27. September 2019

„Fridays for Hubraum“ Endlich gibt es Widerstand gegen die Klimahysterie

Aber manche Reaktionen sind besorgniserregend

von Michael Klein

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Bildquelle: shutterstock Widerstand gegen Klimahysterie: „Fridays for Hubraum“

Auf Facebook hatte sich eine Gruppe mit dem Namen „Fridays for Hubraum“ gegründet. Chris Grau, der die Gruppe wohl initiiert hat, hat unter anderem Folgendes geschrieben: „Gestartet ist dieses Projekt eigentlich als Schnapsidee, und es ist der absolute Wahnsinn, was daraus wird. Wir danken allen für die Unterstützung, ihr seid klasse! Wir bitten auch alle um Nachsicht, was die Organisation angeht. Mit diesem Wachstum hätte niemand im Ansatz gerechnet. Dennoch ist es faktisch so, dass es scheinbar ganz dringend Redebedarf im Bereich Klimapolitik gibt, sonst wäre das nie so gekommen. Was will diese Gruppe denn nun eigentlich bewirken? Das fragen sich mittlerweile auch die Medien und stellen uns teilweise als fragwürdige/intolerante Gruppe dar. Natürlich gibt es hier fragwürdige Beiträge. Diese werden bereits aussortiert oder nicht freigegeben. Aber unser Ziel ist es, diese Klimahysterie zu beenden und mit vernünftigen Ansätzen da weiterzumachen, wo Fridays for Future kompromisslos fordert. Die aktuelle Entscheidungsrichtung der Politik ist wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch nicht tragbar. Eine CO2-Steuer ändert rein gar nichts. Die Energiewende wird kopflos betrieben und schadet einzig und alleine dem Bürger und unserer Wirtschaft.“

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Ausführungen hatte die Gruppe „Fridays for Hubraum“ etwas mehr als 100.000 Mitglieder. 23 Stunden später waren es 400.000 Mitglieder. Was Grau geschrieben hat, nämlich dass es einen dringenden Redebedarf gibt, ist mit dieser Entwicklung nachdrücklich belegt. Das Entstehen von Gruppen wie „Fridays for Hubraum“ ist in einer Demokratie ein ganz normaler Prozess, der immer dann einsetzt, wenn sich eine wachsende Zahl von Bürgern im politischen System nicht mehr wiederfindet, nicht repräsentiert sieht, den Eindruck hat, dass die eigenen Interessen von der politischen Klasse mit Füßen getreten werden.

Der Klima-Irrsinn, der in Deutschland selbst hierzulande ungekannte hysterische Ausmaße angenommen hat, die Unterdrückung abweichender Meinungen in öffentlich-rechtlichen und anderen Medien, die Tatsache, dass Absurditäten gefeiert werden und ein penetrantes Trommelfeuer dessen, was angeblich gut ist, auf Bürger niedergelassen wird, das alles sind sehr gute Gründe, die geradezu nach zivilem Widerstand schreien. Insofern sind Gruppen wie „Fridays for Hubraum“ überfällig.

Die Qualität einer Demokratie zeigt sich nicht nur daran, ob Gruppen wie „Fridays for Hubraum“ entstehen können, ob sie Raum haben, sich zu etablieren, sie zeigt sich vor allem daran, wie das Establishment, gegen dessen Erzählung das gerichtet ist, was den Kern der Gruppe ausmacht, darauf reagiert. Wie totalitär eine Gesellschaft ist, macht sich an den entsprechenden Reaktionen fest.

Und jetzt kommen wir zum besorgniserregenden Teil. Offenkundig ist es „Fridays for Hubraum“ möglich gewesen, eine hohe Zahl von Anhängern in kurzer Zeit zu rekrutieren. Das verweist auf eine hohe Nachfrage nach abweichenden Meinungen, zeigt, dass vielen Menschen die Klimahysteriker massiv auf die Nerven gehen, und lässt darüber hinaus den Schluss zu, dass es mit dem Totalitarismus noch nicht so weit ist, dass Gruppen wie „Fridays for Hubraum“ am Entstehen gehindert werden. Das war das Positive.

Das Negative, das wirklich Besorgniserregende, findet sich in den Reaktionen von Redaktionen, die Grau oben anspricht, und von Bürgern, deren Gehirnleistung bereits so sehr eingeschränkt ist oder nie mehr Kapazität aufgewiesen hat, dass sie bei allem, was dem, was sie für die richtige Erzählung halten, widerspricht, wie konditionierte Volltrottel nur an rechts, Nazis und Klimaleugner denken können. Derart stereotypisierte Reaktionsmuster verweisen nicht nur auf eine eingeschränkte Gehirnkapazität, sondern auch auf eine Eindimensionalität im Denken. Der eine oder andere wird es wissen: Unser Gehirn funktioniert nach der „Use it or lose it“-Methode. Neuronale Verbindungen, die genutzt werden, werden stärker, neuronale Verbindungen, die nicht genutzt werden, sterben ab. Wenn nun Zeitgenossen angesichts einer dynamischen Entwicklung, angesichts einer Gruppe, die in einer Geschwindigkeit wächst, die mehr als erstaunlich ist, nichts anderes schaffen, als das alte Lamento von rechts und Nazi und Klimaleugner auszupacken, wer nicht denkt, hoppla, wenn so viele Leute sich einer Gruppe anschließen, die ein Gegenprojekt zur Klimawandelhysterie darstellt, dann haben wir vielleicht mit unserer Hysterie übertrieben, dann gibt es vielleicht da draußen eine Realität, die wir bislang unterschätzt, von deren Ausmaß wir gar nichts gewusst haben, wer zu solchen Gedanken nicht mehr fähig ist, dem muss an dieser Stelle eine Entwicklungsstörung attestiert werden, die schnurstracks in eine Persönlichkeitsstörung eingemündet ist, denn natürlich braucht ein Mensch, dem das Denken in Alternativen, das Denken von Neuem, schwerfällt, Mechanismen, um sich von Neuem freizuhalten. Der Sozialpsychologe Leon Festinger nennt das „kognitive Dissonanz“ und beschreibt eine Reihe von Mechanismen, dieselbe abzubauen. Das Abschieben widersprechender Informationen, das Ignorieren dieser Informationen, ihre negative Bewertung, das sind krankhafte Formen, kognitive Dissonanzen zu bearbeiten. Krankhaft deshalb, weil die Realität ja durch diese Art der psychologischen Verarbeitung nicht verschwindet.

Und natürlich gibt es die piensige, die weinerliche Verarbeitung, wie sie bei Kindern zu finden ist, die ihren Willen nicht bekommen und deshalb denken, dass sie das ärmste Kind der Welt sind, dem die Mama keine Aufmerksamkeit schenkt, weil sie andere viel lieber hat. Damit sind wir beim intellektuellen Niveau von Fridays for Future angekommen, und vermutlich haben wir damit auch den Grund dafür gefunden, dass Journalisten-Darsteller so euphorisch über sie berichten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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