21. Dezember 2017

Streit um den Klimawandel Die „Mitteldeutsche Zeitung“ veröffentlicht erstmals klimarealistische Fakten

Begleitet von einem Kotau vor der „etablierten Klimawissenschaft“

von Michael Limburg

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Bildquelle: shutterstock Klimawissenschaft: Keine zwei Meinungen?

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ („MZ“) war mutig. Am 13. Dezember 2017 veröffentlichte sie einen Gastbeitrag des EIKE-Klimaforschers und emeritierten Professors für Geologie F.-K. Ewert zum strittigen Sachverhalt, wer denn nun den Klimawandel zu verantworten habe. Dessen Titel lautete: „Streitfall Erderwärmung“, mit der hoch informativen Untertitelung (nur in der Printausgabe): „Der Klimawandel ist Menschenwerk und kann nur vom Menschen gestoppt werden. Das steht für die meisten Wissenschaftler fest. Doch es gibt auch Kritiker, einer ist der Geologe Friedrich-Karl Ewert“.

Soweit, so gut, soweit, so schlecht. Denn offensichtlich hatte die Redaktion schon wieder der Mut verlassen, kaum dass man sich zu der heroischen Tat durchgerungen hatte, erstmalig auch einen klimarealistischen Beitrag zu veröffentlichen. Denn schon in der Kopfzeile wird dem Leser suggeriert, dass das, was folgt, bestenfalls eine unbedeutende Außenseitermeinung sei. Nun merkt der kritische Leser schon da, dass man bereits an dieser Stelle um Entschuldigung beim Klima-Politbüro dafür ersucht, dass man sich erlaubt habe, diesen Beitrag überhaupt zu veröffentlichen.

Doch es kommt noch schlimmer. Im Kasten (in der Online-Version unter dem Artikel) wird dem Leser Erstaunliches mitgeteilt. Verkürzt gesagt steht dort: Man sei sich ja darüber völlig im Klaren, dass das, was man veröffentlicht hat, im Grunde nicht haltbar sei, und deswegen… Zitat: „Kein Wissenschaftler zu Pro bereit – Trotz mehrfacher Versuche der ‚MZ‘ bei verschiedenen Instituten und Forschungszentren fand sich kein Wissenschaftler, der beschreiben wollte, warum der Klimawandel auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist. Zur Begründung hieß es, niemand aus der Wissenschaft sei bereit, wissenschaftlich nicht haltbare Positionen damit zu adeln, dass man ihnen echte Wissenschaft entgegensetzt. Der menschliche Anteil am Klimawandel könne nicht mehr ernsthaft bestritten werden. Wer heute noch behaupte, die Erde sei eine Scheibe, habe keinen Anspruch mehr auf eine Reaktion aus der Wissenschaft.“

Nun ist uns kein Fall bekannt, dass zu den in den Medien inzwischen zu Hunderttausenden veröffentlichten klimaalarmistischen Artikeln jemals versucht wurde, eine Gegenmeinung einzuholen. Auch korrigierende Leserbriefe oder Kommentare wurden selten veröffentlicht beziehungsweise häufig unterdrückt. Hier hingegen macht man es sich zur vornehmen Pflicht. Zweierlei Maß eben, wie üblich. Erfreulich hingegen, dass man sich bei der „MZ“ entschloss, die überaus dümmliche Begründung der angefragten „Wissenschaftler“ in den „verschiedenen Instituten und Forschungszentren“ für die unisono verkündete Verweigerungshaltung zu veröffentlichen. Das zeugt von einem gewissen Sinn für die Ironie, die darin steckt, denn dass diese Leute damit ausschließlich unwissenschaftlich argumentieren, indem sie allein mit Diffamierung arbeiten, kann nun jeder nachlesen. Im Klartext bedeutet diese Verweigerung ausschließlich: Wir wissen, wir haben die schlechteren Argumente, und können daher nur verlieren. Deswegen verweigern wir uns echter Wissenschaft, nämlich Argumente pro und kontra auszutauschen, um damit der Wahrheit näherzukommen.

Aber es geht noch weiter. Diese Leute meinen in ihrer argumentativen Not sogar die altbekannten Wikipedia-Lügen verbreiten zu müssen, wenn sie behaupten: „‚Eike‘ sei zudem kein seriöses Forschungsinstitut, so veröffentliche es beispielsweise nicht in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Jede der Behauptungen von ‚Eike‘ könnewiderlegt werden. Man wolle aber nicht so tun, als sei der Klimawandel eine Sache, bei der es zwei Meinungen gebe.

Dass auch diese Aussage komplett falsch und frei erfunden ist, hätte der verantwortliche Redakteur eigentlich sofort überprüfen können, ein Blick auf die EIKE-Webseite oder ein Anruf hätte genügt. Dass er das nicht für nötig hielt, spricht ebenfalls für sich.

Auch deswegen schrieben ihm mehrere fachkundige Leser korrigierende Leserbriefe. Stellvertretend für alle hier der des EIKE-Gründungsmitglieds und Energiewirtschaftlers Dr. Dietmar Ufer: „Sehr geehrte Damen und Herren der Leserbriefredaktion, mit Erstaunen habe ich, wie sicher viele andere Leser, die Seite mit der Veröffentlichung ‚Streitfall Erderwärmung‘ von Prof. Ewert zur Kenntnis genommen. Der Umstand, dass Sie es für nötig hielten, die Ausführungen eines anerkannten Wissenschaftlers aus Ihrer Sicht bewusst negativ zu kommentieren, veranlasste mich, nachfolgende Zeilen als Leserbrief zu verfassen. Ich bin mir nahezu sicher, dass Sie meine Ausführungen nicht oder nur (stark) gekürzt abdrucken werden. Auch in diesem Falle war es sicher nicht vergebens, diesen Text zu schreiben, denn er kann Ihnen zeigen, dass es nunmehr endlich angebracht ist, sachlich richtig und objektiv über das politisch brisante Thema ‚anthropogener Klimawandel‘ und die damit im engen Zusammenhang stehende (hier jedoch nicht erwähnte) deutsche Energiepolitik zu schreiben. Ich bin gespannt, wie Sie mit meinen Überlegungen umgehen werden, und grüße Sie freundlich, Dr. Dietmar Ufer,

Leipzig“

Der Leserbrief von Dr. Ufer: „Mindestens in Deutschland ist es fast ein Sakrileg, sich offen gegen die Hypothese vom anthropogenen Klimawandel zu wenden. Umso verdienstvoller ist die Tatsache zu werten, dass die Redaktion der ‚MZ‘ einem Klimaexperten, Professor Dr. Friedrich-Karl Ewert, Gelegenheit bot, seine so gar nicht der ‚political correctness‘ entsprechenden Auffassungen darzustellen und zu belegen. Ihr ‚Vergehen‘ hat die Redaktion aber wieder zu korrigieren versucht, indem sie in einem ‚Kasten‘ heftig gegen den Autor und seine Meinung vom Leder zieht. Allerdings: Im Gegensatz zu Prof. Ewert verzichtet der Schreiber auf jegliche Beweisführung, belässt es bei bloßen Behauptungen. Interessant ist die Aussage, dass sich die Redaktion bemüht hat, einen Fachmann der Gegenseite zu finden, der nachweisen kann, dass der Klimawandel durch den Menschen verursacht wird. Aufschlussreich sind hier zwei Dinge: Erstens ist nicht bekannt, dass bei einem der unzähligen Beiträge, in denen die gegenwärtige Klimapolitik dargestellt wurde, jemals der Versuch unternommen wurde, einen Vertreter zu finden, der das widerlegt. Jetzt sollte es geschehen – ein bemerkenswertes Eingeständnis fehlender Objektivität unserer Medien (nicht nur der ‚MZ‘)! Zweitens: Es fand sich keiner, der Professor Ewert widersprechen will, und zwar mit Behauptungen wie ‚niemand aus der Wissenschaft sei bereit, wissenschaftlich nicht haltbare Positionen damit zu adeln, dass man ihnen echte Wissenschaft entgegensetzt‘ oder ‚der menschliche Anteil am Kli­mawandel könne nicht mehr ernsthaft bestritten werden‘ oder ‚man wolle aber nicht so tun, als sei der Kli­mawandel eine Sache, bei der es zwei Meinungen gebe‘. Auf Deutsch heißt das: Man kann Prof. Ewert nicht widerlegen! Wenn man solche Grundhaltungen zur Basis wissenschaftlicher Arbeit erklärt, dann unterdrückt man jeglichen wissenschaftlichen Meinungsstreit und erklärt seinen eigenen Standpunkt zum Nonplusultra der ‚wissenschaftlichen Erkenntnis‘. In der Tat: Wenn Wissenschaft so funktionieren würde, wäre die Erde immer noch eine Scheibe! Kopernikus undGalilei mussten erfahren, wie seinerzeit die Astronomie vergewaltigt wurde. Darwin, Einstein, Planck und viele weitere Wissenschaftler konnten nur im heftigen Meinungsstreit ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse verteidigen und letztlich durchsetzen. Auch sie waren anfangs in der Minderheit, sogar ‚Einzelkämpfer‘, was zeigt, dass in den Naturwissenschaften keine Mehrheitsentscheidungen wie in der Politik gelten – es sei denn, bestimmte Teile der Naturwissenschaften werden zum Politikum gemacht, hier die ‚Klimapolitik‘. (In der Nazizeit war es zum Beispiel die ‚Deutsche Physik‘…) Insgesamt scheint es in Deutschland so zu sein, dass einige ‚Klimaexperten‘ darüber befinden dürfen, was ‚echte Wissenschaft‘ ist! Das ist der Anfang vom Ende jeglicher naturwissenschaftlicher Forschung! Prof. Ewert hat in seinem Beitrag zwar kein Wort zum Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) verloren, die Redaktion hält es jedoch für richtig, es trotz offensichtlich fehlender Sachinformationen mit Falschbehauptungen zu verunglimpfen – warum wohl? Jede Behauptung von EIKE könne widerlegt werden – eben wurde bewiesen, dass das nicht mit einer einzigen möglich ist! Es ist eine Lüge, dass EIKE-Angehörige nicht in Fachzeitschriften veröffentlichen! Insgesamt hat sich die ‚MZ‘-Redaktion mit ihrem kommentierenden Kasten keinen Gefallen getan – erst recht nicht ihren Lesern!“

Und hier noch die vollständige Wiedergabe der Entgegnungen der Klimaalarmisten zum Artikel von Prof. Ewert: „Auch in Deutschland gibt es Menschen, die die Klimapolitik für einen Irrweg halten und von einer riesigen Desinformation der Öffentlichkeit sprechen. Solche Kritik erreicht immer wieder auch die ‚MZ‘-Redaktion. Klimawandel – menschgemacht oder nicht? Wir wollten beide Positionen in zwei Wortbeiträgen gegenüberstellen. Für Gegner der Klimapolitik verfasste der pensionierte Professor Friedrich-Karl Ewert den Text. Der Geologe sitzt im Fachbeirat des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE), das ‚Klima- und Energiefakten ideologiefrei‘ darstellen will. Trotz mehrfacher Versuche der ‚MZ‘ bei verschiedenen Instituten und Forschungszentren fand sich kein Wissenschaftler, der beschreiben wollte, warum der Klimawandel auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist. Zur Begründung hieß es, niemand aus der Wissenschaft sei bereit, wissenschaftlich nicht haltbare Positionen damit zu adeln, dass man ihnen echte Wissenschaft entgegensetzt. Der menschliche Anteil am Klimawandel könne nicht mehr ernsthaft bestritten werden. Wer heute noch behaupte, die Erde sei eine Scheibe, habe keinen Anspruch mehr auf eine Reaktion aus der Wissenschaft. EIKE sei zudem kein seriöses Forschungsinstitut, so veröffentliche es beispielsweise nicht in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Jede der Behauptungen von EIKE könne widerlegt werden. Man wolle aber nicht so tun, als sei der Klimawandel eine Sache, bei der es zwei Meinungen gebe.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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