22. Februar 2021

Stammt das Coronavirus doch aus dem Labor? Wiesendangers „umstrittene“ Thesen: Er ist nicht der Einzige

Auch andere Wissenschaftler äußerten sich „verschwörungsideologisch“ zum möglichen Ursprung von SARS-CoV-2

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: aslysun / Shutterstock.com Menschengemachtes Coronavirus aus dem Labor: Nur eine „Verschwörungstheorie“?

„Die Debatte über die umstrittenen Corona-Thesen des Hamburger Physikers reißt nicht ab“, so die „Welt“ in einem Artikel vom 20. oder 21. Februar 2021 („Wiesendanger äußert sich anschlussfähig an Verschwörungsideologen“, leider war keine genaue Datumsangabe zu entnehmen). „Fachpolitiker“, so der Artikel weiter und das Problem mit diesem einen Wort auch schon offenbarend, „kritisieren das Papier scharf – und sorgen sich um den Wissenschaftsstandort. Der Unipräsident schweigt weiter.“

Warum das ein Problem sein sollte? Nun, zum einen wurde der Begriff „Fachpolitiker“ bereits als Oxymoron entlarvt. Normalerweise geht jemand, der etwas wirklich gut kann, also von irgendeinem „Fach“ ist, nicht in die Politik. Zum anderen laufen die Aussagen von „Fachpolitikern“, wenn es um die Umsetzung gewünschter Politiken geht, auf die altbekannte Corleone’sche Devise hinaus, den Bürgern ein Angebot zu machen, das sie nicht ablehnen können ... oder es dank propagandistischer Dauerbeduselung vielleicht auch gar nicht wollen, zum Beispiel dann, wenn man ein geschlagenes Jahr lang Knechtköpfe durch permanenten Angst-Psychoterror in Mürbeteig verwandelte.

Und was den Herrn Unipräsidenten betrifft: Wie kann er nur? Was ist das bitte für ein Präsident, der einen Wissenschaftler im Rahmen eines wissenschaftlichen Diskurses einfach frei sprechen und seine Ansichten äußern lässt, ohne sofort schadensbegrenzend einzugreifen? Wieso wurde da nichts unternommen? Das muss man sich mal vorstellen: Ein Wissenschaftler, Physiker von Beruf, also selbstverständlich von Kopf bis Fuß auf Verschwörungsidiotie eingestellt, darf in einem „freien, liberalen“ Land was sagen, ohne unverzüglich in gewohnt „nostalgischer“ Manier angeschmiert zu werden. Er wollte wohl eine Debatte über den möglichen Ursprung von SARS-CoV-2 anstoßen. Dabei hat das Wahrheitsministeriums des Mainstreams doch längst nachgewiesen, dass die These des zoonotischen Ursprungs alternativlos ist. Hat dem Mann denn niemand erklärt, daß die Partei immer recht hat? Ach, ich find’s einfach toll, wie viel man aus der Geschichte lernen kann.

Jedenfalls ist Wiesendanger beileibe nicht der Einzige, der sich „umstritten“, „krude“ oder auf sonst irgendeine nicht regimekonforme Weise äußert. Das haben vor ihm schon andere getan. Die im deutschen Failstream natürlich nie erwähnt wurden.

So zum Beispiel Giuseppe Tritto, ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Bio- und Nanotechnologie. Er ist außerdem Präsident der Weltakademie für biomedizinische Wissenschaften und Technologien, die von der UNESCO gegründet wurde. Ihm zufolge ist SARS-CoV-2 kein natürliches Virus, das sich entwickelte, um von Fledermäusen auf Menschen überzuspringen. Tritto behauptet, das Virus sei genetisch manipuliert worden und legt in seinem Buch „China Covid-19: The Chimera That Changed the World“, das derzeit nur in italienischer Sprache vorliegt, Informationen zur Unterstützung dieser Ansicht vor. In einem Artikel des Portals „Life Site News“ hieß es zu Trittos Buch: „Sein Bericht lässt keinen Zweifel daran, dass es sich um eine ‚Chimäre‘ handelt, einen Organismus, der in einem Labor erzeugt wurde. Er verbindet auch die Punkte, die das Labor in Wuhan mit Frankreich und den Vereinigten Staaten verknüpfen, und zeigt, wie beide Länder den Chinesen finanzielle und wissenschaftliche Hilfe leisteten, als sie begannen, immer gefährlichere biotechnologische Experimente durchzuführen. Obwohl weder amerikanische noch französische Virologen für das Endergebnis verantwortlich sind … mag ihre frühe Beteiligung erklären, warum so viele darauf bestehen, dass die ‚Chimäre‘ aus der Natur stammen muss. Das Letzte, was sie zugeben wollen, ist, dass sie möglicherweise daran beteiligt waren.“

Tritto behauptet ferner, SARS-CoV-2 sei in der Folge der SARS-Epidemie von 2003 entstanden, als chinesische Forscher mit der Arbeit an einem SARS-Impfstoff begannen. Die verantwortliche Wissenschaftlerin für dieses Programm des Wuhan-Instituts für Virologie sei Dr. Shi Zhengli gewesen. Tritto schreibt, Shi habe mithilfe des französischen Pasteur-Instituts, das ihr gezeigt habe, wie man ein Segment des HIV-Virus in ein Hufeisenfledermaus-Coronavirus einführt, mittels reverser Genetik ein SARS-ähnliches Virus mit erhöhter Pathogenität erzeugt.

Tritto nennt außerdem einen amerikanischen Wissenschaftler namens Professor Ralph Baric von der Universität von North Carolina, der Stipendien vom „National Institute of Allergy and Infectious Disease“ unter der Leitung von Dr. Anthony Fauci erhielt. Baric ist auf rekombinante Coronaviren spezialisiert und besitzt ein Patent (U.S.-Patent 7279327) über „Verfahren zur Herstellung rekombinanter Coronaviren“.

Die US-„National Institutes of Health“ (NIH) bewerteten diese „Gain-of-Function“-, also „Funktionsgewinnforschung“ als zu riskant und beendeten ihre Finanzierung solcher Programme. Sie wurden daraufhin ins Ausland verlagert – unter anderem an das „Wuhan Institute of Virology“.

In einem Interview erklärte Tritto: „Dank der von Shi zur Verfügung gestellten Matrixviren schuf Baric 2015 eine Chimäre des Maus-SARS-Virus, die eine pathogene Wirkung auf in vitro analysierte menschliche Zellen hat. An diesem Punkt wird die Zusammenarbeit zwischen China und den USA zur Konkurrenz. Shi will an einem leistungsfähigeren Virus arbeiten, um einen leistungsfähigeren Impfstoff herzustellen: Sie kombiniert ein Fledermausvirus mit einem Pangolinvirus in vitro und veröffentlicht 2017 die Ergebnisse dieser Forschung in einigen wissenschaftlichen Artikeln. Ihre Forschung weckt das Interesse des chinesischen Militärs und des medizinisch-biologischen Sektors, der sich mit biologischen Waffen befasst … So schließen sich Shi Ärzte und Biologen an … wie Guo Deyin, ein Gelehrter für Impfstoffe gegen Aids und antivirale Hepatitis und Experte für genetische Rekombinationstechniken. Die Einführung der neu entwickelten Inserts in das Virusgenom ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Shi-Team und dem von Guo Deyin. Die Realisierung dieser neuen Chimäre ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen ein Erfolg. So sehr, dass die beiden Forscher nach dem Ausbruch der Epidemie die WHO bitten, es als neues Virus, H-nCoV-19 (Human new Covid-19), und nicht als ein anderes von SARS abgeleitetes Virus zu registrieren.“

Es gab noch andere Wissenschaftler, die Zweifel an der zoonotischen Ursprungshypothese äußerten. So zum Beispiel Dr. Jonathan Latham, Molekularbiologe und Virologe, sowie Dr. Allison Wilson, Molekularbiologin. Latham und Wilson argumentieren, dass das Virus zwar wahrscheinlich irgendwann von einer Fledermaus ausging, der Mechanismus, durch den es von der Fledermaus auf den Menschen übersprang, jedoch nicht natürlich gewesen sei. Sie glauben, daß SARS-CoV-2 eigentlich gar kein neuartiges Virus sei.

Auch der australische Forscher Nikolai Petrovsky und sein Team kamen zu ähnlichen Schlüssen. Petrovskys Team wies darauf hin, dass man ein Virus in einem Labor ohne Gentechnik verändern könne, indem man es in verschiedenen Arten von Tierzellen züchte. Um es an den Menschen anzupassen, müsse man es dann in Zellen züchten, die den menschlichen ACE2-Rezeptor hätten. Mit der Zeit könne sich das Virus dadurch anpassen und die Fähigkeit erlangen, an diesen Rezeptor zu binden.

Neben Tritto, Latham, Wilson und Petrovsky haben auch viele andere Experten auf verschiedenen Gebieten Argumente für einen künstlichen oder Laborursprung von SARS-CoV-2 vorgebracht, darunter folgende:

Dr. Michael Antoniou, Molekulargenetiker aus London, der festgestellt hat, dass Viren mit verbesserter Infektiosität im Labor hergestellt werden können, ohne ein zuvor verwendetes Virusrückgrat zu verwenden. Mit einer Methode, die als „gerichteter iterativer evolutionärer Selektionsprozess“ bezeichnet wird, kann man „eine große Anzahl zufällig mutierter Versionen des SARS-CoV-Spike-Proteinrezeptors“ erzeugen und dann diejenigen Proteinrezeptoren auswählen, die menschliche Zellen am wirksamsten infizieren können. Die Erfinder dieser Technik erhielten 2018 den Nobelpreis für Chemie.

Dr. Richard Ebright ist Experte für Infektionskrankheiten an der Rutgers-Universität, der darauf hinwies, dass sowohl US-amerikanische als auch chinesische Forscher Fledermaus-Coronaviren genetisch manipuliert haben, und zwar mit Methoden, die „keine Anzeichen oder Spuren menschlicher Manipulation hinterlassen“.

Stuart Newman, Professor für Zellbiologie und Anatomie am New York Medical College in Valhalla, New York, und Chefredakteur der Zeitschrift „Biological Theory“, wies ebenfalls darauf hin, dass „Virologen seit mehr als einem Jahrzehnt Coronaviren experimentell rekombinieren und genetisch modifizieren, um ihre Pathogenitätsmechanismen zu untersuchen“. Solche Experimente reichen ungefähr zwei Jahrzehnte zurück.

Francis Boyle, der unter anderem einen Bachelor-Abschluss der University of Chicago, einen Dr. jur. von Harvard und einen Doktortitel in Politikwissenschaft hält, entwarf den „Biological Weapons Anti-Terrorism Act“ von 1989 und ist seit mehreren Jahrzehnten im Bereich der antibiologischen Kriegsführung tätig. Boyle zufolge besage die wissenschaftliche Literatur, dass es sich bei diesem Virus um ein künstlich hergestelltes synthetisches Virus handele, das nicht ohne menschliches Zutun von Tieren auf Menschen übertragen worden sein könne.

Dr. Meryl Nass, die 1992 eine Arbeit veröffentlichte, in der sie den Milzbrandausbruch in Simbabwe zwischen 1978 und 1980 als einen Fall von biologischer Kriegsführung identifizierte, kauft das Argument des rein natürlichen Urspriungs ebenfalls nicht ab. In einem Beitrag ihres Blogs vom 2. April 2020 schrieb sie: „Warum führen einige der Spitzenwissenschaftler der USA ein fadenscheiniges Argument über den natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 an? … Bevor gentechnische Techniken entwickelt (1973) und weit verbreitet waren (seit Ende der 1970er Jahre), wurden ‚primitivere‘ Mittel zur Verursachung von Mutationen eingesetzt, mit der Absicht, biologische Waffen zu entwickeln … Sie führten zu biologischen Waffen, die getestet, gut beschrieben und in einigen Fällen eingesetzt wurden … Diese Methoden können zu biologischen Kampfstoffen führen, denen die identifizierbare Signatur eines mikrobiellen Agens fehlt, das in einem Labor aus bekannten RNA- oder DNA-Sequenzen konstruiert wurde. Tatsächlich wäre es zur Erschaffung eines waffenfähigen Virus sogar ‚erstrebenswert‘, solche Agenzien herzustellen, da es schwierig wäre, nachzuweisen, dass sie absichtlich in einem Labor konstruiert wurden.“

André Leu, internationaler Direktor von „Regeneration International“, schrieb einen Artikel, in dem er die Beweise für einen künstlichen Ursprung untersucht und feststellt, dass mehrere Forscher erklärt haben, SARS-CoV-2 sei ein Ergebnis der genetischen Rekombination eines Teils des Spike-Proteins des malaysischen Pangolin-Coronavirus zu RaTG13.

Die norwegischen und britischen Forscher Birger Sørensen, Andres Susrud und Angus Dalgleish behaupten, SARS-CoV-2 habe einzigartige Fingerabdrücke, die sich nicht auf natürlichem Wege hätten entwickeln können und schrieben dazu: „Von nun an müssen diejenigen, die behaupten, die Covid-19-Pandemie sei durch zoonotische Übertragung entstanden, genau erklären, wie dieser Prozess abgelaufen sein soll, bevor sie behaupten, ihre Beweise wären überzeugend – vor allem, wenn, wie wir ebenfalls zeigen, rätselhafte Fehler bei der Verwendung von Beweismaterial auftraten.“

Die kanadischen Forscher Shing Hei Zhan, Benjamin E. Deverman und Yuji Alina Chan vom „Department of Zoology and Biodiversity Research Center“ der University of British Columbia veröffentlichten im Mai 2020 eine Studie, in der sie feststellten: „In einem Seite-an-Seite-Vergleich der evolutionären Dynamik zwischen dem 2019/2020 SARS-CoV-2 und dem 2003 SARS-CoV waren wir überrascht, dass SARS-CoV-2 dem SARS-CoV in der Spätphase der Epidemie von 2003 ähnelt, nachdem SARS-CoV mehrere vorteilhafte Anpassungen für die Übertragung beim Menschen entwickelt hatte. Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass zu dem Zeitpunkt, als SARS-CoV-2 Ende 2019 zum ersten Mal entdeckt wurde, SARS-CoV-2 bereits in einem ähnlichen Ausmaß wie die späte Epidemie SARS-CoV an die Übertragung beim Menschen vorbeugend angepasst war. Es wurden jedoch keine Vorläufer oder Entwicklungszweige eines weniger an den Menschen angepassten SARS-CoV-2-ähnlichen Virus entdeckt.“

Diese Beispiele mögen genügen, um zu verdeutlichen, dass „die“ Wissenschaft (die es bis zum heutigen Tage natürlich nicht gibt) sich hinsichtlich des tatsächlichen Ursprungs alles andere als „einig“ ist. Und daß gerade im Fall der „Corona-Politik“ das Mantra „Follow the Science!“, „Folge ‚der‘ Wissenschaft!“, durchaus darauf hinauslaufen könnte, jemandem zu empfehlen, doch bitte den Rest seines Lebens in einem Lockdown zu verbringen und sich politisch erzwungen resetten beziehungsweise. „zurückbauen“ zu lassen („Build Back Better“).

Doch keine Sorge, sämtliche dieser Probleme werden bald verschwunden sein. „Wir“ müssen nur „alle Menschen“ auf diesem Planeten „impfen“, und alles wird gut (die Staatsratsvorsitzende Merkel im O-Ton).

Ganz persönliche Bitte, Herr Wiesendanger: Bleiben Sie standhaft. Lassen Sie die Herde ruhig blöken. So war es schon immer, so ist es auch heute noch, und ich fürchte, dass, solange manche Menschen, vor allem selbstverständlich völlig interessenskonfliktfreie „Fachpolitiker“ und ebenso neutrale, faire, unabhängige und objektive Regimejournalisten und andere Ignoranten, so unwillig sind, etwas dazuzulernen, wird es wohl auch noch geraume Zeit so bleiben. C'’est la vie. Jeder, wie er kann.


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