19. Juli 2019

Forschungsschiff bleibt im unerwartet dicken arktischen Eis stecken Festgefahren

Klimamodell trifft Realität

von Michael Klein

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Bildquelle: shutterstock Dicker als erwartet: Arktisches Eis

Von einem begeisterten „Diablo“-Spieler, der als Barbar durch die Welten zieht und alles, was sich in seinem Weg befindet, zur Strecke bringt, erwartet man, dass er dann, wenn er seine virtuelle Welt abschaltet und in die wirkliche Welt zurückkehrt, wieder normal funktioniert und keine Passanten mit wildem Kriegsgeheul und unter versuchter Rolle rückwärts mit einem Fußtritt niederzustrecken versucht. Und doch: Manche glauben Klimamodellen.

Manche denken, die virtuelle Realität, wie sie von Klimamodellen entwickelt wird, sie sei real: Das Eis in Arktis und Antarktis schmilzt, die Meeresspiegel steigen deshalb, Länder, Inseln gehen unter, die Welt, wie wir sie kennen, verschwindet, Dürre, Katastrophe, Armageddon. Und sie verhalten sich so.

Die „Kronprins Haakon“ ist ein norwegisches Forschungsschiff voller Forscher, die den Klimawandel vor Ort, in der Arktis, beobachten, messen, kontrollieren wollen. Zu diesem Zweck haben sie sich am Sonntag (14. Juli) aufgemacht, um zur Stätte des schmelzenden Eises und der auf Eisschollen treibenden Eisbären, der Stätte der arktischen Hitzewelle, wie das ZDF seinen Zuschauern glaubhaft machen wollte, um in die Arktis zu gelangen.

Alles kein Problem, wenn man den Klimamodellen und dem von ihnen berechneten dünnen Eis glaubt. Bis einen Meter Eisdicke kann die „Kronprins Haakon“ verdauen, durchbrechen, beiseiteschieben. 20.000 Pferdestärken und ein entsprechend starker Dieselmotor machen es möglich. Indes: Nördlich von Spitzbergen hat sich die „Kronprins

Haakon“ festgefahren. Man sei auf viel dickeres Eis getroffen, als man erwartet habe, sagt Kapitän Johnny Peder Hansen: „Wir haben mehr Eisschmelze erwartet“, fügt er an. Das Eis, das an manchen Stellen mehr als drei Meter dick gewesen sein muss, hat sich nicht nur den Versuchen der „Kronprins Haakon“, es zu durchbrechen, erfolgreich widersetzt. Auch eine Kettensäge, die die Forscher eigens mitgebracht hatten, um dickere Eisschichten zu durchtrennen, hat sich als vollkommen nutzlos erwiesen. Den Forschern ist nichts anderes übriggeblieben, als umzukehren und die Heimreise anzutreten. 175 Millionen US-Dollar hat die Mission gekostet.

Am Mittwoch hat das ZDF über eine vermeintlich außergewöhnliche „arktische Hitzewelle“ berichtet. Heute sucht man vergeblich nach der entsprechenden Entwarnungsmeldung, die vom Eis berichtet, das viel dicker ist als erwartet und das schon viel weiter südlich anzutreffen ist, als es für Juli normal ist. Die Arktis, das zeigt eine Reihe von Daten, wird wieder kälter, im Einklang mit dem solaren Minimum, das begonnen hat. Ein solares Minimum geht mit Eiszeiten einher, nicht mit Global Warming. Die Episode macht deutlich, dass Klimamodelle eben Modelle sind, deren Passung mit der Realität man prüfen muss.

„Electroverse“: „‚We had expected more melting‘ – Thick arctic ice forces Norwegian research vessel and icebreaker to turn back at Svalbard“ (Englisch)

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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