18. Juli 2019

„Klimakrise“ als geopolitische Brechstange zur „Neuordnung“ der Welt Fällt endlich der Eiserne Propagandavorhang?

Vor allem in Deutschland?

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Wird bald „klimaneutral“: Europa

So manche Lektion der Geschichte bleibt leider unverstanden. Gut, das ist keine neue Erkenntnis; es heißt ja nicht umsonst, wer sich nicht bemühe, die Fehler der Vergangenheit zu verstehen, sei dazu verdammt, sie zu wiederholen. So eben auch in Sachen „Klimakrise“ beziehungsweise mit Blick auf das fiskalische Beuteschema „Kohlendioxidsteuer“, also der Versuch, auch noch die Atemluft besteuern zu können.

Immer dann, wenn neue Geldquellen erschlossen werden sollen, neue Wege, die Steuerwollepflücker zur Kasse zu „bitten“ (durch den Zwang herrschaftlich gesetzten Rechts), sind der Phantasie offenbar keine Grenzen gesetzt. Über die Hintergründe und eigentlichen Motive, die Finanzierung und vor allem die ideologische Grundierung des Narrativs vom „menschengemachten Klimawandel“ wurde nicht nur hier bei eigentümlich frei, sondern auch andernorts ausführlich berichtet – und im Gegensatz zu den lautstärksten Wortführen oder besser Propagandisten quellen- und faktenbasiert, nicht nur auf Basis pseudowissenschaftlicher, um nicht zu sagen beinahe schon „kultischer“, öko-schamanischer, quasireligiöser bis (was die Maskottchen der zum Behufe der Massen-Hirnwäsche gezielt aufgebauten und finanzierten FFF-Bewegung von Greta bis Luisa betrifft) schon großinquisitorischer, bisweilen klimamaoistischer „Argumente“.

So hat „Tichys Einblick“ unlängst einen Artikel veröffentlicht, der auf die Fremdfinanzierung der Fridays-for-Future-Bewegung einging; in Italien haben 90 Wissenschaftler, darunter Physiker und Geologen, ihre berechtigten Zweifel angemeldet, wofür der deutsche Klimaforscher Stefan Rahmstorf ihnen sogleich die wissenschaftliche Seriosität absprach, was ihm mehr schlecht als recht „gelang“; auch der Blog „Sciencefiles“ brachte dazu einen sehr lesenswerten Beitrag („Neue Studie – Der Mythos des menschengemachten Klimawandels bricht an allen Ecken und Enden zusammen“, 14.07.2019). So wichtig solche Arbeiten jüngeren Datums sind, um der politisch gewollten Oktroyierung dieses gigantischen, sich letztlich nur um Geld drehenden Schwindels mit schlagkräftigen Argumenten entgegenwirken zu können (was angesichts der drohenden Folgen der aus ihm resultierenden Politik bitter nötig ist), so sind zumindest manche der Erkenntnisse nicht wirklich neu.

Schon vor Jahren erschienen Berichte, die auf die Manipulationen, ja sogar dreisten Lügen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, „Weltklimarat“) hingewiesen haben (beispielsweise im „Focus“ vom 12.12.2009, „Klimagate: Skandal um manipulierte Daten“). So zum Beispiel die Tatsache, dass in den sogenannten „Sachstandsberichten“, den „Summaries“ (Zusammenfassungen) des Rates in schöner Regelmäßigkeit sämtliche kritischen Stimmen der für den IPCC arbeitenden Forscher einfach ausgeblendet wurden, es blieben also nur die befürwortenden übrig; dass in höchst selektiver Manier nur solche Daten herausgefiltert und in völlig unwissenschaftlicher Weise übertrieben dargestellt und durch diverse statistische Tricks überdramatisiert wurden, die das Narrativ scheinbar unterstützen; dass sich die lautstärksten Trommler bis heute einer Debatte mit Kritikern schlicht verweigern – unter dem fadenscheinigen Vorwand, diese seien durch die Bank nicht „diskussionswürdig“, da „Klimawandelleugner“; dass sich der Tonfall solchen „Zweiflern“ und Skeptikern gegenüber drastisch verschärft hat dahingehend, dass statt stichhaltiger, überprüfbarer Argumente einfach die „Rechts“-Keule geschwungen wird.

So bezeichnete Tilo Jung von „Jung & Naiv“, dessen politisch linientreues und argumentativ hauchdünnes Geschwätz ansonsten eigentlich gar keine Erwähnung wert wäre, den Journalisten und Publizisten Oliver Janich unlängst in einem Tweet tatsächlich als „rechtsradikal“. Es wird nun also schon ganz ungeniert verleumdet und übel nachgeredet. Wer zu solchen Mitteln greifen muss, hat (hoffentlich) schon verloren.

Ähnliches gilt für Klima-Pin-up Luisa Neubauer, die sagt: „Ich glaube, vielen Leuten ist noch nicht bewusst, wie radikal sich Dinge ändern müssen, und deswegen ist es noch leicht, uns zu mögen.“ Als jemand, der in Sachen Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts recht bewandert ist, kann ich dazu nur sagen – tut mir leid, Luisa: Wehret den Anfängen. Es wird also schon ganz unverhohlen gedroht. Und wenn sich die „konterrevolutionären“ Massen dem Willen der Klimaführer nicht beugen wollen, was dann, wertes Fräulein? Werden sie euch dann nicht mehr mögen, weil ihr in diesem Fall hart durchgreifen müsstet? So wie immer in der traurigen Geschichte ideologisch Fehlgeleiteter. Eigentlich wären solche Äußerungen eher harmlos, würden sie nur von jugendlich-nassforschen, etwas übereifrigen Agitprop-Fanatikern stammen, doch leider weist die derzeitige Politik in dieselbe Richtung. Und das ist nicht mehr lustig.

So kündigte die vom Failstream in gewohnter und auch erwartbarer Manier zur Lichtgestalt überzeichnete Ursula von der Leyen, die Meister Ischias auf dem Posten des EU-Kommissionspräsidenten nachfolgt, bereits an, sie wolle Europa „zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt“ machen.

Es hilft alles nichts. Am deutschen Wesen soll die Welt also wohl auch weiterhin genesen. Ich erkenne ehrlich gesagt nicht mehr viel Sinn darin, die Unsinnigkeit einer solchen Äußerung auch noch erklären zu wollen. Natürlich kann man einen Kontinent nicht „klimaneutral“ machen. Die sich in der politischen Sprache dieser Zeit zunehmend zeigende und schon von vielen bemerkte vermeintliche „Irrationalität“, die natürlich keine ist, sondern gerade bezüglich des Klima-„Irrsinns“ einer geopolitischen Agenda folgt, erinnert stark an diejenige anderer Zeiten, an großkopferte Träume von der Weltrevolution. Geht es so weiter, könnte es – wieder einmal – noch sehr hässlich werden.

Ich möchte schließen mit den Worten eines bekannten ehemaligen Radiomoderators namens Elmar Hörig, der etwas resigniert auf seinem Facebook-Profil postete: „Ich persönlich befinde mich jetzt in meinem letzten Lebensjahrzehnt, und es gibt wichtigere Dinge im Leben als die dauernde Gängelung durch Idioten. Dieses Land zittert sich dem Ende zu und klopft sich dabei auch noch auf die Schulter. Ich kann‘s noch halbwegs lustig kommentieren, aber ändern kann ich es leider nicht mehr! Der ‚Point of no return‘ ist längst überschritten.“ – „Nun denn, ich bedanke mich für die vielen netten Kommentare unter den ‚brifns‘, und vor allem habe ich mich über den Zuspruch per Messenger gefreut, von Menschen, die meine Beiträge nicht liken durften, weil sie sonst ihren Job riskiert hätten. Dort bestätigte sich täglich meine Sicht über die Zustände in meiner Heimat, die irgendwie komplett aus dem Ruder laufen. Und das gilt nicht nur für Freibäder. Wenn zum Beispiel ein Spendenaufruf für eine in meinen Augen ‚lupenreine‘ Schlepperin, die vermutlich gegen jegliches internationales Seerecht verstößt, weit über eine Million Euro einbringt, stimmt etwas nicht mehr in unserer Gesellschaft. Man sollte sie wegsperren und ihr das Kapitänspatent entziehen. Und genau das wird nicht geschehen.“

Nicht nur ihr, übrigens. Meiner Meinung nach sollte man sich auch fürchten vor Leuten, die einen ganzen Kontinent „klimaneutral“ machen wollen; man sollte sich fürchten vor Wiedergängern der Mao-Jugend, die anderen drohen, nicht mehr „gemocht“ zu werden, sollte man sich erdreisten, ihren Überzeugungen nicht zu folgen, und kann wohl nur an ihre Vernunft appellieren in der Hoffnung, dass überhaupt noch was davon vorhanden ist; man sollte sich umso mehr fürchten vor den Überzeugungs-Schreibtischtätern in diversen Redaktionsstuben, deren Verhalten leider nicht mehr durch den Bonus jugendlichen Überschwangs entschuldigt werden kann, sondern die ihre Leser mit Täuschungsvorsatz in die Irre leiten, jeden Morgen ihr Rückgrat in der Garderobe abgeben und nur noch Propagandameldungen weiterverbreiten. Die sich keinen Debatten mehr stellen wollen, sondern „Dissidenten“ entweder gleich totschweigen oder als politisch „unwert“ verleumden.

Also fällt jetzt der „Eiserne Propagandavorhang“ in Sachen Klimapolitik? Ich fürchte, Hörig hat recht: Genau das wird nicht geschehen. Manche Fehler müssen wohl wirklich so oft wiederholt werden, bis ein Lernprozess in Gang kommt.


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