26. Juli 2010

Bundesdeutsche Blockparteien Zwischen Scylla und Charybdis

Das quälend langsame Erwachen der Bürgerlichen

von Frank W. Haubold

Wer die politische Szene in diesem Lande illusionslos betrachtet, wird über kurz oder lang zu dem Ergebnis kommen, dass die vorgeblichen Unterschiede zwischen den sogenannten „Volksparteien“ allenfalls die Oberfläche betreffen und keinerlei Alternative für den Wähler bieten. Die unter der ehemaligen FDJ-Sekretärin Angela Merkel entchristianisierte und jeglicher konservativer Werte entkleidete CDU ist inzwischen zu einem reinen Kanzlerwahlverein degeneriert, die CSU unter dem angeschlagenen Vorsitzenden Horst Seehofer versucht sich mit grundsatzfreiem Populismus zu retten und die FDP mit dem stellvertretenden polnischen Außenminister Guido Westerwelle an der Spitze verrät inzwischen auch die letzten Wahlversprechungen und dümpelt an der Fünfprozentmarke herum.

Die letzte Amtshandlung des nunmehr als Bundespräsident dilettierenden Ex-Ministerpräsidenten Wulff (CDU!) war die Ernennung einer türkischstämmigen Dame zur Ministerin, die inzwischen mehrfach ihren Integrationswillen und ihre Treue zum Grundgesetz dokumentiert hat, zum Beispiel durch ihre Forderung nach Abschaffung von Kruzifixen in Schulen oder nach Medienzensur bei Migrationsthemen. Inzwischen verjubelt die Bundesregierung das Geld des Steuerzahlers auf dem Brüsseler EU-Altar zur Subventionierung der vor dem Staatsbankrott stehenden PIGS-Staaten, und Frau Merkel feiert in Moskau den Sieg der Roten Armee (und den damit einhergehenden Massenmord, die Vertreibung und die Vergewaltigung Hunderttausender in den deutschen Ostgebieten), während die letzten CDU-Politiker mit wenigstens einer Spur wirtschaftlichem Sachverstand dem sinkenden Schiff eilig Adieu sagen.

Der bürgerliche Wähler reibt sich verdutzt die Augen und fragt sich, was die vom ihm gewählte schwarz-gelbe Koalition denn nun eigentlich besser macht als die von ihm gefürchtete rot-rot-grüne „Volksfront“. Die Antwort lautet nüchtern: Nichts. Das kann auch wenig verwundern, da alle fünf Systemparteien – ähnlich den Blockparteien in der ehemaligen DDR – in sämtlichen Grundsatzfragen identische Positionen vertreten, was zu tolerieren wäre, wenn diese Positionen auch nur ansatzweise dem Willen des vorgeblichen Souveräns entsprächen. Leider ist exakt das Gegenteil der Fall, wobei Themen wie EU-Osterweiterung, Euro-Einführung, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Integration, Familiennachzug, Griechenland-Unterstützung oder Gesinnungsjustiz hier nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

„Halt, das stimmt nicht!“, könnte jetzt der eine oder andere Anhänger der zur Linkspartei mutierten SED-Erben einwenden, Die LINKE ist doch gegen Auslandeinsätze der Bundeswehr! Die Antwort darauf kann allerdings nur lauten: Noch. Macht korrumpiert. Auch die Grünen haben einst als pazifistische basisdemokratische Bürgerbewegung Sympathien und Wähler gesammelt, bevor sie, kaum an der Macht, Deutschland in den völkerrechtswidrigen Kosovo-Krieg führten und deutsche Soldaten zu Söldnerdiensten im Interesse Dritter nach Afghanistan beorderten. Idealisten und Gründungsmitgliedern der ersten Stunde blieb am Ende nur noch der Freitod (Petra Kelly) oder außerparlamentarisches Sektierertum (Jutta Ditfurth). Dass der gewendete Straßenkämpfer Joseph Fischer vom Medien-Mainstream noch heute als Lichtgestalt gefeiert wird, zeigt im übrigen die ganze moralische Verkommenheit dieser Klientel.

Aber die Uhr läuft ohnehin ab. Manchmal, das hat die Geschichte mehr als einmal gezeigt, muss es erst ganz schlimm kommen, bevor es besser wird. Eine rot-rot-grüne Regierung würde in der Tat das Land noch gründlicher ruinieren als die amtierende Light-Version mit der gleichen Politik. Dennoch winkt ihr eine satte politische Mehrheit, was man bedauern kann, aber nicht unbedingt muss. Eine demokratische und liberal-konservativen Zielen verpflichtete Partei rechts der CDU kann nur entstehen, wenn genügend etablierte konservative und liberale Politiker (das sind zugegeben nicht mehr viele) keinen sicheren Listenplatz mehr bekommen und deshalb eine Neugründung mit echter Neuorientierung riskieren.

Aber das ist nur ein Aspekt einer ohnehin absehbaren Entwicklung. Vielleicht müssen die Großstädte erst unbewohnbar werden, damit der notwendige Leidensdruck für einen ernsthaften politischen Wandel erzeugt wird. Vielleicht muss die Kunstwährung Euro erst verfallen (mit dem damit einhergehenden Verfall privater Ersparnisse), damit der deutsche Michel die Auswirkungen gegen ihn gerichteten Politik bemerkt. Vielleicht muss die EUdSSR noch repressiver agieren, damit es im täglichen Leben spürbar und als Diktatur empfunden wird. Vielleicht müssen die Geburtenzahlen noch weiter sinken, damit den Menschen klar wird, dass sie ohne Paradigmenwechsel niemals eine Rente erhalten werden und es bald keine autochthonen Polizisten und Soldaten mehr geben wird, die sie vor den Segnungen der Scharia schützen können. Für all diese Entwicklungen steht Rot-Rot-Grün genauso wie Schwarz-Gelb in der Lightversion, aber mit Rot-Grün kommt der Absturz schneller.

Wohlmeinende könnten jetzt einwenden, dass der Niedergang unaufhaltsam sein könnte und die medial indoktrinierten und kulturell entwurzelten Massen zu keiner Umkehr mehr fähig, nicht einmal unter dem Druck unerträglicher Verhältnisse. Ja, auch das ist möglich, dann wird Deutschland als Nation (vorübergehend) untergehen, womit ein rot-grüner Wunschtraum endlich Wirklichkeit würde.
Aber auch das ist nicht das Ende der Geschichte. Manche griechische Inseln waren jahrhundertelang unter türkischer Herrschaft und sind heute wieder frei. Der Staat Israel war über Jahrhunderte nur ein Wunschtraum und ist heute die stärkste Militärmacht im Nahen Osten. Deutschland selbst war ebenfalls über Jahrhunderte die Spielweise verfeindeter Kleinstaaten und fremder Mächte.

Patriotismus kann auch in der Diaspora wachsen, Selbstverantwortung ohnehin. Ein vom Islam beherrschtes Staatswesen wird mangels organisatorischer und wirtschaftlicher Substanz sehr schnell zusammenbrechen, zumal die Sozialsysteme schon vorher kollabieren werden. Am Ende werden jene leistungsunwilligen Einwanderer, die niemanden mehr haben, der für ihren Lebensunterhalt aufkommt, sehr schnell dorthin zurückgehen, wo es wenigstens warm ist und ein Vakuum hinterlassen, in dem ein Neubeginn möglich ist.

Geschichte hat einen langen Atem, und manchmal muss es erst ganz schlimm kommen, bevor es besser werden kann. Es ist nicht erst fünf vor zwölf, sondern bereits zehn nach. Wenn es keinen Aufstand der Überlebenswilligen gibt, wenn es nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre gelingt, eine konservative Partei rechts der CDU als politisches Korrektiv zu etablieren, wird der Niedergang unumkehrbar. Und dem bundesdeutschen Wählerlemming kann dann nur noch empfohlen werden: Wählt Claudia Roth und Sahra Wagenknecht, dann geht es wenigstens schnell!


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Frank W. Haubold

Über Frank W. Haubold

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige