12. Juni 2020

Marxismus und Sklaverei Engels und Marx als Profiteure des Sklavenhandels

Marxismus ist auf Sklavenarbeit von Schwarzen gegründet

von Michael Klein

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Bildquelle: Maykova Galina / Shutterstock.com Statuen von Marx und Engels: Ihre Sockeln wackeln bereits

Friedrich Engels senior, geboren 1796 und gestorben 1860, war das, was man im 19. Jahrhundert einen Industriellen nannte. Friedrich Engels senior, der Vater von Friedrich Engels junior, der gemeinsam mit Karl Marx das kommunistische Manifest geschrieben hat, wohl eines der frühesten Dokumente für Virtue Signalling, hat sein Vermögen mit Baumwolle verdient. Engels senior betrieb zwei Baumwollspinnereien, beide unter der Firmenbezeichnung Ermen und Engels: eine Baumwollspinnerei in Engelskirchen, 1837 gegründet, heute ein Museum, in dem man sich über die Textilfabrik, die ehemals eine Baumwollspinnerei gewesen war, informieren kann, die andere in Weaste, heute ein Teil von Salford in Lancashire, England. Erman und Engels war die Firmenbezeichnung, Victoria Mill der Name, unter dem die Spinnerei bekannt war. Friedrich Engels junior hat zu verschiedenen Zeiten in der Victoria Mill gearbeitet, von 1842 bis 1844, im Jahr 1845 und ab 1850 bis zum Tod seines Vaters im Jahr 1860. Ab diesem Zeitpunkt war Friedrich Engels junior Besitzer der für die damalige Zeit immensen Summe von 10.000 Pfund Sterling; zuvor hatte er für ein Jahressalär von 100 Pfund Sterling in der Victoria Mill gearbeitet. Nach dem Tod seines Vaters gingen 20 Prozent der Profite, die die Baumwollspinnerei in Weaste, Salford abwarf, an Engels. In Engelskirchen dürfte es nicht anders gewesen sein, aber wie gewöhnlich finden sich entsprechende Informationen in Deutschland nicht außerhalb von Archiven – ganz im Gegensatz zum Vereinigten Königreich.

Gehen wir also davon aus, dass Friedrich Engels junior nach dem Tod seines Vaters, Friedrich Engels senior, sowohl an den Gewinnen der Baumwollspinnerei in Engelskirchen als auch denen der Baumwollspinnerei in Weaste, Salford, England beteiligt war. Der Vater von Friedrich Engels ist im Jahre 1860 gestorben. Gleich im Jahr darauf, 1861, begann in der Geschichte der Baumwollspinnerei ein Kapitel, das sich am besten mit Rezession und wirtschaftlichen Schwierigkeiten umschreiben lässt. Diese Phase dauerte bis 1865 an und ist im Vereinigten Königreich als Lancashire Cotton Famine bekannt. Die Not, die viele der Arbeiter ereilte, die in den 1.920 Baumwollspinnereien von Lancashire beschäftigt waren, war nicht wirklich eine Hungersnot, denn die meisten Eigentümer von Baumwollspinnereien unternahmen eine Vielzahl von Aktivitäten, von der Suppenküche bis zu finanziellen Zuwendungen, die arbeitslosen Arbeitern das Überleben zumindest zeitweise sicherte. Die Lancashire Cotton Famine war das Ergebnis zweier sich gegenseitig verstärkender Prozesse: einer Überproduktion zu Beginn und einer darauffolgenden Rohstoffknappheit, die die Produktion in vielen Spinnereien vollständig zum Erliegen brachte.

Um die Ursache der Rohstoffknappheit, die nicht nur die englischen Spinnereien, sondern auch die Baumwollspinnerei Ermen und Engels in Engelskirchen traf, zu finden, ist es sinnvoll, die Frage zu beantworten, woher die Baumwolle, die in Lancashire und im Oberbergischen Kreis verarbeitet wurde, stammte. Ein Blick auf die Importe nach England hilft hier weiter: 80 Prozent der Baumwolle, die in England verarbeitet wurde, kam aus Amerika, den Südstaaten von Amerika: 1.115.890.608 lb (1 lb = 0,45 kg)waren es im Jahr 1860, dem letzten Jahr, in dem die Lieferantenkette funktionierte, denn am 12. April 1861 begann in den USA der Sezessionskrieg. Der größte Teil der restlichen 20 Prozent der Baumwolle, die in England oder im Oberbergischen Kreis verarbeitet wurde, kam von den Westindischen Inseln und wurde dort von Sklaven gepflückt. Einer der Gründe für den US-amerikanischen Bürgerkrieg war ein Gleichgewicht, das im sogenannten Missouri-Kompromiss hergestellt wurde: Darin wurde festgelegt, dass südlich von Missouri, inklusive Missouri selbst, Sklaverei erlaubt war, nördlich davon nicht.

Alles, was östlich des Mississippis lag, war schon zuvor durch die Mason-Dixon-Linie in südliche Staaten mit erlaubter Sklavenarbeit und nördliche Staaten mit dem Verbot von Sklavenarbeit aufgeteilt worden. In den USA kam es zu diesem Zeitpunkt zu einer Ausweitung des Staatsgebiets – so kam Kalifornien im Jahr 1850 hinzu, zuvor hatte der amerikanisch-mexikanische Krieg bereits große Gebiete, das heutige Arkansas und New Mexico, zur Union hinzugefügt.

Dadurch geriet der Missouri-Kompromiss aus den Fugen geriet, ganz besonders aufgrund der Tatsache, dass sich Kalifornien zum sklavenfreien Staat erklärt hatte und deshalb die sklavenfreien Staaten eine Mehrheit von 32 zu 30 Stimmen im US-Senat besaßen. In der Folge kam es im Konflikt zwischen Nord- und Südstaaten zu einer Reihe von Befriedungsversuchen, zuletzt zu dem von Henry Clay u. a. im Fugitive Slave Act unternommenen – letztlich war alles erfolglos und im April 1861 begann schließlich der Bürgerkrieg, der bis nach Lancashire und in den Oberbergischen Kreis, bis in die Baumwollspinnereien von Ermen und Engels, von deren Profit nicht nur Friedrich Engels junior, sondern auch Karl Marx gelebt hat, zu spüren war: Die Rohstofflieferungen, z. B. Baumwolle mit dem Namen „Orleans Middling“, wurden knapp, blieben ganz aus und mussten ersetzt werden, z. B. durch geringwertigere indische Baumwolle, die Steinchen enthielt und dementsprechend nicht von jedem Baumwollspinnerei-Eigentümer eingesetzt werden konnte. Als Ergebnis hat sich die bereits oben erwähnte Cotton Famine eingestellt.

Bringen wir nun die einzelnen Fragmente zusammen: (1) Die Tatsache, dass die meiste Baumwolle, die in den Spinnereien von Erman und Engels verarbeitet wurde, aus Amerika kam, (2) die Tatsache, dass das Ausbleiben der Rohstoffe zu wirtschaftlichen Problemen in beiden Spinnereien und der gesamten Baumwollindustrie geführt hat, (3) die Tatsache, dass Friedrich Engels junior in den Spinnereien seines Vaters zu dessen Lebzeiten gearbeitet und nach dessen Tod 20 Prozent des Profits der Baumwollspinnereien erhalten hat, (4) die Tatsache, dass 50 Prozent der Bevölkerung in den meisten Südstaaten der USA Schwarze waren, die zum überwiegenden Teil als Sklaven auf Baumwollplantagen eingesetzt wurden, (5) die Tatsache, dass der vergleichsweise geringe Preis von US-Baumwolle, der Baumwollspinnereien sehr rentabel gemacht hat, durch Sklavenarbeit ermöglicht wurde, und (6) die Tatsache, dass Friedrich Engels den notorischen Hungerleider Karl Marx regelmäßig finanziell unterstützt hat, so lässt sich konstatieren, dass Friedrich Engels und Karl Marx Profiteure von Sklavenarbeit waren, dass sie von Sklavenarbeit gelebt haben, dass der Marxismus ohne die Sklavenarbeit im Süden der USA nicht möglich gewesen wäre, dass das ganze marxistische Gewäsch von der Befreiung der „Produktivkräfte“ durch die Versklavung von Schwarzen im Süden der USA erst ermöglicht wurde.

Nun sind gerade die heutigen Linken sehr versessen auf moralische Reinheit. Deshalb holen sie die Statue von Edward Colston in Bristol vom Sockel, der als Vizegouverneur der Royal Africa Company an einem Unternehmen beteiligt war, dessen Schiffe Sklaven von Afrika auf die Westindischen Inseln gebracht hatten. Deshalb benennt die Universität Liverpool, die nach William Gladstone, Premierminister von 1868 bis 1894, benannte Gladstone Hall um, da sein Vater als Eigentümer einer Plantage auf den Westindischen Inseln Sklaven beschäftigt hatte.

Angesichts der moralischen Bedeutung, die Linke der Purifikation von allem, was irgendwie mit Sklavenarbeit in Verbindung gebracht werden kann, beimessen, kann sicher kein Buch von Friedrich Engels, keines, an dem er beteiligt war, und keines, das Karl Marx unter dem Einfluss des Sklavengeldes, das Friedrich Engels ihm gezahlt hat, geschrieben hat, weiterhin in Bibliotheken überdauern. Statuen der beiden Profiteure der Sklavenarbeit von Schwarzen in den USA müssen entfernt werden. Die Anhänger des Marxismus, die Sozialisten und Kommunisten, sie alle müssen ihre Vergangenheit als Profiteure der Sklavenarbeit aufarbeiten und alles, was an Karl Marx und Friedrich Engels erinnert, tilgen. So will es die Logik der Linken, die es nicht ertragen können, an einer Statue, von der sie bis gestern nicht wussten, wen sie darstellt, heute, da sie nun wissen, dass es einer war, der Sklaverei befördert hat, vorbeizugehen. Wie wenig können es diese moralisch Reinen wohl ertragen, Bücher, Büsten, Statuen, Lehren von zwei weißen Männern zu sehen und zu befolgen, die von der Sklavenarbeit direkt profitiert haben. Die Linken sind es der Welt schuldig, jede Verbindung zu Marx und Engels zu kappen und deren Lehre zu verdammen.

Denn: Black Lives Matter!

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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