06. März 2020

Kritik des Blogs „Climate Feedback“ an einer Vorveröffentlichung von Jyrki Kauppinen und Pekka Malmi zur globalen Erwärmung Die Klimawandel-Mafia bei der Arbeit

Die abweichende Meinung soll in einem Meer von Mainstream-Stimmen ertränkt werden

von Michael Klein

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Essenz des linken Daseins: „Netzwerkbildung“

Wenn man sich, wie ich, regelmäßig mit den sprachlichen Elaboraten befasst, die an der linken Seite des politischen Spektrums verbreitet werden, oder vermeintlich wissenschaftliche Texte liest, die man heutzutage mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von 95 Prozent dem linken oder dem sich an Linke anbiedernden Spektrum zuordnen kann, dann ist das Wort „Netzwerkbildung“ ein alter Bekannter. „Netzwerkbildung“ ist die Essenz des linken Daseins. „Demokratie leben!“, das Maßnahmepaket, in dessen Rahmen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend alleine letztes Jahr mehr als 100 Millionen Euro aus dem Fenster geworfen hat, besteht zu einem großen Teil aus „Netzwerkbildung“. Die Genderista tut nichts lieber, als sich dem Versuch zu widmen, „Netzwerke“ zu bilden. Netzwerke sollen auf Twitter gebildet werden, um unliebsame Meinungen in einem Meer unsinniger Tweets zu ertränken. Netzwerke werden gebildet, um die öffentliche Meinung mit dem zu infiltrieren, was als herrschende Meinung durchgesetzt werden soll. Netzwerke und die Linke sind nicht zu trennen. So sehr ist den Linken die Netzwerk-Manie in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie denjenigen, die sie zu ihren Feinden erklärt haben, Netzwerkbildung unterstellen. Die Genderista unterstellt der Männerbewegung Netzwerkbildung – das gehört wohl zum hanebüchensten Unsinn. Die Junta der Rechtsextremismus-Unternehmer, die mit der Bekämpfung von Rechtsextremismus ihr Dasein finanzieren, unterstellt den Rechten „Netzwerkbildung“. Netzwerke hier dort und überall.

Und in all der Netzwerkmanie verborgen finden sich tatsächliche Netzwerke, Vernetzungen unterschiedlicher Akteure, die aus unterschiedlichen Bereichen und scheinbar unkoordiniert dasselbe Thema bearbeiten, so dass ein unbedarfter Beobachter den Eindruck gewinnen muss, es gebe unabhängige Stimmen, die im Hinblick auf einen bestimmten Gegenstand alle zu demselben Urteil gelangen.

Ich will diese konspirative Kollusion einmal am Beispiel von Jyrki Kauppinen und Pekka Malmi darstellen. Kauppinen hat am fünften Assessment-Bericht des IPCC mitgeschrieben. Er und Malmi arbeiten beide am Institut für Physik und Astronomie der finnischen Universität Turku. In einem Paper mit dem Titel „Major Feedback Factors and Effects of the Cloud Cover and the Relative Humidity on the Climate“ bearbeiten die Autoren ein Thema, das ein sehr gutes Beispiel für die Taschenspielertricks darstellt, die beim IPCC angewendet werden, um den menschengemachten Klimawandel so hochrechnen zu können, dass das Starten eines Autos in Deutschland eine Erhöhung des Meeresspiegels in Vanuatu um knapp 0,001 Millimeter zur Folge hat.

In ihrem Beitrag zeigen Kauppinen und Malmi, dass die Klimaaussagen des IPCC den Beitrag von Menschen zum Klimawandel maßlos übertreiben, weil sie die natürliche Komponente, also den Beitrag zur Erwärmung der Erde, der ohne Einfluss des Menschen vorhanden ist, massiv unterschätzen. Der Klimawandel setzt sich in den Modellen aus einer natürlichen und einer menschlichen Komponente zusammen: Je geringer die natürliche Komponente ist, desto größer muss die menschliche Komponente, muss der menschliche Beitrag zum Klimawandel sein.

Der Beitrag von Kauppinen und Malmi wurde auf arxiv.org veröffentlicht, damit er von der dortigen Fach-Community diskutiert werden kann. Kaum war der Beitrag veröffentlicht, da hat sich auch bereits die Klimawandel-Mafia zu Wort gemeldet. Die Klimawandel-Mafia betreibt unter anderem mit dem Blog „Climate Feedback“ eine schnelle Eingreiftruppe, deren Aufgabe darin besteht, wissenschaftliche Stimmen, die Kritik am angeblichen Klimawandel-Konsens üben, schnell und effizient zum Verstummen zu bringen. Das ist sehr wichtig für die Klimawandel-Mafia, denn im offenen Diskurs, in dem sie sich mit ihren Kritikern auf Basis von Fakten auseinandersetzen müsste, würde sie – nach ihrer eigenen Einschätzung (warum sonst sollte sie Kritik unterdrücken wollen) – unterliegen. Ergo geht es darum, Kritik schnell zu beseitigen, damit sich die Erkenntnis, dass es sich mit dem menschlichen Beitrag zum Klimawandel nicht so verhält, wie die Klimawandel-Profiteure, die Kindersoldaten und die gutmenschelnden Nichtse, die alles nachplappern, um dazuzugehören und eine Identität aufbauen zu können, behaupten.

So schnell, wie sich „Climate Feedback“ auf die Studie von Kauppinen und Malmi gestürzt hat, konnte man kaum die Seite von arxiv.org aufrufen. Innerhalb kürzester Zeit wurden sieben angebliche „Experten“ zusammengetrommelt, darunter Timothy Osborn, die mit vielen Worten das, was Kauppinen und Malmi als Widerspruch zu den vermeintlichen Ergebnissen des IPCC formuliert hatten, totschreiben sollten. Timothy Osborn hat im Rahmen von Climategate eine gewisse Berühmtheit erlangt, vor allem in E-Mails, in denen es darum ging, wie man die Datenreihen so manipulieren könne, dass die Erwärmung der 1940er Jahre und die Warmphase im Mittelalter verschwinden. Wie man sieht, hat die Verstrickung in das, was Christopher Booker den „schlimmsten Wissenschaftsskandal der Moderne“ genannt hat, keine wirklich die Karriere beeinträchtigenden Folgen, von Folgen wie Scham ganz zu schweigen.

„Climate Feedback“ selbst ist Teil eines größeren Netzwerks, in dem die Zensur von Meinungen, die nicht dem entsprechen, was zur eigenen Heilslehre gehört, ganz normal ist. Die erste Frage, die im Zusammenhang mit der Aufdeckung der Hintermänner von „Climate Feedback“ von Relevanz ist, lautet daher: Wer finanziert diese schnelle Eingreiftruppe gegen Ungläubige, die die Religion des menschengemachten Klimawandels anzweifeln?

Die Antwort ist etwas umständlich zu finden, denn natürlich ist „Climate Feedback“ kein Stand-alone-Unternehmen. Es ist Teil von „Science Feedback“, das über Spenden finanziert wird. „Science Feedback“ wiederum ist unterzeichnendes Mitglied des „International Fact Checking Network“, zu dem aus Deutschland Correctiv.org gehört. Das International Fact Checking Network gehört zum Poynter Institute, das passenderweise in St. Petersburg, Florida, ansässig ist und dort unter anderem die „Tampa Bay Times“ herausgibt. Ansonsten ist das Poynter Institute eine Journalistenschule, eine Non-profit-Journalistenschule natürlich. Die Wichtigkeit, die der angeblichen „Non-profit“-Orientierung zugewiesen wird, zeigt schon, wir befinden uns hier auf der linken Seite des politischen Spektrums. Das wurde im Mai 2019 sehr deutlich, als das Poynter Institute eine Liste erstellt hat, auf der das, was man beim Poynter Institute für unzuverlässige Nachrichtenquellen hält, zusammengestellt wurde, in der Erwartung, dass die Werbeindustrie die 515 genannten angeblich unzuverlässigen Quellen nicht mehr unterstützt. Es handelt sich hier also nicht nur um einen Zensurversuch, sondern um einen aggressiven Versuch, Nachrichtenquellen, die der eigenen Ideologie nicht entsprechen, zu beseitigen. Der Versuch ist in die Hose gegangen, unter anderem deshalb, weil die emsigen Zensur-Aktivisten aus St. Petersburg in Florida einen Großteil konservativer Medien, unter anderem die Heritage Foundation und deren „Daily Signal“, eine Nachrichtenquelle, die darauf spezialisiert ist, die Meldungen zu veröffentlichen, die in den Mainstreammedien keine Chance auf Veröffentlichung haben, auf diese Weise beseitigen wollten. Unter einem Vorwand, der vorgeschobener kaum sein kann („methodische Schwächen“), hat das Poynter Institute seine Liste, die dazu gedacht war, Nachrichtenkonkurrenz zu entfernen, zurückgezogen.

Wir finden die Herrschaften von „Climate Feedback“ und „Science Feedback“ in enger Partnerschaft mit einer Institution, die für gescheiterte Zensurversuche bekannt ist, die bekannt dafür ist, in aggressiver Weise zu versuchen, Andersdenkende aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Das mag erklären, warum „Climate Feedback“ seinerseits auf höchst aggressive und vollkommen unwissenschaftliche Art und Weise versucht, Andersdenkende aus dem öffentlichen Diskurs zu drängen. Wir finden darüber hinaus unter denen, die das Poynter Institute finanzieren, die Mac Arthur Foundation, zu deren erklärten Zielen es gehört, den Klimawandel zu bekämpfen, was voraussetzt, dass es einen menschlichen Einfluss auf den Klimawandel gibt, und die Open Society Foundations von George Soros, die einmal mehr im Zusammenhang mit einer Institution auftauchen, deren Ziel die Zensur der im öffentlichen Raum verfügbaren Informationen und die Beseitigung abweichender Stimmen ist. Und um die Zufälle abzuschließen: Correctiv.org, das deutsche Mitglied im International Fact Checking Network, stand/steht ebenfalls auf der Liste der Organisationen, die George Soros über seine Stiftung finanziert. Auch Correctiv.org ist nicht wirklich als leidenschaftlicher Kämpfer für Meinungsfreiheit bekannt.

Von Correctiv.org wiederum führen Verbindungen zu den dpa-Wichteln, und so ist es sicher kein Zufall, dass man am 3. März 2020 im Rahmen des angeblichen „dpa-Faktenchecks“ einen Beitrag findet, der mit „Thesen zum Klimawandel ohne wissenschaftliche Beweise“ überschrieben ist. Die Überschrift reicht eigentlich schon, um zu wissen, dass sich bei dpa Leute zu wissenschaftlichen Themen äußern, die nicht einmal entfernt eine Idee davon haben, was Wissenschaft eigentlich ist, die denken, es sei so etwas wie Marxismus-Leninismus, in dessen Rahmen man den Beweis führen kann, dass ein Halbsatz, den Erich H. gesprochen hat, mit einem Halbsatz, den Friedrich Engels im Suff von sich gegeben hat, übereinstimmt. Wissenschaft, Ihr Wichtel, kennt keine Beweise. Wissenschaft kennt Belege, die immer so lange gültig sind, wie sie nicht widerlegt wurden.

Der derart verräterisch überschriebene Text befasst sich mit Jyrki Kauppinen und Pekka Malmi, die auf arxiv.org ein Papier veröffentlicht haben sollen, wie die dpa-Wichtel behaupten, das die zentrale These aufstelle: „Der Mensch trägt kaum eine Mitschuld am Klimawandel“. Man sieht hier das deutliche Bemühen, sich überhaupt nicht mit dem, was Kauppinen und Malmi geschrieben haben, auseinanderzusetzen und stattdessen einen Strohmann aufzubauen, den man anschließend verbrennen kann. Kauppinen und Malmi haben sich mit der Frage beschäftigt, ob die natürliche Komponente, also der Anteil der Natur am Klimawandel, in den Modellen des IPCC unterschätzt wird. Ihre Arbeit haben die Autoren auf arxiv.org zur Diskussion mit Fachvertretern veröffentlicht. Wie fremd den dpa-Wichteln die Arbeitsweise in den Wissenschaften ist, kann man an dem deutlich machen, was nun kommt.

Dass Wissenschaftler ihr Papier, in dem sie aufgrund nachvollziehbarer Berechnungen zu dem Ergebnis kommen, dass das IPCC die natürliche Komponente so kleinrechnet, dass noch Platz für den menschlichen Anteil am atmosphärischen Kohlendioxid (0,0016 Prozent) ist, um überhaupt einen Einfluss zu haben, vor Veröffentlichung zur Diskussion stellen, davon haben die dpa-Wichtel in ihrem Echozimmer wohl noch nie etwas gehört. Woher auch? In Journalistenschulen wird offenkundig nicht diskutiert, sondern der Katechismus repetiert.

Und wie alle, die keine Ahnung von dem Gegenstand haben, den sie bearbeiten, spulen die dpa-Wichtel nun das Programm der Ahnungslosen ab, mit dem versucht werden soll, noch Ahnungslosere zu überzeugen. Das Programm kennt genau zwei Methoden der Diskreditierung, die beide letztlich eine Variante des Fehlschlusses ad auctoritatem darstellen: Zunächst wird den beiden finnischen Wissenschaftlern vorgeworfen, dass ihr Papier nicht peer reviewed sei. Das nun ist ein Einwand, der an Irrsinn grenzt (von welcher Seite auch immer), und nicht nur deshalb, weil Dr. Heike Diefenbach gerade den schönen Mythos von der „Qualitätssicherung“ durch Peer Review, wie die dpa-Wichtel allen Ernstes schreiben, komplett zerstört hat. Einer Seite, die dazu dient, der Fachöffentlichkeit, also denen, die man im Englischen „Peers“ nennt, die Gelegenheit zu bieten, wissenschaftliche Papiere vor Veröffentlichung zu diskutieren und zu kritisieren, wird von den Wichteln vorgeworfen, dass sie Papiere veröffentlicht, die nicht peer reviewed sind. Wie irre das ist, kann man kaum in Worte fassen. Es ist, als wollte man dem Tüv vorwerfen, dass er Autos prüft, die gar keine gültige Tüv-Plakette haben.

Die dpa-Wichtel sind ein so lächerlicher Haufen, dass man fast Mitleid haben muss. Darf man aber nicht, denn die dpa-Wichtel sind Teil einer Mafia, deren Ziel darin besteht, abweichende Meinungen zu unterdrücken. Das bringt uns zum zweiten Mittel, das die vermeintlichen Faktenchecker anwenden, um abweichende Meinungen zu unterdrücken: dem Versuch, die abweichende Meinung in einem Meer von Mainstream-Stimmen (Sie erinnern sich: „Wir sind mehr“, nicht etwa: „Wir haben zuverlässige Fakten“!) zu ertränken. Und an dieser Stelle finden wir die Blockwarte von – welch Zufall – „Climate Feedback“, jenem „Climate Feedback“, das über das Poynter Institute, das wiederum bekannt dafür ist, Zensur durchsetzen zu wollen, mit Correctiv.org verbandelt ist, das wiederum gemeinsam mit den dpa-Wichteln das „Faktenchecken“ für Facebook übernommen hat. (Es reizt, hier vom sprichwörtlichen Bock, der zum Gärtner gemacht wurde, zu sprechen, aber es ist eher der Massenmörder, der zum Oberarzt der Intensivstation berufen wurde, der einen adäquaten Vergleich darstellt, natürlich nur figurativ und mit Bezug auf die Ermordung der Meinungsfreiheit.)

Und so schließt sich der Kreis dieses Zensur-Netzwerks, in dem sogar ein Platz für Tim Osborn ist, jenen Osborn, der im Rahmen von Climategate zu denjenigen gehört hat, die diskutiert haben, wie man Kritiker an der eigenen Arbeit daran hindert, in wissenschaftlichen Zeitschriften zu publizieren.

J. Kauppinen/P. Malmi: „Major Feedback Factors and Effects of the Cloud Cover and the Relative Humidity on the Climate“ (Englisch, PDF)

„Climate Feedback“: „Non-peer-reviewed manuscript falsely claims natural cloud changes can explain global warming“ (Englisch)

„Presseportal“: „Thesen zum Klimawandel ohne wissenschaftliche Beweise“

Dr. habil. Heike Diefenbach: „‚Peer Reviewed‘ – Kein Qualitätssiegel!“ (PDF)

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Klima

Mehr von Michael Klein

Über Michael Klein

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige