01. Juli 2020

Symptome einer großen Trendwende beim Thema Klimawandel Führender Klima-Aktivist entschuldigt sich für Verbreitung von Klima-Hysterie

Michael Shellenbergers Gesinnungswandel macht Hoffnung und ist Inspiration für andere

von Michael Klein

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Bildquelle: Petrovic Igor / Shutterstock.com Klima-Panik: Selbst der Erde reichts

Erleben wir derzeit einen Umbruch, eine Rückbesinnung auf Vernunft und Fakten? Man könnte den Eindruck gewinnen.

Irrationalismen und die Linke scheinen im Panikmodus und verschießen derzeit alles, was sie an Munition finden können. Das geht nun sogar so weit, dass man in Berlin bei der „taz“ gegen männliche Bäume vorgehen will und in London bei der „BBC“ von Landschaften schreibt, die zu weiß sind. Seit Jahren sagt Heike Diefenbach, dass der größte Feind der Linken sie selbst seien. Niemand schaffe es so umfassend und vollständig, die eigenen Ideen lächerlich zu machen und zu zerstören wie Linke. Ein Grund, warum Linke über kurz oder lang immer bei Gewalt als letztem Mittel, ihren Unfug durchzusetzen, landeten.

Nun hat sich einer, den man sicher als führenden Umwelt- und Klima-Aktivisten bezeichnen kann, zu Wort gemeldet und den noch rational denkenden Teil der Menschheit um Entschuldigung dafür gebeten, dass er an der Verbreitung des Klima-Alarmismus mitgearbeitet habe: Michael Shellenberger.

Shellenberger war auf „ScienceFiles“ schon einmal Thema. Im Juni 2019 haben wir im Rahmen eines Beitrags, in dem wir gezeigt haben, wie die angeblich erneuerbaren Energien die Umwelt zerstören, einen Vortrag von Michael Shellenberger verlinkt, in dem er mit einigen Mythen, die die Profiteure des bislang größten Diebstahls von Steuergeldern sorgfältig verbreitet haben und seither pflegen, aufräumt.

Heute berichten wir von der Entschuldigung von Michael Shellenberger.

Dass sie nun, in der Mitte des Jahres 2020 kommt, begründet Shellenberger damit, dass „letztes Jahr Dinge außer Kontrolle geraten sind“. Damit spielt er auf etwas an, was wir bei „ScienceFiles“ als sich selbst verstärkenden Prozess der Idiotie bezeichnen. Man kann diesen Prozess überall beobachten, wo Linke geballt auftreten, sei es im Genderismus, im Sozialismus oder im Klima-Alarmismus oder im angeblichen Kampf gegen Rassismus. Linke tauschen Geschwätz gegen Brownie Points, das heißt, wer in linken Netzwerken etwas gelten will, der muss in der Regel nichts tun, sondern schwätzen. Je extremer sein Geschwätz, desto mehr Brownie Points erhält er, die in innerlinken Status transferiert werden können. Nun gibt es eine Grenze für extreme Ideen, die Normalität von Wahnsinn trennt. In allen oben genannten Feldern haben die Linken diese Grenze spielend genommen. Das war zwangsläufig, denn jeder, der neu ins Spiel kommt und sein Geschwätz als Art Geruchsmarke hinterlassen will, muss das Geschwätz von anderen toppen, wenn er nicht als bloßer Mitläufer gelten will. Wenn man Geschwätz, das sich vor allem durch seinen Extremismus auszeichnet, steigern will, dann muss man Extremismus steigern und kommt damit zwangsläufig in den Bereich, in dem Zwangsjacke und Antipsychotika regieren.

Shellenberger, so muss man schließen, ist letztes Jahr zu der Überzeugung gelangt, dass die Grenze zum Wahnsinn im Rahmen des Klima-Alarmismus überschritten wurde. Lügen, nach denen die Welt in zwölf Jahren untergehe oder die gesamte menschliche Zivilisation in Gefahr stehe, durch den Klimawandel ausgelöscht zu werden, haben ihn dazu bewogen, sich öffentlich zu Wort zu melden, und ein Buch zu schreiben, das den Titel „Apocalypse never“ trägt. Das Buch ist seit gestern bei Amazon.de erhältlich und bereits jetzt ein Bestseller.

Nun ist Michael Shellenberger das, was man als Vorzeige-Linken bezeichnen würde, wäre er nicht zwischenzeitlich, er ist nun auch nicht mehr der Jüngste, zur Vernunft gekommen.

- Mit 16 Jahren wurde er Umweltschützer;
- Mit 17 Jahren war er in Nicaragua einer der vielen unbezahlten Arbeiter für die Sandinista;
- Mit 20 Jahren hat er im Amazonasbecken gelebt und dort über Kleinbauern, die von ihrem Land vertrieben werden sollten, geforscht;
- Mit 27 Jahren hat er erfolgreich dafür gekämpft, einen der letzten Redwood-Bestände in Kalifornien vor der Abholzung zu retten;
- Mit der Zeit wurde Shellenberger immer bekannter und erfolgreicher, und er war einer derjenigen, die die Regierung von Barack Obama davon überzeugt haben, dass die Investition von 90 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien eine gute Idee sei, um das Klima zu retten;
- 2003 hat er gemeinsam mit Ted Nordhaus das „Breakthrough Institute“ gegründet, einen einflussreichen Think Tank in Sachen Energie, Klima und Umwelt und ein wichtiges Rädchen im Netzwerk der Klima-Alarmisten;
Er hat vor dem US-Kongress Expert Advise zum Thema „Energiesicherheit“ gegeben und ist (noch) als Expert Reviewer vom Intergovernmental Panel on Climate Change für deren neuesten Bericht angefragt.

Kurz: Shellenberger ist eigentlich ein Vorzeige-Linker, wäre ein Vorzeige-Linker, denn:

Die Vernunft hat ihn eingeholt, und er ist beschämt, wie er hier schreibt: „Letztendlich war ich genauso schuldig an der Panikmache wie jeder andere Umweltaktivist.“ Obwohl ihn diese Erkenntnis schon vor Jahresfrist eingeholt hatte, hat er weiter geschwiegen. Warum? Seine Antwort auf diese Frage gibt einen Einblick in das, was man als Sachzwänge und fehlenden Mut bezeichnen könnte:

„Aber hauptsächlich hatte ich Angst. Ich habe über die Klima-Desinformation geschwiegen, weil ich mich davor fürchtete, Freunde und Förderungen zu verlieren. Die wenigen Male, als ich den Mut aufbrachte, die Klimawissenschaft vor denen zu verteidigen, die sie verdrehen, musste ich harsche Kritik dafür einstecken. Und so stand ich meist nur tatenlos dabei, wenn meine Mitumweltschützer die Öffentlichkeit in Schrecken versetzten.“

Seine Angst sei so groß gewesen, dass er sogar dabei zugesehen habe, wie der Klima-Mob versucht habe, die Reputation und die wissenschaftliche Karriere von Roger Pielke junior, mit dem er, Shellenberger befreundet sei, zu ruinieren. Warum ist Pielke in das Visier des Klimawandel-Mobs geraten? Seine Forschungsergebnisse zeigen, dass Naturkatastrophen nicht häufiger, sondern seltener werden. Das Rühren der Angst vor Naturkatastrophen als Folge des vermeintlich von Menschen gemachten Klimawandels ist ein zentraler Bestandteil der Klimawandel-Lüge, die Klima-Alarmisten verbreiten. Man kann sich daher vorstellen, mit welcher Aggression, mit welchem Hass sie gegen Roger Pielke vorgegangen sind und bis heute vorgehen.

Shellenberger hat zwischenzeitlich sein Schweigen gebrochen und das oben verlinkte Buch veröffentlicht, ein Buch, in dem er den Mythen der Klima-Alarmisten die Wirklichkeit gegenüberstellt und er mit dem vielen Unfug, den MS-Medien in den letzten Jahren verbreitet haben, aufräumt, wie zum Beispiel:

- Menschen verursachen kein Massenaussterben;
- Der Amazonas ist nicht die grüne Lunge der Welt;
- Klimawandel sorgt nicht für mehr und schlimmere Naturkatastrophen;
- Das Verbrennen von Holz ist viel umweltschädlicher als das Verbrennen von Kohle oder Öl;
- Die Zukunft der Menschheit kann nur durch die Produktion von mehr, nicht von weniger Energie sichergestellt werden. Erneuerbare Energien sind eine kostspielige Sackgasse. Sie müssen verschwinden.

Große Teile des 400 Seiten umfassenden Buches dienen der Aufklärung der Lügen, die Klima-Alarmisten verbreiten, und der Bereitstellung von entsprechenden Daten und Argumenten. Im letzten Teil seines Buches widmet sich Shellenberger den finanziellen, politischen und ideologischen Gründen dafür, dass eine große Zahl von Individuen, Organisationen und Staaten die Klimawandel-Hysterie mitmachen und für ihre Zwecke ausnutzen wollen. Hier wird Shellenberger deutlich, wenn er beispielsweise von unappetitlichen und ungesunden Motivationen schreibt, die er bei seiner Analyse an die Oberfläche befördert hat.

Nach Michael Moore und Jeff Gibbs, die den Lügen der Erneuerbaren-Energien-Profiteuren mit einem Dokumentarfilm zu Leibe gerückt sind hat mit Michael Shellenberger ein weiteres prominentes Mitglied den Klimawandel-Kult verlassen. Der damit angestoßene Prozess ist besser als jedes Aussteigerprogramm, denn mit jedem „High profile“-Mitglied, das den Klimawandel-Kult verlässt, sinkt die Hemmschwelle für andere, es ihm gleichzutun. Jeder, der Moore und Shellenberger nachfolgt, reduziert die Hemmschwelle für alle anderen, die (noch) verbleiben. Kurz: Wir beobachten derzeit den Anfang vom Ende der Phase der Menschheitsgeschichte, die von Historikern in der Zukunft wohl als identitätslinker Wahn bezeichnet werden wird.

Dieser Wandel wird indes nicht in den Mainstream-Medien stattfinden, darin sind wir uns mit Michael Shellenberger einig:

„Fakten sind noch von Bedeutung, und die sozialen Medien erlauben es, dass viele neue und unabhängige Stimmen die schwarzseherischen Umweltjournalisten durch vorhandene Publikationen aus dem Feld schlagen können. Die Beweise dafür, dass die energiereiche Zivilisation für Menschen und Natur besser ist als die energiearme, zu der uns die Klima-Alarmisten zurückführen würden, sind erdrückend.“

Die Hoffnung von Shellenberger, das Lügen-Monster zu besiegen, das er mitgeschaffen hat, ruht also auf den sozialen Medien, auf Blogs, wie „ScienceFiles“ oder „Watts Up With That“ oder „EIKE“, die seit Jahren das Offensichtliche schreiben und deshalb von angeblichen Faktencheckern bekämpft und von Mainstream-Medien gemieden werden. Dass Mainstream-Medien alles tun werden, um Shellenbergers Buch und die Kunde, dass er aus dem Klimawandel-Kult ausgestiegen ist, zu unterdrücken, ist ihm offensichtlich klar.

Nun, dann wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass dieser neuerliche Aussteiger, der nun auf der Seite der Klima-Realisten, auf der Seite der Wissenschaft streiten will, die notwendige Verbreitung und sein Buch die entsprechende Nachfrage finden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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