12. August 2020

Interview mit Thomas Berthold„Darum habe ich bei der Corona-Demo in Stuttgart gesprochen“

Gespräch mit einem Fußball-Weltmeister

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Bildquelle: Frank Schwichtenberg / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) Ehemaliger Bundesliga-Profi und Weltmeister: Thomas Berthold

Thomas Berthold ist eine lebende Legende im deutschen Fußballsport. Als Bundesliga-Profi beim FC Bayern München, Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart schaffte er es in die deutsche Nationalelf, mit der er 1990 in Italien sogar Weltmeister an der Seite von Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andy Brehme wurde. Der 55-Jährige produzierte am Wochenende nach langer Zeit wieder einmal Schlagzeilen im deutschen Blätterwald. Er sprach auf einer Anti-Corona-Demo in Stuttgart. Und das gehört sich nicht, meinen viele Kritiker aus Politik und medialem Mainstream. Wir fragten Thomas Berthold einfach selbst, was ihn dazu bewegte.

ef: Thomas Berthold, warum sind Sie bei der Demonstration von „Querdenken 711“ in Stuttgart aufgetreten?

Berthold: Ich habe die Verbindung zu Querdenken gesucht, um ganz offen meine Meinung zu sagen. Ich war schon immer ein Mensch, der Haltung gezeigt hat. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, kein Esoteriker, kein Rechtsradikaler, kein Antisemit und auch kein C-Leugner. Diese unsäglichen Masken müssen weg beziehungsweise sollte jeder Mensch selbst entscheiden dürfen, ob er sich durch Tragen einer solchen Maske schützen möchte.

ef: Zweifeln Sie an der Pandemie oder der Gefährlichkeit des Coronavirus?

Berthold: Ob es eine Pandemie ist oder auch eine Epidemie, das entscheidet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Und die Parameter dafür wurden vor Jahren geändert und können auch jederzeit wieder geändert werden. Ich frage mich, warum brauchen wir als Staat eine solche Institution, die uns sagt, ob es sich um eine Pandemie oder eine Epidemie handelt?
Es gibt sehr unterschiedliche Zahlen aus anderen Staaten. Und wir bekommen jetzt gerade wieder jeden Tag mitgeteilt, dass die Infektionszahlen steigen. Aber es wird auch viel mehr getestet als am Anfang, das heißt, mehr Tests mehr Infizierte. Aber was sagt uns das? Warum wird in Deutschland die Veröffentlichung der Zahlen nicht in Korrelation zur Anzahl der Tests gesetzt?
Das geht doch in anderen Staaten auch. Man muss den Menschen die Angst und Panik nehmen. Durch die vielfach unvollständige oder erwiesenermaßen auch falsche Berichterstattung wird sie geschürt, weil ja auch viele Menschen linientreu oder vertrauensvoll alles glauben, was abends im Fernsehen behauptet wird.

ef: Die berichten ja auch das, was ihnen Frau Merkels Chefberater, der Virologe Professor Christian Drosten von der Berliner Charité, sagt …

Berthold: Prof. Drosten hat anfangs auch für möglich gehalten, dass durch Covid-19 bis zu einer Million Menschen in Deutschland sterben könnten. Jetzt sind es 10.000. Ist das denn keine Panikmache? Wird dadurch keine Angst verbreitet? Angst ist der schlimmste Begleiter – Angst macht krank.
Und ich frage mich: Warum hinterfragen die Medien Drosten und die Aussagen der verantwortlichen Politiker nicht? Oder auch die Fragen nach dem Verbleib von Drostens Dissertation. Jeden anderen hätte man wahrscheinlich klein gemacht.

ef: Muss eine Regierung nicht erst einmal alles tun, um den größtmöglichen Schutz der Bevölkerung sicherzustellen – selbst wenn sich hinterher herausstellt, dass die Maßnahmen vielleicht überzogen waren?

Berthold: Vor allen Dingen muss man doch wohl Schaden und Nutzen gegeneinander abwägen, bevor solche Maßnahmen eingeleitet werden – und zwar medizinisch, ökonomisch, psychologisch und soziologisch. Ich finde, diese Bundesregierung hat völlig überzogen, der Schaden der Maßnahmen steht in keiner Relation.
Am meisten gefährdet sind offenbar ältere Menschen und Menschen, die eine schwere Vorerkrankung hatten, also mit einem schwachen Immunsystem leben müssen. Solche Menschen muss man identifizieren und dann schützen. Aber warum muss ein gesunder Mensch eine Maske tragen, die auch gesundheitliche Schäden verursachen kann?
Wir leben in einer Welt voller Bakterien und Viren – und die braucht auch unser Immunsystem. In dieser ganzen C-Zeit lese ich nie etwas darüber, wie das Immunsystem gestärkt werden kann. Ich selbst war in meinem Leben zweimal schwer erkrankt und lag in der Klinik. Und ich wurde nur deshalb wieder gesund, weil mein Immunsystem gestärkt wurde, übrigens durch Maßnahmen der Komplementärmedizin.

ef: Medien berichten, dass Sie grundsätzlich kein Vertrauen mehr in dieses Bundesregierung haben. Stimmt das?

Berthold: Ich habe tatsächlich keinerlei Vertrauen mehr in diese Bundesregierung. Es wurden in den vergangenen Monaten Grundrechte außer Kraft gesetzt. Professor Drosten und auch Gesundheitsminister Spahn, der ja weder Mediziner noch Wissenschaftler ist, geben den Takt vor, nach dem unsere Regierung solche Maßnahmen anordnet. Und viele Medien, besonders die öffentlich-rechtlichen mit ihrem Talkshow-Geschwafel von der zweiten Welle, versagen komplett.
Ich bin zum Beispiel dafür, einen Volksentscheid einzuführen – wie in der Schweiz.

ef: Waren Sie vorher politisch aktiv?

Berthold: Überhaupt nicht, ich war nie politisch aktiv, und ich plane das auch für die Zukunft nicht.

ef: Sie sind als früherer Bundesliga-Profi für viele Menschen ein Idol, waren Weltmeister und haben überlegt, für den Aufsichtsrat des VfB Stuttgart zu kandidieren. Machen Sie mit Ihrem Auftritt bei der Demo nicht alles kaputt? Der Mainstream ist unbarmherzig gegenüber prominenten Querdenkern …

Berthold: Ich lebe vollkommen angstfrei. Angst ist ein schlechter Begleiter. Und wenn man mich verunglimpfen sollte, lasse ich das an mir vorbeirauschen. Ich renne Leuten nicht hinterher, die irgendwo in den sozialen Medien etwas unter Pseudonymen schreiben. Wenn sie etwas von mir wissen wollen, sollen sie zur Demo kommen und dort ihre Fragen stellen. Dann werden sie von mir beantwortet.


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