12. November 2013

Grüne Jugend Greenies im Glashaus

Das Liberty Rescue Team in Aktion

Dossierbild

Am 2. November 2013 fanden sich zehn Personen in Gelsenkirchen zusammen. Sie wussten nicht, was sie erwarten würde, denn vor allem war es die Grüne Jugend (GJ), die in der Vergangenheit wegen ihres fanatischen Ökologismus und Linksextremismus negativ auffiel. Aus Sorge um ihre Autos parkten die Zehn abseits. Die Plakate klebten sie noch auf dem Parkplatz auf die vorbereiteten Banner und starteten ihren Marsch. Auf den Plakaten waren Sprüche zu lesen wie „Grün ist das neue Braun“, „Ökofaschismus – Nein danke“, „USB Sticks saved more trees than you“, „Frauenquote auch für Baustellen und Bergwerke“. Auf dem Weg zum Aktionsort trafen sie auf eine Gruppe Jugendlicher, die offensichtlich der GJ angehörten. Den ganzen Weg zu der staatlichen Schule, in der eine Bundeskonferenz der Greenies stattfand, ließen sich die Demonstranten anpöbeln, so dass die Befürchtung aufkam, gleich auf einen ganzen Haufen solcher Typen zu treffen.

An der Schule angekommen hielten sie kurz vor der Grenze zum Schulgelände. Einer von ihnen hängte umgehend eine gelbe Gadsden-Flagge mit der klassischen Aufschrift „Don't tread on me“ an einen Baum, während ein Kollege sein Megaphon einsatzbereit machte. Noch bevor dieser jedoch beginnen konnte, kam Felix Banaszak, einer der Sprecher der GJ, auf die Demonstranten zu. Er fragte verwundert, was sie vorhätten und ob sie eine Genehmigung zeigen könnten. Ein Protestierender erwiderte, dass er und seine Mitstreiter gegen die GJ protestierten und dass man, anders als in Nordkorea, keine Genehmigung für eine Demonstration benötige. Man müsse sie nur anmelden.

Das Ziel, die GJ mit Provokationen aus ihrer Veranstaltung zu locken, ging also schnell auf. Rasch kamen viele Greenies aus ihrem Versteck und fingen an, gegen das Grüppchen zu pöbeln.

Nach wenigen Minuten fuhr ein Einsatzwagen der Polizei auf. Die Beamten waren sichtlich amüsiert und wollten auf Biegen und Brechen den Namen der Gruppe erfahren. Auch unter den Grünen herrschte große Verwirrung, als erwidert wurde, dass eine Ansammlung von Individuen noch lange keine Gruppe oder Partei darstelle. Schließlich fiel spontan der Name „Liberty Rescue Team“ (LRT). Die Anmeldung der Veranstaltung war so kurzfristig erfolgt, dass keine Eingangsbestätigung von den Behörden eintreffen konnte, die nun den Beamten hätte gezeigt werden können. Aber die Polizisten störte dies auch nicht weiter. Der Einsatzleiter war von der Aktion so angetan, dass das „Liberty Rescue Team“ auch ohne Anmeldung weiterprotestieren durfte. Als die Polizisten zu den Grünen gingen, um deren Sicht der Dinge zu erfahren, fuhr das LRT mit der Ansprache fort.

Einige GJ-Anhänger kamen erneut heraus, um entweder ernsthaft zu diskutieren oder ihren Unmut darüber kundzutun, dass sie als Faschisten bezeichnet wurden. Den Vorwurf, das LRT würde einen direkten Meinungsaustausch scheuen, ließen die Demonstranten nicht lange auf sich sitzen und gingen auf die grüne Menge zu. Auf dem Schulgelände verteilten sie sich dann, so dass jeder zu einem halben Dutzend von Jugendlichen sprechen konnte. Gefilmt wurde dies auf Wunsch der GJ nicht.

Es fielen Begriffe wie Kollektivfreiheit, Somalia, begrenzte Ressourcen, Raubtierkapitalismus und alle nur erdenklichen Horrorszenarien über die Zukunft und die Umwelt. Glänzen konnten die Ökos mit peinlicher Unkenntnis bezüglich aller erdenklicher Themen. So schätzten sie zum Beispiel den CO2-Anteil der Luft auf 30 bis 40 Prozent. Entsprechend groß war der Schock, den wahren Wert zu erfahren. Insgesamt dauerte die Megaphonansprache des LRT nicht länger als eine halbe Stunde. Die anschließenden Diskussionen dauerten jedoch fünf Mal so lange. Und dies war der eigentliche Erfolg der Aktion. Mit etlichen Grünen wurde gesprochen. Die Palette reichte von hoffnungslosen Ideologen, an denen kein Argument haften blieb, bis hin zu offensichtlichen Mitläufern, die nur entsetzt zuhören konnten. An diesem Tag wurden viele grün-religiöse Gefühle verletzt und einige Lichter in dunkelgrünen Köpfen entzündet.

Mit dieser Aktion wurde enorm viel erreicht. Zum Einen wissen die Grünen nun, dass Marktwirtschaftler keinen Anzug mit Krawatte tragen müssen. Die heutigen Liberalen sind mutig und stolz und lassen sich nicht mit billigen Slogans als Untermenschen titulieren. Sie sehen aus wie Du und ich und haben Humor. Neben den überbrachten Fakten und Informationen waren dies die Botschaften, die sicherlich haften geblieben sind. Mit einem Gefühl des Sieges und sichtlich gut gelaunt erreichte das LRT schließlich die geparkten Autos. Der Anfang war getan.

Die nächste Aktion wird im Dezember stattfinden. Es wird wieder eine Demo gegen eine Sozialistenveranstaltung sein. Maximale Provokation wird auf der Tagesordnung stehen. Das LRT rechnet mit einem empörten Aufschrei der Besserwisser und erwartet viel Spaß und gute Bilder, die mit Sicherheit für Aufsehen sorgen werden.

Die Aktionen des Liberty Rescue Teams werden nicht vorher angekündigt oder beworben. Solange eine gewisse Geheimhaltung möglich ist, sollte der strategische Vorteil des Überraschungsangriffs genutzt werden. Die Sozialisten werden mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Auf dem Feld, auf dem sie gleichzeitig am verwundbarsten sind. Dem Feld der Meinungsfreiheit.

Video

Das LRT in Gelsenkirchen


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