08. Januar 2021

Deutschlands Umgang mit Corona 25 Beispiele für das Totalversagen des Merkel-Regimes

Eine Anleitung dafür, wie eine Regierung auf keinen Fall mit einer Krise umgehen darf

von Volker Boelsch

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Bildquelle: vasilis asvestas / Shutterstock.com Merkel-Regierung: Totalversagen in der Krise

Es gibt sie noch, die unverbesserlichen Merkel-Getreuen. Einen solchen kenne ich persönlich – ein gebildeter Mann, der bis zur Frühpensionierung als Ingenieur elektronische Schaltungen entwickelt hat. Den sollte man grundsätzlich für denkfähig bis vernünftig halten dürfen.

Auf der Gegenseite steht: ein seit Jahren überzeugter Grüner, der behauptet, immer mal wieder mit dem Gedanken zu liebäugeln, die sozialistische Einheitspartei „Die Linke“ zu wählen – ein kräftiger Schlag ins Gesicht seiner Frau, die noch zu wüstesten Kaltkriegszeiten aus der Ostzone geflüchtet war. Meiner Beobachtung nach mochte er die allerdings eh’ noch nie so wirklich.

Er gehört zu denjenigen Leuten, für die in den achtziger Jahren jedes Unions-Mitglied Hörner und Pferdehufe, mindestens aber einen Hitlerbart trug. Dabei vermochte er stets irgendwie und halbwegs vernünftig zu verargumentieren, weshalb er das linksextreme Spektrum so sehr goutiert.

Und gerade dieser Mensch – tiefenpsychologische Charakterstudie hiermit beendet – erzählte mir vor einigen Tagen am Telefon, dass er Angela Merkel tief bewundere für ihre besonnene und effektive Art und Weise, mit der sie das Land bisher durch die Seuche geführt habe.

Ich sehe mich nicht in der Rolle des Missionars und besitze wenig Drang, den Menschen Vernunft und Logik beizubringen – deshalb habe ich schnell das Thema gewechselt. Nach dem Telefonat war ich jedoch nicht in der Lage, diese völlig ernst und ohne Ironie gemeinte Aussage abzuschütteln und zu vergessen. Immer wieder wurde mir bewusst, was Frau Kanzler uns in den vergangenen zwölf Monaten tatsächlich zugemutet hat.

1. Als US-Präsident Donald Trump im Januar 2020 von einem chinesischen Virus sprach, warf Merkel ihm Rassismus vor.

2. Als Länder wie Taiwan, Japan, Singapur oder Vietnam die Flughäfen für Reisende aus China schlossen, war Merkel davon überzeugt, dass sich ein Virus nicht vom Schlagbaum aufhalten ließe – die deutschen Grenzen blieben für jedermann offen.

3. Während in diesen Ländern großflächig Atemmasken verteilt wurden, erzählte uns Merkel, dass Masken überflüssig und mithin schädlich seien. (Spahn hatte den Bestand an Masken kurz zuvor verscheuert, und die Peinlichkeit wäre zu groß gewesen, einzugestehen, dass der Staat gar keine Masken für die Bevölkerung bevorratet hat.)

4. Als Folge der offenen Grenzen in Deutschland schlossen die Vereinigten Staaten ihre Grenzen nach China auch für Reisende aus der EU, doch statt daraus zu lernen, kam aus dem Kabinett Merkel nur laute Kritik.

5. Textilunternehmen und selbständigen Schneidern, die in die staatsverschuldete Versorgungslücke stießen und selbst Gesichtsmasken produzierten, wurde untersagt, in den Bezeichnungen oder der Werbung zu suggerieren, dass diese Schutz böten.

6. Als in vielen asiatischen Ländern Apps für Smartphones verfügbar waren, mit denen Ausbreitungsherde schnell lokalisiert und so die Restbevölkerung geschützt werden konnte, wurden diese rasch angenommen, ohne dass große Überzeugungsversuche notwendig waren. In Deutschland warten wir noch immer auf eine wirklich funktionierende App; es ist allerdings zu bedenken, dass Merkels Stasispitzelvergangenheit genug Gründe liefert, sie auch dann abzulehnen, wenn sie dereinst einmal laufen sollte (pun intended).

7. Als in den asiatischen Vorreiterländern, aber auch in Schweden das Leben so langsam auf die Zielgerade zur Normalität einschwenkte, verordnete Merkel den ersten harten Shutdown.

8. Nachdem Ende April die Zahl der Erkrankten und der Gestorbenen wieder auf einen Normalwert gefallen waren – die statistische Kurve nahezu deckungsgleich mit denen vergangener Grippe- und Erkältungsjahre – wurde von der Merkel-Regierung die Maskenpflicht verhängt.

9. Zahlreiche wissenschaftliche Studien aus dieser Zeit, die belegten, dass es zu keinem Zeitpunkt einen Anlass gegeben hatte, überhaupt von einer Pandemie zu reden, führten zu keiner Reaktion seitens Merkel.

10. Eine Überlastung des Gesundheitssystems, wie von Merkel befürchtet, war niemals auch nur in Sichtweite – ganz im Gegensatz zu manchen Vorjahren nebst ihren Grippewellen.

11. Die von der Regierung Merkel erzwungene Bereithaltung von Klinik- und Intensivbetten für Covid-Patienten führte zu zahlreichen Entlassungen beim Pflegepersonal, weil es entweder nichts zu tun gab oder weil mangels Einkünfte aus der Behandlung anderer Krankheiten kein Geld für deren Bezahlung in den Kassen war.

12. Nachdem aus dem Referat KM 4 (Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz) des Bundesinnenministeriums eine Beurteilung der Gesamtsituation verschickt wurde, deren Kernaussagen konstatierten, dass es sich bei der angeblichen Pandemie – bezogen auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesamtgesellschaft – um kaum mehr als einen Fehlalarm handele und die Entscheidungen der Regierung ausschließlich der Gesichtswahrung dienten, wurde deren Leiter Stephan Kohn in den einstweiligen Ruhestand versetzt – eine konstruktive Reaktion erfolgte nicht.

13. Als durch einige Studien nahegelegt wurde, dass von Kindern keine Ansteckungsgefahr ausginge, blieben die Schulen trotzdem geschlossen.

14. Zeitgleich war die Merkel-Regierung nicht in der Lage, einen wirksamen Schutz der tatsächlich gefährdeten Bevölkerungsteile in den Pflegeheimen zu organisieren.

15. Als dank des warmen Klimas im Sommer die Positivenrate aller Getesteten über 13 bis 14 Wochen lang weitgehend stabil um ein Prozent herum lag, wurde durch die Regierung Merkel mit „gestiegenen Infektionszahlen“ Panik geschürt, die aber allesamt der gestiegenen Gesamtzahl der Test geschuldet waren.

16. Immer, wenn ein Etappenziel erreicht war und die Maßnahmen hätten beendet werden können, wurde ein neuer Richtwert genannt:

a. Als die Kurve (Ansteckungen, Krankheiten) Ende April wieder im Normalniveau war, wurde die Reproduktionszahl des Virus („R-Wert“) als neues Argument aus dem Ärmel gezogen.

b. Nachdem der R-Wert konstant unter dem Wert eins lag, wurden steigende Infektionszahlen als Grund für weitere Einschränkungen genannt.

c. Als breiten Bevölkerungsschichten bewusst wurde, dass diese Zahlen ausschließlich mit der Anzahl der durchgeführten Tests anstiegen, wurde der Inzidenzwert je 100.000 Einwohner herangezogen.

d. Jetzt, wo auch im Medien-Mainstream zugegeben wird, dass die zugrunde liegenden PCR-Tests keine Aussagekraft haben – durch die willkürliche Festlegung des CT-Wertes kann das gewünschte Testergebnis fast sicher schon vorher festgelegt werden –, wird auf eine Zahlenbasis vollständig verzichtet und die „50-, 60- oder 70- prozentige Durchimpfung“ (Merkel) als Bedingung für die Beendigung der Maßnahmen genannt.

17. Die Zeit, als im Sommer 2020 kaum neue Fälle auftraten, hätte dazu genutzt werden können, um ein einheitliches und sachbezogenes Krisenmanagement aufzustellen – geschehen ist in dieser Richtung nichts.

18. Als die Bevölkerung das Verständnis für das breitbandige Versagen der Regierung Merkel allmählich verloren hatte und zu Zehn-, manchmal sogar zu Hunderttausenden auf der Straße demonstrierte, erhielt die Polizei durch hastig aufgesetzte Verordnungen und andere Winkelzüge die Gewalt, Versammlungen willkürlich aufzulösen. Zeitgleich sollte eine vielschichtige Diffamierungskampagne den Rückhalt der Protestierenden bei der Bevölkerung untergraben. Das Hauptargument der Ansteckungsgefahr durch Menschenansammlungen wurde übrigens bei ebenfalls im Jahr 2020 stattfindenden Klima- und Rassismus-Demonstrationen pflichtschuldigst verschwiegen.

19. Als der Versuch, massive Einschränkungen der Grundrechte gesetzlich zu verankern, im November zu einer friedlichen Massendemonstration vor dem Berliner Reichstagsgebäude führte, ließ Merkels Innensenator schwere Wasserwerfer auffahren – zum ersten Mal seit sieben Jahren.

20. Nachdem die Statistiken der entsprechenden Institute ausgewiesen hatten, dass keine nennenswerte Übersterblichkeit zu sehen war, wurde der Soft-Shutdown im November verhängt.

21. Merkels Minister Spahn gestattete sich die Ehrlichkeit zuzugeben, dass mit den im Sommer gewonnenen Erkenntnissen offenbar wurde, dass es zwecklos sei, Geschäfte und Einrichtungen zu schließen; dennoch wurde von Merkel und ihrer Runde der Landesfürsten ein harter Shutdown für Mitte Dezember ausgerufen.

22. Nachdem zahlreiche Studien zeigten, dass eine Ansteckung ohne Symptome praktisch nicht stattfindet (asymptomatische Ansteckung) hätten alle Einschränkungen auf die Isolation tatsächlich Erkrankter konzentriert werden können – stattdessen wurden noch schärfere Einschränkungen für alle angekündigt.

23. Obwohl ein im eigenen Land entwickelter Impfstoff auf vielversprechende Ergebnisse hoffen ließ und schon für den Dezember 2020 angekündigt war, zögerte Merkel mit einer Großbestellung – hoffend auf den französischen Impfstoff der Firma Sanofi, der deutlich günstiger zu beschaffen wäre (wenn es ihn schon gäbe).

24. Während Restaurants, Bars und Cafés geschlossen und private Versammlungen verboten sind, während Ausgangs- und Alkoholverbote herrschen, werden Merkels Kabinettmitglieder immer wieder beobachtet, wie sie in geselliger Runde und ohne Masken oder Abstand tafeln und feiern – womit uns einfachen Bürgern klar vor Augen geführt wird, dass offensichtlich kein Grund besteht, wirklich vor einer Ansteckung Angst zu haben.

25. Als Quintessenz all der hier aufgeführten Erkenntnisse werden die Mitglieder der Regierung Merkel nicht müde, sowohl eine Verschärfung als auch eine Verlängerung des Stillstands anzukündigen.

Ich will ganz offen sein: Ich halte Frau Merkel für eine 360-Grad-Fehlbesetzung. Und ich sage – ja, ich sage es hier und jetzt: Selbst Gerhard Schröder hat dem Land nicht so sehr geschadet wie Angela Merkel. Gleichwohl gestehe ich jedem Menschen zu, mich durch richtige Entscheidungen und gute Aktionen vom Gegenteil zu überzeugen, also auch Merkel. So bitte ich jede Leserin und jeden Leser, mir ein Beispiel zu nennen – auch nur eines –, wo Merkel etwas richtig gemacht hat in den letzten zwölf Monaten.

Bitte lasst mich nicht hängen.


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