04. Februar 2016

SPD-Propaganda Ralf Stegner und der „anständige Deutsche“

Gericht über die „dummen“ AfD-Wähler

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Bildquelle: shutterstock Im Land des Flüsterns: Misstrauen und Denunziation

„Anständige Deutsche wählen niemals die rechtsextreme AfD-Bande, die politisch verantwortlich für rechte Gewalt ist! Auch Nichtwählen hilft AfD!“

Ja, der allseits als sympathisch wahrgenommene Herr Stegner geifert wieder. „Rechtsextreme Bandenmitglieder“ sollen es sein, die die AfD wählen.

Nun, so kennt man ihn, das Hampelmännchen der Sozialdemokratie, immer gut, um seinen Selbsthass auf andere Leute zu projizieren. Man sieht es ihm förmlich an: Die Angst vor dem Tag, wo er mit seinen geringen Mitteln einer Arbeit nachgehen müsste, die nicht fremdfinanziert ist und seinen „Talenten“ entspricht, steigt in den letzten Zipfel der herunterhängenden Mundwinkel. Noch ein bisschen mehr panikartiges Gestarre auf die neuesten Umfragewerte, und es wird ihm ganz bange ums Herz, ob denn die „rechtsextreme Bande“ ihm durch Abstrafe mangels Stimmenentzug schon alsbald den hervorragend bezahlten Job kappt.

Denn eines steht fest: Es wird vor allem eng für die SPD. Die Umfragewerte schrammen bedenklich nahe an denen der AfD entlang, und eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Wie auch? Wer so oft wie die SPD (und alle anderen etablierten Parteien) seine Kernwählerschaft verraten hat, muss sich nicht wundern, wenn er den gleichen Weg geht wie die FDP, die sich nie wieder (zu Recht) aus ihrem tiefen Loch herausgewurschtelt hat.

Und genau das ist der wunde Punkt eines Herrn Stegner. Und eines Herrn Gabriel und eines Herrn Steinmeier und wie sie noch alle heißen. Auf die Idee, dass die AfD auch deshalb den großen Zulauf bekommt, weil sich die Menschen vollkommen im Stich gelassen fühlen, auf diese Idee kommt man gar nicht erst. Nie sind es die hohen Damen und Herren schuld, dass die Dinge nicht so laufen, wie sie sich das wünschen. Immer sind es die „Dummen“, die so gar nicht verstehen wollen, was doch angeblich so gut für sie ist.

Und so maßt sich einer nach dem anderen an, über richtig und falsch, über gut und böse Gericht sitzen zu dürfen. Sie maßen sich an, „besser“ zu sein als die „dumme“ Wählerschaft, die sie nur dann für intelligent und „anständig“ halten, wenn die Lemminge sich keinen Millimeter von den Vorgaben und Anweisungen entfernen, die selbstlose Politiker für sie zur Verfügung stellen.

(Fast) alle Spitzenpolitiker haben den Bezug zur Realität verloren. Sie bemerken nicht, was in der „normalen“ Welt vor sich geht, um was sie sich eigentlich zu kümmern hätten, wenn sie schon von anderer Leute Geld leben. Die vielen Jahrzehnte, in denen sie immer mehr gemästet wurden, in denen sie sich immer weniger vor ihren Arbeitgebern verantworten mussten, haben aus der Politikerkaste eine winselnde, jämmerliche, sich permanent selbst bemitleidende Krabbelgruppe werden lassen; unfähig, mit Kritik oder gar mit der Konkurrenz fertigzuwerden.

Das einzige, was sie können, ist, die Leute, die sie finanzieren, gegeneinander aufzuhetzen. In diesen Wochen und Monaten nimmt es geradezu groteske Züge an. Leute, die sich ewig kennen, gehen aufeinander los, Menschen, die sich grundsätzlich schätzen, reden nicht mehr miteinander. Sie stopfen sich gegenseitig in irgendwelche Ecken, wo die meisten wahrscheinlich gar nicht hingehören, und man fühlt sich zunehmend im „Land des Flüsterns“ angekommen.

Gruselig. Und wenn man dann noch mit Sicherheit weiß, dass dies alles nur den eh schon Gemästeten nützt, wird einem ganz schlecht. Ein George Soros, der sich ins Fäustchen lacht, ein Bankgewerbe, das mangels Aufmerksamkeit jetzt jede Schweinerei durchziehen kann, ein Finanzminister, der von allem möglichen fabuliert, dem keiner zuhört und der später zu Recht sagen kann, dass er es doch gesagt hat; sie alle haben in diesen Zeiten leichtes Spiel. Und nicht nur sie. Während wir uns hier gegenseitig zerfleischen, machen „die da oben“, was sie wollen.

Ein genialer Plan, wenn Sie mich fragen. Leider ist die Genialität ein bisschen schräg „verteilt“.

Ach, und übrigens, Herr Stegner: Wer „unanständige Deutsche“ an den Pranger stellt, sollte zumindest selbst so anständig sein, von diesen kein Geld in Form von Steuern und Abgaben abzukassieren und sich damit ein feines Leben zu finanzieren. Denn „schmutziges“ Geld wird Ihren hohen Ansprüchen an die Moral sicher nicht gerecht, oder?

Ich freue mich sehr, diesbezüglich von Ihnen zu hören.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Freiraum.


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