26. August 2015

Krisenvorsorge Habt Ihr 500 Euro übrig? Dann kauft Gold!

Auch der Anonymität wegen

von Gerald Hörhan

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Bildquelle: shutterstock Idealer Notgroschen für schlechte Zeiten: Gold

Dass Gold derzeit so totgeredet wird, finde ich schade. Derzeit warnen ja internationale Blätter davor, Gold zu kaufen. Die „FAZ“ schrieb zum Beispiel in großen Lettern: „Bloß nicht auf Gold setzen!“ Nun, so wie die „FAZ“ und viele andere argumentieren, macht das schnell betrachtet natürlich Sinn. Denn seit dem Höchststand 2011 hat Gold fast die Hälfte an Wert verloren und liegt bei etwa 1.090 Dollar je Feinunze. An den US-Börsen wetten Spekulanten mehr auf einen fallenden Goldpreis als auf einen steigenden, und die Prognosen internationaler Experten sind düster. Die Rede ist von einem Preisverfall von 750 Euro je Feinunze. Als Grund wird vor allem die bevorstehende Zinswende in Amerika angeführt: Erhöht die Notenbank den Leitzins, wird Gold gegenüber Aktien und Anleihen noch unattraktiver. Gut, soweit die Fakten. 

Doch was vor allem hierzulande oft vergessen wird, ist die triste Wirtschaftslage, in der wir uns befinden. Es kann sich halt fast niemand vorstellen, dass das Ende des Bargelds unmittelbar bevorsteht – oder dass unser Bargeld plötzlich massiv an Wert verliert. Da ist es nur gut und sinnvoll, einen Notgroschen auf der Seite zu haben. Und die Geschichte zeigt klar: Was im Keller ist, geht wieder nach oben. Darum kann ich Euch nur raten: Wenn Ihr ein paar hundert Euro auf der Seite habt, so mit 500 Euro seid ihr schon gut unterwegs, dann kauft etwas physisches Gold. Es kann auch Sinn machen, in Fonds beziehungsweise ETFs zu investieren, Gold- oder Edelmetallfonds, am besten in monatlichen oder quartalsmäßigen Ansparplänen, um den „Cost Average Effect“ zu nutzen; wohlgemerkt: Die Strategie ist langfristig ausgelegt, auf vier bis sieben Jahre, für Ungeduldige macht das also keinen Sinn. Aber glaubt mir: Ein paar Goldbarren auf der Seite zu haben, darüber haben sich in Krisenzeiten schon viele gefreut. Dass der Bankomat kein Geld mehr ausspucken könnte, hat man seit der Griechenlandkrise auch in Europa erkannt; von Kapitalverkehrskontrollen oder Notsituationen wie Kriegen oder Terroranschlägen ganz zu schweigen. Ein Goldbarren wird immer als Zahlungsmittel akzeptiert, vom Arzt, der für seine Behandlung bezahlt werden will, genauso wie vom Piloten, der Dich und Deine Familie aus einer Kriegs- oder Terrorregion herausbringt.

Selbst wenn ein großer Crash ausbleibt, was ich für uns alle hoffe, macht es Sinn, sich Alternativen zum Bargeld zu überlegen. Denn wenn wir unser Bargeld erst einmal los sind, es also abgeschafft worden ist, wird es vor allem um Anonymität gehen. Was machen Männer, die nicht wollen, dass per Kreditkarte nachgewiesen werden kann, dass sie bei einer Prostituierten waren? Wie wollen die dann noch bezahlen?

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog fisch + fleisch.


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