28. Oktober 2019

Philip Elsen in der „Welt“ über Schulpolitik Wie man sich die Beine gleich selber wegtritt

Aufklärung geht anders

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Lernen, wie man die Welt rettet: Schule

„Im Zuge der berechtigten ‚Fridays for Future‘-Demonstrationen“, schwingt sich Philip Elsen in seinem Artikel „Woran es der ‚Bildungsnation Deutschland‘ mangelt“ in der „Welt“ vom 27.10.2019 gleich zu Beginn mit unklarer Berechtigung zur weltgrößten Instanz für Klimaforschung auf, „müssen wir endlich auch mehr über das Bildungsideal unserer Schulen sprechen. Es geht um nichts Geringeres, als die Werte der Aufklärung zu verteidigen und zu vermitteln.“

Nun muss ich Gastautor Elsen, laut Vorstellung im „Welt“-Artikel Lehrer für Politik, Geschichte und Sport am Beethoven-Gymnasium in Berlin, leider mitteilen, dass er den von ihm angemahnten Werten der Aufklärung und ihrer Vermittlung gleich selber Hohn sprach.

Zum einen – insofern „klärt“ sich die „Berechtigung“, wenn auch in einer für ihn keineswegs vorteilhaften Weise – weil die Frage geisterhaft im Raum schwebt, woher ein Lehrer für Politik, Geschichte und Sport – also ein in „Klimafragen“ Fachfremder – eigentlich die Kompetenz nimmt, seinen Lesern in suggestiver Manier einzureden, die nachweislich fremdfinanzierten und politischerseits sogar hocherwünschten FFF-Demonstrationen – hocherwünscht nämlich zur pseudo-graswurzelbasierten Legitimation höherer Besteuerung ohne erkennbare beziehungsweise empirisch überprüfbare Vorteile für das „Weltklima“ – seien „berechtigt“, zum anderen, weil er genau das tut, wovor er warnt: die Werte der Aufklärung nicht ernst zu nehmen.

Täte er dies, hätte er Lesern eine viel ausgewogenere Darstellung der wissenschaftlichen Faktenlage präsentiert. Er hätte sich nicht nur auf dubiose Quellen wie das IPCC bezogen („Weltklimarat“), das bereits mehrfach der Datenmanipulation überführt wurde – was den Herrn, der immerhin Kinder unterrichten soll (!), jedoch nicht davon abhält, die Information des IPCC als „Belege“, also unerschütterliche Beweise vorzustellen –‍, sondern selbstverständlich auch Gegenstimmen hinzugezogen, also die sogenannten und mit dem hirnerschütternd schwachsinnigen Begriff „Klimaleugner“ titulierten Skeptiker und Kritiker des offiziellen Narrativs vom angeblich „menschengemachten“ beziehungsweise anthropogenen Klimawandel.

Genau das sind nämlich die „Werte der Aufklärung“ und der Bildung: keinen „von oben“ verordneten Meinungen mehr zu gehorchen und zu folgen oder diese distanzlos zu wiederholen, sondern „sich des eigenen Verstandes“ zu bedienen, um aus der – mit Blick auf den politmedialen Klima-Psychoterror kann man schon sagen – politischen und massenmedial verordneten Unmündigkeit auszutreten.

Gerade das sollten Kinder lernen. Denke selber. Prüfe die vorhandenen Informationen. Recherchiere selbständig. Lass dich nicht von vorgefassten Meinungen beirren, so „geschlossen“ diese auch zu sein scheinen. Im Falle des „anthropogenen Klimawandels“ ist das nämlich nicht der Fall. Es handelt sich um eine vor allem massenmedial künstlich erzeugte „Einigkeit“, einen herbeipropagierten und ‑gelogenen Konsens.

Ganz zu schweigen davon – das mit Abstand wichtigste Argument –‍, dass allein die schiere Zahl derjenigen, die bestimmte Ansichten vertreten, noch keine Garantie für ihre Richtigkeit darstellt. Selbst wenn also „97 Prozent“ der Klimaforscher (auch diese Zahl stimmt übrigens nicht, sie beruht auf einem statistischen Trick, einer Fälschung) behaupten, der Mensch sei mit seinen Kohlendioxidemissionen für die klimatischen Veränderungen unserer Zeit verantwortlich, muss das deshalb noch lange nicht stimmen. Entscheidend hier ist die Nachweisbarkeit der aufgestellten Behauptungen, ihre naturwissenschaftliche Solidität, ihre empirische Überprüfbarkeit – und genau da hapert es bei den heuer breitflächig verwendeten „Klimamodellen“. Auch das wurde bereits aufgezeigt – und zwar mit naturwissenschaftlichen Methoden.

Es tut mir leid, Herr Elsen: Aufklärung geht anders. Sie widersprechen den Werten, die Sie hochzuhalten beabsichtigen, gleich selber. Und geben Kindern damit ein denkbar schlechtes Beispiel.

„Welt“: „Woran es der ‚Bildungsnation Deutschland‘ mangelt“


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