29. Dezember 2020

Mainstream-Presse und Corona-Krise „Die Zeit“: Wenn die „Sicherheit“ solche Freunde hat, braucht Freiheit keine Terroranschläge mehr

Ein Plädoyer für echten Journalismus mit Rückgrat

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: intueri / Shutterstock.com Mainstream-Presse: Propagandakrieg statt Journalismus

Im Libertarismus gibt es bekanntlich verschiedene Strömungen, wie zum Beispiel Minarchisten, Anarchisten, Klassisch-Liberale, Utilitaristen, die „Naturrechtler“, ja, es gibt sogar „Paläolibertäre“. Wobei die Grenzen fließend sein können. Nun kommt laut der regimetreuen „Zeit“ ein neuer Zweig hinzu: die „Vulgärlibertären“. Ach, die kannten Sie noch gar nicht? Ich auch nicht.

„Freiheit? Sicherheit!“, so die Überschrift eines Artikels von Jan Voß, erschienen am 22. Dezember in eben erwähntem Hamburger Hausblatt des ordinären Neototalitarismus, das bekanntlich schon beim Klimakappes die Hacken stramm vor den, einer vermeintlichen Einheitsfront „der Wissenschaft“ folgenden, nicht weniger totalitären Plänen zum „CO2-neutralen“, politisch gewaltsamen Umbau der Weltwirtschaft zusammenschlugen – so wie nun vor dem globalstalinistischen „Great Reset“, umhüllt von zarter Coronade. „Die Idee der Freiheit hat im Augenblick kaum Anwälte – oder die falschen“, heißt es im Einleitungstext in gewohnt zeigefingererektiler Manier. Und weiter: „Für die Vulgärlibertären bedeutet Freiheit nur das Recht auf Ignoranz und Rücksichtslosigkeit.“ Womit natürlich die „Coronaskepsis“ oder „-leugnung“ gemeint ist, die sich – wie einst dieses berühmte gallische Dorf – beharrlich weigert, den Welteroberungsambitionen Schwabius Coronius Cäsars geschlossen zu folgen.

Eine erstaunliche Anschuldigung, wenn man bedenkt, dass sie ausgerechnet von ignoranten Wissenschaftsleugnern stammt, die ihrer Leserschaft tagtäglich einbläuen: „Du sollst keine anderen Götter als Christian Drosten und Karl Lauterbach haben!“ Denken Sie nur an die vulgäre „Great Barrington Declaration“, die mittlerweile von über 30.000 blasphemischen Ärzten und Wissenschaftlern aus aller Welt unterzeichnet wurde und es insgesamt auf über 700.000 Unterzeichner bringt – sie spricht sich vehement gegen die desaströse Lockdown-Politik aus.

Statt mich aber nun in gewohnt sarkastischer Manier über eine längst vollständig dysfunktionale, strenggenommen gar nicht mehr existente Presse auszulassen (wozu noch Zeitungslektüre, wenn man Merkel jeden Wunsch auch gleich von den Lippen ablesen kann), möchte ich ef-Lesexe (oder Lesende) mit vulgärer Liebe schockieren, nämlich Liebe zur Freiheit von Wissenschaft und Forschung (die in Deutschland leider einem politischen und massenmedialen Szientizid zum Opfer fiel). Nachfolgend ein Artikel des „American Institute for Economic Research“ (AIER), der in puncto Drosten-Hass und Lauterbach-Leugnung vulgärer nicht sein könnte und obendrein den Endsieg des tausendjährigen Lockdowns vulgärfreiheitlich infrage stellt (in Auszügen):

„Der Einsatz universeller Lockdowns im Falle des Auftretens eines neuen Krankheitserregers hat keinen Präzedenzfall. Es war ein wissenschaftliches Experiment in Echtzeit, bei dem der größte Teil der menschlichen Bevölkerung als Laborratten eingesetzt wurde. Die Kosten sind Legion.

Die Frage ist, ob die Lockdowns zur Kontrolle des Virus in einer Weise funktioniert haben, die wissenschaftlich nachweisbar wäre. Basierend auf den folgenden Studien lautet die Antwort nein, und zwar aus einer Vielzahl von Gründen: schlechte Daten, keine Korrelationen, kein kausaler Nachweis, anomale Ausnahmen und so weiter. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Lockdowns (oder wie auch immer die Leute sie nennen wollen, um ihre wahre Natur zu verschleiern) und Viruskontrolle.

Vielleicht ist dies eine schockierende Offenbarung, wenn man bedenkt, dass universelle soziale und wirtschaftliche Kontrollen zur neuen Orthodoxie werden. In einer vernünftigeren Welt sollte die Beweislast eigentlich den ‚Lockdowners‘ zufallen, da sie es waren, die 100 Jahre Weisheit im Bereich der öffentlichen Gesundheit gestürzt und durch eine ungetestete, von oben verordnete Einschränkung von Freiheit und Menschenrechten ersetzt haben. Sie haben diese Beweislast aber nie geschultert. Sie hielten es für selbstverständlich, dass ein Virus durch Beglaubigungen, Edikte, Reden und maskierte Polizisten eingeschüchtert und verängstigt werden kann.

Die Pro-Lockdown-Beweise sind erschreckend dünn und basieren größtenteils auf dem Vergleich von realen Ergebnissen mit düsteren computergenerierten Prognosen, die aus empirisch ungetesteten Modellen abgeleitet wurden, sowie der bloßen Behauptung, dass Strenge und „nicht pharmazeutische Interventionen“ den Unterschied zwischen dem fiktiven und realen Ergebnis erklären könnten. Die Anti-Lockdown-Studien hingegen sind evidenzbasiert, robust und gründlich, sie setzen sich mit den Daten auseinander, die wir haben (mit all ihren Fehlern) und betrachten die Ergebnisse im Lichte von Kontrollen in der Bevölkerung.

Ein Großteil der folgenden Liste wurde von dem Dateningenieur Ivor Cummins zusammengestellt, der eine einjährige Aufklärungsarbeit geleistet hat, um die intellektuelle Unterstützung für Lockdowns aufzuheben. Das Institut AIER hat seine eigene Arbeit und die Zusammenfassungen hinzugefügt. Das Fazit ist, dass das Virus tun wird, was Viren nun mal tun, so wie immer in der Geschichte der Infektionskrankheiten. Wir haben nur eine sehr begrenzte Kontrolle über sie, und das, was wir haben, ist an Zeit und Ort gebunden. Angst, Panik und Zwang sind keine idealen Strategien für den Umgang mit Viren. Intelligenz und medizinische Therapeutika sind da wesentlich besser.

(Diese Studien konzentrieren sich nur auf Lockdowns und ihre Beziehung zur Viruskontrolle. Sie gehen nicht auf die unzähligen, damit verbundenen Probleme ein, die die Welt beunruhigt haben, wie zum Beispiel die Maskenpflicht, PCR-Tests, das Problem der Fehlklassifizierung von Todesfällen oder besondere Probleme im Zusammenhang mit Reisebeschränkungen, Restaurantschließungen und Hunderten anderer Einzelheiten, mit die in Zukunft gewiss noch ganze Bibliotheken gefüllt werden).

1. ‚Eine Analyse auf Länderebene zur Messung des Einflusses von Regierungsmaßnahmen, der Bereitschaft des Landes und sozioökonomischer Faktoren auf die Covid-19-Mortalität und damit verbundene Gesundheitsauswirkungen‘ von Rabail Chaudhry, George Dranitsaris, Talha Mubashir, Justyna Bartoszko, Sheila Riazi. EClinicalMedicine 25 (2020) 100464. ‚Vollsperrungen und weit verbreitete Covid-19-Tests waren nicht mit einer Verringerung der Anzahl kritischer Fälle oder der Gesamtsterblichkeit verbunden.‘

2. ‚War Deutschlands Corona-Lockdown notwendig?‘ von Christof Kuhbandner, Stefan Homburg, Harald Walach, Stefan Hockertz. Advance: Sage Preprint, 23. Juni 2020. ‚Offizielle Daten des RKI deuten stark darauf hin, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland autonom zurückgebildet hat, bevor irgendwelche Interventionen wirksam wurden. Mehrere Gründe für einen solchen autonomen Rückgang wurden vorgeschlagen. Einer davon ist, dass Unterschiede in der Anfälligkeit und im Verhalten der Wirte zu einer Herdenimmunität bei einem relativ niedrigen Prävalenzniveau führen können. Die Berücksichtigung individueller Unterschiede in der Anfälligkeit oder Exposition gegenüber dem Coronavirus ergibt ein Maximum von 17 bis 20 Prozent der Bevölkerung, die infiziert sein müssen, um eine Herdenimmunität zu erreichen, eine Schätzung, die empirisch durch die Kohorte des Kreuzfahrtschiffs Diamond Princess unterstützt wird. Ein weiterer Grund ist, dass auch die Saisonalität eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung spielen kann.‘

3. ‚Abschätzung der aktuellen Entwicklung der SARS-CoV-2-Epidemie in Deutschland‘ von Matthias an der Heiden, Osamah Hamouda. Robert Koch-Institut, 22. April 2020. ‚In der Regel entwickeln aber nicht alle Infizierten Symptome, nicht alle, die Symptome entwickeln, gehen zum Arzt, nicht alle, die zum Arzt gehen, werden getestet, und nicht alle, die positiv testen, werden auch in einem Datenerfassungssystem erfasst. Außerdem liegt zwischen all diesen Einzelschritten eine gewisse Zeitspanne, sodass kein noch so gutes Erhebungssystem ohne zusätzliche Annahmen und Berechnungen eine Aussage über den aktuellen Infektionsverlauf machen kann.‘

4. ‚Sind Covid-19-Infektionen vor dem Lockdown in England zurückgegangen?‘ von Simon N. Wood. Cornell University pre-print, 8. August 2020. ‚Ein Bayes’scher Ansatz für ein inverses Problem, angewandt auf britische Daten zu Covid-19-Todesfällen und die Verteilung der Krankheitsdauer, legt nahe, dass die Infektionen vor dem vollständigen Lockdown in Großbritannien (24. März 2020) rückläufig waren und dass die Infektionen in Schweden erst ein oder zwei Tage später zu sinken begannen. Eine Analyse der UK-Daten unter Verwendung des Modells von Flaxman et al. (2020, Nature 584) ergibt das gleiche Ergebnis unter Lockerung ihrer vorherigen Annahmen zu R.‘

5. ‚Kommentar zu Flaxman et al. (2020): Die illusorischen Auswirkungen nicht pharmazeutischer Interventionen auf Covid-19 in Europa‘ von Stefan Homburg und Christof Kuhbandner. 17. Juni 2020. Advance, Sage Pre-Print. ‚In einem aktuellen Artikel behaupten Flaxman et al., dass nicht pharmazeutische Interventionen, die von elf europäischen Ländern eingeführt wurden, Millionen von Leben gerettet hätten. Wir zeigen, dass ihre Methoden einen Zirkelschluss beinhalten. Die behaupteten Effekte sind reine Artefakte, die im Widerspruch zu den Daten stehen. Außerdem zeigen wir, dass der Lockdown des Vereinigten Königreichs sowohl überflüssig als auch unwirksam war.‘

[...]

8. ‚Vollständige Abriegelungsmaßnahmen in westeuropäischen Ländern haben keine erkennbaren Auswirkungen auf die Covid-19-Epidemie‘ von Thomas Meunier. MedRxiv Pre-print 1. Mai 2020. ‚Diese phänomenologische Studie bewertet die Auswirkungen von Full-Lockdown-Strategien, die in Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien angewendet wurden, auf die Verlangsamung des Covid-19-Ausbruchs im Jahr 2020. Vergleicht man den Verlauf der Epidemie vor und nach dem Lockdown, so findet man keine Hinweise auf eine Diskontinuität in den Trends der Wachstumsrate, der Verdopplungszeit und der Reproduktionszahl. Indem wir die Trends der Wachstumsrate vor der Abriegelung extrapolieren, können wir die Zahl der Todesopfer ohne Abriegelungsmaßnahmen abschätzen und zeigen, dass diese Strategien möglicherweise kein einziges Leben in Westeuropa gerettet haben. Wir zeigen auch, daß Nachbarländer, die weniger restriktive soziale Distanzierungsmaßnahmen anwenden (im Gegensatz zu polizeilich erzwungener Hausquarantäne), eine sehr ähnliche zeitliche Entwicklung der Epidemie erleben.‘

[...]

13. ‚Smart Thinking, Lockdown und Covid-19: Implikationen für die öffentliche Politik‘ von Morris Altman. Journal of Behavioral Economics for Policy, 2020. ‚Die Reaktion auf Covid-19 war überwiegend ein Lockdown eines Großteils der Weltwirtschaft, um die Todesraten sowie die unmittelbaren negativen Auswirkungen von Covid-19 zu minimieren. Ich argumentiere, dass eine solche Politik zu oft kontextlos ist, da sie politische Externalitäten ignoriert und annimmt, dass die Berechnungen der Todesraten angemessen genau wie auch dass die Fokussierung auf direkte Covid-19-Effekte zur Maximierung der menschlichen Wohlfahrt angemessen seien. Als Ergebnis dieses Ansatzes kann die aktuelle Politik fehlgeleitet sein und höchst negative Auswirkungen auf das menschliche Wohlergehen haben. Darüber hinaus kann eine solche Politik unbeabsichtigt dazu führen, dass die Sterblichkeitsrate (unter Einbeziehung der externen Effekte) überhaupt nicht minimiert wird, insbesondere auf lange Sicht. Eine solche fehlgeleitete und suboptimale Politik ist ein Produkt der politischen Entscheidungsträger, die ungeeignete mentale Modelle verwenden, die in einer Reihe von Schlüsselbereichen versagen; das Versäumnis, eine umfassendere Makroperspektive einzunehmen, um das Virus anzugehen, die Verwendung von schlechten Heuristiken oder Entscheidungswerkzeugen, die damit zusammenhängende Nicht-Erkennung der unterschiedlichen Auswirkungen des Virus und die Annahme der Herdenstrategie (follow-the-leader) bei der Entwicklung politischer Vorschläge. Eine Verbesserung der Entscheidungsfindungsumgebung, einschließlich der Bereitstellung einer umfassenderen Steuerung und einer Verbesserung der mentalen Modelle, könnte weltweit zu einem viel höheren Niveau des menschlichen Wohlergehens führen.‘

[...]

21. ‚Staaten mit den wenigsten Coronavirus-Beschränkungen‘ von Adam McCann. WalletHub, October 6, 2020. Diese Studie bewertet und reiht die Restriktionen in den Vereinigten Staaten nach Bundesstaaten auf. Die Ergebnisse werden gegen die Todesfälle pro Kopf und die Arbeitslosigkeit aufgetragen. Die Graphiken zeigen keinen Zusammenhang zwischen dem Grad der Strenge und den Todesraten, aber einen klaren Zusammenhang zwischen Strenge und Arbeitslosigkeit.

[...]

24. ‚Staatlich verordnete Lockdowns reduzieren nicht die Todesfälle durch Covid-19: Implikationen für die Evaluierung der strengen neuseeländischen Maßnahmen‘ von John Gibson. New Zealand Economic Papers, 25. August 2020. ‚Die neuseeländische politische Reaktion auf das Coronavirus war während des Level-vier-Lockdowns die stringenteste der Welt. Nach Berechnungen des Finanzministeriums gingen bis zu zehn Milliarden Dollar an Produktion (ungefähr 3,3 Prozent des BIP) verloren, als man auf Stufe vier wechselte, anstatt auf Stufe zwei zu bleiben. Damit der Lockdown optimal ist, muss ein großer Nutzen für die Gesundheit entstehen, um diesen Produktionsverlust auszugleichen. Prognostizierte Todesfälle aus epidemiologischen Modellen sind aufgrund der schlechten Identifizierung keine validen kontrafaktischen Daten. Stattdessen verwende ich empirische Daten, die auf der Variation zwischen den Bezirken der Vereinigten Staaten basieren, von denen mehr als ein Fünftel nur soziale Distanzierung statt Lockdowns hatten. Politische Treiber von Lockdowns bieten Identifikation. Lockdowns reduzieren nicht die Covid-19-Todesfälle. Dieses Muster ist an jedem Tag sichtbar, an dem in Neuseeland wichtige Lockdown-Entscheidungen getroffen wurden. Die offensichtliche Ineffektivität von Lockdowns deutet darauf hin, dass Neuseeland große wirtschaftliche Kosten für wenig Nutzen in Form geretteter Leben zu tragen hatte.‘“

Hand auf's Herz: Haben Sie jemals etwas Vulgäreres gelesen? Sie können den ganzen AIER-Artikel in deutscher Übersetzung auf meiner Website axelkra.us nachlesen. Oder im vulgären Original:

„Lockdowns Do Not Control the Coronavirus: The Evidence“


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