10. November 2020

Geldsystem der Vereinigten Staaten Viel Glück, Amerika: Der Joe und seine „Old Slavery Theory“ werden dich in manchen dunklen Winter führen

Warum Biden kein Pfunds-, sondern ein Pfandskerl ist

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: VP Brothers / Shutterstock.com Moderne „Wilsonianer“: Joe Biden und Kamala Harris

Scherz beiseite: Es heißt natürlich nicht „Old Slavery“, sondern „Modern Money Theory“ oder auch „Modern Monetary Theory“, an der sich die wohl bald im Oval Office platzierte politische Playmobil-Figur namens Joe Biden orientieren wird. Das hat er bereits klargemacht – ebenso seine Vizepräsidentin, Kamala Harris, über die ein Artikel von Patrick Newman auf mises.org („Ist Kamala Harris ein Woodrow Wilson des 21. Jahrhunderts?“) sehr Interessantes zu berichten wusste: „Wenn Hillary Clinton und Joe Biden die korporatistische Denkweise verkörpern und Alexandria Ocasio-Cortez und Elizabeth Warren die sozialistische Mentalität, dann ist Kamala Harris sicherlich die moderne Wilsonianerin. [...] Um den Sozialisten entgegenzukommen, unterstützt Harris den verschwenderischen Green New Deal und ein universelles Grundeinkommen, das durch neue Steuern finanziert wird, die ‚nur‘ von den Reichen erhoben werden sollen. Harris übt enormen Einfluss auf den extrem formbaren (und zunehmend senilen) Biden aus und sagte gegenüber Trevor Noah in der ‚Daily Show‘ jubelnd, dass wir Joe Biden, sobald wir ihn ins Weiße Haus gebracht haben – wir waren dank der Arbeitsgruppen, die wir hatten, sogar schon vorher dazu in der Lage –, dazu drängen werden, Dinge zu tun, die er vorher nicht unterschrieben hätte‘.“

Doch zurück zu vermeintlich „neuen“ oder „modernen“ monetären Theorie, bei der es sich um den ganz alten fiatverpanschten Wein im neuen Begriffsschlauch handelt. Dieser ziemlich kruden Theorie zufolge sind „Schulden kein Problem“, wie es in einem Artikel der „taz“ vom 9. November hieß: „Bei den US-Demokraten ist eine neue Geldtheorie populär: die Modern Money Theory. Wenn Biden Präsident wird, dürfte MMT eine wichtige Rolle spielen.“

Es kann gewiss nicht schaden, in regelmäßigen Abständen auf die Funktionsweise dieses Geldsystems hinzuweisen. Dass Schulden angeblich kein Problem sind, sollte natürlich bei jedem denkenden Menschen recht zügig die Frage aufwerfen, bei wem diese Schulden eigentlich gemacht werden. Da es dazu hervorragende Literatur in Hülle und Fülle gibt und ich desweiteren in der Vergangenheit die Funktionsweise dieses Systems auch auf ef-online ausführlicher erläutert habe, hier im komödiantischen Schnelldurchgang (in diesen mit sprachlos machender politischer Skrupel- und Rücksichtslosigkeit coronierten Zeiten kommt Lachen eine besonders heilsame Bedeutung zu):

Ein Staat/eine Regierung will also neue Schulden aufnehmen, sprich neue Kredite, um diese dann zum Beispiel kostenlos an politisch bevorzugte Wählerschichten zu verschenken (diese könnten bei der nächsten Wahl das Zünglein an der Waage sein) oder megalomanische Projekte zu finanzieren, die, wären sie statt von der „öffentlichen Hand“ von Privatunternehmern in Angriff genommen worden, weitaus kostengünstiger und effizienter zu haben gewesen wären. Kostenlos gibt es die Geschenke deshalb, weil sie ja der Staat bezahlt, der auch die Straßen baut (Menschen wären ohne ihn nun mal zu doof, Verkehrswege zu konstruieren).

Nun geht also eine politische Playmobil-Figur zum Zentralbanker und sagt: „He Boss, ich brauch’ mehr Geld!“

Der Zentralbanker schaut über den Rand seiner Brille und fragt mit skeptischem Blick: „Welche Sicherheiten kannst’n bieten?“

„Gar kein Problem“, antwortet das politische Playmobil, „ich gebe dir dafür bedrucktes Papier. Eine Staatsanleihe zum Beispiel, ganz frisch aus der Bundesdruckerei, obwohl man die zugegebenermaßen auch im Kartoffeldruck herstellen oder aus einem ‚Yps‘-Heft ausschneiden könnte, aber das ist jetzt egal. Also ich gebe dir so’n Schein.“

„Cool“, sagt der Zentralbanker. „Da kommt mir ’ne geniale Idee: Ich gebe dir dafür auch etwas total Werthaltiges und Gedecktes, nämlich: bedrucktes Papier. Eine Banknote. Naja, so’n Geldschein halt.“

Beide lachen. „Dufter Deal!“

Etwas genauer: Eine Regierung nimmt also neue Kredite, sprich Schulden bei einer Zentralbank auf. Im Falle der USA wäre das natürlich die „Neither Federal Nor Reserves“, obwohl sich fälschlicherweise die Bezeichnung „Federal Reserve“ eingebürgert hat. Wie das bei Schulden nun mal so üblich ist, lösen die sich natürlich nicht einfach in Wohlgefallen auf, sondern wollen ab- beziehungsweise zurückgezahlt werden. Nun die spannende Frage: Wer bezahlt diese Schulden ab? Oder besser – wichtiges Stichwort – wer erarbeitet dieses Geld?

Na, das bezahlt doch der Staat! Der mit den Straßen. Der Finanzminister zahlt das. Die Biene Maja. Der Gollum mit dem Ring, sie alle zu finden und sogar noch ihre Kinder an Fiatschulden zu binden! Nö. Alles falsch.

Die Bürgen erarbeiten dieses Geld. Das Stimmvieh. Die Steuerplantagenlöhner. Naja, diese Coronaskeptiker und Merkelleugner halt. Alles Nazis. Da es sich aber um frisch aufgenommene Schulden handelt, die also logischerweise noch gar nicht abbezahlt sind, kommen auf die Bürgen diese zusäzlichen Belastungen in der Zukunft erst noch zu. Und jetzt bin ich bei dem von mir scherzhaft so genannten Pfandskerl Joe Biden (obwohl das natürlich nicht nur für ihn gilt, sondern für jeden Politrickbetrüger, der eine so unverfroren betrügerische Geldpolitik betreibt).

Mit anderen Worten wird also die künftige Arbeitskraft der Steuerbitches durch diese neu aufgenommenen Schulden an die Herrschaften Gottspieler in beziehungsweise hinter den Zentralbanken verpfändet. Deshalb darf man hier getrost von einem Verpfändungssystem sprechen.

Das wäre übrigens eine gute Gelegenheit, den Kreis zurück zu Kamala Harris und ihrer zutreffenden Beschreibung durch Patrick Newman als „Woodrow Wilson des 21. Jahrhunderts“ sowie zum Wunsch-, ach, Traumkandidaten dieses monetären Establishments zu schließen, denn der engste Berater eben jenes Wall-Street-Woodrow, des Bankerbüttels Mr. Wilson, sagte einmal in einer sehr akkuraten Beschreibung dieses Systems (im Kontext des „New Deal“ Franklin Delano Roosevelts): „Sehr bald wird von jedem Amerikaner verlangt werden, sein biologisches Eigentum in einem nationalen System zu registrieren, entworfen dazu, die Bewegungen der Menschen nachzuverfolgen, ein System, das gemäß dem antiken System der Verpfändung operieren wird. Durch solche Methodologie können wir die Leute dazu zwingen, sich unserer Agenda zu unterwerfen Jeder Amerikaner wird dazu gezwungen sein, sich zu registrieren oder nicht mehr fähig sein, zu arbeiten und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir werden für immer das Sicherungsrecht über sie in Händen halten. Amerikaner werden dadurch in den Bankrott und die Insolvenz getrieben, um durch Besteuerung für immer ökonomische Sklaven zu sein, gesichert durch ihre Bürgschaften. Sie werden ihrer Rechte beraubt und es wird ihnen ein kommerzieller Wert zugeteilt werden, um für uns Profite zu machen, aber sie werden keinen Deut schlauer sein, denn es gibt nicht einen unter einer Million, der unsere Pläne versteht, und selbst wenn durch Zufall einer oder zwei sie verstünden, haben wir in unserem Arsenal ein glaubwürdiges Dementi. Schließlich ist dies der einzige logische Weg, eine Regierung zu finanzieren, also durch Ausgabe von Pfandrechten und Schulden an die Registrierten in Form von Begünstigungen und Privilegien. Dies wird uns automatisch große Profite jenseits unserer wildesten Erwartungen bescheren und jeden Amerikaner als Beitragszahler in diesem Schwindel zurücklassen, den wir ‚Sozialversicherung‘ nennen werden. Ohne es zu begreifen, wird jeder Amerikaner uns für jeden Verlust, den wir machen, absichern, und in dieser Manier wird jeder Amerikaner unwissentlich unser Diener sein, wie widerwillig auch immer. Die Leute werden sich hilflos fühlen, ohne jede Hoffnung auf ihre Erlösung, und wir werden das Hochamt des Präsidenten unserer Strohfirma besetzen, um diesen gegen Amerika gerichteten Plan umzusetzen.“

Es dürfte wohl unnötig sein, zu erwähnen, dass diese Worte von Colonel Edward Mandell House von der Failstream-Presse stets als Verschwörungstheorie niedergebellt werden. Das Seltsame ist nur: Warum ist diese Beschreibung dann so verblüffend exakt? Schließlich handelt es sich um eine punktgenaue Analyse der Funktionsweise dieses Verpfändungsystems.

Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Kamala Harris und Joe Biden nicht ebenso enden werden wie Woodrow Wilson, der, nachdem ihm sein historischer Fehler bewusst geworden war, schrieb: „Ich bin ein zutiefst unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert. Eine große industrielle Nation wird von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Unser Kreditwesen ist vereinigt. Daher ist das Wachstum unserer Nation und alle unsere Tätigkeiten in den Händen einiger weniger. Wir sind eine der schlechtestregiertesten, am meisten kontrollierten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt. Nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger eine Regierung der Überzeugung oder des Mehrheitsentscheides, sondern eine Regierung der Ansichten und Nötigungen einer kleinen Gruppe herrschender Männer.“

Obwohl diese Hoffnung eigentlich viel zu spät käme.

Joe Biden und Kamala Harris werden das Zerstörungswerk fortsetzen.

Good luck, America.


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