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Forschungsethik I: Die interne Unterdrückung der Wissenschaft

von Henry Bauer

Klimaskeptiker sind nicht die einzigen Wissenschaftler, die wie Aussätzige behandelt werden

Als bekannt wurde, dass Klima-„Forscher“ in privaten Emails diskutiert hatten, wie sie dem Publikum wichtige Daten vorenthalten können, damit der Glaube der Öffentlichkeit an das Dogma, dass menschliche Aktivitäten erheblich zur Erwärmung des Klimas beitragen, nicht erschüttert wird, war ich weniger überrascht als viele andere.

Ich war nicht besonders überrascht, weil ich gerade ein paar Wochen zuvor vor der „Oakland Rethinking AIDS“-Konferenz über den Dogmatismus und die Taktik der Unterdrucksetzung gesprochen hatte, die in anscheinend zunehmenden Bereichen der Medizin und der Wissenschaft grassieren. PowerPoint-Präsentationen der meisten Reden auf der Konferenz sind von der Konferenz-Webseite abrufbar. Hier ist eine leicht modifizierte, lesbarere Textversion meiner eigenen Rede. Das Thema kurzgefasst:

Mehrere Jahrhunderte lang war die moderne Wissenschaft so ziemlich ein freier intellektueller Markt, bevölkert von unabhängigen Unternehmern, deren gemeinsames Ziel es war, zu verstehen, wie die Welt funktioniert. Heutzutage ist sie eine Angelegenheit von Konzernen, wo Patente, Amortisierungen, Prestige und Macht dem Ziel der Erkenntnis wissenschaftlicher Wahrheit vorangestellt sind, und wo die Mächtigen Wissensmonopole errichtet haben.

Peter Duesberg habe ich erst auf der Konferenz persönlich kennengelernt, aber ich kannte ihn schon sehr gut aus vielen Videos. Was mir immer auffiel war sein Ausdruck der Überraschung, des Erstauntseins, der völligen Fassungslosigkeit, als er über die Vorgänge berichtete, nachdem er HIV als Ursache von AIDS in Frage gestellt hatte: „Ich hatte alle Studenten die ich wollte ... Laborplätze ... Zuschüsse ... in die National Academy gewählt ... wurde Wissenschaftler des Jahres in Kalifornien. Alle meine Beiträge wurden veröffentlicht. Ich konnte nichts falsch machen ... professionell ... bis ich in Frage stellte ... dass HIV die Ursache von AIDS ist. Dann änderte sich alles.“

Was dann passierte war, dass er keine Zuschüsse mehr bekam, seine Manuskripte ohne substantielle Kritik zurückgewiesen wurden, nur gesagt wurde, dass „jeder weiß, dass AIDS durch HIV verursacht wird“; Robert Gallo, der zuvor über Duesbergs Ruf als führender Retrovirologe gesprochen hatte, bezeichnete ihn nun öffentlich als in wissenschaftlichen Angelegenheiten unehrlich. Verteidiger der etablierten Sicht haben Duesberg für den Tod hunderttausender Südafrikaner verantwortlich gemacht und ihn moralisch mit Holocaust-Leugnern gleichgesetzt.

Was hatte Duesberg getan, um solch einen radikalen Wandel hervorzurufen?

Absolut gar nichts. Er betrieb Wissenschaft genau wie zuvor: Er sammelte Daten, dokumentierte seine Quellen, machte seine Analysen, präsentierte seine Schlussfolgerungen, damit sie von anderen kommentiert werden konnten. Natürlich war Duesberg überrascht, dass er plötzlich vom gelobten führenden Wissenschaftler zum diskreditierten Exzentriker degradiert worden war.

Natürlich war Duesberg überrascht, weil seine Erfahrung, plötzlich inakzeptabel zu sein, offensichtlich eine Anomalie war. Wissenschaft ist nicht so. Wissenschaft wird mittels objektiver, selbstkorrigierender wissenschaftlicher Methode betrieben. Peer-Review-Gutachten sind sachlich und unparteiisch. Argumente sind gehaltvoll, nicht ad hominem. Diese Erfahrung muss beispiellos sein, einzigartig.

Oder vielleicht nur mit anderen AIDS-Überdenkern geteilt, weil HIV als Ursache von AIDS in Frage zu stellen einfach zu unerhört ist, und völlig gerechtfertigt die AIDS-„Leugner“ außerhalb der Normen wissenschaftlichen Verhaltens und Diskurses stellt. So etwas würden Sie nicht in anderen, normaleren Bereichen der Medizin oder der Wissenschaft finden.

Nun, eigentlich doch. Das würden Sie. Duesberg und die AIDS-Überdenker sind nicht allein. Duesbergs Erfahrung ist nicht einzigartig, sie ist sogar weit davon entfernt, einzigartig zu sein.

Da gibt es zum Beispiel „Apokalypse No!“ (Zu Klampen, Lüneburg 2002), worin Björn Lomborg die Klimaerwärmung diskutiert und, dokumentiert mit mehr als 500 Mainstream-Quellenzitaten, darauf hinweist, dass Kioto-artige Politik die Klimaerwärmung nicht ausreichend reduzieren würde, um so bedeutende Konsequenzen wie die Erhöhung des Meerespiegels zu verhindern. Daher sei es sinnvoll, Anpassungen zu entwickeln, die auf jeden Fall benötigt werden; eine viel bessere Investition als der Versuch, die globalen CO2-Emissionen zu senken.

Ein ziemlich unscheinbares ökonomisches Argument, das allein auf Kalkulationen aus dem Mainstream-Datenpool basiert.

Daher war Lomborg sicherlich genauso überrascht, erstaunt und fassungslos wie Duesberg, als er feststellte, dass ihn seine akademische Diskussion außerhalb des zivilen Diskurses verfrachtete. Der Vorsitzende des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ fragte: „Wo ist der Unterschied zwischen Lomborgs Menschenbild und Hitlers?“ Ein australischer Kolumnist pflichtete bei: „Vielleicht gibt es ein Argument dafür, die Leugnung des Klimawandels strafbar zu machen – sie ist schließlich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Ein amerikanischer Umweltschützer unterstützte diese Idee und schrieb, dass es „Kriegsverbrecherprozesse für diese Schweinehunde“ geben sollte – „eine Art Klima-Nürnberg.“

Natürlich wurden solche Kommentare nicht in der wissenschaftlichen Literatur gemacht, die solchen Rufmord nicht duldet. Oder, so würde man hoffen. Wie sich herausstellt, ist die Hoffnung vergeblich, weil in einer Buchbesprechung in „Nature“ (414: 149-50) behauptet wurde, dass in Lomborgs „Text die Strategie jener eingesetzt wird, die ... behaupten, dass schwule Männer gar nicht an AIDS sterben, dass Juden nicht von den Nazis zum Vernichten selektiert wurden. ...“

Somit ist die Leugnung der Klimaerwärmung genauso inakzeptabel wie die Leugnung von AIDS. Außer, dass – und vielleicht haben Sie’s bemerkt – Duesberg gar nicht geleugnet hat, dass AIDS existiert, er hat lediglich eine andere Erklärung für seine Ursache. Und Lomborg leugnet nicht, dass die Klima-Erwärmung stattfindet, er stellt noch nicht einmal in Frage, dass menschliche Aktivitäten bedeutend dazu beitragen, er stellt lediglich eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf.

Natürlich sind sowohl HIV/AIDS als auch die Erwärmung des Klimas Angelegenheiten, die nicht nur die Wissenschaft beschäftigen, sondern auch die Politik und große öffentliche Ausgaben beinhalten. In einer reinen Wissenschaft wie der Astronomie oder Kosmologie würden Sie so etwas nicht vorfinden, oder?

Doch, das würden Sie. Doch, das tun Sie.

Nehmen Sie die Kosmologie und die Urknall-Theorie vom Ursprung des Universums. Halton Arp war ein respektierter, leitender amerikanischer beobachtender Astronom. Er bemerkte, dass einige Quasar-Paare, die physisch nah beisammen sind, sehr unterschiedliche Rotverschiebungen haben. Wie aufregend! Offenbar sind einige Rotverschiebungen nicht vom Doppler-Effekt verursacht, mit anderen Worten, nicht von der schnellen relativen Bewegung von uns weg. Das bedeutet, dass die Kalkulationen über die Expansion des Universums überarbeitet werden müssen. Es ist möglich, dass es nicht mit einem Urknall begann!

Das ist genau die Art von Entdeckung mit riesigem Potential, auf das Wissenschaftler immer hoffen, nicht wahr?

Ganz sicher nicht in diesem Fall. Arp wurde keine Teleskop-Zeit mehr zugeteilt, um seine Beobachtungen fortzusetzen. Im Alter von 56 emigrierte Halton Arp nach Deutschland, um seine Arbeit am Max-Planck-Institut für Astrophysik fortzusetzen.

Arp war jedoch nicht allein mit seiner Ansicht. 34 leitende Astronomen aus zehn Ländern, einschließlich solch herausragende Figuren wie Hermann Bondi, Thomas Gold, Amitabha Ghosh und Jayant Narlikar schickten „Nature“ einen Brief, in dem sie darauf hinwiesen,

- dass sich die Urknall-Theorie auf eine wachsende Zahl von hypothetischen ... Dingen stützt, die nie beobachtet worden sind;

- dass alternative Theorien alle grundlegenden Phänomene des Kosmos ebenfalls erklären können

- und dass dennoch alle finanziellen und experiementellen Ressourcen in der Kosmologie den Urknall-Studien zugesprochen werden.

Genau diese Art von Diskussion, der Streit über das Für und Wider konkurrierender Ideen, findet in der Wissenschaft ständig statt. Bloß, dass „Nature“ sich weigerte, den Brief zu veröffentlichen.

Er wurde vor kurzem im Internet veröffentlicht, und bis jetzt sind hunderte Unterschriften hinzugekommen – genau das selbe, was mit dem Brief passierte, den die Gruppe der AIDS-Überdenker an „Nature“, „Science“, den „Lancet“ und dem „New England Journal of Medicine“ schickte, die sich alle geweigert haben, ihn zu veröffentlichen.

Auf der Mainstream-Konferenz „Outstanding questions for the standard cosmological model“ wurde die atemberaubend herausragende Frage über diese anomalen Rotverschiebungen nicht einmal erwähnt. Also organisierten die Nicht-Urknall-Kosmologen ihr eigenes, separates Treffen – wiederum wie die AIDS-Überdenker oder jene, die das Mainstream-Dogma des Klimawandels und wie wir ihm begegnen sollen in Frage stellen.

Aus irgendeinem Grund ist Nicht-Urknall-Kosmologie genauso inakzeptabel wie AIDS-„Leugnung“, die keine Leugnung ist, oder Klimawandel-„Leugnung“, die keine Leugnung ist.

Dann gibt es jene abstrakteste aller Grundlagenwissenschaften, die theoretische Physik. Das lange bestehende Problem ist folgendes gewesen: Wie können wir die Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik in Einklang bringen? Die Quantenmechanik betrachtet die Welt als aus diskreten Teilchen zusammengesetzt, während die Relativitätstheorie die Welt von kontinuierlichen, nicht diskreten Feldern beherrscht sieht. Seit der Mitte der 1970er Jahre hat es keinen wirklichen Fortschritt gegeben. Alle haben an der sogenannten „String-Theorie“ gearbeitet, die keine überprüfbaren Schlussfolgerungen geliefert hat und eine Hoffnung, eine Spekulation, nicht eine wirkliche Theorie ist. Dessen ungeachtet finden theoretische Physiker, die andere Ansätze untersuchen wollen, keine Anstellung, keine Zuschüsse und werden nicht veröffentlicht. (Lesen Sie Lee Smolin, „Die Zukunft der Physik“)

Sie fangen an, sich zu fragen, nicht wahr, wie viele andere Fälle es in der Wissenschaft geben könnte, wo eine einzige Theorie sämtliche Ressourcen in Anspruch nimmt? Und wo kompetente Wissenschaftler, die etwas anderes ausprobieren möchten, nicht nur ausgesperrt, sondern auch persönlich beleidigt werden?

Nun, da gibt es die Frage, warum die Dinosaurier ausgestorben sind. Jeder weiß, dass die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren krepierten, als ein Meteorit auf die Erde traf. Das heißt, jeder weiß das bis auf die Paläontologen, deren Spezialität diese Art von Frage sein sollte.

Die Meteoriten-Theorie wurde vom Physik-Nobelpreisträger Luis Alvarez und seinem Sohn Walter, einem Geologen, entwickelt. Der Paläontologe Dewey Mclean hatte zuvor eine auf Vulkanismus basierende Theorie entwickelt – es war lange bekannt gewesen, dass zu der relevanten Zeit eine gewaltige vulkanische Aktivität, der sogenannte „Dekkan-Trapp“, stattgefunden hatte.

Glauben Sie, dass Alvarez mit McLean eine zivilisierte, gehaltvolle Diskussion geführt hat?

Oder überrascht es Sie zu hören, dass Alvarez auf einer Konferenz im Privatgespräch zu McLean sagte: „Ich werde ihre Karriere vernichten, wenn sie beharrlich bleiben.“ Und Alvarez hat sich tatsächlich mit McLeans Universität in Verbindung gesetzt und versucht, McLeans Beförderung zu blockieren – ich weiß das mit Sicherheit, denn ich war zu der Zeit der Dekan an Dewey McLeans College.

Natürlich hat es in der Wissenschaft immer Widerstand gegen den Wandel gegeben, so wie in anderen Bereichten menschlicher Aktivität auch. Aber dieser Grad an Unterdrückung von Minderheitenmeinungen und die Verwendung von Gossensprache und Rufmord lässt ihn wie ein neues Phänomen erscheinen. Jedenfalls erschien es jenen Leuten so, die sich plötzlich vom Diskurs und den Ressourcen des Mainstreams ausgeschlossen fanden.

Arp, Duesberg, Lomborg, Mclean und andere „Leugner“ verschiedener Mainstream-Theorien sind überrascht, weil die Wissenschaft eigentlich nicht so sein sollte. Lomborg weiß nicht, dass „AIDS-Leugner“ ähnlich wie „Klimaerwärmungs-Leugner“ behandelt werden. Arp weiß nicht, dass AIDS und Klimaerwärmungs-„Leugner“ schlimmer behandelt werden als jene, die den Urknall in Frage stellen. McLean weiß nicht, dass Karrieren der „Leugner“ von AIDS, dem Urknall und der Klimaerwärmung ebenfalls bedroht wurden. Jeder, der solche Erfahrungen persönlich gemacht hat, meint, dass es eine einmalige Erfahrung ist, weil Wissenschaft so nicht sein sollte.

Aber die Wissenschaft ist heutzutage so: Widersprechen Sie der gängigen gegenwärtigen Meinung der Wissenschaft und Sie werden keine Zuschüsse erhalten, nicht veröffentlicht werden, und mit Holocaust-Leugnern gleichgesetzt werden.

Und so war es in Wirklichkeit nicht immer. Heutzutage ist „Wissenschaft“ und „Grundlagenforschung“ extrem halsabschneiderisch geworden, und es gibt eine Menge Kompromisse in der Qualität und pure Unehrlichkeit in der Wissenschaft. Zum Beispiel veröffentlichen die „NIH Rundbriefe“ regelmäßig die Namen spezifischer Individuen, die aufgrund irgendeiner Unehrlichkeit für eine bestimmte Zeit von der Zuschussvergabe ausgeschlossen werden.

In der guten, nicht so alten Zeit gab es keinen Bedarf für ein „Federal Office of Research Integrety“, ein Bundesamt für Forschungsintegrität – eine Bezeichnung, an der George Orwell seine reine Freude gehabt hätte. Aber nun haben wir so ein Amt, und an den Colleges gibt es „Centers for Research Ethics“, Forschungsethikzentren, und Verleger haben Fachzeitschriften wie „Accountability and Research“, „Verantwortlichkeit und Forschung“ herausgegeben – es gibt eine junge, aufkeimende akademische Industrie, die sich der Aufgabe widmet, den Wissenschaftlern zu sagen, wie sie sich zu verhalten haben.

So weit ist es mit der Wissenschaft gekommen. Echte Wissenschaft, die Suche nach besserem Verständnis, ist von Selbstsucht und persönlichem Interesse gekapert worden und ist nun Gefangene der Wissensmonopole und Forschungskartelle. Eine einzige Theorie übt dogmatische Kontrolle über Zuschüsse, Veröffentlichungen, Berufe und Beförderungen aus.

Weshalb? Wie ist das geschehen?

In einem Folgeartikel werde ich beschreiben, wie wir zu dieser neuen Weltordnung der Wissenschaft gelangten.

Information

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 17. Dezember 2009 auf der Webseite lewrockwell.com veröffentlicht und wurde für ef-online von Robert Grözinger aus dem Englischen übersetzt.

Internet

Björn Lomborg: „Apokalypse No!“ (Zu Klampen, 2002)

Lee Smolin, „Die Zukunft der Physik“ (Deutsche Verlags-Anstalt, 2009)

21. Dezember 2009

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Kommentare

Fatal, am 21. Dezember 2009 um 20:26 ( Link )

Ein sehr wichtiger und auch interessanter Artikel, wie ich finde.

Wie es zu einem solchen Verhalten von Wissenschaftlern kommen kann ist, aus meiner Sicht, schnell erklärt: Die Damen und Herren Wissenschaftler sind eben - auch wenn sie es allzu gerne vergessen - auch nur Menschen.
Es wird zwar von diesem Berufsstand erwartet, jede Information völlig neutral zu bearbeiten, diese Anforderung ist jedoch von keinem Menschen aus Fleisch und Blut zu erfüllen.

Man stelle sich vor, man wäre Wissenschaftler in einem bestimmten Fachgebiet, habe Bücher, Vorträge und Artikel publiziert, sei in der eigenen Disziplin bekannt, geachtet und verehrt - und plötzlich kommt irgendso ein Jungspund daher, der grad erst seine Doktorarbeit hinter sich gebracht hat und erklärt einem, dass die gesamte Lebensaufgabe, die man bisher verrichtet hat, komplett falsch und sinnlos war, weil sie auf unrichtigen Annahmen beruht. Zigtausende von Laborstunden, Jahre vor dem Rechner, die ganze Mühe, alles für nix und wieder nix!

Natürlich gehen da viele den Weg des geringsten Widerstandes und torpedieren einfach die Arbeit des Anderen, der häufig eine geringere Reputation hat als man selbst. Wie wenige Menschen haben denn die innere Größe, zuzugeben, dass sie selbst Zeit ihres Lebens falsch lagen, ihre akademische Karriere sinnlos oder gar schädlich war und sie all ihren Ruhm und ihr Ansehen gar nicht verdient haben?

EEkat, am 21. Dezember 2009 um 20:48 ( Link )

---Weshalb? Wie ist das geschehen?

In einem Folgeartikel werde ich beschreiben, wie wir zu dieser neuen Weltordnung der Wissenschaft gelangten.

Wie fies. Eine Fortsezung.

Denn auch ich wüßte gerne, mit welchen Ursachen wir es hier zu tun haben. Und es muß eine Absicht, ein Antrieb damit verknüpft sein. Es muß jedoch keine zentral koordinierte Absicht sein.

Irritierenderweise sind auch die Naturwissenschaften davon betroffen.

Ich halte das ganze für eine Krise der Menschheit, an dessen Nahtstelle zwischen Wollen, und Wissen.

Wollen fordert die Vormacht, und bemächtigt sich dabei des vermeintlichen Wissens.

Das wäre dann auch mein Erklärungsangebot, warum der Sozialsimus im Moment aus allen Poren dieser Welt herausdrängt.

Mit einem vemeintlichem Wissen, beispielsweise über das globale Klimageschehen, und der eigentlichen Zielsetzung, der Welt damit eine Zentral-Regierung zu verpassen. Ein kollektiver Wollens-Impuls, der freilich bei den meisten unterhalb der Wahrnehmungsschwelle bleibt, irgendwo in deren Lustzentrum wütet.

Der unerschütterliche Glaube an die Planwirtschaft, trotz aller gegenteilig schlechten Efhfahrungen, mit der Vision einer durch menschliches Wissen prägbaren Welt, hinter der sich jedoch nicht Wissen bereithält, sondern nur vorgegeben wird.

Darauf thronend dann wieder der vergeistigte Trieb des Menschen: Wollen.

Ich bin gespannt.

EEkat

leewe, am 21. Dezember 2009 um 21:30 ( Link )

Ja, es erinnert fatal an das Verhalten in einer Diktatur. Während der Zeit der Diktatur der Arbeiterklasse (die sich offen als Diktatur bezeichnete und gleichzeitig behauptete, die wahre Demokratie zu sein, da die Mehrheit über die reaktionäre Minderheit herrschte) wurden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit quasi vorgegeben. Sie wurden geplant, die Pläne wurden "diskutiert" und danach in der praktischen Forschungsarbeit umgesetzt. Siehe da, es purzelten die gewünschten Ergebnisse mit ausgefeilten statistischen Beweisen untersetzt.
Es gab da nur wenige, die weitgehend unbeachtet, überhaupt daran dachten andere Themen zu beforschen.
Leben wir schon in einer Diktatur neuen Typus mit der großen Schere im Kopf?

Adolescent, am 21. Dezember 2009 um 22:40 ( Link )

Danke!
Ein wirklich guter Artikel!

Je weiter die Zeit fortschreitet, desto mehr muss die FREIHEIT dem politischen Willen weichen.
(Egal ob für Staaten oder Großkonzerne)

Deshalb ist es wichtig, Leuten wie LOMBORG zuzuhören und nicht einer der beiden Extreme zu verfallen!

SystemSturz, am 21. Dezember 2009 um 23:23 ( Link )

Ein guter Beitrag.

Ich habe auch den Eindruck, daß wir uns zunehmend selbst beschränken. Einmal gefaßte Meinungen/Ansichten werden als unabänderliches Paragdima angesehen. Jeder, der Alterntiven aufzeigt wird als Spinner oder neuerdings als Verschwörungstheoretiker angesehen. Dabei zeigt jeder, der eine alternative Meinung vertritt, daß er mehr kann als eine Weltschauung nachzubeten - er kann denken. Um eine Alternative zu vertreten, muß man sich mit der Thematik auseinandersetzen, das unterscheidet solche Persönlichkeiten von Nachplapperen und solchen, die nur dagegen sind und keine Alternativen anbieten können.

Ich hoffe inständig, daß wir wieder zu einer offenen Diskussion kommen. Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten einen begründeten Gedanken nicht zu verfolgen. Wir müssen uns ganz schnell von jeglicher "Leugnungs-Keule" trennen. Sollten sich Gedanken als nicht verfolgenswert erweisen, wird dies regelmäßig schnell festgestellt und man beachtet diese Gedanken nicht länger. Solange es aber Gedanken/Meinungen gibt, die mit dem bestehenden Paradigma nicht erklärt werden können, sollte man diesen auch einen Raum geben.
Man kann es natürlich auch wie viele mitteleuropäische Länder machen und alternative Meinungen einfach per Gesetz verbieten (in D ist es der § 130 StGB). Es gibt zwar auch Art 5 GG, in dem Freiheit von Wissenschaft garantiert wird. Die Freiheit endet aber natürlich da, wo das Forschungsergebnis bestehende Paradigmen auslöschen würde.

Gruß Systemsturz

Jochen Trebmann, am 21. Dezember 2009 um 23:41 ( Link )

Ein notwendiger Beitrag. Aber ganz ehrlich: keine atemberaubende Neuigkeit.

Schon immer waren wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien unter Beschuß von Besitzstandswahrern oder Profiteuren. Das ist keine Neuigkeit. Man muß nicht an Kopernikus erinnern, der sich nicht getraute, seine Erkenntnisse zu Lebzeiten zu veröffentlichen.

Beispiel:

Die sogenannte "Deutsche Physik", von den Nobelpreisträgern Philipp Lenard und Johannes Stark unter den Nationalsozialisten propagiert, lehnte Relativitätstheorie und Quantentheorie als "nicht arisch" ab. Heisenberg, beispielsweise, wurde kurzerhand zum "Weißen Juden" erklärt.

Doch die Physik gehorcht halt keinen Parteibüchern. Im Gegensatz zu den Gesetzen für Bürokraten, Juristen und Politikern, die ihre Gesetze selbst schreiben, hat der Herrgott dem Physiker die Gesetze vorgegeben. Irgendwann strecken dann sogar die Hardcore-Bürokraten, also die Nazi-Ideologen, die Waffen. Im November 1940 nahmen die noch klar denkenden Physiker Deutschlands ihren Mut zusammen und beendeten den Spuk der sogenannten "Deutschen Physik". Bis dahin hatte die aber einen so großen Schaden angerichtet, daß die Atombombe für das Reich unerreichbar wurde. Zum Glück!, kann man da nur sagen.

Ein fast noch krasseres Beispiel ideologisierter Wissenschaft ist der sogenannte Lyssenkoismus , der in der ehemaligen Sowjetunion die moderne Gentechnik strikt ablehnte. Was dann stattfand, erinnert schon stark an die derzeitige Klimareligion:

Hier der Link zum Thema Lyssenkoismus

Schöne Grüße
Jochen Trebmann

Manuel Barkhau, am 22. Dezember 2009 um 0:09 ( Link )


Weshalb? Wie ist das geschehen?
In einem Folgeartikel werde ich beschreiben, wie wir zu dieser neuen Weltordnung der Wissenschaft gelangten.

Lass mal raten. Wenn der Staat die Forschung finanziert, tanzen die "Forscher" auch nach der Pfeife der Politik?

EEkat, am 22. Dezember 2009 um 1:06 ( Link )

Die deutsche Physik des Dritten Reiches, ich glaube, die dahinterstehende Motivation, das ist eine gute Spur.

Das Wollen über das Wissen stellen.

Man stelle sich mal vor: wir waren eine zeitlang der Meiunung, in einer offenen Gesellschaft, in einer Demokratie zu leben, von der wir alle grundsätzlich annahmen, daß alle uns betreffenden Entwicklungen in irgendeiner Weise einer gesellschaftlichen Diskussion zugeführt würden.

Nun stellen wir fest: es werden Themen aufgegriffen lange bevor sie überhaupt in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen sind, diese werden heutzutage "wissenschaftlich" untermauert, und erst dann in die Gesellschaft transportiert, die dann jedoch keine Erörterung ihrer Belange mehr anstellen kann, sondern durch Hysterisierung auf den vorgegebenen Weg geprügelt.

Das ist Technik. Ich frage mich, wer dahinter steht. Diese Technik kommt mir wie eine Weiterentwicklung der Gefangennahme des kollektiven Bewußtseins vor, das Deutsche bereits einmal im vergangenen Jahrhundert erlebt hatten.

Was ist an dieser nicht vorher ermöglichten Abwägung noch demokratisch, vor allem dann, wenn auch die Wissenschaft nicht mehr den Anforderungen genügt, die an sie zu stellen waren. Indem abweichende Wissescnhaftler systematisch mundtot gemacht werden.

Ich kenne nach dem 2. Weltkrieg nur eine Bewegung, die sich diese vorliegenden psychologischen Erkenntnisse zunutze zu machen versuchte, eine Weltreligion wurde und dessen Gründer die deutschen als besonders anfällig für die von ihm empfohlene Vorgehensweise bezeichnete.

Wer hat Merkel, wer hat die CDU legitimiert, in einer derartigen Weise vorgehen zu dürfen, der Gesellschaft eine vermeintliche Faktenlage zu suggerieren, in die sie sich dann zu fügen hat.

Ohne Zwiefel steht Merkel für das Ende dessen, was man mal als deutschen Demokratie-Ansatz hätte bezeichnen können.

Ohne Zweifel steht Merkel auch für das Ende einer unabhängigen Wissenschaft.

Ihc mag mich ja in vielem irren, eines jedoch sehe ich ganz klar: diese Sache geht für uns schief. Gesellschaftlich, und wirtschaftlich.

EEkat

Dr. Spiele, am 22. Dezember 2009 um 2:24 ( Link )

Dem geneigten Leser empfohlen:

Paul Marmet(1932-2005), senior researcher at the Herzberg Institute of Astrophysics of the National Research Council of Canada, in Ottawa, from 1983 to 1990. From 1967 to 1982, he was director of the laboratory for Atomic and Molecular Physics at Laval University in Québec City.

Als klassischer Physiker dem gesunden Menschenverstand verpflichtet, nahm er die irrsinnigen und dem relativistischen Zeitgeist verpflichteten Schlussfolgerungen der Relativitätstheorie auseinander, dabei selbstverständlich die Empirik berücksichtigend, bis heute bleibt er hartnäckig vom hochsubventionierten Physikerestablishment ignoriert und nicht widerlegt, aber es kostete ihn natürlich seinen Job:

In May 1999, the head of the physics department came to Marmet’s office and said: “Ce n’est pas ton bureau que nous voulons, ton problème est que tu remets en question les principes fondamentaux de la physique.” Three months later, a letter was sent requiring Marmet's office to become unoccupied before the end of the month. Without research grant and being expelled from his office, Dr. Marmet continued his research alone at home.

Hier dazu relevante Arbeiten von ihm:

Newtons Physik reicht aus, um augenscheinlich relativistische Phänomene zu erklären

Zum Beispiel dieser Artikel von ihm erklärt schlüssig und nach allen Regeln der Kunst das bekannte und verwirrende Phänomen, daß stark beschleunigte Uhren unterschiedliche Zeiten anzeigen, nur eben ohne daß er dabei auf den Science-Fiction-Relativismus der Einsteinjünger zurückgreifen muß.

Einstein stand den relativistischen Implikationen seiner Theorie ja selbst durchaus skeptisch gegenüber, aber was kann man schon gegen seine radikalen Jünger unternehmen, wenn man denn tot ist:

How the Moving Clock Shows a Different Clock Rate!

Und hier wird das ganze allgemeinverständlich und recht amüsant durchgekaut:

Albert Einstein: Der absolut konstante Blödsinn, oder: warum der radikale Relativismus zur Erklärung relativistischer Phänomene unnötig, und die Newtonsche Physik dazu nach wie vor ausreichend ist

Dr. Spiele, am 22. Dezember 2009 um 3:22 ( Link )

Fazit:

We must conclude that the moving observer gets the correct physical predictions when he uses the same equation as the stationary observer. The requirement is that the moving observer must use the moving units and the stationary observer must use the stationary units. This may appear equivalent to Einstein's principle, which claims that nothing is changed after the acceleration of the frame. However, Einstein's hypothesis is erroneous, because in fact, the electron velocity, the Bohr radius and the masses of particles are modified. Einstein did not realize that simple logic and the principle of mass-energy conservation leads to a modification of the reference units in the moving frame that compensates exactly for the real physical changes taking place when masses are accelerated. Space-time distortions are useless and non-realistic. Einstein's principle of invariance is an error, because we cannot claim a real invariance in physics when the atoms in different frames have a different Bohr radius, a different electron mass and also emit different frequencies.

As explained in this paper, a numerical invariance is unsatisfactory in physics, because the size of the units inevitably changes between frames. The physical changes are just perfectly compensated by an equivalent change of the size of the moving reference units of mass, length and clock rate in different frames. Similarly in the Lorentz transformations, nothing takes into account that the size of the units are compelled to change. Lorentz did not realize that a constant number of units between all frames could simply be explained by the change of size of these units following the principle of mass-energy conservation. Nature has made the laws of physics so that they appear undistinguishable internally, but this difference can be measured from an external location.

The above results also imply that there is an absolute frame of reference for light so that the velocity of light is (c+v) and (c-v) as confirmed experimentally using the GPS(4). The GPS system (just as the Sagnac effect) provides a striking proof of an absolute frame of reference for light propagation, but conservatism and non-realism prevent scientists from accepting that evidence. We must also realize that the change of clock rate and the increase of length of matter is an observational fact. We can see that the slowing down of moving atomic clocks with velocity requires necessarily an increase of the Bohr radius and therefore an increase of size of matter as shown here. When we apply Newton mechanics with these classical transformations of length and clock rate to calculate the advance of the perihelion of Mercury, we have shown(5) that they lead naturally to the observed advance, without having to assume the magic of relativity. This result agrees even with the assumed deflection of light by the Sun(6). The present analysis also implies that a positive result is expected from the kind of measurements known as the Michelson-Morley experiment. A recent thorough study(7) of these data has shown that it is so. Munera's analysis(7) shows that an unbiased analysis reveals different kind of errors, which reveal that there is indeed a shift in optical fringes in the Michelson-Morley type of experiment that has been overlooked previously.
This velocity dependent variation of the internal electronic structure of atoms, does not only exist in the electron shells, but also exists in the nuclear structure. Since the Planck constant and masses and other fundamental constants are also involved in the nucleus of matter, we can calculate now, the change in the nuclear structure and nuclear forces as a function of the velocity of those nuclei. Therefore, the change of lifetimes of radioactive nuclei is predictable without Einstein's relativity principles, using the same principle of mass-energy conservation as above. In the same context, we see that this paper agree with Terrel(8) who found that length contractions and dilations are not measurable to the observer in the moving frame. This work has also some similarities with the work of Ives(9) who also used energy and momentum conservation. Also Munera(10) found an increase of mass in a gravitational and in an electric field.
Finally, it is important to realize that a similar modification of the structure of atoms can be calculated when the energy of the electron inside the atom is perturbed due to gravitational potential, instead of kinetic energy as calculated here. There has been a calculation of that effect previously(2), but the complete detailed explanation will be published in a coming paper. We will see that the change of gravitational energy can explain logically all the phenomena previously requiring the Einstein's hypotheses.

Natural Length Contraction Mechanism Due to Kinetic Energy

Dr. Spiele, am 22. Dezember 2009 um 4:10 ( Link )

Nochmal zur Erinnerung, worauf das oben
ausgeführte beruht, und das ist physikalisch erwiesenermassen so:

As a function of velocity, we see that the physical length of bodies increases g times due to the increase of the Bohr radius following the kinetic energy transferred to the electrons. Of course, just as the shape of the orbitals in quantum mechanics, the size of the wave functions increases symmetrically, so that all the X, Y, and the Z axis increases equally by the same quantity g.

Peng!

Damit ist die Relativitätstheorie definitiv erledigt! Nicht in Frage gestellt, sondern erledigt.

Bin gespannt, ob der Schuss zu meinen Lebzeiten noch gehört wird.

Friedrich Dominicus, am 22. Dezember 2009 um 7:13 ( Link )

Es ist äußerst bedenklich, wenn wir wieder Dogma über Wissenschaft stellen, sind diverse Verfolgungen nicht mehr weit. Neuer Ablasshandel ist ja schon wieder im Gespräch die CO2-Zertifikate. Mir ist das aber speziell erst mit der Hysterie über das Klima aufgefallen...

Einzel, am 22. Dezember 2009 um 11:36 ( Link )

Es gibt doch zu allem "Verschwörungstheorien".
Die Frage ist doch wie man reagieren soll, wenn weder die eine Seite noch die andere stichhaltige Beweise liefern kann.
Das Problem ist, dass meist die Seite unterstützt wird die den meisten Gewinn einbringt.

    http://www.wahrheitssuche.org/index.html

Neutrino, am 22. Dezember 2009 um 15:23 ( Link )

Ein richtiger und wichtiger Artikel, Herr Bauer!

Neu ist dieses Gruppenverhalten leider nicht, aber die Problematik immer wieder anzusprechen ist der einzige Weg, sie zu überwinden.

Was sie anhand von Beispielen aus der Wissenschaft belegen, trifft auch auf andere Berufsgruppen bzw. andere Personengruppen zu. So haben sich vorgefertigte Meinungen unverrückbar auch z.B. bei Journalisten, Juristen, Theologen, etc. gebildet.

Aber die Herausbildung eines Mainstreams ist immer hinderlich für die Wahrheitsfindung. Um bei ihren Beispielen zu bleiben:
Die Urknalltheorie ist eine wirklich hervorragend gut belegte Theorie. Es gibt zahllose Beobachtungen die sie stützen, angefangen von der Entfernungsmessung bis zur Vorhersage und anschließenden Kartographisierung der Hintergrundstrahlung.
Andererseits haben sich in den letzten Jahren in der Kosmologie immer größere Probleme gebildet. Vornehmlich geht es um die mysteriöse beschleunigte Ausdehnung des Universums, die mit dem Urknallgedanken unvereinbar zu sein scheint.
Hier muss wieder eine Diskussionskultur entstehen. In den Wissenschaftlern muss wieder die Freude und Faszination and der Suche nach Antworten geweckt werden. Nur so kann man wirklich vorankommen.
Denn eines muss klar sein: Gerade bei ungelösten Fragen ist in der Wissenschaft der Weg das Ziel. Viele große Persönlichkeiten haben große Entdeckungen gemacht. Aber neue Erkenntnisse heißt immer auch, dass die Mehrheit vorher falsch gedacht hat.

Die Wahrheit in der Wissenschaft wird nie eine endgültige Gewissheit sein. Ziel sollte es deshalb sein, die spannende Suche nach ihr zu betreiben, denn auf ihrem Weg gibt es viele „Wunder“ zu entdecken.

Noch gegensätzlicher ist die Position in der Physik. Wie beschrieben stehen sich noch Quantenmechanik und Relativitätstheorie (beide Meilensteine der Physik) unversöhnlich gegenüber. Beide werden sich irgendwann als falsch herausstellen aber bis es soweit ist sind sie das Maß aller Dinge.
Der krampfhafte Versuch, den Widerspruch mit der Stringtheorie aufzulösen scheint mir ein Irrweg. Denn so verlockend die Stringtheorie ist, so hat sie doch einen Fehler: Sie ist nicht mehr nachvollziehbar. Theoretische Physiker sind exzellente Mathematiker. Aber sie haben den Bezug zum Gegenstand ihrer Forschung Verloren. Anders gesagt: Physiker rechnen heute zu viel und denken zu wenig. Die komplizierten Formeln der Forscher können nicht mal Supercomputer ausrechnen. Der Fehler aber liegt darin, dass niemand heute mehr weiß, was sie eigentlich bedeuten. Bildlich vorstellbar –und damit rational- sind die Formeln nicht.
Früher ist man von der bildlichen Vorstellung (z.B. Traum, auf einem Lichtstrahl zu reiten) zur Formel gekommen. Heute sieht man nur noch Formeln aber der Sinngehalt fehlt. Man rechnet z.B. mit zig Dimensionen, dabei überschreiten bereits dreidimensionale Oberflächen unsere heutige Vorstellungskraft (eben weil es in unserer Lebenswelt nur zweidimensionale Oberflächen gibt).
Deshalb hat die Stringtheorie einen so abstrakten Charakter und wird fast wie eine Religion von ihren Befürwortern verteidigt.

SaiH, am 22. Dezember 2009 um 16:33 ( Link )

Aber die Wissenschaft ist heutzutage so: Widersprechen Sie der gängigen gegenwärtigen Meinung der Wissenschaft und Sie werden keine Zuschüsse erhalten, nicht veröffentlicht werden, und mit Holocaust-Leugnern gleichgesetzt werden.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich damit einen Sturm der Empörung auslösen könnte, möchte ich dazu doch ein paar freie Gedanken äußern. Die Frage ist hierbei nämlich auch, ob diese "Leugner" zu Recht oder zu Unrecht mit "Holocaustleugnern" gleichgesetzt werden. Der Autor des Artikels scheint sich für Letzteres entschieden zu haben, obwohl man sich sicher auch die Frage stellen kann, ob nicht auch den "Holocaustleugnern" unter den Historikern in ähnlichem Maße Unrecht getan wird wie den "Urknallleugnern", den "AIDS-Leugnern" oder den "Klimawandelleugnern". Es ist natürlich interessant zu sehen, dass der Autor seine Gedanken nicht so weitergesponnen hat, wie ich das in diesem Kommentar getan habe. Verständlich ist es aber allemal, schließlich ist dieses Thema schwer belastet und man bringt sich mit derartigen Äußerungen - so objektiv sie auch sein mögen - recht schnell in die Bredouille. Trotzdem möchte ich im Sinne des obenstehenden Artikels dazu anregen, einmal unvorbelastet darüber nachzudenken.

EEkat, am 22. Dezember 2009 um 17:21 ( Link )

Klar, sowas darf nicht fehlen. die verdoppelte Diffamierung durch Vergleich mit jemandem, der diffamiert.

Sie meinen demnach, daß man diejenigen, die diffamiert werden sollen tatsächlich gleichsetzen sollte mit Holocaust-Leugnern.

Ein Denkansatz mit vergleichbaren Wurzeln.

Hier deht es um den Vorgang, daß man eine Tatsachen-Würdigung nicht durch eine Diffamierung verhindert, indem man eine Befassung unterdrückt durch einen Vergleich mit jenen, die Tatsachen leugnen.

Wenn Sie einen Drang verspüren, den Holocaust völlig unbedroht durch ein Strafgesetzbuch leugnen zu dürfen, so ist dies problemlos möglich. Sie können diesem Trieb im Internet, sowie in fast so vielen Ländern der Welt freien Lauf lassen, wie es Länder gibt, in denen Klimaskeptiker als Holocaustleugner diffamiert werden.

Durch den Holocaust ist dies in Deutschland jedoch nur noch verdeckt möglich. Tut mir leid, daß ausgerechnet Ihnen dieses Opfer auferlegt wird.

EEkat

Frank Martin, am 22. Dezember 2009 um 17:34 ( Link )

Der Begriff leugnen wird von germanisch laugna (Verborgenheit, Verheimlichung, Lüge) abgeleitet.

Der Leugner wird als jemand gekennzeichnet, der etwas, das er tatsächlich weiß oder kennt, bewußt und irreführend verneint. So kann ein Vater seinen Sohn verleugnen oder ein etwa Hamburger seine Heimatstadt. Jemand, der seinen Vater aber tatsächlich nicht kennt, kann ihn auch nicht verleugnen.

Ein Leugnen geschieht immer wider besseres Wissen.

Der Vorwurf der Leugnung setzt ein anderes Wissen beim so Beschuldigten bereits voraus und und steht damit außerhalb der wissenschaftlichen Praxis.
"Leugner" wird heute im Sinne von Ketzer (Irrgläubiger, von der anerkannten kirchl. Lehre Abweichender) benutzt. Das sagt viel über die Grundlagen der Beschuldiger.

Urs Bleiker, am 22. Dezember 2009 um 18:30 ( Link )

Herr Bauer, ein Musterbeispiel haben Sie nicht berücksichtigt: "Genderwissenschaften"! Das bedeutet Ideologie pur, Widerrede wird nicht geduldet. Objektive, überprüfbare Forschung wird schon gar nicht angewandt - im Gegenteil, wer seriöse Forschungen betreibt, hat ein Riesenproblem!

quer, am 22. Dezember 2009 um 20:42 ( Link )

Politiker und "Wissenschaftler", welche heute im 21. Jahrhundert so vorgehen und sich so verhalten, wie beschrieben, erregen sich womöglich über die Ereignisse um Galilei. Ein Paradox sondergleichen. Es vermittelt nicht den Eidruck, die Menschheit habe sich in den letzten 500 Jahren irgendwie verändert. Alles ist, wie schon immer. Alles bleibt, wie schon immer. Forschung wurde schon immer behindert, wenn sie dem eigenen Nutzen widersprach. Das verräterrische Wort dafür heißt Revisionist. Als Schimpfwort gemeint, ist es in Wahrheit eine respektvolle Anerkennung für den freien Geist.

Radiergummi, am 23. Dezember 2009 um 3:10 ( Link )

Hier deht es um den Vorgang, daß man eine Tatsachen-Würdigung nicht durch eine Diffamierung verhindert, indem man eine Befassung unterdrückt durch einen Vergleich mit jenen, die Tatsachen leugnen.

Der Witz ist ja gerade, dass die Beweislage hinsichtlich des Holocausts einen gesetzlichen Schutz vor Zweiflern vollkommen überflüssig macht bzw. machen müsste.

Jochen Trebmann, am 23. Dezember 2009 um 11:01 ( Link )

In der Antike verfügten die Menschen ganz offensichtlich bereits über hervorragendes Wissen. Schrift und Mathematik waren bekannt, die Kultur ließ Pyramiden entstehen und die Römer ein Weltreich errichten.

Man fragt sich natürlich, warum ging es nicht weiter als bis zu einem bestimmten Punkt der Entwicklung. Warum, beispielsweise, erkannten die Griechen nicht den Nutzen von höherentwickelten Maschinen, obwohl sie doch in der Lage gewesen sein müßten, beispielsweise eine Dampfmaschine herzustellen?

So erkannten griechische Denker, daß die Erde keine Scheibe sein konnte. Eratosthenes aus Kyrene errechnete den Erdumfang zwar nicht perfekt, aber die dahinterstehende geistige Leistung ist enorm.

Es dauerte dann aber 2000 Jahre, bis die Dampfmaschine erfunden wurde, bis der Elektrizität und dem Magnetismus auf den Laib gerückt wurde und Newton seine großartigen Leistungen vollbrachte. Warum dauerte das so lange, obwohl alle Möglichkeiten und Erkenntnisse vorher schon da waren?

Gräbt man tiefer, so könnte man meinen: je geringer der Einfluß von Weltanschauungen auf die Gesellschaft war, desto höher war die Ausbeute an wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Leistungen - am sinnvollen Fortschritt also. Doch das stimmt so auch wieder nicht, denn sonst hätte das nationalsozialistische Deutschland nicht solche wissenschaftlichen Leistungen hervorbringen können und die Sowjetunion hätte keine Rakete ins All gebracht. Partiell waren die weltanschaulich verseuchten Gesellschaften vermutlich im Nachteil. Ich denke, das läßt sich beweisen.

Was sind aber die Gründe dafür, daß (meist) langanhaltende Stagnation und schier lawinenartiger Fortschritt in der Geschichte der Menschheit abwechselten und welche Rolle spielen die Weltanschauungen hierbei?

Ich finde, das ist eine sehr interessante Frage, für deren Beantwortung es meines Wissens noch keine befriedigenden Antworten gibt. Darüberhinaus stellt sich die Frage, ob wir gegenwärtig in einer Zeit der Entwicklung oder der Stagnation (oder sogar des Rückschritts?) leben? Denn offensichtlich kann man Stagnationszeit und Fortschrittszeit erst im Rückblick erkennen. Die Gegenwart ist jedoch derart ambivalent, daß ich mir hier kein Urteil bilden kann.

EEkat, am 23. Dezember 2009 um 12:07 ( Link )

@Radiergummi:

>>>Der Witz ist ja gerade, dass die Beweislage hinsichtlich des Holocausts einen gesetzlichen Schutz vor Zweiflern vollkommen überflüssig macht bzw. machen müsste<<<

"machen müßte". Macht es aber nicht. Darüber könnte man normalerweise hinwegsehen, Nicht jeder muß Einsicht zeigen, das ist die Konsequenz von Meinungsfreiheit. Dann haben wir es jedoch mit der nächsten Erkenntnis zu tun. Wir Deutsche tun uns schwer, in dem Meer der Meinungen die Übersicht zu behalten, also Fakten und Fiktionen auseinanderzuhalten, besonders an einer Stelle, welche das Zusammenleben in Frage stellt.

Daß dies so zu sein scheint, das sehen wir im Moment, wo wir es der Fiktion erlauben, sich gegen uns zu wenden in der Art und Weise, wie wir Integrationsleistungen (nicht) fordern. Die Notwendigkeiten werden dabei geradezu auf den Kopf gestellt.

Wir Deutschen haben diesbezüglich bereits unsere Unfähigkeit bewiesen, indem wir bestens hier integrierte Menschen, über die Klinge springen ließen. Menschen, die einen bedeutenden Teil unserer Kultur ausmachten. Von denen man in weitesten Teilen überhaupt nicht mehr von einem in irgendeiner Weise gearteten Integrationsbedarf sprechen konnte. Die ihrerseits das beträchtliche kollektive Wissen, über das sie verfügten, in unsere Gesellschaft einbrachten, und diese Gesellschaft zu ihrer Spitzenposition in Wissenschaft und Kultur brachten.

Man vergleiche dies mit dem Hintergrund der nunmehr zu Integrierenden, um unsere eigenes Fehlverhalten ermessen zu können.

Wir sehen also, daß wir, obwohl diesbezügliche Übertretungen dessen, was Meinungsfreiheit garantiert, bei uns strafrechtlich verfolgt wird - dazu gehört ja nicht nur die Leugnung des Holocausts - wir dennoch Gefangene unserer mangelnden „kollektiven Differenzierungsleistung“ geblieben sind. Was sich weiterhin direkt gegen uns wendet, und nicht auf die Nachwirkungen beschränkt bleibt, daß wir Teile unseres eigenen Motors vergast haben.

Es gibt nichts Selbstzerstörerisches als das deutsche Wesen.

Das läutet bereits die mögliche Antwort ein auf den Beitrag von Jochen Trebmann. Warum ist nicht alles Wissen gleichzeitig da? Warum muß es dazu einen Antrieb geben, und wenn es diesen gibt, welche Rolle spielen dabei Weltanschauungen?

Ich schlage vor, zunächst den Begriff Weltanschauung zu ersetzen durch: "kollektiv wirksame Werte-Ordnungen". Im Grunde sind sie genau dies, aber es wird so vielleicht deutlicher, auf welcher Ebene Weltanschauungen spielen: Sie spielen auf der Ebene des dem Menschen - und zwar nur diesem - eigene Werte-Empfinden.

Diese Ebene ist der notwendige Gegenspieler zur Ebene des Wissens.

Im konträren Zusammenspiel (kein Widerspruch) entstehen sämtliche Weiterentwicklungen, sowohl auf der Wissensebene, als auch auf der Werte-Ebene. Einer der Unterschiede ist, (obwohl dies hier zu weit führt), daß Wissen sich anhäuft, während die Werteskala eine Bandbreite hat, in der es sich bewegt, also irgendwann auch wieder zurückfällt, neu Anlauf holen muß.

Aber beide Ebenen sind notwendig, was gleichzeitig die Frage beantworten würde, ob wir ohne Werteebenen auskommen können, bzw, ob wir (der Mensch) damit ohne Weltanschauung auskommen könnten. Also letztlich: ohne Religionen. Ohne Ideologien.

Nein. Das ist dann wohl nicht möglich, sofern meine Grundaussagen stimmen.

>>>>Was sind aber die Gründe dafür, daß (meist) lang anhaltende Stagnation und schier lawinenartiger Fortschritt in der Geschichte der Menschheit abwechselten und welche Rolle spielen die Weltanschauungen hierbei?

Ich finde, das ist eine sehr interessante Frage, für deren Beantwortung es meines Wissens noch keine befriedigenden Antworten gibt<<<<.

So jedenfalls sähe mein Versuch der Beantwortung aus. Wir benutzen die beiden in uns wirksamen Ebenen: Die des Wissens, sowie die der Wertung.

>>>>Darüberhinaus stellt sich die Frage, ob wir gegenwärtig in einer Zeit der Entwicklung oder der Stagnation (oder sogar des Rückschritts?) leben? Denn offensichtlich kann man Stagnationszeit und Fortschrittszeit erst im Rückblick erkennen. Die Gegenwart ist jedoch derart ambivalent, daß ich mir hier kein Urteil bilden kann<<<<.

Ich hoffe, eine Antwort auf diese Frage läßt sich nun einfacher finden.

E.Ekat

Frank Martin, am 23. Dezember 2009 um 12:47 ( Link )

>>Wir Deutsche tun uns schwer, in dem Meer der Meinungen die Übersicht zu behalten, also Fakten und Fiktionen auseinanderzuhalten(...)<<

Ach? Woran liegt das? Ist das eine spezifisch deutsche Problematik? Was sagt das über deutsche Gesetzgeber aus?

Klar, es gibt nicht wenige Beispiele besonderen Mißbrauchs der (Gesetzes-)Treue und des Erfindergeists gerade in Deutschland. Auch einen § 130 StGB gibt es m. W. in keinem anderen Land. Wer also Schwächen am deutschen Wesen erkannt zu haben glaubt, würde der versuchen, sie zu beseitigen, indem er sie anwendet?

Ich empfehle die Lektüre von Gerard Radnitzkys Essay "Die 'Politische Korrektheit' gefährdet die Meinungsfreiheit. Totalitäre Tendenzen im Rechtsstaat":
http://www.radnitzky.de/pub/1997a.pdf

SaiH, am 23. Dezember 2009 um 14:25 ( Link )

Wir Deutsche tun uns schwer, in dem Meer der Meinungen die Übersicht zu behalten.
Wir Deutschen haben diesbezüglich bereits unsere Unfähigkeit bewiesen, indem wir bestens hier integrierte Menschen, über die Klinge springen ließen.
Es gibt nichts Selbstzerstörerisches als das deutsche Wesen.

Finden Sie nicht, dass es überholt ist, derartige Aussagen herunter zu beten?
Was ich aber mit meinem ursprünglichen Beitrag eigentlich nicht wollte, war eine Diskussion über die Deutschen und den Holocaust. Trotzdem ist es interessant zu sehen, dass der Holocaust anscheinend als unumstößliche Tatsache angesehen wird, obwohl es in der Wissenschaft - also auch in der Historik - Fakten eingentlich nur solange gibt, bis sie widerlegt werden. Unumstößliche Tatsachen gibt es in der Wissenschaft nicht. Wenn etwas als unumstößlich zementiert wird, dann von außerhalb der Wissenschaft, also von der Wirtschaft oder der Politik (wie so schön im Artikel beschrieben).
Was veranlasst uns also zu beklagen, dass dem wissenschaftlichen Mainstream zuwiderlaufende Wissenschaftler wie Aussätzige behandelt werden, wenn sie neue oder alternative Theorien und Fakten zum Thema Kosmologie, AIDS oder Klimawandel vertreten, aber gleichzeitig in den politisch korrekten Chor der Allgemeinheit einzustimmen, wenn es um die deutsche Geschichte geht? Ist das nicht ein Messen mit zweierlei Maß?

EEkat, am 23. Dezember 2009 um 14:59 ( Link )

Frank Martin,

>>>Ach? Woran liegt das? Ist das eine spezifisch deutsche Problematik? Was sagt das über deutsche Gesetzgeber aus?...

Klar, es gibt nicht wenige Beispiele besonderen Mißbrauchs<<<<<

Das weiß ich alles nicht, aber es könnte sich durchaus um uns herum konzentriert haben, was immer es ist.

>>>>Wer also Schwächen am deutschen Wesen erkannt zu haben glaubt, würde der versuchen, sie zu beseitigen, indem er sie anwendet?<<<

Wäre dazu nicht Voraussetzung, daß man es erst einmal erkannt haben müßte, mit was wir es hier zu tun haben? Bevor Sie Antworten geben können, wie man Schwächen anwendet, oder beseitigen könnte?

Antworten haben wir viele. Aber beantworten die tatsächlich die Fragen, die sich uns stellen?

@SaiH

>>>Trotzdem ist es interessant zu sehen, dass der Holocaust anscheinend als unumstößliche Tatsache angesehen wird,<<<<

Ja, eindeutig. Diese Frage stellt sich nicht. Und so verhält es sich mit den Antworten, die sie dennoch zu geben versuchen.

>>>>obwohl es in der Wissenschaft - also auch in der Historik - Fakten eigentlich nur solange gibt, bis sie widerlegt werden.<<<<

Quatsch. Offenbar kennen Sie schon nicht den Unterschied zwischen Naturwissenschaften, in denen Falsifikation - davon reden Sie - anwendbar sein muß, und Geisteswissenschaften, zu den das gehört, was Sie "Historik" zu nennen belieben.

Alles jenseits von Naturwissenschaft ist mehr oder weniger infiziert durch menschliche Befassung, Intuition und Wertung, und gehorcht damit nicht mehr ausschließlich Naturgesetzen.

Damit ist Falsifikation nicht mehr möglich. Wir haben es dann mit Glaubens-Inhalten zu tun.

Wie beispielsweise in der Klimatologie, die ganz überwiegend geprägt ist durch Glaubensinhalte, die auf einem naturwissenschaftlichen Fundament zu ruhen lediglich vorgeben.

Die wissen ja nicht einmal die Anzahl zu nennen der Faktoren, die alle Klimarelevant sind.

Die Holocaust-Leugnung ist eine Perversion der menschlichen Wahrnehmung. Pervers schon alleine deswegen, weil sie in einer üblen Absicht daherkommt.

Absicht jedoch ist Naturgesetzen völlig fremd.

Es gibt im Universum nichts, was aufgrund von Wertung geschieht. Also auch nichts aufgrund einer Absicht.

Wertungen sind ausschließlich auf das Bewußtsein des Menschen begrenzt.

Wenn ich Ihnen was in die Fresse haue, dann gibt es dazu nichts mehr zu relativieren. Auch dann nicht wenn Sie Jude wären.

EEkat

Frank Martin, am 23. Dezember 2009 um 15:53 ( Link )

@E.Ekat
Wenn ihre Vermutung

>>Wir Deutsche tun uns schwer, in dem Meer der Meinungen die Übersicht zu behalten, also Fakten und Fiktionen auseinanderzuhalten(...)<<

zutreffend ist, dann gilt dies eben auch für den Gesetzgeber, der sich ohne hinreichende fachliche Qualifikation und sachliche Zuständigkeit in die Geschichtsforschung einmischt. Wo kämen wir hin, wenn plötzlich Historiker auf die Idee kämen, der Gerichtsbarkeit Vorschriften zu machen?

>>Die Holocaust-Leugnung ist eine Perversion der menschlichen Wahrnehmung. Pervers schon alleine deswegen, weil sie in einer üblen Absicht daherkommt.<<

Ich zitiere Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn:

"Ich bin ein Rechter und daher ein absoluter Gegner des Nationalsozialismus. Wenn das den Leser überrascht, kennt er entweder wie einst die Einwohner von Niniveh (Jonas, 4, 10) den Unterschied zwischen „rechts“ und „links“ oder den wahren Charakter des Nationalsozialismus oder vielleicht auch beides nicht. Auf jeden Fall aber ist die schlechte Angewohnheit, die brandlegerischen Punker „Rechtsradikale“ zu nennen, genau so ein glatter Unsinn, wie den Massenmord an Geisteskranken, Israeliten und Zigeunern als „Holocaust“ (mit englischer Orthographie!) zu bezeichnen, denn so nannten die frommen Hellenen ihre Brandopfer für die Gunst ihrer Götter."

http://monarchieliga.de/text/kuehnelt-leddihn-erik-von/etikettenschwindel.htm

Es ist sinnvoll, die Bedeutung von Worten nicht unsinnig verdrehen zu wollen.

Dr. Spiele, am 23. Dezember 2009 um 16:42 ( Link )

Wer sagt denn, daß der Holocaust kein Brandopfer war?

The following is an excerpt from MIN HAMETZAR (p. 92)
by Rabbi Michael Dov Weissmandl ZT"L
Dean of Nitra Yeshiva

The excerpt is a literal translation of the letter the Jewish Rescue Committee in Czechoslovakia received from the Zionist "Jewish" Agency Executive Offices in Switzerland.

This was in reply to the call of the Jewish Rescue Committee for help, with documentary evidence furnished, concerning the fate of millions of Jewish people in Nazi occupied Europe.

"We are writing to remind you of the one factor of which you must never lose sight: that ultimately, the Allies will win the war. After their victory, territorial boundaries will be reshaped as they were after the First World War. Then, the way will be clear for our purpose at this time, with the war drawing to a close, we must do everything in our power to change Eretz Yisroel to Medinat Yisrael and many steps have already been taken in this regard. Therefore, we must turn a deaf ear to the pleas and cries emanating from Eastern Europe. Remember this: all the allies have suffered many losses, and if we also do not offer human sacrifices, how can we gain the right to sit at the conference table when the territorial boundaries are reshaped? Accordingly, it is foolhardy and brazen for us to negotiate in terms of money or supplies in exchange for Jewish lives. How dare we ask of the allied powers to barter money for lives while they are sustaining heavy casualties daily? So, insofar as the masses are concerned: RAK B'DAM TIHJE LANU HAAREZ, (Eretz Yisroel will be ours only by paying with blood), but as far as our immediate circle is concerned, ATEM TAJLU. The messenger bearing this letter will supply you with funds for this purpose".

After I accustomed myself to the peculiar writing, I trembled when I realized the import of RAK B'DAM TIHJE LANU HAAREZ. But many weeks passed, and I was still confounded by the meaning of ATEM TAJLU. Until one day, it struck me. ATEM TAJLU meant "You escape", for the word "tiyul" (walking trip) was used by them as a euphemistic code for "escape". They meant to say - you fifteen or twenty "party members", escape from Czechoslovakia and save your hides. The price of Eretz Yisroel is the blood of the men and women, hoary sages, and babes in arms - but not YOUR blood! Let us not spoil this plan by giving the Axis powers to save Jewish lives. But for you, comrades, I have enclosed carfare for your escape. What a nightmare! The Zionist agent "diplomat" comes to Czechoslovakia and says 'Now is a very critical time. But comparatively speaking it is not at all critical for you trapped Jews. For there is an emergency of far greater proportions; namely, BINYAN HA-ARETZ (the prize of Medinat Yisrael). Shed your blood cheerfully, for your blood is cheap. But for your blood, the Land (of Israel) will be ours!

Quelle

When they asked me, couldn't you give money out of the United Jewish Appeal funds for the rescue of Jews in Europe, I said, 'NO!' and I say again 'NO!' . . . one should resist this wave which pushes the Zionist activities to secondary importance."

During the Kasztner case, Menachem Bader of the Jewish Agency was asked "Did you receive this letter from Rabbi Weissmandel?" He answered: "Letters like this came to us every day

SaiH, am 23. Dezember 2009 um 16:50 ( Link )

Damit ist Falsifikation nicht mehr möglich.

Ich bitte Sie, das wollen Sie doch nicht im Ernst behaupten? Ein Unterschied zwischen Geistes- und Naturwissenschaften ist hinsichtlich der Falsifizierbarkeit der Sätze nicht vorhanden. Es werden doch laufend "historische Tatsachen" aufgrund neuer Erkenntnisse korrigiert.
Dass (moralische) Wertungen in der Wissenschaft nichts verloren haben, ist richtig. Genaugenommen ist das sogar der springende Punkt. Wenn man in den Wissenschaften nicht forschen kann, ohne dass bestimmte Erkenntnisse mit einer Wertung gleichgesetzt werden, dann gibt es ein Problem:

Die Holocaust-Leugnung ist eine Perversion der menschlichen Wahrnehmung. Pervers schon alleine deswegen, weil sie in einer üblen Absicht daherkommt.

Es geht eben nicht um Leugnung, Perversion, Wahrnehmung oder üble Absicht. In der Wissenschaft geht es neben dem Wie und Warum schlicht darum: ist es so oder nicht. Und das völlig wertfrei.

Übrigens ein Danke an Frank Martin für den Verweis zu Gerard Radnitzkys Essay. Wirklich empfehlenswert.

EEkat, am 23. Dezember 2009 um 17:39 ( Link )

@Saih

Ich habe erklärt, daß sich Falsifikation an Naturwissenschaft richtet.

Ich habe Ihnen zu erklären versucht, worin der Unterschied zwischen Naturwissenschaft, und Geisteswissenschaften liegt.

Der Unterschied besteht in der Hinzufügung von menschlicher Wertung zu letzterer. Wir verlassen damit den Boden der Naturgesetze, der eigentlichen Wissenschaftlichkeit.

Wir befinden uns damit auf dem Boden von Glaubsenssätzen. Diese sind einer Falsifikation nicht zugänglich.

Glaubenssätze haben mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun, solange man damit das Herrschen von Naturgesetzen meint.

Auf deren Gebiet befinden Sie sich mit Ihrer Holocaust-Leugung eindeutig nicht. Insoweit ist das, was Sie vortragen, nicht durch tatsächliche Wissenschaftlichkeit gedeckt, und damit nicht falsifizierbar.

Glaubeenssätze sind nicht falsifizierbar. Auch dann nicht, wenn jemand kommt und behauptet, dies sei Wissenschaft. Sie sind schließlich nicht der einzige, der mit der lächerlichen Behauptung hausoiert, seine lächerlichen Thesen wären wissenschaftlich.

Was meinen Sie, wofür Wissenschaft alles schon in Anspruch genommen wurde, und wird. Denken Sie sich also etwas originelleres aus, um ihre Holocaust-Leugnung vorzubringen. Sie könnten auch, je nach Umgebung, Gott dafür als Zeugen anführen. Oder Ihren Goldfisch. Oder die Nachfolgeorganisation des Propagandaministeriums, das IPCC.

Sie werden nicht akzeptabler dadurch, daß Sie heutzutage im Internet mit Leuten in Kontakt treten können, die über dergleichen im Normalleben eigentlich gerne hinweggehen würden.

Hier im Internet werden die durch Sie gestellt. Ich mache den Spaß mit.

Ihnen ist jedoch damit nicht zu helfen, für Ihre Absonderungen nicht zutreffend eingestuft werden zu können, nur weil sie diese dann als Beleidigung zurückweisen, weil sie die Geltung von Konventionen für sich einfordern würden.

Was also kann es dann bringen, sich mit jemandem wie Ihnen zu unterhalten, um am Ende achselzuckend stehenlassen zu müssen, was Ausfluß eines Triebinventars darstellt: Die Perversion, wonach es den Holocaust nie gegeben habe.

Das wollten Sie doch hören?

EEkat

SystemSturz, am 23. Dezember 2009 um 22:53 ( Link )

@ EEkat

Ihre Unterscheidung zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft ist schlichtweg falsch.

In der Naturwissenschaft gib es genug Beispiele, wo Wertungen und Meinungen entscheidend in die Theorie einfließen. In den Kommentaren wurden genug Beispiele gegeben (Urknall, Relativitätsth.). Auch in der Naturwissenschaft gibt es halt etwas jenseits von 1+1=2.

Im Gegensatz dazu, gibt es in den Geisteswissenschaften genug Beispiele wo genau dies der Fall ist (Teile der Wirtschaftswissenschaften).

Wissenschaft ist halt der Versuch einer Erweiterung des Wissens durch Forschung. Wenn man sich dabei an bestimmte Methoden hält nennt man das Ganze wissenschaftliches Arbeiten.

Ob es Ihnen gefällt oder nicht, auch eine Abhandlung über den Holocaust kann demnach eine wissenschaftliche Arbeit sein - UNABHÄNGIG von den Ergebnissen der Arbeit. Wenn Sie das als Perversion bezeichnen, stehen Sie in einer Reihe mit der Inquisition. Die Beschränkung von wissenschaftlicher Arbeit ist schlicht unverzeihlich.

@ Frank Martin
Soetwas wie den §130StGB gibt es auch in anderen Ländern (Österreich, Schweiz und Frankreich fallen mir da spontan ein).

SaiH, am 23. Dezember 2009 um 23:12 ( Link )

Das wollten Sie doch hören?

Also ich will eigentlich gar nichts hören und Sie tun der Diskussion auch keinen Gefallen, wenn Sie sagen, was ich hören will oder noch schlimmer: wenn Sie sagen, was Sie glauben, dass ich hören will.

Ich denke, Sie sind in dieser Diskussion nicht ganz bei der Sache, weil Sie vom darüberliegenden Aufhänger-Thema abgelenkt sind. Ich habe klar dargelegt, worauf ich hinauswill, daher schlage ich vor, Sie lesen meine Beiträge noch einmal durch, bevor Sie mir weiterhin irgendwelche Sachen unterstellen.

Zum Schluss möchte ich noch einmal Ihre Behauptung zurückweisen, Geisteswissenschaft hätte mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun. Wissenschaftlichkeit im Allgemeinen beruht auf Methodik, Logik und Objektivität - Naturgesetze können natürlich relevant sein, sind aber keine Bedingung für Wissenschaftlichkeit.
Objektivität ist vielleicht das Stichwort - Wertung (im Sinne persönlicher oder moralischer Wertung) hat in der Wissenschaft nichts verloren, da haben Sie recht. Offenbar habe ich etwas gesagt, was Sie moralisch werten und damit sind Sie es, der den Boden der Wissenschaftlichkeit verlässt.

Hans_G_Bronik, am 24. Dezember 2009 um 9:22 ( Link )

Auch in den Wirtschaftswissenschaften ist es so, dass ausschließlich der Meinstream-Keynesianismus "Bedeutung" hat.

Irgendwie ist es für die Wissenschaften mehr und mehr symptomatisch, dass etablierte Lehrmeinungen mit dem Messer "verteidigt" werden. Das war z.B. auch bei der Plattenetktonik so, die wiederum heute als "Stand der Wissenschaft" gilt.

Immer dann, wenn eine Symbiose aus Politik und Wissenschaft für beide Seiten vorteilhaft ist (Paradebeispiel ist hier wohl die Kirche der Globalen Erwärmung), und zudem auch noch für Geschäftemacher genug abfällt (Al Gore verdient mit dem Ablasshandel (Emissionsrechte) Millionen), wird eine Ideologie einzementiert, die ihre Pfründe mit allen Mitteln verteidigt (siehe Climategate).

Hannah Arend hat im Jahr 1970 folgendes geschrieben (der Kontext war damals der Kalte Krieg, der Aktualität tut dies jedoch keinen Abbruch):

Unter diesen Umständen ist in der Tat das in den letzten Jahrzehnten ständig wachsende Ansehen der wissenschaftsgläubigen „brain trusters“, von denen die Regierungen sich beraten lassen, höchst beunruhigend. Gegen ihre Kaltblütigkeit, „das Undenkbare zu denken“, wäre kaum etwas einzuwenden, wenn man nur sicher sein könnte, dass sie überhaupt denken. Anstatt sich auf ein so altmodisches, von Computern nicht zu übernehmendes Geschäft wie das Denken einzulassen, rechnen sie mit Hilfe ihrer Maschinen die Konsequenzen gewisser hypothetisch angenommener Konstellationen aus, ein in Wissenschaften durchaus berechtigtes Verfahren, weil man nämlich aufgrund solcher Berechnungen die Hypothesen experimentell kontrollieren und verifizieren kann.

Interessanterweise skizziert Arendt bereits jene Art „Anmaßung von Wissen“, die Friedrich August von Hayek in seiner 1974 erschienenen Kritik des Sozialismus entlarvte. Weiter liest man im Text:

Natürlich ist das nicht Wissenschaft, sondern Pseudo-Wissenschaft, die darin besteht, „die oberflächlichen Merkmale der Wissenschaften, die an ihrer Stelle durchaus sinnvoll sind, nachzuahmen“.

Der Nobelpreisträger und Physiker Richard Feynman hat für diesen Kontext in einer Rede im Jahr 1974 den Begriff Cargo Cult Science geprägt. Ahrendt schreibt weiter:

Und der evidenteste und „tiefste Einwand gegen diese Sorte strategischer Theorien ist nicht ihr begrenzter Nutzen, sondern ihre Gefährlichkeit; denn sie führen dahin zu meinen, man verstehe Ereignisse und könne ihren Ablauf kontrollieren, die man weder versteht noch kontrolliert“, wie Richard N. Goodwin in einer Buchbesprechung [The New Yorker, 17. Februar 1968] kürzlich ausführte, die das seltene Verdienst hat, die „unbewusste Komik“ aufzudecken, die für so viele dieser prätentiösen, in wissenschaftlichen Jargon gekleideten Theorien charakteristisch ist“

und weiter:

Solche unerwarteten, unvorhergesehenen und unvorhersagbaren Zwischenfälle als blose Zufälle oder die „letzten Zuckungen der Vergangenheit“ abzutun, bzw. sie in Engels’ „Rumpelkammer“ oder in Trotzkis berühmtem „Abfalleimer der Geschichte“ unterzubringen, ist der älteste Trick der zu Propheten gewordenen Historiker; zweifellos helfen solche Kunststücke dabei, in sich widerspruchslose Theorien aufzustellen, doch um den Preis, sie weiter und weiter von der Wirklichkeit zu entfernen. Als Projektionen tatsächlich beobachtbarer gegenwärtiger Prozesse haben sie immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich; gefährlich werden sie erst, wenn sie als in sich schlüssige Theorien auftreten, mit deren Hilfe man angeblich wissen kann, was „wirklich“ war, ist und sein wird. Dann tritt jene hypnotische Wirkung ein, derzufolge der von den Theoretikern ohnehin so verachtete gesunde Menschenverstand auch ganz untheoretisch veranlagte Menschen verläßt und mit ihm der Gemeinsinn oder common sense, dem wir es verdanken, daß wir Wirklichkeit und Tatsächlichkeit wahrnehmen, verstehen und uns handelnd in ihnen orientieren können.

Es ist höchst interessant zu lesen, was Hannah Aredt vor vierzig Jahren zu ebendiesem Thema geschrieben hat.

EEkat, am 24. Dezember 2009 um 18:24 ( Link )

@SystemSturz,

Sie dürfen glauben, was immer Sie wollen. Solange Sie es als Glaube kenntlich machen, ist das auch OK. Zu Verdikten hingegen, was falsch sei und was nicht erscheinen Sie mir als nicht besonders kompetent.

Das darf ich doch auch mal so völlig offen sagen?

Meine Unterscheidung zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaften steht.

Natürlich sind Wertungen, Intuition geradezu Voraussetzung, um auch in der Naturwissenschaft Neuland zu betreten, Forschung zu betreiben. Niemand hat dies bestritten.

Was jedoch als Ergebnis neuer Erkenntnisse vorliegt, das muß alleine naturwissenschaftlichen Gesetzen gehorchen. Da ist kein Raum mehr für Wertung.

Nur dann ist es auch falsifizierbar. Das heißt, einer Überprüfung durch mögliche Widerlegung zugänglich.

Hier ging es um Falsifikation. Nicht der einzige Punkt, den Sie übersehen haben.

Diese kann ausschließliche auf naturgesetzlich herbeigeführte Resultate angewendet werden.

Nicht auf Glaubensinhalte.

U.a. eine historische These ist daher nicht falsifizierbar.

Sie stützt sich nicht auf Naturgesetze, die bestätigt, oder ggfs widerlegt werden können.

Bewertung historischer Abläufe bedürfen dafür des Konsenses, wenn sie Gültigkeit erlangen sollen. Die Höhe des Konsenses entscheidet über die Gültigkeit.

(Beachtenswert hierbei: Die Aussagen zum Klimawandel beruhen ebenfalls lediglich auf Konsens)

Das ist in allen Geistes-Wissenschaften so. (Wobei ich der derzeitigen Klima -"Wissenschaft" nicht den Status von Wissenschaft zuweisen möchte. Die liegen eher auf dem Niveau von Science-tology. Also Scientology

Theologie. Soziologie. Ökonomie. Jurisprudenz. Psychologie usw. usf, alles Geisteswissenschaften, nicht falsifizierbar.

Natürlich rechnen die auch, halten sich dabei an die Regeln von Mathematik usw. usf.

Aber eben nicht ausschließlich.

Man kann eben nicht errechnen, wie die Wirtschaft im nächsten Jahr sich entwickeln wird. Warum?

Weil sie es dabei mit menschlichem Verhalten zu tun haben, und dieses unterliegt keiner naturgesetzlich bestimmbaren Norm oder Regel.

Ich weiß, daß ist offenbar völlig neu für Sie. Es ist mein Weihnachtsgeschenk an Sie. Denken Sie drüber nach, es könnte Ihnen zukünftig helfen.

Die Behauptung, der Holocaust sei nicht geschehen, (ich werde es mir nicht antun, den Schwachsinn hier nochmals nachzulesen), und Historiker wären hierzu uneins: dies ist keine wissenschaftliche Aussage.

Das ist eher ein Statement über den eigenen Geisteszustand. Jedenfalls dann, wenn man auf diese Weise den Holocaust insgesamt in Frage stellen will, und glaubt, dies überall, also auch in den hier diskutierten Zusammenhang einflechten zu dürfen. Wie hier geschehen.

Dieser Diskussionsteilnehmer scheint mir jenseits seiner Möglichkeiten zu agieren, was aber nicht verwundert. Sonst würden ihm auch Unterstellungen nicht unterlaufen, ich würde behaupten, daß Naturwissenschaft nichts mit Geisteswissenschaft zu tun habe.

Ich habe hier die wesentlichen Unterschiede hervorgehoben, um klarzumachen, daß seine Aussage nichts mit "Historik" zu tun hatte, sondern eher mit Psychiatrie.

Es gibt keine Infragestellung des Holocausts in den Geschichtswissenschaften.

Es wäre mir daran gelegen, daß man solchen Spinnereien entgegentritt, weil diese sonst ein Forum wie ef zerlegen. Die Anzahl der Dumpfbacken, die ihr Triebinventar ausleben müssen (ich habe ja Verständnis für Triebstau) darf über einen bestimmten Schwellenwert hinaus nicht ansteigen. Weil sonst die Vernünftigen in einem Forum resignieren, wegbleiben.

Diejenigen, die in solcher Weise Behauptungen streuen müssen, die haben im günstigsten Falle was an der Klatsche. Im Normalfall jedoch sind es Hetzer, die hinter Gitter gehören. Ich kann das bei Bedarf gerne begründen.

Holocaust-Leugner sind zu Recht stigmatisiert. Jene, die daraufhin mit Holocaust-Leugnern gleichgesetzt werden, weil sie den Klimaquatsch kritisch hinterfragen, sollen dadurch ebenfalls schlicht und einfach stigmatisiert werden.

Das macht die Holocaust-Leugner nicht zu Weggefährten der Klimakritiker.

Insbesondere können Holocaust-Leugner nicht (nicht!) darauf verweisen, daß die prinzipielle Möglichkeit der Falsifikation zu ihrer Verfügung stünde, und damit die Holocaust-Leugnung Wissenschaft sei.

Die Möglichkeit einer Falsifikation als Beweis diene, am Holocaust sozusagen begründet zweifeln zu können.

@Hans_G_Bronik, ich danke Ihnen für Ihren Hinweis auf Hannah Arendt, die in solche Zusammenhängen immer einen guten Hintergrund, und Fundstelle darstellt. Ich wünsche Ihnen - jetzt natürlich wieder Ihnen allen - ein frohes Weihnachtsfest.

EEkat

SaiH, am 25. Dezember 2009 um 23:35 ( Link )

Meine Unterscheidung zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaften steht.

Da widerspreche ich Ihnen vehement zum wiederholten Male. In der Wissenschaft (Natur- wie Geisteswissenschaften) sind alle Sätze prinzipiell fallibel und damit auch falsifizierbar. Natürlich kann ich etwas auf Sie zu kommen und weiter ausführen, dass natürlich auch die Falsifikation an sich grundsätzlich fallibel ist und damit nichts jemals sicher falsifiziert werden kann, aber das geht schon sehr weit in die Wissenschaftstheorie. Außerdem meinen Sie das ja gar nicht. Sie sagen, salopp ausgedrückt, Geisteswissenschaften sind lediglich Pseudowissenschaften, weil sie nur Glaubensfragen oder nicht naturwissenschaftlich nachvollziehbare, von menschlichen Faktoren belastete Dinge betreffen. Und das weise ich weiterhin im Namen aller Geisteswissenschaftler scharf zurück.
Sie vermischen in Ihren Ausführungen Glauben und Wissenschaft. Natürlich sind Glaubenssätze nicht falsifizierbar, und historische Abläufe können natürlich auch als Glaubenssätze auftreten, genauso wie Fragen aus anderen Wissenschaftsbereichen. Wenn Sie sagen, die Höhe des Konsenses entscheide über die Gültigkeit historischer Abläufe, dann haben Sie zwar recht, aber nur was die Glaubensfragen betrifft. In der Wissenschaft ist Konsens nicht maßgeblich, ausschlaggebend sind nur Fakten und auf Grundlage von Fakten kann man Theorien entwickeln. Mehrzahl: Theorien. Es können ohne Weiteres mehrere Theorien nebeneinander existieren. Das Wichtige dabei ist, dass man jede Theorie natürlich falsifizieren kann, z.B. durch Falsifizierung zugrundeliegender Fakten oder durch Hinzufügen neu erkannter Fakten.
Wenn eine Theorie aber zu einem Glauben oder Dogma wird, dann haben wir genau die Situation, von der der Artikel von Henry Bauer handelt, über den wir hier eigentlich diskutieren: Wissenschaft wird zu Glauben, Falsifikation ist nicht möglich, alternative Theorien sind daher falsch und Vertreter alternativer Theorien sind "Leugner" (i.S.v. Ketzer).

EEkat, am 26. Dezember 2009 um 15:24 ( Link )

Ich wurde zu Weihnachten bereits reich beschenkt, Sie müssen sich daher keine Mühe geben. Aber wenn Sie drauf bestehen wollen:

--->>>> Sie sagen, salopp ausgedrückt, Geisteswissenschaften sind lediglich Pseudowissenschaften<<<<<,

Ich hatte nirgendwo von Pseudowissenschaft gesprochen. Ich treffe die Unterscheidung zwischen falsifizierbarer, und nicht falsifizierbarer Wissenschaft, also den Geisteswissenschaften. Daher stimmt nur der folgende Teil Ihrer Ausführungen:

---->>>weil sie nur Glaubensfragen oder nicht naturwissenschaftlich nachvollziehbare, von menschlichen Faktoren belastete Dinge betreffen.
>>>>

Genau so ist es.

Und nicht nur ich treffe diese elementare Unterscheidung zwischen Naturwissenschaft, und Geisteswissenschaft.

---<<<>>

Haha. Sie überheben sich.

Aber damit ist die Diskussion natürlich beendet. Über Glaubensdogmen diskutiert man nicht. Natürlich auch nicht mit Ihnen. Und schon garnicht darüber, daß die Leugnung des Holocaust sich auf irgendetwas stützen würde, das man wissenschaftlich nennen kann.

Auch solche Drechseleien sind nicht falsifizierbar, wie wir hier besonders deutlich sehen. Sie sind schon prinzipiell nicht wissenschaftlich.

Die Geschichtswissenschaft lehrt uns, (also nicht Ihnen) daß man solche Leute nicht Leugner, sondern gefährliche Spinner nennen muß, die man je nach Geisteszuschnitt entweder behandeln, oder zu bestrafen hat. Diese Spinnereien haben uns schwersten Schaden zugefügt. Von den Toten abgesehen rede ich von Schäden, welche die nachfolgenden Generationen bis zum heutigen Tage zu tragen haben.

Auch wenn das Internet ein praktisch rechtsfreier Raum ist, in dem sich darum Kinderficker tummeln, mit denen man daher das Internet an die Kette zu legen versucht, so sehen eben auch andere in vergleichbarer Weise Geplagte Triebtäter ihre Chance, ihren dreckigen Gelüsten zu fröhnen.

Die sollten nicht davon ausgehen, daß Sie deswegen ihren Quatsch völlig unwidersprochen verbreiten könnten.

EEkat

SystemSturz, am 26. Dezember 2009 um 16:49 ( Link )

Geehrter EEkat,

"Zu glauben ist schwer, nichts zu glauben ist unmöglich." Victor Hugo

Daß Sie a) meine Intelligenz hinterfragen und b) meinen Gesisteszustand bezweifeln, freut mich - vielleicht kann ich das einmal strafmindernd für mich verwenden :-). Ich kann Sie aber in beiden Fällen beruhigen. Es gibt Urkunden (z.B. ein Uni-Diplom), die belegen, daß sich alles bester Ordnung erfreut. Umfangreiche positive soziale Kontake mit meinem Umfeld bezeugen zumindest, daß mein Geisteszustand hier noch nicht zu Isolation geführt hat.

Sie meinen, daß eine Abgrenzung von Geistes- und Naturwissenschaft hauptsächlich auf Falsifizierung beruht. Gut, dann lassen wir Ihnen diese Meinung. Sie ist eh singulär und niemand wird sich damit wirklich auseinandersetzen wollen.

Um Ihnen kurz vor Augen zu halten, wie Ihre Argumentation gewöhnlich erfolgt. Ich schrieb:
"Ihre Unterscheidung zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft ist schlichtweg falsch."

Was machen Sie daraus?
EEkat: "Dieser Diskussionsteilnehmer scheint mir jenseits seiner Möglichkeiten zu agieren, was aber nicht verwundert. Sonst würden ihm auch Unterstellungen nicht unterlaufen, ich würde behaupten, daß Naturwissenschaft nichts mit Geisteswissenschaft zu tun habe."

Dazu erübrigt sich jeder Kommentar. Vielleicht fällt sogar Ihnen der Unterschied ins Auge. Wollen Sie wirklich auf diesem Niveau diskutieren?

Beeindruckend ist auch zu sehen, wie Sie sich mit der Thematik auseinandersetzen. Gar nicht! Warum auch? Es steht ja auch alles in den Büchern. In ähnlichen Büchern stand auch, daß wir in einem geozentrisches System leben. Im übrigen darf ich Sie darauf hinweisen, daß Sie historische Wahrheit lediglich als "Höhe des allgemeinen Konesenses" bezeichnen und in dem gleichen Kommentar den Holocaust (ebenfalls ein historisches Ereignis) in den Rang einer unumstößlichen Tatsache ("Naturwissenschaft") erheben. Selbst Ihnen dürfte der interne Widerspruch Ihrer Argumentation auffallen. Vielleicht sollten Sie Ihre Texte etwas kürzer fassen, dann wissen Sie am Ende wenigstens noch, was Sie am Anfang von sich gegeben haben.

Ich habe nirgends anklingen lassen, daß mir etwas an der H-Leugnung läge. Eine Forschung (wissenschaftliche Arbeit) auf diesem Gebiet ist hingegen zu begrüssen. Ich halte weder die Art, wie diverse Aussagen in den Nürnberger Prozessen entstanden sind (Folter der Angeklagten) noch die Aussagen der betroffenen Opfer (Opfer sind in der Justiz gewöhnlich die schlechtesten Zeugen) für aussagekräftig genug solch ein singuläres Ereignis zu belegen. Gegen eine internationale Untersuchung mit neutralen Wissenschaftler, Opfern, Revisionisten sollte nichts sprechen. Vielleicht wird ja Ihr Standpunkt sogar untermauert und man könnte die Revisionisten zurück in ihre Löcher verweisen. Im Zweifel lebt es sich mit der Wahrheit besser als mit einem Paragraphen.

Ich weiß, das ist für Sie schwierig für Sie zu verstehen - aber auch dies ist ein Teil von liberal.

Im übrigen finde ich diesen Kommentar von Ihnen sehr bezeichnend:
EEkat: "Auch wenn das Internet ein praktisch rechtsfreier Raum ist, in dem sich darum Kinderficker tummeln, mit denen man daher das Internet an die Kette zu legen versucht, so sehen eben auch andere in vergleichbarer Weise Geplagte Triebtäter ihre Chance, ihren dreckigen Gelüsten zu fröhnen."

Wie krank muß man sein, um solch einen Satz abzugeben? Jegliche Antwort darauf verbietet sich.

In dem Sinne schöne Weihnachten für alle.

EEkat, am 27. Dezember 2009 um 0:45 ( Link )

@Systemsturz behauptet:

---->>>Sie meinen, daß eine Abgrenzung von Geistes- und Naturwissenschaft hauptsächlich auf Falsifizierung beruht<<

Wo haben Sie das denn her.

Das schreibt ein er, der einen Satz vorher auf ein eigenes Uni-Diplom glaubt verweisen zu müssen.

Sie können ja noch nicht einmal den Inhalt einer Aussage korrekt widergeben.

Da erlaube ich mir, Ihren weiteren Stuß garnicht erst zur Kenntnis zu nehmen.

EEkat

SystemSturz, am 28. Dezember 2009 um 15:14 ( Link )

@ EEkat,

so sehen Antworten aus, wenn die Argumentationslage dünn wird.

VG SystemSturz

SystemSturz, am 28. Dezember 2009 um 17:59 ( Link )

@ EEkat,

zu Ihrer Höhe des Konsenses und Ihrer Meinung: "zum Holocaust ist alles gesagt" noch eine Zahl. Sie als informierter und aufgeklärter Bürger haben doch sicherlich auch Ausschwitz besucht!? Ich habe es vor einigen Jahren. Sehr genau kann ich mich noch an ein Schild erinnern auf dem stand die Opferzahl von Auschwitz : 4Mio. Ich nahm diese Zahl zur Kenntnis, genauso wie die Tatsache, daß später dieses Schild demontiert wurde und die Zahl auf 1Mio verändert wurde. Heute sah ich bei Arcor ein Quiz mit der Frage: Wieviele Opfer gab es in Auschwitz? Die höchste verfügbare Zahl (vermutlich die Antwort in diesem Fragespiel) war 0,5Mio. Entweder hat man bei Arcor schlecht recherchiert (was sich bei dieser Thematik eigentlich verbietet) oder mein Wissenstand ist noch nicht "geupdatet" worden.

http://www.arcor.de/content/aktuell/Quiz_des_Tages/78470442.html

Was ist mit der Höhe des Konsenses los? Wenn selbst bei dem bestdokumentierten Ereignis der letzten 100 Jahre Abweichungen von 800% zur Selbstverständlichkeit gehören, verstehe ich auch, warum man hierfür den §130StGB erfinden mußte.

Aber zurück zur Ausgangsfragestellung. Mir geht es hier nicht um Leugnung oder Relativierung. Ich will (soweit möglich) die Wahrheit wissen. Dabei ist eine Beschränkung der Wissensgenerierung durch Paragraphen nicht sinnvoll.

GraueEminenz, am 01. Januar 2010 um 22:31 ( Link )

EEKat und Dr. Spele zuvoerderst, aber auch allen anderen Dank fuer die Beitraege, die sich, anders als im Mainstream, nicht scheuen, Kontroversen offenzulegen UND ZU BEGRUENDEN.

Zur Relativitaetstheorie fuer jene, die neugierig geworden sind (Danke Dr. S, kannte manches noch nicht!):

http://www.ekkehard-friebe.de/200prof_medien.pdf

Forschungsprojekt "95 Jahre Kritik der Speziellen Relativitätstheorie (1908-2003)"


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