08. November 2016

Grüne Hegemonie Die Medien im Anti-Trump-Furor

Maybrit Illner entlarvt sich mit einer Frage

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Bildquelle: Metropolico (CC BY-SA 2.0)/flickr Maybrit Illner: Moderatorin oder Aktivistin?

In einem bemerkenswerten Beitrag in der „Zeit“ hatte Bernd Ulrich kürzlich als bekennender Grüner festgestellt, dass die „grüne Hegemonie“ bestimmt, „was in den Museen gezeigt und in den Schulen gelehrt wird, was in den Zeitungen geschrieben steht und im Rundfunk gesendet wird, was in den Regalen der Supermärkte liegt und was als letzter Schrei bewusster Ernährung zu gelten hat“. Zutreffend schreibt Ulrich über den Beginn der schwarz-gelben Bundesregierung im Jahr 2009, dass damals in Wirklichkeit gar kein bürgerlicher Machtwechsel stattgefunden habe: Der Spielraum der FDP sei „von Anfang an gleich null“ gewesen, weil „die Vergrünung der Republik“ schon längst unaufhaltsam gewesen sei. Es ist die von Ulrich trefflich beschriebene grüne Hegemonie, die sich gerade katastrophal auf das geistige Niveau der Auseinandersetzung mit Donald Trump auswirkt. Ein Großteil der Leitmedien berichtet nicht über den amerikanischen Wahlkampf, sondern es wird primitiv agitiert, als wären wir bei einem Bundeskongress der Grünen Jugend.

Was hat Trump beispielsweise in dem dubiosen „Pussy“-Mitschnitt vor zehn Jahren für furchtbare Verbrechen begangen? In einem lockeren Männergespräch soll er gesagt haben, dass er bei Frauen einfach ungefragt drauflos küsse und man sich alles erlauben könne, wenn man ein „Star“ sei. Man könne den Frauen dann sogar zwischen die Beine greifen, ohne dass sie sich dagegen wehrten. Das sind alberne Herrenwitze und nicht ernst gemeinte Frotzeleien, wie sie von Millionen von ehrwürdigen Familienvätern an jedem zweiten Samstag beim Bier geäußert werden. Das können natürlich jene grünen Hegemonen nicht nachvollziehen, die den steuerfinanzierten grünen Staatshumor von Sendungen wie „Die Anstalt“ oder „heute-show“ lustiger finden als den konservativen AfD-Humor in der Sendung „Stromberg“. Die flapsigen Bemerkungen von Trump als ernst gemeint einzustufen, ist in hohem Maße lächerlich – gerade angesichts des Kontextes und mit Blick auf die generell saloppe Ausdrucksweise des Republikaners.

Dieser „Stromberg“-Witz von Donald Trump wird nun allen Ernstes von der grün-linken Weltpresse zum Großskandal aufgeblasen und als ultimativer Beleg für Trumps fehlende Eignung als US-Präsident gewertet – sonst haben wir keine Probleme. „Mit sexuellen Übergriffen geprahlt“ – so lautete das lächerliche Narrativ der Medien. Bei „Spiegel online“ nimmt Sascha Lobo das Wort „geprahlt“ nicht so wichtig und schreibt stattdessen bereits von „Trumps sexuellen Übergriffen“, so als sei es ganz selbstverständlich schon Fakt, dass Trump nicht nur geprahlt, sondern auch die Tat begangen habe.

Wenn der Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz alle (!) Männer in vollem Ernst als „potenzielle Vergewaltiger“ bezeichnet, dann kommt er damit problemlos durch – er steht schließlich auf der richtigen Seite und darf sich als Grüner alles erlauben. Zwar kann man einwenden, dass Michael Gwosdz kein Präsident oder Kanzler ist – aber auch lokal gab es keine vergleichbare Empörung der Medien. Trump hingegen wird wegen eines harmlosen Herrenwitzes zum Unmensch gestempelt. Dass der grün-linke Medienbetrieb hier in üblicher Manier mit zweierlei Maß misst und eine heuchlerische Kampagne gegen Trump fährt, ist offenkundig. Kaum ein Vorwurf eignet sich für die Dreckschleuderei gegen politische Konkurrenten und Widersacher so vorzüglich wie der Vorwurf des „Sexismus“.

Nach dem üblichen grün-hegemonialen Kampagnenmuster gegen Konservative wird Trump jedoch nicht nur „Sexismus“, sondern auch „Rassismus“ unterstellt. In gleichlautenden Behauptungen im „Stern“, in der „FAZ“, in der „Berliner Morgenpost“ und unzähligen anderen Medien heißt es, Trump habe „Mexikaner als Drogendealer und Vergewaltiger“ betitelt. Nein, hat er nicht. Erstens hat er sich nicht über Mexikaner geäußert, sondern über illegale mexikanische Einwanderer, von denen es in den USA mehrere Millionen gibt. Zweitens hat Trump sich auch nicht so pauschal geäußert, wie ihm unterstellt wird.

Obgleich dieses vermeintliche Trump-Zitat nun auch schon über ein Jahr alt ist, wird es von den herrschenden Leitmedien noch immer rauf- und runtergeleiert, um Trump darauf zu reduzieren. Auf der Netzseite der „Washington Post“ sah ich mir daher das Originalvideo an und vernahm eine Aussage von Donald Trump, die man nur mit böswilligster Interpretation als pauschale Anschuldigung gegen mexikanische Einwanderer auslegen kann. Nicht mehr nur böswillig, sondern vollständig wahrheitswidrig und dreist wird es zudem, wenn beispielsweise die „Frankfurter Rundschau“ und andere Medien behaupten, Trump habe sogar „alle Mexikaner als Drogendealer und Vergewaltiger attackiert“.

Da die deutschen Leitmedien nicht in der Lage sind, ihren Aufgaben auch nur ansatzweise nachzukommen, sah ich mir kürzlich bei Youtube eine Trump-Rede an, um mich selbst um ein Bild zu bemühen. Die ständig vom Medienkartell behauptete „Inhaltsleere“ und die „Parolen“ sind mir bei der Betrachtung des Youtube-Videos natürlich entgangen. Stattdessen bot sich mir ein durchwachsenes Bild: Manche Auffassungen und Forderungen zur Energie-, Wirtschafts- und Außenpolitik fand ich sehr vernünftig; andere Aussagen erschienen mir dagegen als kaum einzulösende Versprechungen, und wiederum andere Aussagen waren einfach nur typisches inhaltsleeres Politiker-Blabla, das ich zur Genüge aus dem deutschen Fernsehen kenne.

Während vermutlich linksextreme Terroristen infolge der medial geschürten Hetzstimmung einen Brandbombenanschlag auf das Parteibüro der Republikaner verüben, werden in den deutschen Medien ausgerechnet die Trump-Anhänger fast durchgehend und pauschal als hysterischer und gewaltbereiter Mob dargestellt. Die „FAZ“ sieht in den Trump-Sympathisanten „aufgepeitschte Anhänger“; die „Bild“ wettert gegen „fanatische Anhänger“ und schreibt über Millionen von Trump-Sympathisanten mal eben pauschalisierend, dass „ihre Gewaltbereitschaft“ von Trump geschürt werde.

Einer der wenigen Journalisten, die bei der Berichterstattung über Trumps Anhänger für Zwischentöne sorgten, war Malte Lehming. Der „Tagesspiegel“-Autor verwies auf empirische Befunde, wonach 58 Prozent der Clinton-Anhänger Schwierigkeiten haben, jemanden zu respektieren, der eine Präsidentschaft von Trump unterstützt. Umgekehrt sollen es nach der Umfrage des Pew Research Center nur 40 Prozent der Trump-Anhänger sein, denen es schwer fällt, Clinton-Unterstützer zu respektieren. Der „Tagesspiegel“-Autor schließt seinen Artikel daher mit einer Feststellung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt: „Das Klischee von den toleranten Demokraten und den intoleranten Republikanern ist offenbar just das – ein Klischee.“ Eieiei! Was für ein starker, „rechtspopulistischer“ Tobak! Und nun die ketzerische Preisfrage: Wer mag wohl für dieses „Klischee“ verantwortlich sein, wer hat es produziert? Die Wahrheitspresse kann es ja nicht gewesen sein, denn sonst würde sie schließlich nicht „Wahrheitspresse“ heißen.

Insbesondere auch im Fernsehen verkommt die Auseinandersetzung mit Trump zum grünen Gesinnungstribunal. „Er hasst Frauen, er hasst den Islam, er hasst Zuwanderer“, geiferte eine hysterische Maybrit Illner zur besten Sendezeit – offenbar ohne zu merken, dass solche Tiraden womöglich nicht mit einer Rolle als unparteiische Moderatorin vereinbar sein könnten. Belege für ihre harten Anschuldigungen? Null. In ihrer Sendung saß kein einziger Trump-Verteidiger, der sich zu diesen Vorwürfen hätte äußern können. Stattdessen wurde der grüne Alt-68er Daniel Cohn-Bendit aufgeboten, der mit Blick auf Trump irgendwas von „Hitler“ und „Juden“ fabulierte. Füße hoch, das grüne Niveau will durch.

Worin die Motive des medialen Anti-Trump-Furors im Kern bestehen, zeigte Illner mit einer entlarvenden Frage in der gleichen Sendung. In Bezug auf Trump fragte sie an Daniel Cohn-Bendit gerichtet: „Wenn diese Idee von einer Auflösung der Nationen, von einer Zuwanderungsgesellschaft so an Attraktivität verloren hat – haben wir dann auch selber Fehler gemacht?“ Diese Frage ist gleich in dreierlei Hinsicht bemerkenswert. Erstens wird hier offen zugegeben, dass die Gegenspieler von Trump und Co – also die etablierte Politik und insbesondere das grüne Milieu – eine „Auflösung der Nationen“ anstreben. Zweitens bringt sie mit dem Wörtchen „wir“ zum Ausdruck, dass sie offenbar auch selbst diese Idee verficht. Drittens bringt sie mit diesem „wir“ aber auch zum Ausdruck, dass sie sich in dieser Frage nicht mehr als neutrale Moderatorin sieht, sondern dass sie sich wie selbstverständlich auf die Seite einer ideologischen Agenda schlägt. Bei der vom grünen Hegemon geplanten „Auflösung der Nationen“ stellt Trump selbstverständlich einen Störfaktor dar, sodass sich mit Blick auf die Berichterstattung so einiges erklärt.


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