28. April 2020

Französischer Nobelpreisträger behauptet, Covid-19 sei eine Laborzüchtung Gelegenheit für einen Ablenkungskrieg?

Der Mainstream sucht zunehmend die Alleinschuld bei China

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Bekommt von westlichen Medien zunehmend die Alleinschuld an Corona zugewiesen: China

Nachfolgend ein Ausschnitt aus einem Interview, das der französische Fernsehsender Cnews mit dem Virologen und Nobelpreisträger Luc Montagnier führte.

Reporter: „Was mich heute Morgen interessiert, ist, dass Sie momentan an dem Virus arbeiten...“

Montagnier: „Ich arbeite, aber nicht unbedingt im Labor. Wir arbeiten auf einem Computer mit einem Kollegen, und das war‘s. Wir haben keine Erfahrung, könnte man sagen, aber die Erfahrung kommt aus der Krankheit selbst, aus den Messungen, die momentan in den Laboren an den Patienten gemacht werden.“

Reporter: „Und Sie sind zu gewissen Schlüssen gekommen?“

Montagnier: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es in der Tat Manipulationen an diesem Virus gab.“

Reporter: „Das heißt?“

Montagnier: „Also, es gibt einen Teil – ich sage nicht, die Gesamtheit, aber es gibt das Modell, natürlich, des klassischen Virus. In diesem Fall handelt es sich um ein Modell aus Fledermäusen, man hat es aber mit Sequenzen zu tun, die aus dem HI-Virus angereichert wurden, dem Aids-Virus.“

Reporter: „Wenn Sie aber sagen, ‚man‘ – wer war das?“

Montagnier: „Also, ich weiß es nicht.“

Reporter: „Also ist es nicht natürlich, meinen Sie?“

Montagnier: „Nein, es ist nicht natürlich. Es ist die Arbeit von Profis gewesen, die Arbeit von Spezialisten der molekularen Biologie. Eine äußerst gründliche Arbeit, die eines Uhrmachers sozusagen.“

Reporter: „Aber zu welchem Zweck?“

Montagnier: „Zu welchem Zweck? Das ist nicht klar. Ich decke nicht auf, meine Arbeit ist es, Fakten zu präsentieren, das ist alles. Ich beschuldige niemanden. Ich weiß nicht, wer das gemacht hat, oder warum. Es ist möglich, dass sie vorhatten – wobei ich nicht weiß, wer ‚sie‘ sind – einen Impfstoff gegen Aids herzustellen. Man hat also kleine Sequenzen aus dem Virus genommen und diese in der größeren Sequenz des Coronavirus eingegliedert.“

Reporter: „Also, ich bin nicht sicher, dass ich verstanden habe, was Sie sagen. Also, in diesem Virus sind HIV-Anteile?“

Montagnier: „Genau so ist es. Das genetische Material des Virus ist ein langes RNS-Band, nicht wahr. Ähnlich wie DNS, aber hier handelt es sich um RNS. Und in diesem langen Band gibt es einen gewissen Platz, an dem man kleine HIV-Sequenzen fixiert hat. Aber diese Sequenzen sind nicht klein genug, um bedeutungslos zu sein. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit, sogenannte Antigen-Stellen zu modifizieren. Soll heißen, wenn man einen Impfstoff entwickeln will, kann man sehr gut das Protein, das für den Impfstoff hervorgehoben wird, verändern – durch eine kurze Sequenz, die aus einem anderen Virus stammt.“

Zweiter Reporter: „Aber sind Sie sicher? Weil gesagt wurde, dass die Behauptung, das Virus sei im Endeffekt vom Menschen erschaffen worden, von den meisten wissenschaftlichen Behörden widerlegt wurde, oder nicht?“

Montagnier: „Es existiert ein Wille, das Ganze im Keim zu ersticken, sozusagen. Wir sind mit unseren Arbeiten nicht die Ersten. Eine Gruppe von sehr renommierten indischen Forschern hat dasselbe Ergebnis publiziert. Sie wurden gezwungen, ihre Ergebnisse zurückzuziehen.“

Zweiter Reporter: „Wie hat man sie gezwungen?“

Montagnier: „Soll heißen, man hat sie quasi geweihräuchert. Wenn Sie sich das anschauen, werden Sie sehen, dass jetzt ‚annulliert‘ draufsteht, weil...“

Zweiter Reporter: „Aber die meisten Wissenschaftler sagen das genaue Gegenteil von dem, was Sie hier sagen, oder nicht?“

Montagnier: „Immer weniger. Das alles passierte Anfang dieses Jahres, und man sieht immer mehr Arbeiten, die das nahelegen. Ich bin sehr alt, ich bin Nobelpreisträger, und ich kann frei arbeiten. Sagen wir, es gibt niemanden, der Druck auf mich ausüben kann.“

Bevor ich die eingangs gestellte Frage beantworte, warum solche Informationen von verbrecherischen Politikern dazu hergenommen werden könnten, sich – es wäre ja nicht das erste Mal in der Geschichte, beileibe nicht – unter (schlimmstenfalls) Kriegsgetöse und gut getarnt durch Pulverdampf zu entschulden und das von ihnen angerichtete geld- und wirtschaftspolitische Desaster, das sie nicht zuletzt mit dem Euro, vor allem aber mit den schier endlosen „Hilfs‑“ beziehungsweise „Rettungsmaßnahmen“ („Staatsanleihenkäufen“ et cetera) zu Lasten von circa 500 Millionen Europäern angerichtet haben, zu verschleiern und dabei unter heuchlerischer Empörung auf einen in solchen Fällen meistens hochwillkommenen „Feind“ im Äußeren zu verweisen, der für alle heimischen Übel verantwortlich sei, wäre zunächst mal (rhetorisch) zu fragen, warum hierzulande solche Informationen, statt sie Lesern und Zuschauern erst mal neutral zu präsentieren, in gewohnter Manier sofort als „Verschwörungstheorie“ abgebügelt und sogar kriminalisiert werden sollten dahingehend, nur „Rechte“ oder „gefährliche Spinner“ würden mit solchem Gedankengut Unserewertedemokratie gefährden. Es sei noch mal wiederholt: Gerade in den Wissenschaften ist die Diskussion unterschiedlicher Forschungsergebnisse eigentlich die Regel, keine „krude“ Ausnahme.

Die Frage ist natürlich deshalb eine rhetorische, da in der hiesigen Failstreampresse bekanntlich schon seit vielen Jahren nach Herzenslust geklittert, gefälscht, ausgelassen, verzerrt, gelogen, manipuliert, genudgt und geframt wird, als hätte man aus den Überresten eines Edward Bernays, Arnold Toynbee und Walter Lippmann einen plutoniumbetriebenen Propaganda-Cyborg in „Terminator“-Manier zusammengelötet. Insofern gibt es bislang keine positiven Überraschungen.

Was nun meine Sorge betrifft, dass man hier eventuell – ich sage also nicht, dass es so kommen wird, es ist nur eine Befürchtung – einen Kriegsgrund konstruieren könnnte, so erschienen in den letzten Wochen tatsächlich immer mehr Artikel in den einschlägig bekannten Schmierblättern, die China eine Art Alleinschuld zuzuweisen versuchten. Zum einen auch, was das Virus betrifft (dies wurde zumindest in einer Handvoll Artikeln angedeutet), zum anderen wurde ganz klar die Tendenz erkennbar, das Land – bei allem, wofür man es kritisieren kann und auch muss – für die wirtschaftlichen Probleme des Westens verantwortlich zu machen.

Diese aber sind zum weit überwiegenden Teil hausgemacht. Zum einen hat niemand Politiker dazu gezwungen, der Führung in Peking zu gestatten, beispielsweise durch Masseneinkäufe von Unternehmen einen immer breiteren Fuß in die Tür des Westens zu bekommen; es hätte andere Möglichkeiten gegeben, der wirtschaftlichen Probleme Herr zu werden, doch hätte dies das offene Eingeständnis eigener Versäumnisse bedeutet, konkreter: Es hätte die „Systemfrage“ gestellt werden müssen – und das sagen die Herrschaften Schutzbefehler „ihren“ Steuersprudellieferanten bekanntlich nur äußerst ungerne.

Zum anderen, weil auch aus den USA – gerade von dort, wo eine hochkorrupte politische Kaste Bevölkerung und Wirtschaft durch unnötige, auf Lügen basierende Dauerkriege im Ausland und vor allem eine desaströse Schuldenpolitik verwutzt hat – solche Töne zunehmend angeschlagen zu werden scheinen.

Der jüngste Erguss dieser Art war auf der Webseite des Gatestone Institute nachzulesen. Es handelt sich dabei um einen Ableger des Hudson Institute der „Neocons“, einer blutrünstigen Meute skrupelloser „Falken“, also Kriegstreiber, die auf Teufel komm raus und ungeachtet der Kosten die militärische und geopolitische „Vorherrschaft Amerikas“ beibehalten wollen – „no matter the cost“, „egal was es kostet“, wie der 2017 verstorbene Geostratege Zbigniew Brzeziński sich in seinem Buch „The Grand Chessboard“ (deutscher Titel: „Die einzige Weltmacht“) wortwörtlich ausdrückte. Laut dieser Strategie dürfe niemandem erlaubt werden, sich so weit zu entwickeln, dass er die USA herausfordern könnte.

Besagter Artikel stammt von einem pensionierten Offizier der britischen Armee namens Richard Kemp und trägt vor allem mit Blick auf die in den letzten 19 Jahren zusammengetragenen Forschungsergebnisse bezüglich dieses Ereignisses den sehr interessanten Titel „Ein weiterer 9/11-Moment für den Westen“. Manche Stellen musste ich zweimal lesen. Kemp trommelt lautstark dafür, der Westen solle endlich hart durchgreifen: „Wie 9/11 muss Covid-19 nun den Westen zwingen, aufzuwachen und sich zu wehren.“

Wie bei solchen Elaboraten üblich, benennt der Autor zwar einige der in der Tat bedrohlichen Strategien der KP Chinas akkurat, vermeidet es aber tunlichst, darauf hinzuweisen, dass man in westlichen Breitengraden selber mitunter – diplomatisch ausgedrückt – zu etwas unschicklichen Methoden griff und es nicht nur in China, sondern auch bei uns nachweislich eine „gekaufte Presse“, Manipulation und mittlerweile auch schon ganz offene Zensur gibt – nämlich dann, wenn „Dissidenten“ von offiziellen und politisch erwünschten Narrativen abweichen.

Kemp ist nicht der Einzige. Blättert man durch die Gatestone-Seite, wird man noch viele andere Artikel entdecken, die kräftig Stimmung machen und China als die größte Bedrohung der Welt seit Michael Bays „Armageddon“ darstellen.

Es würde mich nicht wundern, sollte in naher Zukunft – im Zuge der erwartbaren wirtschaftlichen Folgekosten des Lockdowns sowie einer ruinösen Wirtschafts‑, Energie- und Geldpolitik – dieses Feindbild zur Ablenkung weiter grell aufgeschminkt und aufgeblasen werden, um „Eurasier“ gegen „Asianier“ in Stellung zu bringen.


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