21. September 2020

Medien und die Corona-Krise Erwünschtes Meinensollen: Warum werden nur Wasserträger eingeladen?

Antwort auf einen Tweet von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: diy13 / Shutterstock.com Spiel mit der Angst: Allfälliger Widerstand wird im Keim erstickt

Am 21. September fragte Dr. Zitelmann auf Twitter Anne Will: „Was soll die linke ‚politische Aktivistin‘ Martina Weisband in einer Diskussion über Corona? Welche Kompetenz hat sie, außer dass sie linke Meinungen hat?“

Kann ich Ihnen genau sagen, Herr Zitelmann: eben drum.

Wie, eben drum? Geht das auch etwas ausführlicher?

Na klar: Weil sie ausschließlich die im Zwinger des erwünschten Meinensollens erlaubten Ansichten maunzt. Sonst würde sie gar nicht eingeladen. Also, in diese „Nothing but talk“-Shows , die den Bürgen vorgaukeln sollen, es gäbe eine lebendige, vielfältige, „pluralistische“ Debattenkultur, damit er beruhigt einschlafen kann im Glauben, „unterschiedliche“ Meinungen gehört zu haben und somit informations- und bildungsauftragsgemäß zu einem mündigen Bürger gereift zu sein. 99, 100, 101 ... pardon, ich zähle Schafe.

Natürlich ist das Kappes. Es gibt – gerade hinsichtlich des Technokraten-Traumbefeuchters Corona – derzeit keine offenen Diskussionen. Falls doch, möge mich jemand auf ein rares Exemplar dieser Spezies hinweisen. Muss mir entgangen sein. Vielleicht sehe ich ja nur den Wald vor Drostens nicht?

Gäbe es eine solche „Meinungsvielfalt“, wären längst auch diejenigen Wissenschaftler im Wegsehen (nicht „Fern“-Sehen) zu Wort gekommen, die aufgrund ihrer Fachkompetenz in der Lage wären, die zahlreichen Lügen, Manipulationen und statistischen Schön- beziehungsweise in diesem Fall eher Schlechtrednertricks zu demontieren, die ganzen Milchmädchen-Rechenschiebereien, mit denen ungeachtet der jeweiligen individuellen Todesursachen einfach möglichst viele Corona-Tote produziert werden sollen, um die Angst- und Drohkulisse auch schön aufrechtzuerhalten, siehe zum Beispiel den „Open brief van artsen en gezondheidsprofessionals aan alle overheden van België en de Belgische media“ („Offener Brief von Ärzten und Gesundheitsfachleuten an alle Behörden in Belgien und die belgischen Medien“), den ich übersetzt und auf meinem Blog veröffentlicht hatte (und der auch auf ef-online erschien). Oder den inhaltlich ganz ähnlich gelagerten offenen Brief der „American Association of Physicians and Surgeons“ (AAPS), den die deutschen Alpha-Gatekeeper („Leitmedien“) mit hochqualitativem Schweigen bedachten.

Doch warum sollte dieser „Corona Scare“ denn mit aller Macht des kadavergehorsamen Meinensollens unbedingt gestützt werden? Nun, in einer solchen Krise, so Dr. Schäuble in Wiederholung der euphemistischen Beschreibung eines der Lieblingsprinzipien herrschender Machteliten zur zügigeren Durchsetzung ansonsten eher ungeliebter Maßnahmen, böten sich großartige „Chancen für Veränderungen“. Dies sagte er schon zur Eurubel-Krise – und bei „Nichts ist zum technokratisch-totalitären Umbau der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung unmöööglich – Corooona!“ ist das keinen Deut anders:

„Die Corona-Krise sei eine große Chance, weil der Widerstand gegen Veränderungen in der Krise geringer werde. ‚Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen‘.“ („evangelisch.de“, 20. August 2020, „Schäuble: Corona-Krise ist Chance für Europa“)

Ich schwöre hiermit jedoch feierlich – mit hinter dem Rücken gekreuzten Fingern, versteht sich, wie das im Politrickbetrug üblich ist –, dass es sich dabei um reinen Zufall handelt. Mensch, es konnte doch niemand ahnen, dass dieser Zufallsvirus zufällig ausbricht und den lieben Overlords dadurch zufällig die Kraft und die Herrlichkeit in technnokratischer Ewigkeit (Amen) verleiht, die ohnehin schon seit langer Zeit angeschielte Wirtschafts- und Finanzunion endlich zu forcieren (mal ganz zu schweigen von der pandemisch kräftig unterstrichenen Notwendigkeit einer Global Governance). Danke, Virus! Much appreciated.

Oder wie Jean Monnet einmal sagte: „Europas Länder sollten in einen Superstaat überführt werden, ohne dass die Bevölkerung versteht, was geschieht. Dies muss schrittweise geschehen, jeweils unter einem wirtschaftlichen Vorwand. Letztendlich führt es aber zu einer unauflösbaren Föderation.“

Einer unauflösbaren Föderation, die nun zusammencoroniert werden kann. Man will doch nur helfen. Die „öffentliche Gesundheit“ hat hier oberste Priorität, ehrlich.

Es wäre übrigens auch nicht das erste Mal, beileibe nicht, dass die „Oppositionelle“ Weisband der nicht ganz zweckfrei gegründeten „Piraten“ strackenstramm pro E-UdSSR und Eurubel katzbuckelt. Bei anderen Themen wie zum Beispiel dem clubgemachten Römerwandel war das nicht anders, und jetzt ist eben Corona der neue Pimp. Einfach so die Welt umbauen? Geht nicht. Da braucht man schon verdammt gute Gründe. Und Corona, der Name sagt es schon, ist die buchstäbliche Krone der technokratischen Umschöpfung der Welt aus 100 Prozent reiner Hybris.

Kompetenzen sind deshalb irrelevant. Auf gut Deutsch, verzeihen Sie mir die Ausdrucksweise: Interessiert keine Sau. Entscheidend ist, was das Politbüro „auf den Weg bringen“ will. Wer was anderes sagt, ist Nazi und kommt nicht durch den Eisernen Medienvorhang, basta. Naja, diesen antieuropäischen Schutzwall halt.


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