10. Juni 2011

Klimawandel Atempausen für den Umweltschutz

Die Erdenmenschen sollten sich an die eigene Nase fassen

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Prof. David Sherman von der University of Adelaide, Mitglied des Weltklimarats ICPP, fordert, dass Eltern für jedes neugeborene Kind 18.000 Dollar für den künftigen Sauerstoffverbrauch zahlen. Schließlich sind diese Eltern ursächlich dafür verantwortlich, wenn sie die Welt mit Lebewesen beglücken, die ohne Sauerstoff nicht lebensfähig sind und CO2 ausatmen.

Es ist unbestreitbar, dass jeder Mensch täglich ein halbes Kilo CO2 ausatmet und damit für den gefährlichen Klimawandel verantwortlich ist. Ohne CO2 gibt es auf diesem Planeten kein Leben, und wenn es so ist, dass dieses Treibgas das Klima verändert, müssen wir als menschliche Umweltschädlinge dieser Tatsache Rechnung tragen. Der Professor setzte hier ein Signal, dem unsere Klimaschützerin Renate Künast nur beipflichten könnte, strebt sie doch „eine CO2-freie Gesellschaft" an. Das ist ein Wort, dem Taten folgen sollten. Neugeborene verursachen Wachstum, angefangen von den Pampers, den Kinderbetten und der Ausstattung der Kinderzimmer, und mit jedem Lebensjahr wachsen die Ansprüche. PCs, Handys, Fahrräder, Autos: Eine Produktion von CO2 ohne Ende! So geht es nicht weiter, und da sind Maßnahmen erforderlich!

Und wie aus gut unterrichteter Quelle zu hören ist, sieht auch die Regierung in Deutschland Handlungsbedarf, und es besteht bereits eine Ethikkommission zur Begrenzung des schädlichen Wachstums. Der Ethikommission gehören Mitglieder der Regierung an, Vertreter der Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und den Umweltverbänden. Auch Wissenschaftler der verschiedenen Disziplinen sind mit von der Partie. Es besteht strenge Geheimhaltung, weshalb wir eine undichte Quelle nicht nennen können, denn das wäre Geheimnisverrat und juristisch strafbar. Doch sind uns schon wichtige Details bekannt, die uns einen Aufschluss darüber vermitteln, wohin die Bundesrepublik Deutschland steuert. Eine Übereinstimmung besteht schon darin, dass es für alle Bürgerinnen und Bürger ab 2015 einen verbindlichen Ökopass mit Verhaltensregeln und Auflagen geben wird.

Die Anregung, Eltern sollten wie vom Weltklimarat vorgeschlagen eine Sauerstoffsteuer zahlen, findet in der Ethikkommission eine erstaunliche Zustimmung. Ein Vertreter von Die Linke wandte lediglich ein, dass falls arme Eltern noch unbedingt ein Kind wollten, die Sauerstoffsteuer vom Staat übernommen werden müsste. Da dem Staat ohnehin die Luft ausgeht, verständigte sich die Ethikkommision unter dem Beifall aller Mitglieder auf die Einführung einer Luftsteuer für alle Bundesbürger. Widersprüchliche Meinungen gab es über den Zeitpunkt der Einführung, aber man einigte sich mit einem Politiker der FDP über eine zeitgleiche Einführung mit dem Ökopass 2015. Über verschiedene Punkte der Wachstumbegrenzung – Bischöfe und Pastoren der Kirchen sprechen hier von der Eingrenzung der Gier – wird noch heftig debattiert. Einigkeit besteht darin, dass sich das Konsumverhalten der Menschen in unserem Lande grundlegend ändern muss.

Aus den zur Zeit noch diskutierten Vorschlägen lässt sich aber schon entnehmen, was auf uns zukommt. Der natiomale und internationale Flugverkehr soll in Deutschland stufenweise reduziert und irgend möglichst eingestellt werden. Mit ihrem Ökopass erhalten die Bürger Gutscheine, Voucher sagt der Volksmund, mit denen sie künftig Dienstleistungen maßvoll in Anspruch nehmen, um den  Verbrauch an CO2 nachhaltig zu senken. Jeder darf nur noch eine Flugreise oder Bahnreise jährlich für sich und seine Familie buchen. Überfüllte Flughäfen und Züge wird es damit nicht mehr geben. Ob private Autofahrten gar nicht mehr möglich sind, sondern nur noch eine berufliche Nutzung, darüber wird noch diskutiert. Sicher ist aber schon, dass es auch für unser Auto einen Voucher gibt, der uns vorschreibt, ob und wann wir mit unserem Fahrzeug die Umwelt verschmutzen.

Einvernehmen herrscht indes darüber, dass die Zeit des gierigen Konsums ab 2015 vorbei ist, dafür sorgt eine Regelung für den Kauf oder die Nutzung elektronischer Geräte. Auch für Flachbildfernseher, PCs und vorallem für Handys gibt es Gutscheine, womit jeder vierjährig ein Gerät erwerben kann. Ein FDP-ler schätzte sich glücklich, hier zustimmen zu können, denn die Kunden dürfen sich noch für verschiedene Marken und Fabrikate entscheiden. Gregor Gysi meinte, er spüre einen Hauch von DDR. Unglaublich, wen die CO2-Religion alles zusammenführt.

Doch Freunde, jetzt wird es bitterernst, denn der Ökopass 2015 wird unser persönliches Leben verändern. Dass die Ächtung der Raucherinnen und Raucher Fortschritte macht, wissen wir bereits, aber in der Ethikkommission wird über weitere Schritte nachgedacht, die Lust am Rauchen gänzlich zu untersagen. Unstimmigkeiten gibt es auch noch beim Wein-Biergenuss. Im Gespräch sind höhere Steuern, eine Reduzierung des Alkoholgehalts bis hin zu den staatlichen Gutscheinen, die nur noch einen stark reduzierten Kauf von allkoholischen Getränken gestatten. Probleme bei der Debatte um Maßnahmen gegen das Rauchen bereitet der Ethikkommission der Ex-Kanzler Helmut Schmidt. Mehrheitlich herrscht die Meinung vor, Rauchen sei eine strafrechtliche Handlung, aber man schreckt vor der Tatsache zurück, einen 92-jährigen Ex-Kanzler wegen dieser Straftat zu verhaften.

Weil Rinder, Kühe, Schweine, halt unser liebes Vieh, auch für das gefährliche Treibhausgas verantwortlich sind, wird mit dem Ökopass der Fleischverzehr stufenweise reduziert und bis 2018 gänzlich eingestellt. Für den Fleischverbrauch gibt es Gutscheine und die abzugebenden Mengen werden von Jahr zu Jahr verringert. Im natürlichen Leben sind schon Talglichter bedenklich, offene Feuer allzumal, und selbst Sonnenkollektoren  sind zwar ökologisch, müssen aber ebenso wie Windräder produziert werden, und ohne CO2-Verschwendung funktioniert das nicht. Leute, da muss mehr geschehen, wir müssen uns mit unserem persönlichen Verbrauch an CO2 selbst in den Mittelpunkt stellen. Wir müssen uns selbst, unser Leben als schuldig betrachten. Zweifel sind da nicht mehr angebracht – oder doch?

Die amtierende Ethtikkommission zur Begrenzung des schädlichen Wachstum vermittelt keine Hoffnung darauf, dass sich Menschen auf ihren eigenen Verstand besinnen. Wenn die Kinder in den Schulen, so eine Dame aus dem Bereich Erziehung und Bildung, lernen würden, täglich einige Minuten die Luft anzuhalten, leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz. Man könnte sich auch wünschen, dass Regierung, Parlament und Politiker eine langjährige Atempause einlegen mögen.

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Uwe Timm

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