsblase nichts gebracht. Was auch nicht zu erwarten war, wie jeder, der es wissen will, auch weiß. Es gab keine Senkung der weltweiten Emissionen. Sie stiegen – nach einer kurzfristigen Stagnation – im letzten Jahr auf 41 Milliarden Tonnen weiter an. Ebenso wenig ist die Treibhausgaskonzentration gesunken. Sie steigt weiter um rund zwei Millionstel pro Jahr an.

Was dies allerdings gebracht hat, ist eine ebenfalls noch nie dagewesene Umverteilung des Vermögens der Welt. Und zwar von den Armen zu den Reichen. Nämlich überall dort, wo die Verbraucher über Steuern und andere Zwangsabgaben diese „Investitionen“ dank der Weisheit ihrer Regierungen zu bezahlen haben. Dass alles muss auch jeder, der klar im Kopf geblieben ist, erwartet haben, denn erstens werden die Generatoren der „Erneuerbaren“ mittels billiger fossiler Energie erzeugt, und zweitens ist ihr Anteil am globalen Energieverbrauch – erfreulicherweise, möchte ich hinzufügen – immer noch verschwindend gering.

Die Konsequenz für Deutschland

Nur bei den Verhandlern der kleinsten Großen Koalition, die es je in Deutschland gab, scheinen diese Erkenntnisse bisher nicht wahrgenommen zu werden, denn im Koalitionsvertrag wird feierlich gelobt: „Wir machen Deutschland zur energieeffizientesten Volkswirtschaft der Welt.“ Und etwas später im Text: „Wir führen die Energiewende sauber, sicher und bezahlbar fort: Zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Unter diesen Voraussetzungen: Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 65 Prozent bis 2030. Modernisierung der Stromnetze.“ Und fürs Klima geloben sich die Akteure feierlich: „Wir bleiben Vorreiter beim Klimaschutz: Bekenntnis zu den nationalen, europäischen und internationalen Klimazielen 2020, 2030 und 2050. Handlungslücke beim Klimaschutz bis 2020 verkleinern. Gesetz zur Einhaltung der Klimaziele 2030.“ Mit dem Euphemismus „Handlungslücke“ wird das blamable, weil massive Unterschreiten des „Klimaziels“ 2020 um fast 30 Prozent umschrieben. Wohl dem, der solche tollen Wortschöpfer in der Regierung hat.

Zur Erreichung dieser hehren Ziele darf auch der kleine Mann, die kleine Frau nicht vergessen werden, denn in Zeile 5.211 finden wir den lieben Satz: „Die Einführung einer Klimakomponente beim Wohngeld erfolgt nach Vorlage eines mit den Ländern inhaltlich und finanziell abgestimmten Modells.“

Bisher hat uns Verbraucher, insbesondere die kleinen Leute, allein das EEG die stolze Summe von 236 Milliarden Euro gekostet. Für nichts! Die Reichen wurden reicher gemacht, die Armen durften es bezahlen, die Landschaft kommt unter die Windräder und Solarpaneele. Und die Große Koalition will so weitermachen wie bisher. Nur mehr davon.

Deutschland ist zwar Weltmeister in der Prokopfproduktion von Zappelstrom, aber zu einer Emissionsabsenkung hat all das offensichtlich nicht geführt. Das Klima merkt auch deshalb davon nichts. Wer also wollte Einstein widersprechen, wenn er feststellt: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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